Full text: Gesammelte Märchen

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Fliedermütterchen. 
Und dann nahm sie den kleinen dtnaben aus dem Bette und legte 
ihn an' *Brußt vnd de d rote voller Blüthen schlu⸗ 
gen um fie zusammene iotzen, wenn der dichtesten Laube, 
und diese flog mit?: nn derch die Oft: es war unaussprech⸗ 
lich schͤn. Fliederm · Hen war“ unmal ein junges, nied⸗ 
liches Mädchen geworden aben Kleid war noch von 
demselben grünen, weis ⸗ auge, wie es Fliedermüt⸗ 
terchen getragen e em Pascen hatte fie eine wirkliche 
Flieder vi idr getars, gelocktes Haar einen Kranz 
von Fl' hre Augen waren so groß, so blau; o, 
sie war anzuschauen! Sie und der Knabe küßten 
sich, und dann waren sie im gleichen Alter und fühlten gleiche 
Freuden. 
Sie gingen Hand in Hand aus der Laube und standen 
nun in der Heimath schönem Blumengarten; bei dem fri⸗ 
schen Grasplatze war des Vaters Stock an einen Pflock an—⸗ 
gebunden; für die Kleinen war Leben im Stocke; sobald 
sie sich quer über denselben setzten, verwandelte sich der blanke 
Knopf in einen praͤchtig wiehernden Kopf, die lange schwarze 
Mähne flatterte, vier schlanke, starke Bein schossen hervor; 
das Thier war stark und muthig; im Galopp fuhren sie um 
den Grasplatz herum: hussa! — „Nun reiten wir viele 
Meilen weit fort!“ sagte der Knabe; „wir reiten nach dem 
Rittergute, wo wir im vorigen Jahre waren!“ Und sie rit⸗ 
ten um den Rasenplatz herum, und immer rief das kleine 
Mädchen, die, wie wir wissen, keine Andere als die Flieder⸗ 
mutter war: „Nun sind wir auf dem Lande! Siehst Du das 
Bauerhaus mit dem großen Backofen, der wie ein riesen⸗
	        
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