Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 4)

pipettiert habe. Ich leugne 
drnart Las von Lenen verlangen 
Staates 
SchMîtzi im dänischen Reichstag. 
Nordschleswig muß geholfen werden. 
O S. t. r~ir .... . .. , . _ _ 
60ÏÏ das Land das Stiefkind von Dänemark werden? — Die Notlage der Landwirtschaft. 
Ķ ^ Um die Arbeit des deutschen Dolksteils. 
Erlauf der politischen Aussprache kann, die hier Gäste sind. Aber ich habe den 
^atshausn^s Ģ" g^esung des dänischen Eindruck, daß man allzu nervös gewesen ist in 
1935=36 hrelt auch der deutsche der Beurteilung dessen, was vorlag. Man hat 
geordnete PastorSchmidt eine Rede, in 
1 ei u. a. ausführte: 
wst Seiten ist man sich klar darüber, daß 
(tu* h . 0ci) mitten in der Krise stehen, wenn 
blick- „ ?"3.eublickliche Situation einige Licht- 
kine 0 ^îņ'Eist. In dieser Lage kann es nur die 
ein? ."mequenz geben, daß man alles tut, um 
y>irisà?P^ Sicherheit zu schaffen für weitere 
şpenst^ ^che ruhige Entwicklung und das Ge- 
vertreiben, das bisher die Existenz- 
Mi ļi st des einzelnen ständig bedrohte. Das 
ichaitK.- às für den entscheidenden Wirt- 
lchaft^' 
^szweig unseres Landes/ 
die Landwirt- 
as Nordschleswig angeht, so haben alle 
vnserveranstaltungen nicht erreichen 
vnnen, daß der Landesteil mit dem »bri 
sen Land auf gleichen Fntz gekommen ist 
erreicht werden, wenn Nordschleswig 
ïL Stiefkind von Dänemark werden soll. 
şi»d?^ŗede, daß dieser Landesteil sich darein 
î»l ?ņşse, mit dem übrigen Land das Schick- 
‘sc&nrs teiIen ' ist sinnlos, solange wir eine 
als tzş "last tragen, die wesentlich höher ist, 
fct* e . e , "es übrigen Landes und in der Haupt- 
tzà")ren Ursprung hat in den unglücklichen 
Di>),.^^eranstaltungen, unter denen wir in 
tzx Mark einverleibt wurden. Der Engländer 
6 èafûr plädiert, daß Nordschleswig 
ŗ^^ŗmaltuug braucht, wenn es zur Ruhe 
lejh-^n soll. Darüber ist man jetzt sehr be- 
labxi ķd hält das ganz und gar indisku- 
Wn- an ķann doch nicht verhindern, daß 
foiüt, . wünsche in Nordschleswig Platz ge- 
en im selben Grade, wie das Land unter 
ein, 
[tygjt rv VUS3 \;UUU UUICI 
ì. "irnlisierung leidet, die nicht Rücksicht 
'utîïH- Vit 411UJI 
'teiur stU ^ ôie besonderen Verhältnisse des 
^ -/.des. Bruee hebt ausdrücklich hervor, 
djx Dänemark vor Augen haben müsse, daß 
der nordschleswigschen Frage von 
^ftiu Un ® şei für die Gestaltung des deutsch 
ten Verhältnisses. Ich bedaure, daß es 
h. /"Beziehung augenblicklich nicht allzu gut 
8 
f V—ö »H9VHVUUUW, tuvyi wugu yui 
^p* ett bie dänische öffentliche Meinung 
»i-, Fallit kommt. Man bemüht sich allzu we- 
Zarjjà Verhältnisse des Nachbarn mit der 
ì^bş?ļtung zu werten, die natürlich wäre, 
ì^irft sich gerne zum Richter auf über 
àşîĢand, auch in inneren deutschen Fragen, 
mit Befriedigung, daß sich auch andere 
^en finden, daß man anfängt aufzuhor- 
^/«vas eigentlich im Nachbarlande vor sich 
ob nicht manches sich da regt, was 
Dänemark Bedeutung haben könnte. 
