Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 4)

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Kraft öarch ftmbe“ nach 
şms uZrö an öea Nhrm 
Montag, den 22 Oktober 1934 
^ . (Schluß.) 
»ich r?,.Deutschen Eck wendete der Dampfer 
»»tz 2h 0infl die Fahrt nach Oberlahnstein, 
«ten ^^ŗôei an den vielen Burgen, den 
Soteig s ten unö Weinbergen, vorbei an der 
»» ßVn'fittJ bekannten Weinort Bacharach, 
^lüch^d. mit der Pfalzburg im Rhein, wo 
ieir ?n der Neujahrsnacht 1813-14 über 
Ņi»iisļ-/?îņ ôing, vorbei an Bingen mit dem 
L„?? ņach Nüöesheim. Manche fuhren 
ŅichŅachst zum National-Denkmal auf dem 
E°»iien^ r" hinauf, um diese berühmte Stätte 
fe»«ïïl tttett ' Ņiele aber hatten es eilig, 
"ftd Liļ-îîàs in die Drosselgasse zu kommen 
^iej L ^rühmten Weinschenken aufzusuchen, 
»atzte £ î"Ell ging die Zeit dahin, und schon 
feiner 2 Abschiedsstunde von Rüöcsheim und 
9 »f der ÄEļģasse. Auf dem Schiff aber wurde 
8esà.„ Rückfahrt nach Oberlahnstein weiter 
^fartiVvL und getanzt und der herrliche 
^MfghĢ^Ekostet. Das war eine köstliche 
!«hn^ alle haben auch die Motorboot- 
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‘ftiîttn ""ş ber Lahn über Dausenau unö 
^ach Oberhof und Kloster Arnstein 
»% tzŞM- In Dausenau bei Bad Ems haben 
fistln Lahnwein probiert und zwar bei der 
»» "n viel besungenen „alten Wirtshaus 
tuine r ^hn". Nassau mit der alten Burg- 
oben über der Stadt ist vor allem 
ols Geburtsstadt des preußischen 
^eiri''snifters Freiherrn von und zum 
^eìfp* ^ ttt Denkmal und sein Stammschloß 
L daraus hin. 
paar der von Bad Ems aus unter 
en ņen größeren Autotouren möchte ich 
Ş»ipp ahnen. Wollte ich alles erzählen, ich 
»’’"C sif n dickes Buch vollschreiben. Im 
-mtobus fuhren wir über Nassau durch 
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fit. 
Eiek^^ņus nach Bad Langenschwalbach und 
Keh. 
der. 
.llangenbaö nach Wiesbaden. Dort 
^ îvir wieder viel Schönes gesehen. Das 
mit seinen herrlichen Anlagen gilt 
dfts schönste der Welt. Unbeschreiblich ist 
llst^ftHt in seinen Räumen. Am wunder- 
S h^ìst wohl der große Konzertsaal. Auch 
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ì Kannten Kochbrunnen haben wir pro- 
1S? festgestellt, daß der Rheinwein besser 
Mj ļ' Zurück ging es am Rhein entlang, 
mtz/fthrten wir in Aßmannshausen in der 
»»ê "ten mnllî« 
% ņten „Alten Bauernschenke" ein, wohin 
ì oupp, unser lustiger Fahrtbegleiter, 
a» A Î4* m O'.... I 
\ ftì ffttö wieder Wein, Gesang und Tanz! 
stt tz,ptzer hat uns bescheinigt und Johann, 
Uvbiener, uns beglaubigt, daß wir uns 
oellos benommen haben, ferner, daß 
wir das nötige Verständnis zum Weintrinken 
besitzen und zu keinerlei Gewaltmaßnahmen 
seitens des Hausdieners Veranlassung gegeben 
haben. Dies sei zur Beruhigung der Zuhause 
gebliebenen gesagt. 
Ein anderer Ausflug wurde ins Moseltal 
nach Kochem unternommen. Die weiteste 
Tour ging mit dem Postautobus über Godes 
berg unö Bonn nach Köln zum Tom und zu 
rück. Auch das berühmte Kloster „Maria 
Laach" in der Eifel wurde aufgesucht, sowie 
Arenberg (Roter Hahn) mit der einzigartigen 
in Mosaik ausgelegten Pfarrkirche und seinen 
religiösen Anlagen. 
