Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 3)

bination von Materialien herangemacht. 
Wolle und Seide, Pelz und Wolle, Jersey und 
Tuch sind nur einige der Gegenüberstellungen, 
die sich überraschend gut miteinander ver 
tragen. Nur darf man auch bei ihnen nie 
mals die bewährten Grenzen der Farbe über 
schreiten. 
Es geht also in diesem Herbst vorwiegend 
„um Hals und Kragen", wobei zu hoffen ist, 
daß es im häuslichen Kreise bei der Be 
sprechung von Neuanschaffungen nicht eben 
falls darum geht. 
Ķķemê ÄrfachrK ... 
Wie es zur Skagerrakschlacht kam. 
Auf welche Weise es zur Skagerrak-Schlacht 
kam, ist heute noch vielfach unbekannt. Eine 
englische Marinezeitschrift ruft die eigenarti 
gen Umstände ms Gedächtnis zurück, die zum 
Anlaß jener großen Auseinandersetzung in 
der Nordsee wurden. Sie sind angetan, das 
Wort von der kleinen Ursache und großen 
Wirkung aufs neue zu bestätigen. 
Ein kleiner Trampdampfer, der dänische 
Frachter „U-Fjord", hatte mitten in der Nord- 
see seine Feuer gereinigt und danach stark auf 
gefeuert. Die dabei aufsteigende dicke schwarze 
Rauchwolke wurde von dem Kreuzer „Elbing" 
bemerkt. Zwei Torpedoboote, B 109 und L110, 
wurden zur Untersuchung hingeschickt. Aber 
auch die Engländer waren aufmerksam gewor 
den. Zwei Schiffe des ersten leichten Kreuzer 
geschwaders, „Galathea" und „Phaeton", 
näherten sich dem qualmenden dänischen 
Dampfer. So kamen die Aufklärungsschiffe 
der beiden Flotten in Fühlung miteinander,' 
sie begannen bald darauf ein Gefecht, das 
schließlich zur größten Seeschlacht aller Zeiten 
führte, in der Englands bisher unbesiegte 
Flotte allerschwerste Verluste erlitt. 
Ein anderes Beispiel aus dem Seekrieg läßt 
gleichfalls die entscheidende Rolle einer kleinen 
Ursache deutlich werden. Es war in den napo- 
leonischen Kriegen, als ein englisches Kriegs 
schiff in dichtem Nebel bewegungslos im Ka 
nal lag. Plötzlich hörte man deutlich einen 
Hahn krähen, was um so erstaunlicher war, 
als man sich weit entfernt vom Land befand. 
In aller Eile ließ der Kommandant klar Schiff 
machen, da er einen Feind in der Nähe ver 
mutete. Tatsächlich tauchte bald darauf ein 
französisches Kriegsschiff im Nebel auf, das 
überraschend angegriffen und genommen wer 
den konnte. 
M«ài aus ßte Weit. 
Die frühesten Kulturen standen am höchsten! 
Neue Ausgrabungsergebnrfse der Berliner 
Museen. 
Seit kurzer Zeit ist in einem der Säle der 
vorderasiatischen Abteilung der staatlichen 
Museen in Berlin eine kleine Ausstellung er 
öffnet worden, die hauptsächlich die Funde des 
vergangenen Grabungswinters aus Warka in 
Mesopotamien zusammenfaßt. Der Leiter die 
ser Grabungen, Dr. Heinrich, hat die Funde 
selbst nach Deutschland gebracht . Er kann auf 
seine Ausbeute mit Recht stolz sein. 
Die Stadt Warka gehört zu jenen mesopora- 
mischen Städten, in denen die sumerische 
Frühkultur des Landgebietes zwischen Eu- 
phrai und Tigris ihren schönsten Niederschlag 
fand. In allen diesen Städten, in denen nicht 
nur die Teutschen, sondern auch die Engländer 
graben, sind vielfache Schichten von überein 
anderliegenden Stadtbezirken ähnlich wie in 
Troja festgestellt und ausgegraben worden. 
