Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 3)

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{ eitie 5f stt) Ewerļ 250 NM. pro Jahr. Da 
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fest ènJ e ren Ģebote abgegeben würben, er-. 
?^eikkà den Zuschlag. Ills Mitpächter des 
^ltgen Jagdgebietes wurden ein- 
ttftö ft‘‘ ® m W Steffens, 
%etSV Bossen-Niebüll 
at 0 und Gustav Jannsen-Langtoft 
Carl Mommensen 
sowie Älndreas 
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^^oedscUt&swCg. 
e Zutsche Schulklasse wegen Kinder- 
^»dekär * ^Hņrung geschlossen. 
24. August. Eine Klasse der 
^ e ïôe tt pichen Schule mußte geschlossen 
^ņierl'îîk ^^i einem Schüler ein Fall von 
imung festgestellt worden war. 
^ ôrà'^. Zķ^â 
!p. durch Großfeuer vernichtet. 
"°ttag ^^26. Augusts Am Sonnabendnach- 
/ ÜPo WVUHWVUtVUUUf: 
Mischt 3 Uhr brach in dem Zwischenbau 
» . ÌHe^ >" vuu 0 wi|u;cuwuu 
?t bew »F>^hnhaus und Wirtschaftsgebäude) 
Heid- ^er^Äohann Reimers im Dellweg 
jjj/I èex'ģ« Ģ^ohfeuer aus. Da der größte 
^ ^ l' ! ^^^^ r<sl4 VH ytvpu 
/acht W e schon in der Scheune unterge- 
M gris-1' chud das Feuer reichliche Nahrung 
Arşşchş. s^ich um sich. Das mit Pappe gedeckte 
^htlhà,//6ebäude und das schiefergedeckte 
/klļ.ià "rannten in kurzer Zeit bis auf die 
!/ize ?Uern nieder. Mitverbrannt sind 
^tlich/°«öwirtschastliche Maschinen sowie 
kg Ķtter- und Kornvorräte. Das Mo- 
V ^"Nte gerettet werden. Die herbeigerü- 
7» E-^ŗwehren konnten infolge des gro 
be ^/'"/nangels nicht in Tätigkeit treten. 
Nt, 'îehungsursache ist bisher noch unbe- 
^okonrobile vom Deich gestürzt. 
S'Äef 
^tp.v5 nc » 23. August. Beim Transport des 
i. v u) (Besitzer Siegfried-Frieörichs- 
#? ^kaichêofe des Bauern Georg Huußmann 
.ş E rn 1/îa-Biktoriakoog nach dem Hofe des 
^^vrg Wiemann in Kronprinzenkoog 
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-"riaf^^s dem Deichrücken in Augusta- 
c tOr * u l 
^havÜ^^og ein Unglück. Die vier vor- 
/?"teu ?î Pferde des Bauern Wiemann 
/l« ,^,/uf der Schwebe des Deiches die 5000 
NsVV Lokomobile nicht halten, so daß 
/ich ^/"ichen kam und schließlich seitlich den 
,/ /Unterstürzte. Ein Pferd wurde von 
tit - "Iweren Lokomobile zermalmt. Per- 
°?/î/en sich rechtzeitig in Sicherheit 
r Tlas^ährend der ganzen Nacht war man 
tt*,., "oenzügen und Winden bei der Wie- 
Oberpräsideņt Lohse eröffnet eine 
Ausstellung schleswig-holst. Künstler. 
Kiel, 26. Aug. In der Kunsthalle wurde am 
Sonntagmittag durch Oberpräsident Gauleiter 
Lohse eine Ausstellung von Wettbewerbsar 
beiten schleswig-holsteinischer Künstler eröff 
net, die bis zum 16. September zum Besuch 
offensteht. Bon den über 60 ausgestellten Ent 
würfen, die den Geist des neuen Deutschland 
widerspiegeln — Malerei und Plastik — deren 
beste Arbeiten für das Deutsche Haus in 
Flensburg, das Haus der Arbeit in Kiel und 
für die Hochschule für Lehrerbildung in Kiel 
ausgeführt werden fallen, wurden acht ange 
kauft und zwar mit je 400 Reichsmark: 
1. Zum Haus der Arbeit in Kiel von: 
a) Prof. Willi Titze, Lemsahl-Mellingstedt, 
Post Bergstedt, 
b) Erich Duggen, Kiel, Holtenauerstr. 161, 
c) Friedr. Westphal, Altona, Am Felde 62. 