Abends fanden sich die Gäste von der Nord- 
mark in den verschiedenen Lokalen in Bad 
Ems im fröhlichen Kreise zusammen. Mitten 
zwischen den Rheinliedern erklang auch im 
mer wieder unser Schleswig-Holstein-Lied. 
Schleswig-Holsteiner, Rheinländer und Hessen- 
Nassauer fanden sich zusammen und erzählten 
von ihrer Heimat. So lernen sich die einzel 
nen deutschen Stämme kennen und kommen 
einander näher. 
Am letzten Abend, Sonnabend, dem 22. Sep 
tember, gab es im großen Saalbau Heuser- 
Flöck einen fröhlichen Abschiedsabend für die 
Gäste von der Wasserkante. Auch die Ein 
heimischen hatten sich eingefunden, vor allem 
auch die Kameraden der SA. Der Bürger 
meister und der Ortsgruppenleiter der 
NjSDAP. hielten Ansprachen. Unser Trans 
portleiter dankte für die freundliche Aufnahme 
in Bad Ems. Auf unseren Führer Adolf 
Hitler, dem wir diese herrlichen unvergeß 
lichen Tage zu verdanken haben, wurde voller 
Dankbarkeit ein dreifaches Sieg-Heil aus 
gebracht. Ausgezeichnete Gesangsdarbietungen 
eines einheimischen Sängerchors, Volkstänze 
und turnerische Vorführungen verschönten den 
Abend. Und dann wurde eifrig getanzt. 
Früh am andern Morgen, um 7 Uhr, hieß 
es Abschied nehmen von Bad Ems. Unter den 
Klängen des SA.-Musikzuges verließ unser 
Sonderzug das gastliche Bad Ems. Gegen 
9 Uhr abends trafen wir Sonntag wieder in 
Rendsburg ein. 
Unser herzlichster Dank gebührt vor allem 
auch der Kreisamtsleitung Rendsburg und 
der Gauamtsleitung Schleswig-Holstein und 
Hessen-Nassau der NS.-Gemeinschaft „Kraft 
durch Freude" für die ausgezeichnete Durch 
führung unserer Urlaubsfahrt nach Bad Ems 
und an den Rhein. 
Dr. Hans-Werner Clement, 
Rendsburg. 
Llļķķîei aus Eller Wett. 
Ein Hund znm Tode verurteilt. 
An einen Prozeß aus dem Mittelalter, in 
denen Tiere genau so wie Menschen vor ein 
Gericht gestellt unö verurteilt wurden, erin 
nert der Bericht von einer Gerichtssitzung, die 
kürzlich in Lackawanna im Staate New-York 
abgehalten wurde. Mac, der Jagdhund, war 
angeklagt, ein kleines Mädchen ins Gesicht ge 
bissen zu haben. Obwohl von mehreren Zeugen 
unter Eid ausgesagt wurde, daß Mac absolut 
nicht bösartig sei und dieser Biß wohl beson 
deren Umständen zuzuschreiben sei, verurteilte 
der Richter dennoch den Hund zum Tode. Da 
der Hund nicht wie seine menschlichen Leidens 
genossen um seine Begnadigung bitten konnte, 
wurde das Urteil sofort vollstreckt. 
Seit wann ma« Kohlen brennt. 
Ter Beginn der kalten Jahreszeit gibt 
einem französischen Blatt Anlaß, den Uran 
fängen der Verwendung von Kohle als Heiz 
material nachzugehen. Es ist historisch er 
wiesen, daß Kohlen als Brennmaterial zu 
erst in England benutzt wurden. Schon die 
Römer haben, als sie als Eroberer Britanni 
en betraten, die Kohlen, die sie an den Aus 
tritten der Flöße auf die Erdoberfläche fan 
den, gebrannt, wie durch Funde auf dem Herde 
eines römischen Bades bewiesen wird. Die 
erste Urkunde, in der die Kohle als Brenn 
material erwähnt wird, stammt aus dem 13. 
Jahrhundert, 1239 erteilte nämlich Heinrich II. 
den Einwohnern von Newcastel am Tyne eine 
Konzession zur Ausbeutung der in der Gegend 
schon damals zahlreich bekannten Kohlen 
gruben. In Frankreich kam die erste Ladung 
des neuen Brennstoffes erst 1769 an. Viel 
früher verwandte man die Kohle in Deutsch 
land, ivo die erste Benutzung durch das Kloster 
Klosterroöe in der Gemeinde Kirchrath schon 
im Jahre 1113 festgestellt werden kann. Und 
im Jahre 1429 findet sich die erste urkundliche 
Erwähnung der Kohle auch im Saargebiet. 