Sie mich gewisse Dinge, die speziell 
lez tzpmswig und den deutschen Volksteil die- 
beh^poes angehen unter dem Gesichtspunkt 
bis ^/ln, daß das dänisch-deutsche Verhält- 
^vM^ern Schaden leiden darf. 1920 wurde 
"je in Fmig dänisches Staatsgebiet. Viele 
pordschleswig wohnen und aus den 
‘CJI _t »vviinui wuu uuv vcm 
i 0er anderen Grunde damals nicht dä- 
Mt Staatsbürger wurden, haben nun ver- 
fa wuiucii, yuven nun ver- 
j! tnsches Staatsbürgerrecht zu erwerben. 
?trcîa°ņ ihnen haben mir mitgeteilt, daß ihre 
2« ^vlfpöerotefen sind. Unruhe erweckt auch 
ber man folgt bei Erteilung der 
Erlaubnis mit dem Recht, hier im 
tz^ŗbeit zu suchen. Ich weiß, daß nach 
M m wie «äuge oer Aroellswngrelt 
p n fcfit 4 ^ņtscheidender Bedeutung ist. Man 
î t des ^ ben meisten Staaten, daß nur Bür- 
mates Arbeit im Lande suchen dür- 
eg die Frage der Arbeitslosigkeit 
, , *"IÜH . “* vul eUMW [WUICJI HUl= 
5 ( 8= u>,5,ņnnmt auch die aus, welche die Han- 
Ä ° Nn?> «T UUU J wie uns, weill)e ore -yan- 
^eits/ş.-Ķulturbindung fördern oder deren 
i.-?ìtņg aus andern Gründen er- 
vi,ì'^Şo wird es jedenfalls von Däne- 
tz tse G°si//o"ischland gehandhabt. Man sollte 
tzteij iN^tspunkte dahin erweitern, daß man 
s.5' Aufenthalts- und Arbeitserlaub- 
h-,1. ştarķo a? geben, wo nahe Familienbande 
L àe'à«d erwüttscht^macheu."Jr/Wirklich" 
tz,?ttöe v^^tbet man in vielen Fällen diese 
[S n«?. oerweist Menschen von ihrer Fa- 
îìp4?tNlde Heimat, auch da, wo sie lange 
ê §öttp hoben. Noch in allerletzter 
Iv^te wûià mit Elchen Fällen zu tun. Ich 
Schott, öaß man auf dem Berhand- 
»v?ein r,-iÄ^tnit Deutschland verständigte 
i>ļ»à eiöen bchtsvolleres Verfahren, dem mau 
t e * fij^tte« beitreten könnte. Ans kul- 
beide« ^ J?5* uran, wie schon angedeu- 
k«? Sute ^ Nachbarländern in der Beziehung 
V? Su ni^o/ong, daß man keine Schwierig- 
pflegt für das Wirken von 
Sn s > Sn rnà chņderlich Lehrern, im fremden 
v»i .n, ohne Bürger dieses Landes 
^i^h.len in z. B. für die deutschen Pri- 
Esttp/şà bg ordschleswig. Aber in neuerer 
^lt?' Dîqn tsenbar eine Verschärfung einge- 
^inlAanbnî? ^ in einem Falle die Aufent- 
faje fe' daß zurückgezogen, weil man 
^//esinnnn^ betreffende Lehrer seine deut- 
5 tn einer für Dänemark krän- 
auch in einigen Fällen den üblichen Zuschuß 
zu Privatschulen zurückgehalten. Die Gründe 
dafür sind nicht ganz klar. In einigen Fällen 
begründet man es mit nationalpolitischen Er 
wägungen, in andern damit, daß kein Bedürf 
nis vorläge, weil schon eine öffentliche deutsche 
Schule am Orte bestehe, aber es existieren über 
all dänische öffentliche Schulen, wo dänische 
Privatschulen errichtet werden, und das ist ja 
nie ein Grund dafür gewesen, daß man die 
Unterstützung verweigerte, im Gegenteil, das 
war die Veranlassung, daß man den Privat 
schulen helfend zur Seite trat. Warum dann 
erne andere Praxis gegenüber den deutschen 
Privatschulen? Wenn deutsche Privatschulen 
errichtet wurden, wo schon eine kommunale 
deutsche Schule existierte, wie es in einzelnen 
Fällen geschah, so war wohl immer der Grund 
der, daß die Lehrer an dieser Schule dem deut 
schen Volke nicht freundlich gegenüber standen 
und daß man nicht wünschte, öaß die Kinder in 
einer deutschen Schule übel von ihrem Volke 
reden hörten. In Lügumkloster, wo beide 
Gründe geltend gemacht wurden, sowohl na 
tionalpolitische und der, daß schon eine deutsche 
Schule am Orte wäre, hat man doch die Ent 
scheidung revidiert und den Zuschuß wieder- 
Ein Befehl Lutzes. 
i! 