2. Zur Hochschule für Lehrerbildung in Kiel 
und zum Deutschen Haus in Flensburg 
von: 
a) Otto Thämer, Hamburg, Mittelweg 61 
(Deutsches Haus), 
b) Jan Laß, Fahrenstedt bei Schleswig 
(Hochschule Lehrerbildung, 
c) Prof. Arthur Jllies, Ochtmissen bei Lü 
neburg (Hochschule für Lehrerbildung), 
d) Lesnik, Neumünster, Bellmannstraße 8 
(Hochschule für Lehrerbildung), 
e) A. Koch, Kiel, Feldstraße 154 (Deutsches 
Haus, Flensburg). 
In seiner Ansprache wies Oberpräsident 
Lohse darauf hin, daß man die Not der 
Künstler kennne und nach besten Kräften zu 
Helsen bereit sei. Er forderte die Künstler auf, 
zu ihrem Teil an der Aufbauarbeit im neuen 
Staat beizutragen. 
Oberregierungsrat Jngwersen von der 
Kreisregierung in Schleswig ging sodann im 
einzelnen auf den Wettbewerb ein. Wahre 
Kunst sei volksgebunöen,' sie bestehe darin, daß 
die Bewegungen einer Zeit im Gefühl der 
Menschen zum Erleben gebracht würden. Die 
zukünftige deutsche Kunst werde in ihrem In 
halt dem sieghaften Ausdruck verleihen, was 
die deutsche Volksgemeinschaft fühle. Der Wett 
bewerb solle eine Schulung der schleswig-hol 
steinischen Künstler in dieser Richtung sein. Er 
bezeichnete das Ergebnis des Wettbewerbs als 
„ersten Tag der Schulung". 
Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigte 
viele beachtliche Entwürfe, aber auch solche, bei 
denen der gute Wille den künstlerischen Boden 
verlor. — Die Ausstellung ist unbedingt 
sehenswert. 
die dem Reichs bund in der Zukunft gestellt 
sind. Im Geiste echter Kameradschaft, wie er 
für das nationalsozialistische Lager charakte 
ristisch ist, haben sich die natur- und geistes 
wissenschaftlichen Vertreter des Reichsbundes 
aus allen Teilen der Provinz eingefunden: 
Dr. Ludwig Andresen (Geschichte), Privat 
dozent Dr. Becksmann (Geologie-Geographie), 
Mittelschullehrer Willi Christiansen (Botanik), 
Dr. Emeis (Naturschutz), Staatsarchivrat Dr. 
Hoffmann (Familienforschung), Oberregie 
rungsrat Dr. Jngwersen (Heimat u. Schule), 
Museumsdirektor Dr. Kamphausen (Trachten 
pflege), Mittelschullehrer Gustav Friedrich 
Meyer (Volkskunde), Theoö. Möller (Heimat 
kunde), Privatdozent Dr. Peter Paulsen (Vor 
geschichte), Professor Dr. Remane (Zoologie), 
Dr. Schlee (Volkskunst), Professor Zylmann 
(Vorgeschichte). 
Eine Ausländsdeutsche 
erhält eine freie Reise nach Europa. 
Kellinghusen, 26. Aug. Eine seltene Freude 
wird in Kürze dem 82jährigen Veteran der 
Arbeit Heinrich Wohlers in der Preußerstraße 
zuteil. Seine Enkelin Frl. Lilli Umbach in 
Baltimore USA. absolvierte in vier Jahren 
das dortige Kunstinstitut und erhielt als beste 
Schülerin den ersten Preis, ein freies Reise- 
Stipendium nach Europa. Frl. Umbach hat sich 
dieser Tage auf dem Lloyddampfer „Bremen" 
eingeschifft und trifft Anfang September über 
Cherbourg-Paris zu einem längeren Aufent 
halt hier ein. 
"■“ w v) lu «uw «Juivcu uei vei «ne= 
■ “Hörn (Ist der Maschine beschäftigt. Der 
e Sachschaden ist erheblich. 
Ausgrabungen in der Stcllerburg. 