Eine swere Sprak . . . 
Waitkyaramankukingininikikpithmuk ist kein 
Druckfehler, sondern bedeutet: Butter. 
In Südamerika gibt es Jndianerstämme, 
deren Sprache auch den gewiegtesten Forschern 
harte Nüsse zu knacken gibt. Oft ist es ganz un 
möglich, diese meist agglutinierenden Spra 
chen zu enträtseln,- die Methode, Worte anzu 
setzen, ist besonders in der Sprache der Len- 
gua-Jnöianer beliebt, was zu den unglaub 
lichsten Bildungen führt. So heißt zum Bei 
spiel das Wort: „Achtzehn" in der Lengua- 
Sprache: schog-emek-wakthla-mokeminik-anth- 
Der Liebs Sisg. / 
Roman von A Sazenhosen. 
fl) Urheberrechtsschutz durch Verlags anstatt M a n z. R e g e n s b u r g. 
... Nachdruck verboten. 
^ e ft ivj!^te, ttüe ihm das Blut aus den Wan- 
.A f"“ 5 drehte sich hastig um. 
fl fitt -^Purist du auf die Idee? Wenn ich 
T; °ft vp ^gemessen erachtet Hütte, Hütte ich es 
»Ick Er?nlaßt." 
-Dq^ill aber..." 
'Oft! J Ute er iwrnfi + o RA iW ... gg 
1 »in I er Ul10 wandte sich ihr zu 
in ihm, der ihn fortriß: 
J e »utzs^Est dich möglicherweise einer Ab- 
Engen Es ist fraglich, ob sie dich 
"•aw„ en würde." 
Ex ülp nicht?" 
hi e&e Visit 6 r ie Achseln. Tann reute es ihn 
't?ie 
ibr r ^Up ein. L-ann reine es ryn 
J ohne Not weh zu tun, und er sagte 
Ģ Noch in tiefer Trauer." 
^ict in^A er aus dem Zimmer. 
it''" ttwnfV" uuy oem otmmer. 
' fttör Al!r weinend auf den Diwan. 
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3ft 28°;^Ņ)eulich zu ihr. 
ftöeiwT, ^ } Ņ. 
^tlanr*r )ten ķam Freund Vela, um ein 
Jp\,t H TlCiitsiaj "Otm, Um uil 
Ns iftgen "àge bei Ntutter und Freund zu 
è war froh um diesen Besuch, 
ì ÜNH n^ftfe öem S^ß 0 ' üer seine Braut 
st?? 3Nre.s,„Ehr vernachlässigte, wieder den 
îech Efts mins en '. And auch mit dem Graf 
te^eine N . ein ernstes Wort zu reden 
V e ft sich stüfnierksamkeiten gegenüber Mia 
braust alles wie ein Bergstrom, der seine 
Ufer sprengen will und nicht weiß, wohin ihn 
sein Ungestüm trägt. Sei froh, daß du nicht 
weißt, wie es in mir aussieht." 
Bela trug schweren Kummer um den 
Freund im Herzen. Um so unbekümmerter 
gab sich Graf And ras, als er zum ersten Mal 
Bela als Gast im Schlosse Zsigas traf. 
„Servus, Bela", sagte er fröhlich und tat 
ganz so, als gäbe es für ihn nichts Selbst 
verständlicheres, als der Niia den Hof zu ma 
chen. Ein familiäres Kartenspiel in der 
Bibliothek, wo sich Mama Gerdöny, Bela, 
Mia und Andras häuslich niederließen, gab 
dazu willkommene Gelegenheit. 
Zsiga ließ sich wieder einmal entschuldigen: 
er wolle dem Weidwerk nachgehen. 
