Full text: Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (Bd. 1)

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heit besaß , und daß sowohl der Geist der Zeit als sein eigener bereits zu sehr von der einseitig theologischen Richtung ergriffen waren . Besonders aber hatte er von Friedrich d . W . die Lust zur vaterländischen Geschichte und zu der seines Hauses geerbt , wobei ihm Spalatin'S Fleiß und Kenntnisse von vorn herein wohl empfohlen sein mußten . In der That war er schon als Churprinz , bereits im I . 1526 , ein eifriger Gönner und Förde - rer seiner annalistischen Arbeiten , und vollends überließ er sich dieser Neigung während seiner eigenen Regierung , so daß er sich zuletzt bei Spalatin's historischen Studien ununterbrochen betheiligt , ja gewissermaßen mit denselben identisicirt hat . Denn er stand wegen allerlei Anfragen nicht bloö in beständiger Cor - respondenz mit dem fleißigen Manne , sondern schickte ihm auch viele Beiträge an Urkunden und Papieren , revidirte selbst seine Arbeiten , bereicherte sie mit eignen Aufsätzen * ) , und ließ ihm sogar zuletzt in Altenburg ein eigenes Gewölbe zur Aufbewah - rung dieser Literalien , besonders der geheimen Papiere , ein« richten . Zum 2heil haben ihn dabei allerdings auch politische Zwecke geleitet . Namentlich mußte Spalatin bei den von Joh . Friedrich erhobenen Ansprüchen an das Burggrafenthum zu Magdeburg in den Jahren 1537 und 153H , besonders auf dem Convente zu Zerbst , mit dem schweren Geschütze seiner Ur - künden und Studien gegen den Erzbischof Albrecht auftreten . Ebenso wurde er später in dem Streite mit dem Herzog Hein - rich von Braunschweig zur Abfassung jener ausführlichen Streit - schrift veranlaßt , die den Titel führt : „ Chronika und Herkom - men der Churfürsten und Fürsten des löblichen Hauses Sach - sen " , Wittenb . 1541 . 4 . , und nachmals mit einer Vorrede Melanchthon'o wiederholt ( 1553 . 12 . ) , auck von Hort - 
' ) So befindet sich im Weimar , Archiv ein längerer . an Spalatin gerichteter , eigenhändiger Aufsap Joh . Friedrichs über die Wurzener Fehde , der von nicht geringem Interesse fein würde . aber leider außer - ordentlich schwcr zu lesen ist .
	        
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