Full text: Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (Bd. 1)

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angelegcnheiten , so weit sie die Reformation und deren jetzt entschlossen angegriffene praktische Durchführung' betrafen , wurde er fortgesetzt sehr in Anspruch genommen . So war er im I . 1526 mit dem Churfürsten auf dem Reichstage zu Speier und wurde darauf zu dem in Folge der dortigen Be - schlösse in den churfürstlichen Ländern vorgenommenen Visita - tionswerke von 1527 —1529 gezogen , und zwar in der Com - Mission für das Osterland und das Noigtland , bei deren höchst mühsamen und verwickelten Geschäften er wieder mit rastlosem Eifer thätig war , wie dieses die großentheils von seiner Hand geschriebenen Visitationsacten noch bezeugen . Auch bei einer im Z . 1528 zu Freiberg und überhaupt im Gebiete Heinrichs des Frommen angeordneten Visitation betheiligte er sich . Eine besondere Folge der bei diesem Werke in den churfürstlichen Ländern getroffenen Anordnungen aber war es , daß Spala - tin in demselben Jahre 1528 zum Superintendenten des gan - zen Altenburgischen Kreises erhoben wurde , so daß er nun mit einer geistlichen , damals auch eine gewisse cura rum mit enthaltenden Oberaufsicht über die neu begründeten , noch innner mit vielen Widersprüchen und Schwierigkeiten kämpfenden Einrichtungen zu wachen hatte . Nichts desto we - niger begleitete er im I . 1530 den Churfürsten und Chur - prinzen auf den Reichstag zu Augsburg , um neben Melanch - thon und Justus Jonas die dortigen Confessionsverhandlun - gen und theologischen Verständigungsversuche zu unterstützen . Bald darauf begab er sich mit dem Churprinzen Joh . Friedrich nach Köln zu dem bedenklichen Proteste gegen die Wahl Fer - dinands zum römischen Könige , und von dort in's Jülichsche . Dann war er wieder im I . 1532 mit demselben Fürsten auf dem sehr patriotisch und protestantisch gestimmten Convente zu Schwcinfurt , in welcher Stadt er bei sechswöchentlichem Auf - enthalte durch feine Predigten und durch seinen guten Rath vorzüglich zur Befestigung der Reformation gewirkt hat . 
Seit dem I . 1532 , nach dem Tode des Vaters , führte
	        
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