DNB. Berlin, 19. Okt. Der Chef des Stabes 
der SA. hat folgenden Befehl erlassen: 
Der Führer hat das ganze deutsche Volk zum 
Winterhilfswerk 1931-35 im Kampf gegen 
Hunger und Kälte zur Unterstützung der armen 
deutschen Volksgenossen aufgerufen. Alle 
Reichs- und Staatsbehörden, die Gliederungen 
der Partei, wirken bei der Durchführung der 
Hilfsmaßnahmen mit. Es ist selbstverständ 
liche Pflicht, wenn der Führer ruft, öaß seine 
SA. zum Gelingen dieses Hilfswerkes bei 
trügt und mitarbeitet. Daher verfüge ich: 
Der Einsatz der SA. erfolgt im Benehmen 
und mit Aufforderung des Reichs-, der Gau-, 
der Kreis- und Ortsbeauftragten des WHW. 
Die Fürsorgereferenten bei den einzelnen Ein 
heiten der SA. nehmen als Verbiudungsführer 
der SA. mit den Gau-,-Kreis- und Ortsbeauf 
tragten des WHW. die Mithilfe der SA. auf. 
Diese Verbindungsführer haben zugleich die 
Aufgabe, dafür zu sorgen, daß vor allen Din 
gen alle notleidenden, arbeitslosen und be 
dürftigen SA.-Niänner, Rentenempfänger der 
SA. sowie deren Angehörige bei der Zuteilung 
von Spenden berücksichtigt werden. 
Im übrigen erstreckt sich die Mithilfe der 
SA. für das WHW. auf folgende Gebiete: 
1. Die SZ. und MZ. der SA. haben sich auf 
Wunsch der einzelnen örtlichen Beauftragten 
des WHW. in gleicher Weise wie Reichswehr, 
Schutzpolizei usw. zum kostenlosen Spielen von 
Stadtmusiken und sonstigen Veranstaltungen 
des WHW. zur Verfügung zu stellen. 
2. Auf Aufforderung der Beauftragten des 
WHW. sollen SA.-Männer als Sammler für 
das WHW. zur Verfügung gestellt werden, je 
doch müssen die Sammler in Zivil auftreten. 
Ich verbiete ausdrücklich jedes Sammeln im 
SA.-Dienstanzug. Lediglich soweit Reichswehr 
und Schutzpolizei als Begleiter von Fahr 
zeugen Kleider- und Lebensmittelspenden zu- 
ammenholt, können SA.-Männer im Dienst- 
anzug als Fahrzeugbegleiter teilnehmen. 
3. Arbeitslose SA.-Männer sollen auf Anfor 
derung zur Verladung und Entladung von 
Lebensmittelspenden, Getreide, Kartoffeln 
usw. in Stadt und Land abgestellt werden. Für 
bleiben. Es bestehen dafür mehrere Gründe. 
Selbst bei völliger Beseitigung der Arbeits 
losigkeit wird einmal immer mit einer saison 
mäßig bedingten Arbeitslosigkeit zu rechnen 
sein. Daneben wird es noch lange Zeit trotz 
ber organischen Siedlungspolitik der national 
sozialistischen Staatsführnng in den Großstäd 
ten Volksgenossen geben, die über kein Land 
verfügen und im Falle einer vorübergehenden 
Notlage sich nicht selbst ernähren können. Der 
entscheidende Grund für die Aufrechterhaltung 
des WHW. ist indessen der ausdrückliche 
Wunsch des Führers, der im WHW. ein Ge 
meinschaft bildendes Erziehnngswerk, eine le 
bendige Form des praktischen Sozialismus er 
blickt. Die Namen derjenigen Volksgenossen, 
die jedes soziale Empfinden verloren haben, 
und jedes Bekenntnis zur Gemeinschaft ver 
missen lassen, werden der Oeffentlichkeit mit 
geteilt werden. Jeder Versuch, sich am Winter 
hilfswerk zu vergehen, sei es durch Sabotage 
oder unberechtigte Bereicherung, wird sofort 
dem zuständigen Gericht übergeben und in je 
dem Falle wie auch im Vorjahre mit Zucht 
haus gesühnt werden. 
