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V . Die Wahl Friedrich Heckers
zweifelhaft wahlberechtigter Körper , der Wahlbezirk von Thiengen , mittelst einer Wahl zu seinem Abgeordneten ausersehen hat , gegen die formelle Anstände anscheinend von keiner Seite erhoben werden können , oder ob die Versammlung den Mann zulassen nnd in ihre Mitte ans - nehmen will , vou dem eben so unzweifelhaft feststeht , daß er in seinem engeren Vaterlande eine bewaffnete Erhebung gegen die bestehende Ordnung der Dinge versucht und nach deren gänzlichem Mißlingen mit seinen Anhängern bewaffnet an der Grenze des deutschen Vaterlandes stehen geblieben .
Die Antwort des Ausschusses auf diese beiden Fragen ist Ihnen bekannt . Ich behaupte , — nnd mein eigenes Beispiel wird beweisen — daß sehr wenig Talent dazu gehört , die Nichtigkeit dieser Anträge des Ausschusses darzuthuu . Ich bin vou Hause aus der Ansicht gewesen , daß auch das größte Talcut nicht hinreichen würde , sie zu widerlege» . Die heutige Verhandlung hat mich in dieser Voraussetzung uberall bestätigt .
Ich gehe vou der Ansicht aus , daß die Frage , die Ihrer Ent - scheidnng heute unterbreitet wird , weder eine richterliche , noch eine juristische , noch auch nur die Frage nach der Subsumtion eines saetischen Falles unter ein bestimmtes Gesetz ist . Diese hohe Versammlung ist kein Gerichtshof , und ich denke , sie wird auch keiner werden , sie wird auch keinem andern Gerichtshof in seinen Entscheidungen vorgreifen wollen . Sie haben zu wiederholte» Male» die Znninthnng abgelehnt , sich als Executivbehörde zu gcrireit2 : ich meine , Sic werden das Gleiche mit allen den Ansinnen thnn , durch die man Sie verleiten will , ans die Bahn der Gerichtshöfe einzulenken . Wenn Sie die Verhandlungen mit Aufmerksamkeit verfolgt haben , so wissen Sie , daß dergl . Anträge bereits vorgekommen sind ; 8 die Mitglieder des Petitionsansschusses könnten Ihnen mehr davon erzählen , wenn es nöthig wäre .
Ich meine , meine Herren , der Maßstab , den diese hohe Versamm - lnng an die Angelegenheiten legt , die ihrer Entscheidung anheimfallen , darf überhaupt niemals ein technischer , also auch kein juristischer sein , und au die Juristen in unserer Mitte möchte ich noch viel dringender die Zumnthnng stellen als an andere Sachverständige in dieser Ver - sammlnng , daß sie sich von ihrer specisischen Wissenschaft , ihrer specifischen Fertigkeit möglichst frei erhalten möchten . Sie kennen das alte Wort , das Baco an die Juristen gesprochen hat . Er sagt von ihnen : „ Tam - quam * eyinculis sermocinantur . " * Ich möchte übersetzen : „ Ihr Urtheil
' Lt . B . II 1467 : Pk . umque .

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