Allein in Warka konnten bisher vier um 
Jahrtausende voneinander unterschiedene 
Bauschichten freigelegt und ihre schönsten 
Teile nach Deutschland gebracht werden. Die 
vierte Schicht reicht ungefähr ins 4. Jahr 
tausend vor Christi Geburt zurück. Aber unter 
ihr geht es noch 20 bis 30 Meter durch weitere 
Schichten hinab. Erst dann ist der gewachsene 
Erdboden festzustellen. Da man bereits in der 
vierten Schicht im vierten vorchristlichen Jahr 
tausend ist, läßt sich unschwer feststellen, mit 
welchen uralten Städten es man hier zu tun 
hat.- 
Das Erstaunliche ist nun aber, daß die alten 
Kulturen, die Bilder und Säulen der Göttin 
Jnnin, die gewaltigen mehrere Meter dicken 
Säulenträger hoher und mächtiger Tempel- 
bauten, die Sklupturen und Reliefs, die ge 
funden wurden und in Berlin zu sehen sind, 
nicht primitiver und künstlerisch wertloser 
werden, je mehr sie den ältesten Zeiten zu 
gerechnet werden müssen. Nein, das Gegen 
teil ist der Fall! Je älter die Kultur, desto 
wunderbarer die Höhe der Kunst, desto künst 
lerisch vollendeter die Gazellen, Widder, 
Schafe, die Symbole und kleinen steinernen 
Rollsiegel, die Lehmornamentik der Ziegel 
bauten. 
Diese Tatsache, die oft an die Sagen von 
einem goldenen Zeitalter der Menschheit er 
innert, hat auch die ausgrabenden Forscher in 
höchstes Staunen versetzt. 
Flaschenpost nach 8 Jahren gelandet. 
Am Skagerrak, an der Nordspitze Däne 
marks, wurde vor kurzem von einem Som 
mergast eine Flasche aus dem Meer gefischt, 
die eine Nachricht enthielt, aus der hervor 
ging, daß am 1. Juni 1926 ein Schulknabe aus 
Löbau diese Flaschenpost ins Löbauer Wasser 
geworfen hatte. Einen langen Weg hat diese 
Flasche zurückgelegt in diesen 8 Jahren, bis 
sie aus dem Löbauer Wasser durch die Spree 
und Elbe ins Meer gelangte und schließlich 
hier an der äußersten Nordspitze Dänemarks 
landete. 
Englands sonderbarste Schule geschlossen. 
In der englischen Stadt Norwich bestand 
bis vor kurzem eine sonderbare Schule. Sie 
wurde nur von Jungen besucht, die irgend- 
§lt§tl§ / Roman von A. Sazenhoftn. 
Urheberrechtsschutz durch Verlags anstatt Manz, Regensburg. 
Nachdruck verboten. 
4) 
Wie das im Krieg sein würde, wenn ein 
mal einer kommen sollte... so ein Schrapnell 
stück, da mochte man genug haben. Ihm würde 
auch das gleich sein. 
Merkwürdig, es war doch etwas in der Luft. 
Sie sprachen vom Krieg und nur vom Krieg, 
und es war tiefster Friede. Wenn es kam..i 
ihm war es recht. 
Er würde einmal keinen herzzerreißenden 
Abschied zu nehmen haben, und wenn er fiel, 
dann kam die Herrschaft Belat Keretsz in die 
Seitenlinie... wem machte das schon was 
aus? 
Draußen war alles Licht verblaßt, es wurde 
dunkel im Zimmer. 
Zsiga streckte den unverbundenen Arm aus, 
hob sich mühsam mit der linken Schulter und 
tastete nach dem Schalter. Dann brannte der 
dreiarmige Kerzenleuchter am Tisch, neben dem 
Bett, mit elektrischen Flammen. 
Tie Stille war groß. 
Das Ticken der Uhr wurde laut und auf 
dringlich, als solle man die Sekunden mit 
zählen, die sich da inhaltsleer in die Ewigkeit 
ergossen. 
Drüben saßen sie jetzt bald lachend beim 
Souper. 
Das Schloß war weit und groß. 
Wie es einmal sein würde, wenn er Herr 
von Belat Keretsz ist und auch so einsam in 
diesem Schlosse leben wird wie Onkel Lajos? 
Es muß eine Bestimmung von weit her 
sein, daß sich zwei Seelen finden, dachte er. 
Bevor wir sind, müssen sie schon irgendwo im 
Weltenraum sein, oder in Gottes Stirne, und 
wenn wir etwas dazutun, so greisen wir in 
die Urne und ziehen eine Niete. Es muß ir 
gendwie von selbst kommen. 
Er schloß die Augen, 
Die Uhr tickte fort, aber sein Denken er 
losch. Er gab sich dem Gefühl hin: wohl sein 
...langsam genesen. 
