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VII . Die Grundrechte
münzt hat ; ich habe erlebt und nicht vergessen , wie protestantische und katholische Jesuiten in die Cabinette der Könige , ans die Lehrstühle der hohen und andern Schulen , ans die Kanzeln sich einzuschleichen , wohl auch frech einzudrängen wußten , wie sie dein Königthum nnd der Völker - freiheit in gleicher Weise Entwürdigungen bereiteten , wie sie beide umgarnten nnd umstrickten nnd fesselten , wie sie selbst Bürgerkriege ent - zündeten und anschürten , um ans den Trümmern des Verfassnngsstaates für sich die Priesterherrlichkeit neu zu gründen .
Meine Herren ! Ich kenne sie , bis ans die Hauptringe hinaus , die lange heilige Kette der großen Verschwörung gegen die geistige nnd bürgerliche Freiheit der Volker . Die Gestalten vieler edelster Männer , die durch die Kirche , die katholische wie die protestantische , oder durch ihre» Einfluß zurückgesetzt , verfolgt , geächtet , zu Grnnde gerichtet , ge - sangen gehalten oder zu Tode gemartert wurde« , diese Gestalten drängen sich in diesem Augenblick sehr lebhaft vor meine Seele , nnd noch zittern in meiner Heimat , selbst in mir nahe stehenden Familien , die Schmerzen nach , die durch Diener der Kirche den gemischten Ehen bereitet wurden . 23 Erlauben Sie , meine Herren , weil so viele Redner der kirchlichen Partei , namentlich auch noch heute , die Sache in einem andern Licht darzustellen beliebten , obgleich ich ihnen nicht mißgönnen will , daß sie dies versucht haben , ans einen Namen in dieser Hinsicht hinzuweisen , auf einen Namen in unserer Mitte : ich nenne hindentungsweise nur den Namen Fl o ttw e l l . "
Meine Herreu ! Ich erkenne mich das Gefährliche des kirchlichen Grundsatzes : „ Kühn mit Vorsicht ! " , 25 ich weiß zu schätzen das Gefähr - liche der sammetweicheu Hand , mit der die Kirchenpartei anzurühren nnd zuzulangen versteht , ich kenne im ganzen Umfang die Gefahr , welche der Freiheit droht : davon , daß die Männer des Altars nnd des Throns , aus protestantischer wie katholischer Seite , die das Alte immer noch fest - halten und gegen das Nene arbeiten , die Meisten sind , davon , daß sie immer noch überwiegend große Mittel haben , und davon endlich , daß sie aus Quelle« schöpfe» köuueu , die so mancherlei , nur ihnen zugänglich , und vorerst wenigstens noch lange nicht erschöpft sind . Wir sind jetzt ans der Schwelle einer neuen Zeit , aber noch steht der Feind da , wenn auch in veränderter Stellung nnd mit etwas hier und da verändertem Namen : er will uns glauben - machen nnd stellt sich , als ob er auch im Allgemeinen mit der Zeit vorgegangen sei , — er trägt die Cocarde des Tages am Hut .
Meine Herren ! Ich bin nicht mehr jung genug , um zu glaube« , daß ein so kluger Feind , — denn er ist in meinen Angen noch viel

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