Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1854 (Band I.)

ausser einem, in eine damalige Zeitfrage eingreifenden Programm „de religionis ac poeseos confmio recte 
dignoscendo,, die oben erwähnte „Geschichte des Studiums der pract. Theologie auf der Universität Kiel“, 
wodurch er sich ein um so grösseres Verdienst erwarb, als es an geeigneten Vorarbeiten für eine solche 
Schrift gänzlich fehlte. Die warme Aufforderung, mit der sie schliesst, eine jährliche Prämie für homiletische 
Leistungen der Studirenden zu stiften, hatte zur Folge, dass mehrere nordschleswig’sche Predigervereine 
einen jährlichen Beitrag zusagten. So entstand die bei Gelegenheit der im Jahre 1826 angestellten 1000- 
jährigen Jubelfeier der Einführung des Christenthums in die hiesigen Lande von Köster nach dem Apostel 
des Nordens so genannte A nsgarius-Prämie, von der weiter unten. Bei derselben Gelegenheit hielt Köster 
eine Pfingstpredigt nach Act. 17, 22—31 „über die drei Grundpfeiler, auf denen der Bau der christl. 
Kirche ruht“, und eine am Trinitatissonntage, in welche er nach Act. 20, 42—48 zeigt, “wozu uns die Be 
trachtung der grossen Wirkungen ermuntert, die das Christenthum noch in unseren Tagen hervorbringt“, 
ln demselben Jahre wurden die ebenfalls auf Kösters Anregung von des Königs Majestät zur Jubelfeier 
des homilet. Seminars ausgesezten 2 Predigtpreise von resp. 40 und 20 Spec, den Studirenden Bockmeyer 
und Greif zuerkannt. Nachdem hierauf Köster die Direction des Seminars bis zum Jahr 183» fortgeführt 
hatte, folgte er einem Rufe in seine Heimath als Oberconsistorialrath und Generalsuperintendent in Stade, 
und hinterliess eine Denkschrift des homilet. Seminars, enthaltend: homiletische Regeln und Muster aus 
den homerischen Gesängen, Mittheilungen über die von ihm bei der Leitung des Seminars befolgten Grund 
sätze, wie über die seitherige Frequenz der Anstalt, eine Preispredigt des Stud. Kaftan und 2 homilet.. 
Arbeiten von ihm selbst, nämlich eine Gedächtnissrede auf den selig. Kirchenrath Eckermann, und die 
am Sonntag Laetare 183» gehaltene Abschiedspredigt, in welcher er nach Philipp. 1,3—6 die gute Zuver 
sicht, mit der er das unter uns angefangene gute Werk verlasse, dadurch begründet, dass er zeigt: „Gott 
hat es angefangen, die Kirche bedarf desselben, und Gott wird es vollenden“. 
Nach Kösters Abgänge um Ostern 1839 wurde dem Unterzeichneten mit einer theolog. Professur 
zugleich di(| Direction des homilet. Seminars übertragen, und von demselben am Sonntag Rogate mit einer 
Predigt über Joh. 21. 15—1» angetreten, welche den Gedanken: „Nur die den Herrn lieb haben, können 
seine Heerde weiden“, in der Weise durchführte', dass sie zeigte: „nur sie treten wohl gegürtet hinzu, 
nur sie nehmen der Heerde redlich wahr, nur sie sind auch immer die ersten, die dem Herrn nachfolgen.“ 
Von der damaligen, mit möglichstem Anschluss an das Bestehende getroffenen, inneren und äusseren Ein 
richtung des Seminars ist in einem Anhänge zu dieser bald darauf durch den Druck veröffentlichten Predigt 
Nachricht gegeben. 
Schon seit dem 16. Marz 1838, wo ein Brand des Schlosses die dortige Kapelle gänzlich zer 
stört hatte, war dem Seminar wieder die Klosterkirche zu seinen gottesdienstlichen Uebungen eingeräumt “] 
worden. Hier wurden sie in den ersten Jahren zu der bis dahin üblichen Zeit Sonntags nach dem Haupt 
gottesdienste um 114 Uhr gehalten, später aber auf den Donnerstag um 10 Uhr verlegt, wodurch nicht 
nur die Unzuträglichkeit, gleich nach dem Hauptgottesdienste dem Seminargottesdienst beizuwohnen, weg- 
fiel, sondern auch der wesentliche Vortheil gewonnen ward, die Beurlheilung der gehaltenen Predigt un 
mittelbar auf die Haltung folgen zu lassen. Dem Uebelstande, welche die sonst durch ihre Räumlichkeit 
ganz besonders für die Predigt geeignete Klosterkirche durch ihre sehr schadhafte Orgel darbot, ward durch 
»Jen Bau einer neuen abgeholfen, zu welchem die Munifizonz Sr. Maj. des Königs 800 Rthr. schenkte, 
während eine gleiche Summe durch Subscription in der Gemeinde zusammenkam. Die am 1. Weihnachts 
tage 1842 über das Evangelium von mir gehaltene und bald darauf gedruckte Predigt: „Fürchtet euch 
nicht, denn der Sohn Gottes lebt in der Menschheit, und sein Vater ist auch euer Vater“ gibt in dem die 
Einweihung der Orgel enthaltenden Anhänge über diesen Neubau nähere Nachricht.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.