Da hörte er in sein versenktes Sinnen den 
eiligen Lauf kleiner Füße. Es kam näher... 
aber er dachte nichts dabei. 
Jemand lief eben den Korridor hinunter. 
Jemand... es gibt nichts Gleichgültigeres 
wie Jemand. 
Dann patschte es an seine Tür und kribbelte 
am Schloß, patschte ungeduldig, angstvoll, 
dringlich. 
Warum die Türklinken nur für die großen 
Leute sind? 
Aber der Einfalt des Herzens öffnen sich 
alle Türen... so mußte sich auch diese ihr 
öffnen. 
Zsiga stützte den Oberkörper auf den gesun 
den Arm. 
Es war doch wer hereingekommen. Warum 
sah er denn niemand? 
Ta stand... Mäüi, die große Angst in den 
Augen, im Arm die Puppe. 
„Ja, wer bist du denn?" lächelte Zsiga neu 
gierig, erstaunt. 
Er hatte gern Kinder. 
Mädi kam näher. 
„Ich bringe dir... meine Puppe... Osa 
heißt sie!" 
„Du, Kleine, mir bringst du deine Puppe, 
mir?" 
„Weil du beschossen bist und Wehweh hast 
und tanz allein bist... da..." Und Mädi kam 
langsam näher und legte die Puppe auf sein 
Kissen: „und zudecken..." und sie schob sie 
mit ihren dicken Patschhändchen unter seine 
Decke. 
„.... in der Nacht mußt du sie immer bei 
dir behalten, in Arm, und waschen kann man 
sie nicht, hat die Nanna gesagt. Ich mutz fort, 
Nanna bringt meine Milch... es darf es nie 
mand wissen, daß Mädi aus dem Zimmer ge 
laufen ist." 
Zsiga schluckte mühsam, ehe er sprechen 
konnte. 
„Aber sag mir doch deinen Namen." 
„Ich bin... Mädi." 
„Liebes Mädi... aber es wird dir doch leid 
sein um ddiue Puppe?" 
Ta standen plötzlich die veilchenblauen 
Augen in hellen Tränen. 
„Nein... behalten... Tu mußt sie behalten! 
Ich muß detzen..." 
„Mädi!" " i; '" 
wie ihren Stammbaum auf den im Jahre 
1724 verstorbenen Bürgermeister von Nor 
wich, John Norman, zurückführen konnten. 
Die Schule wurde aus den Zinsen einer 
Stiftung eben dieses Norman verwaltet. 
Allein in den letzten 50 Jahren sind rund 500 
Nachkommen John Normans durch diese 
Schule gegangen. Nachdem sie über 200 Jahre 
bestanden hat, mußte sie nun geschlossen wer 
den, weil infolge der Pfundentwertung und 
des Rückgangs der Einnahmen aus der Ver 
waltung der mit der Schule verbundenen 
Ländereien die Verwaltungskosten nicht in 
ausreichendem Maße mehr aufzubringen 
waren. 
Ein seltsames Jubiläum —- 
50 Jahre Glöckueri«. 
In dem kleinen Bergkirchlein in Donnerau 
im Glatzer Bergland ist seit über 60 Jahren 
Frau Pauline Volkmer als Glöcknerin tätig. 
Schon vor mehreren Jahren wollte man ihr 
diese Arbeit abnehmen, weil sie doch schon 
über 80 Jahre alt war und man ihr die nicht 
geringe Anstrengung des Glockenläutens nicht 
mehr zumuten wollte. Aber die alte Glöck 
nerin, die zugleich auch die älteste Einwoh 
nerin des Ortes ist, hat sich energisch gegen 
die Absicht, ihr ihr Amt wegzunehmen, ge 
wehrt, und noch heute läutet sie, obwohl sie 
soeben ihren 89. Geburtstag gefeiert hat, wie 
vor 60 Jahren die Glocken von Donnerau. 
Einen neuen Spaten hat das Kaiser-Wil- 
Helm-Jnstitut für Arbeitsphysiologie ausstu 
diert. Er besitzt an der Schneide eine keilför 
mige Verdickung, die ihm im Querschnitt die 
Form einer Pfeilspitze gibt. Der Wulst von 
etwa 1 Millimeter Dicke schafft zwischen Spa 
ten und Erdreich einen Spalt, in dem sich das 
Spatenblatt frei bewegt. Die geringe Zunahme 
der Schnittarbcit wird durch die Verminde 
rung der Reibung aufgehoben. Darüber Hin 
aus schafft die neue Form eine nicht unerheb» 
liche Kraftersparnis. 
