108 VII . Die Grundrechte .
Ernst Moritz Arndt .
1 . August 1848 . et B . II 1299 - 1301 .
Arndt , Neben und Glossen . 1V4L . S . ü—22 . '
Autrag Ar übt zu Art . 11 § G .
Verhandlungen VI 24 .
Der deutsche Adel ist für die Ehre der deutschen Geschichte und für das Glück der Zukunft des deutschen Volks noch nicht wegzustreichen .
Meine Herren ! Ich alter Plebejer , der ich den Streit gegen den Adel und zwar den Streit gegen die Mißbräuche mit angefangen habe , die der Adel gegen die Banernschaften in meiner Heimat geübt , " ich füllte gleichsam nur durch mein Gemüth — denn etwas Anderes bewegt mich wahrlich nicht — für den Adel sprechen ; aber , wie ich glaube , ist es eine alte Lehre , daß wir Alle Adams minder sind , das ; wir Alle eines Stammes , eines Blutes , einer geistigen Würdigkeit sind . Ich erinnere hier an den Scherz , den der große Pitt in seiner frühesten Jngend über die alte englische Nobility fliegen ließ , ich erinnere an diesen Scherz , wo er sagt : „ Wenn Gott Alles zweckmäßig gemacht hätte , so gäbe es gleichsam zwei Menschengeschlechter : das eine Geschlecht wäre geschaffen worden mit Sporen , und der andere Theil mit dem Sattel geboren . " 10
Ich biu auch der Meinung des Ausschusses , und ich bin der Meinnng des ganzen dentschen Volkes und aller denkenden Männer , welche die Freiheit wollen , daß das Privilegium , daß die Bevor - rechtignng in jeder Beziehnng aufhöre» muß , das Privilegium , welches dein Adel gleichsam die Erde an die Füße gebunden hat , oder doch wenigstens das Privilegium , wonach der Adel gewisse Rechte — nicht gewisse Ehrenvorzüge , sondern Gold - und Silbervortheile — auch an sich gebuudeu glaubte . Dies soll abgeschafft werden . Aber etwas Anderes ist es mit der Abschaffung der idealeu Bilder , ich möchte sagen , eines jeden Standes . Wie schwer , wie hart ist es de» Schuhmachern und Schneidern itiid manchen Anderen gewesen , als man ihnen ihre Laden genommen , als man ihnen ihre Privilegien und Satzungen für abgeschafft erklärt hat , als man ihnen ihre Gebräuche aufgehoben !
Es liegt eine unendliche Gewalt in der Erinnerung , in dein Ge - fühle der Ermnernng , die der Mensch in sich empfindet : es liegt eine
Abdruck der ursprünglichen Fassung nebst Anmerkungen .

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