VIII . Tie schleswig - holsteinsche Frage .
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Lebe» imb um sei» Dasei» handelt , größere Ausopseruugeu bringe» als selbst für de» edelste» Man» , de» es jemals iii De»tschla»d gegebe» hat . ^
Die sittliche Empörung , von der ich gesprochen habe , gründet sich darauf , das ; die Err»»ge»schafte» der Neuzeit , die Beschlüsse des Vor - parlame»ts , die Bestrebungen des Fünsziger - Ansschnsses , die Beschlüsse der Versammlnng , die Gesetze , die bis jetzt das Einzige sind , was sür de» Gesamintstaat feststeht , »icht geachtet worden sind bei diesem Waffe» - stillstand ; sie gründet sich darauf , das ; die alte Diplo»iatie gerade i» deniselbe» Verhältniß , als ob wir keinen Märznivnat dieses Jahres ge - habt hätten , schaltet und waltet mit dem Schicksale der Volker »ach ihrem Ermessen ; sie gründet sich darauf , daß mau den Söhnen , die sich von dein Herzen des Vaters losgerissen haben , nin sich dein ungewissen Schicksale des Krieges hinzugeben , sagt : kehrt nach Hanse zurück , wir brauchen euch nicht inehr !
Hub diese sittliche Entriistnng lebt »icht nur im Volke , sie lebt auch — »iid das ist unsere Freude — im Heere . Tie süddeutschen Truppe» , welche de» Herr» Peucker schon vor langer Zeit so bedenklich gemacht haben hinsichtlich ihrer Stimmung , * ' glauben Sie , das ; sie besser werden in Herrn Penckers Sinne , wenn man sie im volle» Bewußtsei» ihrer Kraft und ihres Willens den Feinden entgegenführt , um sie da»» z» coinmandiren : kehrt um , »»d geht »ach Hause ! ? Glaube» Sie , daß das deutsche Heer , welches man namentlich von dieser Seite ( zur Rechteil gewendet ) nns bei verschiedenen Gelegenheiten als nicht willenlos darge - stellt hat , nicht als eine Masse , die wie eine Heerde dem Befehle folgt , »neinpfindlich sei dafür , was in Schleswig - Holstein mit ihm geschieht und geschehen soll ? — Ich glaube es nicht : ich hoffe , daß der Soldat auch denkt , nnd wenn er denkt , dann wird er auch kennen lerne» , daß die Demokratie in Deutschland es wirklich nicht schlecht mit ihm meint , daß sie im Soldaten den Bürger ehrt und anerkennt wie in jedem Anderen , uud daß sie nicht die letzte ist , die dem Heere Beifall und Lob zujauchzt für die brave Haltung , die es in dieser ersten gelegenheit Deutschlands eingenommen hat .
Wir kommen ans den Punet der Furcht vor dein auswärtigen Krieg , uud es bietet sich auch hier eine merkwürdige Erscheinung dar .
Die Furcht vor dem Krieg ist immer unbedeutend , ungerechtfertigt uud unbegründet , wenn es gilt , die Gewalt anzuwenden gegen das Princip der Freiheit ; sie ist gefährlich im höchsten Grade , wenn es gilt , dieselbe Gewalt anzuwenden für das Princip der Freiheit . Als es sich um Pose» handelte , um die Vernichtung völkerrechtlicher Verträge

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