Heitere ķcke. 
Nach Wahl. . ^ 
„Warum singt denn die Frau So mine ^ 
Kind nicht mehr in Schlaf, wenn es ^Ab 
schreit?" „Die Nachbarn haben eine & 
nung geschickt, sie wollen lieber das 
schreien hören." 
Eine Frage. . ^ 
„Höre mal, Fritz, wenn du wirklich 
wandfrei bedient sein willst, verfuch M 
meinem Schneider. Der Mann arbei 
alle meine Bekannten." „Und wovon le 
Wahrsagen. _ 
Frau Brüllke kommt ganz aufgereg 
der Kartenlegerin zurück. „Männe, jf 
sie hat mir geweissagt, ich sterbe ju»6- :?t", 
„Da siehst du, was das für'n SclMnoe 
brummt Männe. 
bet 
Aus der Schule. , ^ 
Glückstrahlend kommt der Kleine «u» 
Schule nach Hause. „Heute war es altz \ 
Mutti", sagt er. „Wir haben Rechenamg, . 
gehabt, die durften wir uns selbst mache - ^ 
„Und was für eine hast du dir denn Û 1 
Bübchen?" t o 
„Ich hab ausgerechnet: Unser Hund v» 
einem Tag sechs Junge gekriegt, ş f 
Junge kriegt unser Hund in vierzehn 
Auslösung aus Nr. 204: »an, 
Waagerecht: 1. Eboli, 6. Osaka, 10. Bern, ļ0 _ 
11. Ebene, 13. Reger, 14. Lord, 15. Atzw, 2 g, 
Eisenbart, 20. Pia, 22. Art, 23. Staatsrcm ^ 
Tor, 29. Usus, 32. Anita, 34. Arena, f- • * j, 
nerin, 36. Start, 37. Annam. — Senkrecy > 
Esel, 2. Ober, 3. Lende, 4. Ire, 5. Jsere, tz ^7. 
7. Siena, 8. Angora, 9. Aare, 12. 
Ida, 18. Boa, 19. Traun, 21. Attika, 24. m gl , 
25. Sonne, 26. Turin, 27. Laus, 30. Senw 
Saum, 33. Alt, 34. Ara. 
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Kreuzworträtsel. 
Die Wörter bedeuten: 
Waagerecht: 1. Land an der Nordspw^ķ 
afrikas. 5. Suppenkraut. 10. Fluß ķ»<-raaķ 
11. Papierbehälter. 12. Verfall, Um .^ki 
ll. Philosoph. 15. Nahrungsmittel, itz- ģuSl 
scher Titel. 17. Englische Schulstadt.. 1 • «,ijck 
tische Insel. 19. Vermittler. 21. Kleine 
im Mittelmeer. 22. Kochbehälter. 25. ^ M 
rtßer eines griechischen Gôttergeschleķi^ch 
Tierkaöaver. 28. Stellvertreter des ķķ' 
31. Schmutz, Unrat. 32. Starke Hitze. 
silianischer Staat am Amazonas. "O.■ 
airschlag. 37. Geltendmachung eines 
vor Gericht. 88. Eingeweihter in der 
39. Oper von Verdi. 40. Last. — Ş 
1. Norddeutscher Lyriker und Erzähler. 
macht. 3. Autostraße bei Berlin. 4- Ruķ 
Münze. 6. Griechischer Buchstabe. 7. 
sches Schriftzeichen. 8. Rnhelager. 9. Ostjtķ 
deutsches Stickstoffwerk. 13. Russische tz.sķ 
14. Name eines Sonntags. 19. Kloitervtz 
20. Eröart- 23. Schmetterling. 24. Sķ,,stzja- 
27. Weibliches Huftier. 29. Schmales 
80. Altdeutsche Form für Märchen, EstOsttie^ 
32. Dänischer Komponist. 34. Nora 
Feuchter Niederschlag. 
Mädi, die schon in der Mitte des Zimmers 
war, kam wieder näher. 
„Mädi, ich danke dir!" sagte Zsisa ganz ernst, 
„und wenn ich wieder gesund bin, will ich sie 
dir wiedergeben." 
„Du mußt sie immer behalten und lieb 
haben!" 
Sie schluchzte einmal kurz auf und fuhr mit 
den Händchen über den gelben Flachskopf hin. 