Auf alle Fälle ist mit einer besonderen 
WHW.-Aktion in den Weihnachtsfeiertagen 
zu rechnen. Alle in Deutschland vertretenen 
internationalen Wohlfahrtseinrichtungen, ins 
besondere die Heilsarmee, haben sich zur Mit 
arbeit am Winterhilfswerk bereiterklärt und 
sind entsprechend in das WHW. eingebaut. 
sÄZ m« tatcÄll '°.'.Ģ àsllŞng wird S-Ş Ld 
«d ^SSSfJSLTìJ^S,^ p»Ģ"» °°m WH«, vergütet. 
4. Bei Werbeumzügen des WHW. können 
-^etfp ” .: Ķnemarr rran- 
öie habe, oder daß er nicht 
*'•' i C ? tlt ng en politische Grenze und dänische 
SA.-Abordnungen in geschlossener Formation 
teilnehmen. 
Im übrigen sind die mit der Durchführung 
des WHW.-Beauftragten durch die SA. weit 
gehend zu unterstützen. 
Die Verbiudungsführer der SA. bei den Be 
auftragten des WHW. regeln mit den Führern 
der Dienststellen der SA. die Abstellung ange 
forderter SA.-Männer. 
Diese Verfügung ist beschleunigt durch alle 
SA.-Dienststellen den SA.-Männern bekannt 
zu machen. 
Der Chef des Stabes. Lutze. 
ßilgenfeldk über das Winķerhilfswerk. 
Das Winterhilfswerk wird eine Dauerein 
richtung des nationalsozialistischen Staates. 
DNB. Magdeburg, 19. Okt. Hauptamtsleiter 
Hilgenfeld t, der Leiter des Winterhilfs 
werkes bei der obersten Leitung der PO., er 
klärte in einer Unterredung mit einem Ver 
treter des „Mitteldeutschen" über das Winter 
hilfswerk u. a.: Das WHW. wird eine Dauer- 
Das Ehrenzeichen des 9. November 
für eine Frau. 
DNB. München, 19. Okt. Die als stille Kämp 
ferin der NSDAP, mit Opfermut und Treue 
wirkende bekannte Schwester Pia hat der Füh 
rer durch eine besondere Ehrung erfreut. In 
der Dienststelle der Obersten SA.-Führung 
wurde Schwester Pia das Ehrenzeichen des 
9. November 1923 überreicht. Als einzige Frau 
darf sie dieses Ehrenzeichen der SA. tragen, 
das sie sich durch ihre nimmermüde Hilfe im 
Dienste der NSDAP, verdiente. 
Vierzehnjähriger als blinder Flngzeug- 
Pasiagier. 
Beim Oeffnen der Gepäckkabine des soeben 
in Kattowitz eingetroffenen Warschauer Flug 
zeugs kletterte mit halb verlegenem, halb ver 
schmitztem Gesicht ein kleiner vierzehnjähriger 
Bursche heraus. Auf eindringliches Befragen 
gestand er, daß er aus eiuem kleinen Dorf in 
der Wojewodschaft Warschau stamme. Da er 
immer so viel vom Fliegen gehört habe, hätte 
er Lust verspürt, es wohl auch einmal zu ver 
suchen, und da er natürlich kein Geld hatte, sei 
er auf gut Glück in eine der auf dem Flugplatz 
in Warschau bereitstehenden Flugzeuge geklet 
tert, das sich auch tatsächlich bald in die Lüfte 
erhob, ohne daß der blinde Passagier bemerkt 
wurde. 
Bruno Hanptmann an New Jersey 
ausgeliefert. 
DNB. Newyork, 20. Oktober. (Eig. Funkm.) 
