Full text: Gesammelte Märchen

Der kleine Klaus und der große Klaus. 147 
Dicht am Wege lag ein großer Bauerhof; die Fenster⸗ 
laden waren draußen vor den Fenstern geschlossen, aber das 
Licht konnte doch darüber hinausscheinen. Da werde ich 
wohl Erlaubniß erhalten können, die Nacht über zu bleiben, 
dachte der kleine Klaus und ging hin, um anzuklopfen. 
Die Bauerfrau machte auf, aber als sie hörte, was er 
wollte, sagte sie, er möge seiner Wege gehen; ihr Mann sei 
nicht zu Hause, und sie nehme keinen Fremden auf. 
„Nun, so muß ich draußen liegen bleiben,“ sagte der 
kleine Klaus, und die Bauerfrau schlug ihm die Thüre vor 
der Nase zu. 
Dicht daneben stand ein großer Heuschober, und zwischen 
diesem und dem Hause war ein kleiner Schuppen mit einem 
flachen Strohdache gebaut. 
„Da oben kann ich liegen!“ dachte der kleine Klaus, als 
er das Dach erblickte; „das ist ja ein herrliches Bett. Der 
Storch fliegt wohl nicht herunter und beißt mich in die 
Beine.“ Denn es stand ein lebendiger Storch oben auf dem 
Dache, wo er sein Nest hatte. 
Nun kroch der kleine Klaus oben auf den Schuppen hin⸗ 
auf, wo er lag und sich drehte, um sich recht bequem zu 
betten. Die hölzernen Laden vor den Fenstern schlossen 
oben nicht zu, und so konnte er gerade in die Stube hinein 
blicken. 
Da war ein großer Tisch gedeckt, mit Wein und Bra⸗ 
ten und einem herrlichen Fisch darauf; die Bauerfrau und 
der Kuͤster saßen bei Tische und sonst Niemand anders; und sie 
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