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VII . Die Grundrechte
Die Bestellung von Kirchenbeamten unterliegt keiner Mitwirkung von Seite der Staatsgewalt , auch nicht vermöge Patronatsrechts .
Die Bekanntmachung kirchlicher Erlasse ist nur denjenigen Be - ichränkuugeu unterworfen , welche» alle übrige»Veröffentlichungen nuterliegen .
Jeder Religionsgesellschaft wird der Besitz »»d die freie Ber - . Wendung ihres Vermögens sowie ihrer für CultuS - , Unterrichts - und Wohlthätigkeitszwecke bestimmten Anstalten gewährleistet .
Meine Herren ! Nach dem Empfang , den die Vorredner diesen Morgen hier fanden , darf ich mich der Hoffnung hingeben , das ; bei der Mehrheit der Versammlung die Ansichten über die hochwichtige Frage , die wir vor uns haben , noch nicht feststehen . Es ist die Rede des Herr» v . Beisler [ St . B . III 1662—1665 ) mit Beifall aufgenommen worden ; darauf kam Herr Zittel >St . B . III 1665— 1G68 ] und setzte das Gegentheil von den Ansichten seines Vorgängers aus einander , fand aber ebenfalls reichlichen Beifall ; dann trat Herr Vogt >St . B . III anf und hat wiederum das Gegeutheil von den beiden früheren Rednern behauptet , allein auch ihm wurde vielstimmiges Bravo gerufen . Es sind also hiernach — und dies ist immer ein sehr vortheil - Haftes Verhältnis ; für einen späteren Redner — offene und hoffentlich auch empfängliche Gemüther .
Das , was ich zn sagen habe , kann ich nicht besser vorbringen , als indem ich es in die Form eines Rückblicks auf meine unmittel - baren Vorgänger einkleide .
Gegenüber von Herrn Vogt kann ich mich am Kürzesten fassen . Nach dem Grundsatz : „ Contra principia negantem 11011 est dispu - tandum * konnte unsere Anseinandersetznng schon an und für sich sehr kurz sein ; " allein es freut mich wenigstens , Einiges von dem , was er geltend machte , ans ganzer Seele unterschreiben zu können .
Herr Vogt >St . B . III 1669J hat Ihnen gesagt , daß , wenn man hinsichtlich der Stellung der Kirchen - und Religionsgesellschasten die Ordnung des bisherige» Polizeistaates »och beibehalte , mau damit sicher die Thüre» öffne , durch welche derselbe «ach und nach das ganze lorene Gebiet wiedererwerben werde .
Da bin ich ganz mit ihm einverstanden . Auch ich glaube , das ; , wenn in einer Beziehung der von uns sonst als begraben betrachtete Polizeistaat in seiner bisherigen Stellimg erhalten , wenn ihm das große , weite liub so unendlich mächtige Gebiet der Religionen und Consessioneu in der bisherigen Abhängigkeit und Unterordnung belassen wird , er dann

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