In seinem Zimmer wickelte er dann einen 
Gegenstand in Seidenpapier, tat ihn vorsichtig 
inzden Rucksack, ließ sich vom Diener in der 
Halle das Gewehr reichen und ging... auf den 
Bock. 
entbehren zu können und doch nicht mehr 
sehen zu wollen, weil er einer anderen ge 
hörte... unö doch wieder warten zu müssen 
und nur den Tag hinzubringen in der Hoff 
nung, seinen Schritt zu hören, aus dem Dun 
kel der Tannen seine Gestalt treten zu sehen 
...den Schuß zu vernehmen, der kein Wild 
mehr traf, sondern nur das Zeichen mar, daß 
er da war. 
si«pustulew 11 öe . kotzten Zeit in einer Weise, 
großer Auch würde Bela, der 
^ck?ftftöen k, ^fusluß auf seinen Regiments- 
stetig die Dinge wieder an die 
Eft Sf slll : u ( tcn müssen, bevor es zum 
ätt ir^goft dankbar, den Freund in die- 
°ffetten en . U«^Ģņden Entscheidung um sich 
Uns tLniiweioung um luy 
Anss^ņd/och ging er zunächst einer 
Ņfttzeì, àoiin eâîĢis, Vela", bat er, als ihm 
dickte Alleinsein fragend in die 
e ftt ?8ege von Freund zu Freund 
»Frag mich nichts, in mir 
„Es ist möglich, daß ich heute später komme!" 
rief er noch zurück. „Es soll nicht gewartet 
werden auf mich mit dem Souper." 
Es lag ziemlich hoher Schnee. 
Ter Wald stand marmorn, mit schneeschwe- 
ren, geneigten Aesten, still und feierlich. 
Dann kam der steingewordene Traum eines 
Baumeisters aus dem galanten Jahrhundert. 
Alle lebensfrohen Schnörkellinien schienen 
unter dem Schnee ein wenig ruhiger. Tie 
weißen Göttinnen, die kleinen Amoretten 
trugen ihre Verbrämung, das Warme, das sie 
zum Schlaf zwang, wie die Erde selbst. 
Aus ein paar hohen Fenstern fiel schon 
Licht, während draußen noch blaue Dämme 
rung war, und dort, wo das Licht hinfiel, 
glänzte der Schnee rosenrot. 
Erika sah sehr blaß und wunderschön aus. 
Aber Olga betrachtete sie oft mit schwerer 
Sorge. 
Sie wußte, daß sie daran litt, ihn nicht mehr 
So war es auch an diesem Abend, und an 
diesem Abend sagte Zsiga: 
„Ich habe Ihnen etwas mitgebracht, Erika". 
Er schlug mit bebenden Händen die Seiden 
hülle auseinander und hielt es ihr hin. 
Da strahlten ihre Augen hell auf... da brach 
ein fröhliches Lachen von ihren Lippen. 
„Meine Puppe! Ach, meine Puppe!" Sie 
griff mit beiden Händen danach. 
„Das ist.sie... meine Puppe! Der gute 
Papa hat sie mir gekauft, da war ich noch so 
klein... und ich hatte sie immer so geliebt. 
Zsiga... wie kommen Sie zu meiner Puppe?" 
Zsiga saß in einem Fauteuil in der Kamin 
ecke, er hatte die Arme auf die Knie gestützt 
und das Gesicht in den Händen vergraben. 
Er gab keine Antwort. 
Da trat sie zu ihm. 
„Zsiga", sagte sie leise, „was ist denn? Habe 
ich Ihnen weh getan? Was haben Sie denn?" 
Da sah er zu ihr auf. Sie erschrak bis ins 
tiefste Herz vor dem Ausdruck seines Ge 
sichtes. 
Was war denn eigentlich? 
Er stand auf, rückte einen zweiten Stuhl 
zum Kamin und erzählte alles, alles... von 
seinen Briefen sprach er... griff in die Brust 
tasche... legte sie in ihre zitternden Hände... 
er sprach vom ersten Sehen auf der Freitreppe 
... wie er dann in der Irre gegangen... und 
doch immer das Gefühl gehabt hat, daß er den 
falschen Weg gegangen sei. 
Dann schwieg er und sah sie an. 
Tränen rannen über ihre Wangen. 
„Jetzt... ist es zu spät... Zsiga'..." 
Da fuhr er auf. 
„Wer sagt das? Warum soll man einen 
Irrtum nicht wieder gutmachen können?" 
Sie blieb lange still. 
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amhia-ma. So, das wäre glücklich heraus. 
