Full text: Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (Bd. 1)

Weise als eine ununterbrochen fortlaufende Linie gedacht ) bis zu den Zeiten , wo das sächsische Churfürstenthum an das Haue Wettin gekommen : Forschungen , von deren Mühsamkeit das Gesammtarchiv der Ernestinischen Linie zu Weimar noch jetzt in einer ganzen Reihe von Bänden zeugt , welche aber freilich jetzt gar keinen Werth mehr haben . Dann aber konnte es in einer so merkwürdigen Zeit und unter so wichtigen Wer - bindungen natürlich nicht fehlen , daß Spalatin seine Samm - lungen und Aufzeichnungen auch auf die Geschichte der Gegen - wart ausdehnte ( besonders geschah es seit 1513 ) , die er nun theils in allgemeinen Tage - und Jahrbüchern , theils in sach - lich abgetheilten Collectaneen zur Geschichte der Päpste , der Kaiser , der damaligen Herzöge und Churfürsten zu Sachsen , endlich der „ christlichen Religionshändel " , wie er diesen er - sten , mit dem I . 1518 anhebenden Versuch einer Resorma - tionsgeschichte nannte , ausgezeichnet und mit der Zeit immer fortgesetzt hat . Spalatin ist auf diese Weise der eigentliche Begründer der sächsischen Geschichte sowohl , namentlich der Geschichte der drei letzten Churfürsten Ernestinischen Stam - mes , als der Reformationsgeschichte und zwar dieser letzteren in einem sehr weiten Umfange geworden . 
Nach dem Tode Friedrichs d . W . erlangte Spalatin die Erfüllung eines Wunsches , der ihn schon längere Zeit be - schäftigt hatte , den Hof verlassen und eine eigene Existenz be - gründen zu dürfen . Nachdem er von dem neuen Churfürsten Johann einige Zeit noch in der gewohnten Weise beschäftigt war , wurde er im I . 1525 zum evangelischen Oberpfarrer in Altenburg befördert und verheirathete sich bald darauf mit der Tochter eines dortigen Bürgers , Katharina Heidenreich , nicht ohne einen sehr entschlossenen und hartnäckigen Widerstand von Seiten des dortigen S . Georgenstiftes , dem er als Canonicus angehörte , zu erfahren . Seitdem ist er in Altenburg ansässig geblieben , vielfach verdient um das dortige Kirchen - und Schul - wesen . Aber auch bei den allgemeineren Landes - und Reichs -
	        
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