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VIII . Die schleswig - holsteinsche Frage .
in einer bestrittenen Sache ein Wort mitzureden haben , das können wir ihnen nicht versagen , und wenn wir es ihnen versagen wollten , so würden sie sich es nehmen . Nun sage ich aber nicht , wir sollen verzichten , oder wir sollen unserer Würde etwas vergeben , ich sage gerade das Gegen - theil davon . Aber liegt die Ehre und die Würde darin , daß ich mir ein bestrittenes Recht unbedingt nnd gewaltsam zueigne , oder besteht meine Ehre nnd Würde darin , daß ich mich fest erkläre , so weit mein Recht ins Spiel kommt ? — und das hat der Ausschuß gethan !
Soll ich noch ein Wort sagen , so glaube ich , muß es ganz kurz sein .
( Viele Stimmen : Nein ! Nein ! )
Ich danke Ihnen , meine Herren .
Man hat mehrere Amendements vorgeschlagen , ich will aber gleich im Voraus erklären , daß ich mich für fein einziges entscheide» kauu : ich halte sie alle für verderblich .
Man ^Antrag Niesser nnd Genossen St . B . I 279 ) hat schlagen , man solle Auskunft verlangen , Vorlagen , Mittheilungen über den Rückzug , sei es in strategischen , sei es in politischen Beziehungen .
Ich warne , davor . Es war Herr v . Raum er , der Ihnen . B . 1 281 und 282 ] sagte , Sie mochten das nicht Ihn« : er hat Ihnen empfohlen — und Sie habe» es mit Jubel aufgenommen — Einigkeit und Eintracht . So weit mir die Dinge bekannt sind , kann ich Ihnen nur gleichfalls dazu ratheu . Ich scheue zwar einen Skandal nicht , aber da , wo er schädlich ist , da mache ich ihn nicht . Herr v . Raumer hat auch gesagt , wir möchten das nicht thnn , nnd ich kann dieses aus voll - kommener Ueberzeuguug bestätigen . Wenn wir die Auskunft fordern wollten , so würde es vielleicht hin nnd wieder einen beklagenswertheil Beleg für die Zerrissenheit in der Verwaltung unserer inneren nnd militärischen Angelegenheiten geben , nnd die werden wir dem Feinde nicht zeigen wollen , sondern gern darüber weggehen , weil es nicht nöthig und schädlich ist .
Eben so glaube ich , mich dem . B . von Maitz S . 139 nnd 140 ge - stellten ! Antrage ans Ratification des Friedens nicht anschließen zu können .
Wir habe» ein sehr entschiedenes Wort gesprochen , nnd Herr Dahlmann mag es mir nicht übelnehmen , sein Antrag war vielleicht mit deutscher Bescheidenheit abgefaßt , aber ich habe das unbescheidene Wort „ verlangt " hinzugesetzt , daß wir verlangen , daß das Recht ge - wahrt werde , aber auf der andern Seite müssen Sie wohl fühlen , meine Herren , daß , wenn wir hier unbedingt aussprechen : der Friede soll vor seinem Abschluß uns zur Ratification vorgelegt werden , die Friedens -

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