Dann sah «sie mit großen, überernsten Augen 
Zsiga an und sagte: 
„Wenn ich droß bin, tannst du mich heira 
ten, dann sind wir Mama und Papa und sie 
dehört uns wieder zusammen." 
Zsiga faßte die kleine Grübchenhand und 
umschloß sie mit der seinen, ganz fest. Es war 
ihm nicht zum Lachen. 
„Ich verspreche dir, Mädi, wenn du droß 
bist, werde ich dich heiraten. Tann gehört sie 
uns wieder zusammen. Kommst du wieder zu 
mir, Mädi?" 
„Ja, ich tomm morgen wieder." 
Sie zog ihre kleine Hand aus der seinen 
und lief gegen die Türe, die hinter ihr ein 
wenig offen blieb. 
Er hörte die kleinen laufenden Füße, wie 
sie den Korridor hinuntereilten. Da sank er 
zurück in die Kissen. 
Das war wunderbar gewesen. Das Kind, 
das Kind, es kannte ihn ja gar nicht, hatte 
ihn nie gesehen, löste von seinem kleinen 
Herzen das Liebste, was es besaß, und es war 
ihm selbstverständlich, daß sie einmal beisam 
men sein würden, damit sie dieses Liebste mit 
einander besitzen konnten. 
Er nahm die Puppe in die Hand, wie man 
ein Ding in die Hand nimmt, woran etwas 
Ehrfürchtiges und Heiliges haftet... dann 
schob er sie unter seine Decke. 
Es war ein Geheimnis, niemand brauchte 
es zu wissen. 
Am Morgen kam Frau Lona. 
„Ter Herr Baron läßt sich entschuldigen, 
daß er sich noch nicht selbst eingefunden hat. 
Er ist sehr angegriffen, doch läßt er Ihnen 
sagen, Sie möchten nur ruhig einige Tage" — 
sie unterstrich diese einigen Tage — „sich aus 
ruhen, wenn auch der Doktor meint, daß der 
Transport Ihnen nicht schaden würde." 
Dabei rückte sie wieder mit den bestimmten 
Bewegungen der großen Hände die Dinge im 
Zimmer hin und her, etwas Ordnung 
send. 
„Sagen Sie meinem Onkel, Fratz ^st- 
daß ich ihm sehr dankbar bin für îe' ne ^ 
freundschaft und die Pflege, die er nur 
sächlich durch Sie angedeihen ließ. *5® 
sie bestimmt nicht länger in Anspruch tz al t-5> 
als unbedingt nötig. Wollen Sie ^ 
richten?" 
Sie nickte. Der Schlüsselbund klirre 
„Ich werde Ihnen das Frühstück 9 gild 
senden. Sie dürfen heute etwas Schl" 
ein weiches Ei essen." osķ 
Wenn sie nur abfahren möchte! dach t j e jit 
und horchte auf alle Geräusche, die > ' 
Korridor waren. qp 
„Hier ist noch ein Koffer... bitte sckü'^ i" e 
nos!" Es war eine weibliche SttzN J; n eth 
hereinklang, als Frau Lona die Türe 
um zu gehen. . - ttÆ 
,^Servus Eckbrecht!" hörte Zsilch J 
Organ Barkossys sagen.. „Das 
du! Ich schicke es dir nach Pest nächste 
„Ist mir recht! Servus! Auf 
sehen!" h 
Dann entfernten sich die Schritte, " 
schweren Schritte schluckten das 
dr 
est" 
al 
er 
ei 
»e* 
Ali" 
winziger Füße ein. 
Eine kleine Faust schlug zweiwa, 
an die Türe. 
Zsiga setzte sich auf. 
Zwischen den Zähnen zerpreßte 
Schmerzenslaut. 
Das war zu schnell gewesen. 
„Mädi!" rief er. he( 
Die kleinen Hände patschten atz ^ hm 
herum und fanden nicht mehr Zei J « 
langwierigen Arbeit. . , a" 
Da drückte das Kind sein Nür-'V „ 
Schlüsselloch. , sre jt 
„Ich tann nicht tommen! Wir 1«^ ^ P 
„Mädi! Mädi! wo bleibst du 0. 
komm doch!" . diem 
Das war eine weibliche StiitzN e, 
die vorhin von dem Koffer sprach- 
„Wir fahren weg!" 
Lauter, inbrünstiger und verzwtz ' 
Dann liefen die kleinen Füße w 
Zsiga sank in die Kissen zurück. 
(Fortsetzung folgt.)
	        
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