Full text: Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (Bd. 1)

antwortet , bald aufmunternd und beruhigend , aber sehr oft auch zur Mäftigung mahnend , oder wohl gar verweisend . 
Neben solchen Beschäftigungen wurde Spalatin nun aber auch von Friedrich zu gewissen literarischen Arbeiten an - gehalten , welche den Studien seiner Nebenstunden mit der Zeit eine habituelle Richtung gegeben haben . Es waren dies theils Uebersetzungcn in's Deutsche * ) , theils historische For - schungen und Sammlungen über die deutsche , namentlich säch - fische Geschichte , welche Spalatin bei seinen Zeitgenossen zu dem Titel eines sächsischen Historiographen verholfen haben . Friedrich d . W . mochte diese Lust an der vaterländischen Ge - schichte und Sprache seinem längeren Aufenthalte an dem Hofe Maximilian'« und seiner engen , auf Verwandtschaft und her - kömmlicher Politik des Hauses Sachsen beruhenden Verbin« dung mit diesem Kaiser verdanken . Im Wesentlichen leitete ihn aber auch hier seine eigene , ganz nationale , auf Deutsch - lands und seines Hauses Vergangenheit eben so stolze , als auf deren Zukunft bedachte Gesinnung , dieselbe , welche sich her - nach auf seinen Neffen , Joh . Friedrich , dessen Erziehung er größtentheils leitete , übertragen hat . So war Spalatin also schon seit dem I . 1510 mit historischen Studien beschäf - tigt , indem er theils die älteren deutschen Geschichtsbücher durchforschte , theils zu dem Rathe und der Hülfe der gleich - zeitigen Historiker Alb . Cranz , Johann Stabius , Tri - themius , Peutinger , Aventin und Andere seine Zuflucht »ahm , mit welchen Friedrich d . W . und durch diesen Spa - latin in Verbindung stand . Zunächst war es dabei auf säch - fische Annalen abgesehen , von dem Ursprünge des sächsischen Stammes und des sächsischen Hauses ( Wittekind , die säch - fischen Kaiser und das Haus Wettin wurden nach damaliger 
* ) Vgl . die Nachweisuugen bei Chr . Schlegel , Vit . Spul . p . 193 — 200 und bei Z . Wagner S . 103 f . , zu welchen Verzeichnissen seiner gedruckten und ungedrockten Schriften aber nock viel nachzutragen wäre .
	        
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