Full text: (3/5.1878)

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Der Improvisator. 
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wirkliche Orchester aus; die Primadonna ist ihm dabei 
behilslich; das Zeichen wird gegeben, und Beide fallen 
mit den schrecklichsten, Ohr und Herz zerreißenden Dis⸗ 
sonanzen ein, rufen klatschend: Bravo! Bravo! und 
ebenso das Publikum. Das Gelächter übertäubte bei⸗— 
nahe die Musik, allein ich war bis in die innerste 
Zeele angegriffen und fühlte mich in einer halbkranken 
Ueberspannung. 
Annunziata war ein wildes, muthwilliges Kind, 
ber liebenswürdig in ihrem Muthwillen. Ihr Ge⸗ 
sang braus'te dahin, wie die wilden Dithyramben der 
—XVV selbst in der Freude konnte ich ihr 
nicht folgen. Ihr Muthwille war geistig, schön und 
zroß, und wie ich sie ansah, mußte ich unwillkürlich 
qn Guido Reni's herrliches Plafondgemälde, die Aurora, 
denken, wo die Horen um den Sonnenwagen tanzeu. 
Eine von diesen hat eine wunderbare Aehnlichkeit mit 
dem Bilde von Beatrice Cenci, jedoch so, wie sie in 
ihrem frohesten Lebensmoment erschienen sein muß · Eben 
diesen Ausdruck faud ich bei Annunziata wieder. Wäre 
ch Bildhauer, so hätte ich sie in Stein geformt. Ge⸗ 
wiß würde die Welt diese Statue die unschuldige 
Freude genannt haben. 
Höher und immer höher braus'te das Orchester in 
wilden Dissonanzen; dabei sangen der Compositore und 
die Primadonna. „Herrlich!“ riefen sie dann Beide. 
„Die Ouverture ist zu Ende, den Vorhang auf!“ Bei 
diesen Worten wurde er herabgelassen; die Posse war 
zu Ende. Allein, wie gestern, mußte Annunziata her⸗
	        
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