148 VIII . Die schleswig - holsteinsche Frage .
einverstanden war , den Antrag des Berichts nicht unbedingt empfohlen hat . ( f . S . 142 . ]
Das sei genug , meine Herren , wenn ich nicht fürchten soll , — wenn anch unverdientermaßen — Leidenschaftlichkeit und unüberlegten Wider - sprnch zu erregen .
Ja , Sympathien für Deutschland sind in Schleswig vorhanden , das ist Thatsache . Von allen Boten ans jenem Lande , von den Ab - geordneten von dort her ist dies einstimmig behauptet worden . Ich konnte aber sagen , daß dort eine Fülle sehr umfangreicher Zweifel in dieser Beziehung stattfinden , und könnte Ihnen [ nach dem Vorgänge Wur m s St . B . I 279 ] wiederholen , daß es die provisorische Regierung zuerst war , welche aus das Recht der freien Wahl als volksthümlich provodrte . Ja , waren es nicht die verehrten Abgeordneten ans Schleswig , — ich erkenne ihre ehrenwerthe Gesinnung und ihren Mnth an , denn sie haben für das Vaterland ihr Leben in die Schanze geschlagen , und das ist unter allen Umständen Hochachtungswerth — aber nehmen Sie mir das nicht übel , waren sie es nicht , die in Copenhagen dasselbe begehrten ?
Lassen wir aber diesen Familienstreit ! Gehen wir zur Beleuchtung der Frage über ohne alle Leidenschaft , dann werden Sie mir so viel zugeben , meine Herren , daß ich ein Recht hatte , eine Frage , welche man keinem Zweifel unterworfen glaubte , als bestritten und zweifelhaft stellen . So viel , glaube ich , ist für mich gewonnen , daß da ein Anlaß war , zu verhandeln , wenn man nicht mit Gewalt durchdringen konnte .
Da hat man [ z . B . Francke St . B . I 275 ] gesagt : wir sind aber mit Gewalt durchgedrungen , der Krieg ist gekämpft !
Man vergißt aber dabei , daß ein Frieden jeden Krieg beschließen muß , um die Resultate der Kriegsführung zu fauctioniren , und dabei ist noch zu berücksichtigen , daß es nicht allein ein Feind ist , der uns that - sächlich gerade entgegensteht , sondern in Europa wenigstens auch andere Mächte das Recht oder die Macht habe« , ein Wort mitzusprechen , — und , meine Herren , das sind in dieser Sache Mächte , von welchen man nicht ohne große Unbesonnenheit geringschätzig sprechen darf .
Ich lege gar kein großes Gewicht — ich kann es sogar eonsequenter - weise nicht einmal nach Inhalt meines Berichts — auf die anfängliche , jetzt nicht mehr angemessene Intervention Frankreichs , ans Grund der Garantien von 1721 * : darauf lege ich gar keinen Werth mehr , und Maitz sSt . B . I 290 ] schon hat gesagt , daß die englische Politik im Lause der Unterhandlungen uns immer freundlicher geworden ist . Aber
* Es muß heißen : 1720 .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.