Full text: Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (Bd. 1)

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Zoh . Friedrich die Regierung allein . Spalatin stand auch diesem Churfürsten sehr nahe , schon in Folge des Unterrichts seiner zarten Jugend . So dauerte denn auch unter ihm seine Thätigkeit in der herkömmlich gewordenen Weise fort , obwohl der vielbeschäftigte und kränkliche Mann in den ersten Jahren dieser Regierung wenigstens hinsichtlich seines AmteS zu Alten - burg der Ehesachen und der Verpflichtung zu regelmäßiger Pre - digt enthoben wurde , so dasi ihm nur noch die Superintenden - tur , die Bisitationsangelegenheit und die Fortsetzung der Ge - schichtsbücher blieb , abgesehen von ausserordentlichen Commis» sionen , die er vom Hos bekommen würde . Aber auch so blieb sein Leben bis in seine höheren Jahre ein sehr bewegtes . In den Jahren 1533 — 35 wurde er bei der wiederholten Kirchen - Visitation , die für nothwendig gehalten wurde , in Anspruch genommen , abermals im Osterlande und Noigtlande , zu wel« chem Kreise aber jetzt auch die Reußischen Herrschaften gezogen wurden . Im I . 1531 begleitete er überdies den Churfürsten auf einer Reise durch daL nördliche Deutschland und an den Rhein , auf welcher Reise er u . A . die Gegend besuchte , wo nach seinem und anderer Gelehrten Dafürhalten Arminius die Römer geschlagen hatte : Erinnerungen , welche im Hinblick auf den neuen , jetzt eben obschwebenden Kampf mit Rom seines fürstlichen Gönners und sein eignes patriotisches Gemüth der - gestalt bewegten , dasi Spalatin darüber die erste seiner ge - druckten historischen Schriften herausgab , das Buch „ Von dem theuern Teutschen Fürsten Arminia , Churf . Job . Friedrichen z . S . a . 1535 durch die Gelegenheit zugeschrieben , das , aus S . Churf . G . Reysi Spalatinus die Oerter im Land zu Jülich besehen , da der Quintilius Barus erschlagen und andre Schlach« ten mit den Römern von Arminia gekalten worden " ( Wittenb . 1535 . 4 . lat . bei Schardius Vol . I . Her . Gorin . p . 259—98 ) . Bald darauf trat er eine neue Reise nach Wien an , wohin er den Chur - fürsten mit einem sehr zahlreichen Gefolge durch Böhmen und Mähren begleitete , auf dem versöhnlichen Besuche bei Ferdinand
	        
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