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VIII . Die schleSwig - holsteinsche Frage .
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allerdings einem gewissenhaften Referenten übertragen , welcher ein ständliches , durch gründliche Erforschung , durch genügende Tarstellung sich erschöpfendes Referat aufstellte . Allein dieses Referat ward in der Bundesversammlnng keineswegs dem Geschäftsgange , keineswegs den ge - wohnten Formen gemäß behandelt , vielmehr , eben weil es den Forderungen Holsteins günstig war , zurückgelegt und lediglich für einen beschränkten . Nreis Ioco dictaturae gedruckt2 : es durfte zn keiner Verbreitung kommen . Ans dieses Referat erfolgte eine nicht umständliche , überhaupt nur über das ganze Verhältnis ; slach hinstreifende Erklärung des damaligen dänischen Vnudesgesandten für Holstein , des Grasen v . Eybeii .
Als daranf die holsteinsche Ritterschaft in einer zweiten Eingabe die Rechte ihres Landes und des damit eng und unauflöslich ver - bnudenen Schleswig gegen solche Einwendungen wahrte nnd diese zweite Eingabe von Seiten Holsteins in tausend Exemplaren gedruckt worden war , duldete der Bundespräsidialgesandte Graf v . Münch - Belling - Hansen nicht , das ; diese Eingabe überhaupt nur vertheilt würde . Sie durste nicht einmal an die Gesandten des Bundestags selbst , geschweige denn an das Publicum vertheilt werden , nnd erst nach einer Reihe von Jahren , als ich , welcher sowohl die ujtc als die zweite Eingabe ab - gefaßt hatte , » mich gar nicht mehr in Holstein befand , als ich seit längerer Zeit Professor in Güttingen war , erst da erhielt ich , weil diese tausend Exemplare allem Ansehen nach den Räumlichkeiten der Bundes - tagskanzlei zur Last fielen , ein Schreiben , es stehe mir frei , diese tausend Exemplare in Empfang zn nehmen , die natürlich wie ein todtes Blatt vom Baume gefallen waren .
Also hat sich diese Sache begeben , nnd nachgehends , als einige mißliebige Gesandte , weil sie der schleswig - holsteinschen Sache geneigt waren , entfernt waren , kam es zn einer raschen nnd übereilten Ab - stilnmnng , welche dahinausging , es könne die Bundesversammlung die holsteinsche Verfassung nicht als in anerkannter Wirksamkeit bestehend betrachten , die Bundesversammlung aber werde darüber wachen , daß die demnächst von dem Könige von Dänemark [ Friedrich VI . ] , zn erlassende Verfassung die Rechte Holsteins in Bezug auf Schleswig feststelle und überhaupt den Grundrechten des holsteinschen Landes und seiner Ein - wohner entsprechet
Diese Wache aber , wozu hat sie geholfen ? >sie hat das eingebracht , daß die überwachten Augen der Bundesversammlung gar nicht mehr im Stande waren , zu erkennen , daß durch die neue dietirte Verfassung die politischen Rechte Schleswigs von den holsteinschen getrennt und ab -
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