Full text: Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (Bd. 1)

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beständiger und wahrhaftiger Anzeige . Denn erstlich ehe er 
Keffers bericht war , da hielt er also ob Kirchbäuden , Zierden , rf 
Heilthum und Wallfahrten , das» es ihm wenig nicht allein Für - 
sten und Herrn , sondern auch Könige und andere leichtlich nach - 
thun werden . 
Er bauet von Grund auf von neuem den Stift aller Hei - ligen zu Wittemberg , zieret ihn auch mit Kleinotcrn , Ornaten und Heilthum , daß mans dafür halten wollt , es hätt s . Churf . 
G . über 200 , 000 Gulden kostet . 
Und nach dem erstlich kaumet zwainzig Personen in demsel - ben Stift waren , mehret er ihn also , daß über die achtzig gestifte Personen darinnen waren , und unter denen ein Probst , zween Chor und zween Dechant , Archidiacon , Cantor , Custos , 
Syndikus , also daß berührte Prälaten alle Doctores der heilt - gen Schrift oder Rechte sein mufften . 
Unterließ auch keinen Tag weder daheim noch über Feld auch auf Jagden , daran er nicht ein Meff gehört hätt . + 
Als s . Churf . G . vom heiligen Land waren kommen , bau - ten sie auch die Capelle zum heiligen Kreuz vor Torgau , und stifteten den Altar des heiligen neuen Kreuz zu unser lieben Frauen zu Torgau und ein Altar darzu mit einem Haus ver - ewigt . Deßgleichen die Horas und etlich Vicari und einen Dechant aufm Schloff zu Torgau . So erzeigten auch s . Churf . 
G . den andern Stiften , als Altenburg , Gotha , Eisenach , auch allen Jungfrauen und Münchklöstern alle Gnade ihr Leben lang , hatt auch gewifflich ungern , daß man ihr einem einigs Leid thäte , auch die Zeit da das Evangelion war wiederum an - gangen . 
Und da das Evangelion war wiederum angangen , kam s . 
Churf . G . je länger je mehr näher und baß daran , wie wol säu - berlich und mit Mußen . Wär ihm aber je gewifflich Leid ge - ^ 
west , daß das Evangelion hätt wieder unterdrückt , oder un - senn lieben Vatcr , dem Doctor Martinus Luther einigs Leid hätt widerfahren sollen .
	        
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