Wörtlich übersetzt heißt es: „Nimm beide 
Hunde, einen Fuß unö zähle drei hinzu". Diese 
verwickelte Addition der Finger und Zehen, 
die bei den Lengua als Zahleinheit gelten, er 
geben plus drei tatsächlich 18. Wir wollen uns 
versagen, hier wiederzugeben, was 100 oder 
1000 heißen würde. Man sieht, über die Lengua 
darf keine Inflation kommen! Auch andere 
Begriffe sind nur auf Umwegen zu ermitteln: 
Die Butter heißt zum Beispiel: waitkyaraman- 
kukingininikikpithmuk, damit Sie es wissen! 
Auf Deutsch ganz verständlich, wenn auch um 
ständlich: Das Fett des Saftes des Euters der 
Kuh. Gottlob gibt es noch keine Margarine 
bei den Lenguas. 
Heriers ķâs. 
Gehen Sie zum Arzt. 
Der „ berühmte Berliner Kliniker F. Th. 
Frerichs (1819—1885) war ein ungemein 
humorvoller Mann. Er war auch bei Hofe 
sehr angesehen, und einmal äußerte ihm 
gegenüber Kaiserin Augusta: „Sie müssen dock- 
alle Krankheiten heilen können, da Sie den 
menschlichen Körper so genau kennen!" „Den 
menschlichen Körper", so meinte Frerichs dazu, 
„kenne ich wohl, Majestät, aber es geht uns 
Aerzten wie den Nachtwächtern,' die kennen 
wohl die Straßen, aber sie wissen nicht, was 
in den Häusern vorgeht!" Zu einem Trinker 
sagte Frerichs: „Das Wasser, das Sie hassen, 
wird sich an Ihnen rächen. Sie trinken zu 
viel Wein unö werden an der Wassersucht 
sterben." Gegen Gratiskranke, die ihn in Ge 
sellschaft über ihr Leiden ausfragten, war er 
im allgemeinen liebenswürdig,' einmal aber 
mochte ihm doch die Geduld platzen, und als 
einmal ein derartiger „Kunde" ihm eine lange 
Krankengeschichte mitteilte und endlich mit den 
Worten schloß: „Was soll ich da nun tun, Herr 
Geheimrat?" — „Gehen Sie zum Arzt!" war 
die Antwort. 
Schonend . . . 
Ein reicher Londoner Kaufmann hatte vor 
Antritt einer Reise nach Südamerika eine 
Lebensversicherung in Höhe von 100 000 Pfund 
Sterling abgeschlossen. Kurz darauf lief die 
Meldung ein, daß das Schiff, an dessen Bord 
er die Reise machte, untergegangen sei. Sein 
Name befand sich nicht auf der Liste der geret 
teten Passagiere. Vier Wochen später erhielt 
sein Bruder ein Telegramm des Inhalts: 
„Bin gerettet, wohl und munter,' teile es 
meiner Frau schonend mit." 
Als Tante Olga eintrat, ging sie ihr ent 
gegen. Die Tränen liefen ihr noch über die 
Wangen herunter. Sie hielt ihre Puppe im 
Arm. 
„Tante Olga, ich bitte dich, besinne dich... 
ich hatte doch eine Kinderfrau... wie hieß sie 
denn?" 
„Das war die Nanna... aber warum weinst 
du denn?" 
Da sagte ihr Zsiga mit kurzen Worten alles. 
„Was wollt ihr jetzt tun... ihr Armen?" 
fragte sie leise. 
„Ich will meiner Braut... wenn ich ihr den 
Beweis geben kann..." 
„Nein, Zsiga... ich will nicht, daß meinet 
wegen ... sie liebt dich..." 
„Nein!" sagte er hart, „darüber kannst du 
beruhigt sein. Sie liebt meinen Namen, mei 
nen Besitz... mich nicht. Wo ist diese... 
Nanna? Lebt sie noch?" 
„Ich glaube schon. Ich habe sie damals selbst 
für meinen Bruder engagiert, als das Unglück 
über ihn kam mit seiner Frau. Sie wohnte 
in der Sechsschimmelgasse 8 in Wien bei ihrer 
Schwester, und ich glaube, sie ist auch wieder 
dorthin zurückgekehrt als Erika nach sechs 
Jahren ins Sacrs Couer kam." 
Zsiga notierte sich. 
„Darf ich schreiben?" 
^Dann saßen sie beisammen beim Lee, den 
Friedrich lautlos servierte. 
^ Erika hatte die Puppe neben sich liegen, ihre 
Finger glitten zart über die etwas brüchige 
karrierte Seide des Röckchens. 
lFortleßimg folgt). 
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