Full text: (3/5.1878)

Der Improvisator. 359 
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Sie sah mir schelmisch in die Augen und erwi— 
derte: „Achtundzwanzig Jahre.“ Sie war kaum über 
die Fünfzehn, aber herrlich entwickelt. Eine Hebe 
konnte nicht schöner gebaut sein. 
„Achtundzwanzig!“ erwiderte Gennaro; „ein schönes 
Alter, das Euch gut steht. Seid Ihr schon lange 
verheirathet?“ 
„Seit zwanzig Jahren,“ entgegnete sie. „Fragt nur 
meine Töchter!“ Die kleinen Mädchen, die wir so 
eben spielen gesehen hatten, nahten sich schüchtern. 
„Ist das Eure Mutter?“ fragte ich, obgleich ich 
wohl wußte, daß es nicht so sei. Sie sahen sie lächelnd 
an, nickten darauf beipflichtend und schmiegten sich 
zärtlich an sie. Sie brachte uns den Wein, herrlichen 
Wein, wir tranken auf ihr Wohlergehen. 
„Sieh, das ist ein Dichter, ein Improvisator!“ 
sagte Gennaro, auf mich zeigend. „Er hat allen 
Damen in Neapel den Kopf verdreht. — Allein 
er ist von Stein, ein seltsamer Bursche — denkt 
Euch — er haßt alle Fräuen. Er hat noch nie ein 
Weib geküßt.“ 
„Das ist unmöglich!“ sagte sie lachend. 
„Ich dagegen bin von einem andern Schlage! 
Ich liebe alles Schöne, küsse alle füßen Lippen, bin 
sein treuer Begleiter, und versöhne so die Welt und 
die Weiber, wo wir auftreten. — Es gelingt mir 
auch, ich behaupte es wie ein Recht bei jeder schönen 
Frau und erwarte nun auch hier meinen Tribut!“ 
— Er ergriff ihre Hand.
	        
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