Full text: Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (Bd. 1)

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des um die Verbreitung humanisrischer Bildung in Thüringen vielfach verdienten und am churfürstlichen Hofe sehr angesehe - nen Canonicuö in Gotha , an den Hof der gemeinschaftlich re - gierenden und damals auch noch zusammenlebenden Brüder , des Churfürsten Friedrichs des Weisen und Johanns des Be - ständigen . Er wurde hier zunächst ( 1509 ) zu der Erziehung des damals erst sechsjährigen Ehurprinzen Joh . Friedrich an - gestellt , einige Jahre darauf ( 1511 ) aber zu der für ihn pas - sendeten Aufgabe , bei der Bildung der beiden Neffen des Chur - fürsten , die dieser an seinem Hofe und zu Wittenberg erzie - hen lieft , der Herzöge Otro und Ernst von Braunschweig - Lü - neburg mitzuwirken . Wie sehr der Churfürst ihn schon da - mals geschätzt , beweist , das , er bereits im I . 1511 daS Eano - nieat in Altenburg bekam , welches in späterer Zeit die Ursache seines bleibenden Aufenthaltes an diesem Orte werden sollte . Auch ist dieses die Zeit , wo seine theologische Ueberzeugung im Umgänge mit den Augustinern Johann Lange , Wenees - laus Link und namentlich mit Martin Luther , welche Män - ner er wohl meistens schon von Erfurt her kannte , jene auf die heilige Schrift ( die er aber schon im I . 1507 zu Er - furt kennen gelernt und für sein theureö Geld gekauft zu ha - ben ausdrücklich anmerkt ) , die Werke Augustin's und auf die deutsche Mystik gerichtete Haltung annahm , welche ihn mit der Zeit zu einem der eifrigsten Anhänger der Wittenberger Theologie gemacht hat . Besonders bildete sich damals jene innige Freundschaft zwischen Luther und Spalatin , von wel - cher die zahlreichen Briefe des großen Reformators an sei - nen Freund ein so beredtes und für das Leben Luther's und die Geschichte der Reformation so überaus inhaltsreiches Zeug - ms , ablegen . Noch sind ihrer über 400 erhalten , welche vom I . 1511 bis 1544 reichen , wobei nur zu bedauern , das» die Briefe Spalatin's an Luther mit einigen wenigen Aus - nahmen verloren gegangen sind . Auch Melanchthon trat später in enge Verbindung mit Spalatin , ebenso Justus
	        
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