Nachdem die Berufung Bruno Hauptmanns 
hinsichtlich seiner Auslieferung an den Staat 
New Jersey verworfen worden war, wurde 
Hauptmann in einem schnellen Kraftwagen, 
von zahlreichen Polizisten auf Motorrädern 
begleitet, über die Grenze nach New Jersey 
gebracht. Er wird dort unter der Beschuldi 
gung, das Lindberghkind geraubt und ermor 
det zu haben vor Gericht gestellt, 
ßewiiWcrf m Stet! gestörten. 
DNB. Berlin, 19. Okt. Der bekannte deutsche 
Heerführer aus dem Weltkriege Generaloberst 
a. D. von Kluck ist am heutigen Freitag um 
17 Uhr in seiner Privatmohnung in Berlin- 
Grunewald im Alter von 88 Jahren gestorben. 
bewilligt, weil man erkennen mußte, daß man 
von falschen Voraussetzungen ausgegangen 
war. So anerkennenswert das ist, will ich doch 
wünschen, daß man auch in andern Füllen einer 
ruhigeren Beurteilung Raum gibt. Die 
deutsche kulturelle Arbeit wird auf jeden Fall 
von unserer Seite nach Kräften weiter geför 
dert werden, und das dänische Volk hat keinen 
Grund dazu, beunruhigt zu werden über die 
vielen neuen deutschen Privatschulen, da die 
Anzahl der deutschen Schulkinder noch in einem 
starken Mißverhältnis steht zur Zahl der deut 
schen Bevölkerung des Landesteils, ein Beweis 
dafür, daß die deutsche Schulfürsorge sich noch 
nicht weit genug gestreckt hat. Das dänische 
Volk hat ja dasselbe Recht und dieselbe Mög 
lichkeit, für seine Kinder in Deutschland zu 
sorgen, und ich kann nur wünschen, daß diese 
gleichen Möglichkeiten vorliegen und genutzt 
werden. Ich möchte bei der Gelegenheit gerne 
meiner Freude darüber Ausdruck geben, daß 
die Kriegsinvaliden Nordschleswigs in die 
sem Sommer in einer so würdigen Form ge 
ehrt wurden, ohne öaß an alte Wunden ver 
letzend gerührt wurde, und daß die Kamerad 
schaft zwischen den Invaliden vom Weltkriege 
auf beiden Seiten der Grenze gefestigt wurde. 
Ich hoffe, daß das ganze Verhältnis zwischen 
Dänemark und Deutschland sich in dieser Li 
nie weiter entwickelt." 
Der heute verstorbene Generaloberst Alex 
ander von Kluck wurde am 20. Mai 1846 als 
Sohn des Negierungsbaumeisters Kluck in 
Münster in Westfalen geboren. Nach dem Be 
such des Gymnasiums trat er 20jährig als Fah 
nenjunker in das Infanterie-Regiment Nr. 55 
ein. Schon wenige Monate später rückte er als 
Fähnrich in den Feldzug 1866 mit General Vo 
gel von Falkenstein nach dem Main. Er wurde 
am 16. August desselben Jahres Offizier. Im 
deutsch-französischen Krieg focht er als junger 
Leutnant, zeichnete sich bei Colombey-Neuilly, 
vor Metz, durch hervorragende Tapferkeit aus, 
wurde zweimal verwundet und erhielt als An 
erkennung das Eiserne Kreuz. Nachdem Kriege 
fand er zunächst längere Zeit im Frontdienst 
Verwendung, war in den 80er Jahren als 
Hauptmann und Major an verschiedenen Un 
teroffiziersschulen tätig,' schließlich wurde 
Kluck im Jahre 1889 Bataillonskommandeur 
im Jnf.-Rgt. Nr. 66. Am 27. Januar 1909 
wurde Kluck geadelt, führte als Oberst das 
Füsilierregiment Nr. 34 in Bromberg, als 
Generalmajor die 23. Brigade in Gleiwitz, als 
Generalleutnant die 37. Division in Allen- 
stein und als Kommandierender General das 
1. Armeekorps in Königsberg. Nachdem er 1913 
Generalinspekteur der neugeschaffenen 8. Ar 
meeinspektion geworden war, erfolgte am 
27. Januar 1914 seine Beförderung zum Ge 
neraloberst. 
