Full text: Garnisonbestimmungen für die Garnison Kiel (G. B.)

4. Aufgabe der Patronuillen. 
Die Patrouillen sollen für Ruhe, Ordnung und gesit— 
tetes Benehmen der Militärpersonen auf der Straße sorgen. 
Bei Verstößen dagegen haben sie die dabei Betroffenen nach 
den Bestimmungen entweder festzunehmen, oder deren Namen 
festzustellen, wobei mit Genauigkeit zu verfahren ist. Läßt 
sich die Feststellung des Namens, Marineteils pp. nicht mit 
Sicherheit bewirken oder erregt sie Aufsehen, so sind die 
Betreffenden grundsätzlich der nächsten Wache zuzuführen, wo 
dem Wachthabenden außer etwaigen sonstigen zu treffenden 
Maßnahmen die Feststellung des Namens obliegt. 
Sie richten ihr Augenmerk auch auf gute Ausführung 
der vorgeschriebenen Ehrenbezengungen. 
Nach der G. V. Ziffer 118 —120 sind außer auf 
Befehl der Wachtvorgesetzten, der militärischen Gerichte und 
auf Ansuchen von Sicherheitsbeamten Festnahmen vorzunehmen: 
a) wenn jemand bei Begehung einer strafbaren Handlung 
betroffen wird und seine Persönlichkeit nicht sofort 
mit Sicherheit festgestellt werden kann; 
wenn die Festnahme zum Schutze der ihrer Bewachung 
anvertrauten Personen oder Sachen erforderlich ist; 
bei einem Angriffe auf die Wache und Posten, bei 
Tätlichkeiten oder Beleidigungen, deren Fortsetzung 
nur durch die Festnahme verhindert werden kann; 
Militärpersonen, die sich nach Zapfenstreich unberech- 
tigt außerhalb ihres Quartiers aufhalten. 
5. Behandlung Trunkener. 
Mit Betrunkenen wird nach der Vorschrift über die 
Behandlung Trunkener verfahren. Die Pattonillen sollen 
sich danach im allgemeinen mit Trunkenen nicht auf einen 
Wortwechsel einlassen, sie sollen sich des unmittelbaren Hand⸗ 
anlegens zur Fortschaffung Trunkener möglichst enthalten, so— 
lange ihnen noch andere schonende Mittel zur Verfügung stehen, 
wie Zuhülfenahme von Kameraden des Trunkenen zu seiner 
Entfernung, eventuell Abschnallenlassen des Lederzeugs ein— 
zelner Patrouillenmannschaften der verstärkten Straßenpatrouille, 
um ihnen die Eigenschaften als Vorgesetzter zu nehmen. Handelt 
S
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.