Full text: Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (Bd. 1)

sein Wohlthäter geworden war . Spalatin war immer in der persönlichen Umgebung de« Churfürsten und begleitete den - selben namentlich auch auf die für die Geschichte so außeror - dentlich wichtigen Reichstage zu Augsburg v . I . 1518 , zur Kaiserwahl nach Frankfurt im I . 1519 , zur Krönung Carls V . nach Köln im I . 1520 , zum Reichstage in Worms 1521 und zu dem in Nürnberg 152 - 1 , dem letzten , welchen Friedrich d . W . besuchte . Auch in der Einsamkeit , in welche der lei - dende und schwer gekränkte Fürst sich nun zurückzog , ist Spa - latin sein treuer Gefährte und Seelsorger gewesen , bis zu seinem Tode in dem Schlosse zur Lochau d . 5 . Mai 1525 . Und so hat es denn nicht leicht eine wichtigere Angelegenheit gegeben , welche die oben bezeichneten Verhältnisse und Institute , ganz besonders aber seit 1517 die Sache Luther's betraf , die nicht durch Spalatin's Hände gegangen , von dem Chur - fürsten mit ihm berathen oder von ihm für denselben begut - achtet worden wäre , entweder auf Anregung der Wittenber - ger Professoren , welche sich mit ihren Anliegen am liebsten an ihren guten Freund und Kollegen bei Hofe , den immer gefälligen Spalatin wendeten , oder im Drange der von Jahr zu Jahr sich mehr verwickelnden Zeitumstände . Es ist gar nicht zu berechnen , wie viel Spalatin'S Zuspruch lich in der Sache Luther's bei dem von Natur unentschlos - senen und in seinen höheren Jahren vollends schwankenden Fürsten vermocht und erreicht hat , wie Spalatin ja auch bei allen Zeitgenossen , selbst zu Rom , für sehr einflußreich gegolten hat . Luther's Briefe an Spalatin sind darum so außerordentlich interessant : wie dieser gewöhnlich nur durch die Vermittelung des völlig ergebenen Freundes mit dem Churfürsten verkehrte , welcher Luther'n zwar im höchsten Grade schätzte , ja verehrte , aber doch den Grandsatz befolgte , persönliche Be - rührungen mit ihm möglichst zu vermeiden ; wie Spalatin dann rathschlagt , hier auf entgegenkommende Stimmung , dort auf Widerstand trifft und je nach der Lage der Sache
	        
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