Als Generaloberst zog von Kluck an der 
Spitze der ersten Armee in seinen dritten Feld 
zug. Es war in erster Linie die Armee Kluck, 
deren schneller Vormarsch zu Beginn des Krie 
ges aller Augen auf sich lenkte. Bei Jemappes, 
Frameries und Mons schlug er die vereinten 
Engländer und Franzosen (23.-25. 8. 14) und 
wenige Tage darauf die Engländer bei St. 
Oueniin. Wieder wenige Tage später „streifen 
Reiter von der Armee von Kluck vor Paris", 
wie es im amtlichen Bericht hieß. In der Mar 
neschlacht verhinderte die 1. Armee unter der 
genialen Führung Klucks in erbitterten Kämp 
fen am Ourq die von der Pariser Ausfall- 
Armee des Generals Gallieni versuchte Um 
fassung der rechten Flanke des deutschen Feld 
heeres. Nach der Zurücknahme der deutschen 
Front lag die Armee Klucks auf den Höhen 
hinter der Aisne. Hier wurde der greise Ge 
neraloberst, fast 69 Jahre alt, am 29. März 
1915 im vordersten Graben durch einen Gra 
natsplitter verwundet; er legte daraufhin den 
Oberbefehl über die 1. Armee nieder. Im Ok 
tober 1916 wurde er endgültig zur Disposition 
gestellt. 
Im Jahre 1920 erschien von Kluck das Buch 
„Der Marsch auf Paris und die Marneschlacht 
1914". Die Universität Jena verlieh ihm den 
Ehrendoktortitel der Rechte und im Jahre 1924 
feierte er im Kreise seiner Familie — einer 
seiner Söhne war 1915 in Flandern den Hel 
dentod gestorben — die goldene Hochzeit mit 
Fanny Freiin von Donop. 
Der Tod des Generalobersten von Kluck 
wird in der gesamten englischen Presse an her 
vorragender Stelle gemeldet. Der Verstorbene 
hatte in England als früherer tapferer Geg 
ner große Volkstümlichkeit besessen. Brigade- 
general Spears sprach gestern im Rundfunk 
von ihm als großherzigen und töpferen Soli 
daten. 
Auch der französische General Nisiel widmet 
dem einstigen Gegner einen Nachruf, in dem 
er ihn als einen energischen und entschlußfähi 
gen Soldaten hinstellt, der der Typus des 
preußischen Offiziers gewesen sei. 
Ws« ist Wein; Vault 
Die ganze Welt blickte in diesen Tagen nach 
Südslawien. Den Schmerz dieses tapferen, rit 
terlichen Volkes um den ermordeten König 
trugen alle Völker mit. Ob die drei Regenten 
den gemeuchelten Monarchen ersetzen können? 
Diese Frage drängt sich unwillkürlich auf. Kein 
Zweifel, daß unter den drei Regenten Süd- 
lawiens der Vetter des ermordeten Königs, 
Prinz Paul Karageorgewitsch, die Blicke be- 
onders auf sich zieht. 
Wer ist Prinz Paul? Was trieb Alexander!, 
dazu, diesem Manne ein höchst verantwor 
tungsvolles Amt zu übergeben? Nun — Prinz 
Paul genießt, obwohl er sich mit Politik in 
einem Leben wenig befaßt hat, überall größtes 
Vertrauen. Mit seinen 41 Jahren ist er eine 
glanzvolle Erscheinung in der Gesellschaft. Man 
weiß von ihm, daß er in Oxford studiert hat 
und mit englischen Gesellschaftskreisen die 
besten Beziehungen unterhält. Dem Prinzen 
von Wales fühlt er sich besonders verbunden. 
Literarische Neigungen führten den „anglophi- 
len" Prinzen auch nach Frankreich. Mehrmals 
hielt sich Prinz Paul, der ausgezeichnet 
Deutsch spricht, auch in München auf. Seinen 
Vetter pflegte er oft auf Reisen zu begleiten. 
Der Soldat schätzte den Umgang des kultivier 
ten Aesthetikers. Die Mutter des Prinzen Paul 
gehörte der berühmten russischen Familie der 
Denidoffs an. Seine Gattin ist bekanntlich die 
griechische Prinzessin Olga, eine Schwester der 
vielgenannten Prinzessin M/trina. 
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