VI . Der österreichisch - italienische Krieg
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Meine Herren ! Ohne Venedig und die Küsten ist Trieft und das dalmatische Litorale ans die Daner nicht zu halten . Fragen Sie darüber die einsichtsvollen Abgeordneten jener Bezirke , die unter nns sitzen . Hiermit ginge das adriatische Meer verloren , also jede Verbindung mit dein Mittelmeere , einer der beiden großen Pulsadern unserer maritimen und commerciellen Existenz .
Eben so bedeutend ist die militärische Seite der Frage . Wenn Oberitalien von Oesterreich getrennt ist , so beginnt die Vertheidiguug nnserer Südgrenze an der obern Etsch und dem Tagliameuto statt am Tessin . Die erste dieser Linien führt »ach Tirol und Bayer» , die andere in das Herz von Oesterreich . Es ist dies der Unterschied , welchen erst ein ganz unglücklicher Feldzug erzeugen würde . Wir müßten den Aertheidigniigskampf da beginnen , wohin wir erst nach großen Verlusten und Niederlagen gedrängt werden konnten .
Dasselbe gilt von der Westgrenze . Unsere kostspielige sortisicatorische Sicherung der'Oberrheinlinie wäre nutzlos , die Positionen im Schwarz - walde , die starke Festnng Ulm und die obere Donau wären umgangen . Der Kampf begänne statt am Oberrhein unmittelbar in den Ebenen von Kärutheu und Bayern . Ein Drittel des deutschen Reichs wäre ohne Schuß verloren , bloß durch die strategische Disposition beider Theile .
Wollen wir nicht diesen nuabsehlichen Nachtheil über uns herauf - beschwören , so müssen die Deutsche» festen Fuß in Oberitalien behalten .
Allerdings ist hierzu der Besitz der Lombardei nicht unumgänglich uothweudig , da diese nur die Pässe des Splügeu und des Stelvio . i . des stilsser Jochsj öffnet . Der erste führt nach Graubüudeu , also nicht unmittelbar auf ein deutsches Kriegstheater , der andere , der höchste Paß in Europa , durchzieht einen Terrainabschnitt , der leicht durch Be - sestiguugeu abzusperren ist .
Ganz anders verhält es sich mit dem venetiauischeu Festlande : hier genügt selbst nicht die Etschlinie mit Verona und Legnano . bei verbliebe dem Feinde das rechte Etschnfer , uud hiermit die dominireu - den Höhen von Rivoli und der Eingang iu Südtirol . Es muß die Linie des Mincio mit Peschiera uud Mautua festgehalten werden , und dadurch eine Vertheidigüugssrout zwischen dem Gardasee und dem Po . Soll Deutschland ans einer seit Jahrhunderten gefährdeten Stelle sichert sein , so darf die venetianische Terrafirma und das Land bis zum Mincio nicht in fremde Hände kommen .
Gegen diese Verbindung hat sich nun die italienische Abneigung erhoben , zum Theil gestützt aus die mächtigste Kraft der Gegenwart , auf

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