Full text: Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (Bd. 1)

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ftcn Herrn ich mich unterthäniglich befehle . Dat . Lochau , am achten Tag deS Februarien . Anno Dni 15 * 20 . 
Des Bal - steS Leo deS Lehnten Oralor und Geschickier . NobertuS LatinuS UrstnuS . Erzbischof zu Rhegium und des Babstes Schwager , wie ihn der Babst Leo in einem Brief an diesen Churfürsten selbS nen - net , kam gar mit einem RumpelSwagen gefahren in feinem Schreiben erstlich aus Coblenz . darnach aus Mainz . Denn er schrieb frei , daß man sollt den König von Frankreich zu einem römischen König erwählen , und nicht den König zu Spanien . Denn weil der König zu Spanien auch König zu Neapel wäre , so könnt er nicht auch zugleich und mit rö - mischer König sein , wie er denn und sein Großvater und Ahnherr König Ferdinand zu Hispanien solchs ein Eid geschworen hält . 
Und da gleich die Churfürsten würden den König zu Hispanien er - wählen , so würd ihn doch der Babst nicht annehmen noch bestätigen . 
Eher man sich aber umsähe , so wandte sich das Wetter alio . daß der Babst sich wiederum als der Freund stellt , auch kaumet ein Jahr nach der königlichen Wahle dem römischen Kaiser auf den Tag der königlichen Krönung zu Aach auch den Namen und Titel eines erwählten römischen Kaisers schicket und mittheilt . 
Darnach haben des Babsst Legat und Cardinal Sirti und Cara - dolus NunciuS den Churfürsten gin Frankfordt am Main also ge - schrieben . 
Hochwürdigste und Durchlauchtigste Fürsten . Babst Leo der Aehent hat uns besohlen eurn Herrschaften und Dnrchlauchtigkeiten anzuzeigen , daß seine Heiligkeit nicht gedenke Ursach zu Aergerniß oder Kriegen zu geben , sondern begehre Fried und Einigkeit helfen zu schaffen , derhal - den auch der Hoffnung , daß die Sachen der römischen Kirchen mit dem christlichen König mochte verricht und vertragen werden , und daß der christliche König zu Hispanien werd ein frommer , getreuer Sohn . Schützer und Handhaber des bäbstlichen Stuhls werten . Wo euch nu geliebt , den Durchlauchtigsten christlichen König zu Hispanien zu einem römischen König zu erwählen , so sollt ihr von wegen der römischen Kir - chen Gerechtigkeit , so sie am Königreich zu Neapels hat , von der für» genommen Wahle ihn zu erwählen nicht ablassen , unangefehen alles das so hievor durch unS in dieser Sachen an euch gelangt . Darum ha - den wir als die Gehorsamen wie billig diesen Besehl unsers allerheilig - ftcn Herrn Euren Herrlichkeiten und Durchlauchtigkeiten bald wollen 
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