$r E ï6itv' 25 > Aug. Die Ausgrabungen in der 
s.5(uL 10 werden in aller Kürze begonnen. 
W ş Ņen ut aller Kurze begonnen, 
lex tlns jungen leitet im Aufträge des 
«ki ./"geschichtlicher Altertümer Tisch- 
('ett //st- der auch bereits im Vorjahre mit 
Ausgrabungen tätig war. 
,/ft. schwerer Sturz vom Boden. 
des auf die Tenne. Er mußte bewußtlos in 
die Wohnung getragen werden, wo der Arzt 
eine Gehirnerschütterung feststellte. 
* . * 
rg, Büsum, 26. Aug. Ernteunfall. Auf dem 
Hofe „Holland" waren drei Kinder damit be 
schäftigt, das eingefahrene Korn auf den 
Boden zu schaffen. Sie standen aus einer 
Bodenluke. Plötzlich brachen die stützenden 
Balken, und alle drei Kinder stürzten auf die 
Tenne. Dem jüngsten Sohn gelang es mit 
Mühe und Not, Hilfe herbeizurufen. Ernstliche 
Verletzungen konnten vom Arzt glücklicher 
weise nicht festgestellt werden. 
Atu UddeU* 
'in 
tz. - «rurz vom Wvoeu. 
c ^îgeukoog, 25. August. Gelegentlich 
iü H Kwl uŅvog, zo. Älugug. Gelegentlich 
Äe g "geburtstagsfeier stürzte der acht- 
""à'ie Karsten Wollatz infolge eines 
uom Boden des Wirtschaftsgebäu- 
Kiel erhält ein Hallenschwimmbad. 
Kiel, 26. August. Der Plan der Errichtung 
eines großen Hallenschwimmbades in Kiel, der 
seit über drei Jahrzehnten von Kieler amtli 
chen Stellen aus in offiziellen Kreisen beraten, 
erwogen und vertagt wurde, da die Uneinigkeit 
der Parteien des parlamentarisch-demokrati 
schen Systems alles zerschlug, wird jetzt, im 
zweiten Jahr nach der nationalsozialistischen 
Revolution, in die Tat umgesetzt. Inmitten 
einer Grünanlage, auf d. Lessingplatz, entsteht 
das große moderne Hallenschwimmbad, dessen 
feierliche Grundsteinlegung am Sonntag durch 
Oberbürgermeister Behrens, Kiel, in Gegen 
wart einer mehrtausendköpfigen Menge, dar 
unter der Kieler Sportler und Sportlerinnen, 
stattfand. Das Hallenschwimmbad wird vor 
aussichtlich am 1. Oktober 1935 in Betrieb ge 
nommen und eine erstklassige schwimmsport 
liche Kampfstätte im nationalsozialistischen 
Geiste werden. 
Mitgliedertagung 
des Rerchsverbandes der ambulanten 
Gewerbetreibende» Schleswig-Holsteins. 
Kiel, 26. August. Der Reichsverband der am 
bulanten Gewerbetreibenden hatte am Sonn 
tag in Kiel im „Colosseum" seine Mitglieder 
aus Schleswig-Holstein zu einer Tagung Zu 
sammenberufen, die deshalb von besonderer 
Bedeutung war, weil der Führer des Reichs» 
Verbandes, Pg. Landwehr, Berlin, zu den 
wichtigen Berufsfragen sprechen sollte. In An 
wesenheit von Vertretern der Behörden und 
Organisationen gab Gauwart Müller dem 
Reichsverbandsführer nach einleitenden Be 
grüßungsworten das Wort, der in seinem Re 
ferat einen eingehenden Ueberblick über die 
Stellung des ambulanten Gewerbes im neuen 
Staat gab und der Hoffnung Ausdruck verlieh, 
daß die geschlossene Zusammenarbeit aller 
Sparten dazu führen möge, daß das ambu 
lante Gewerbe zu einem ehrlichen angesehenen 
Vollkaufmannsstanö werde, damit auch dieser 
Stand an dem großen Wiederaufbauwerk öeö 
Führers teilnehmen könne. 
Schulnngslagcr des „Reichsbundes Volkstum 
und Heimat" in Vnchenhage» bei Kitzeberg. 
Kiel, 24. August. Gegenwärtig findet in 
Buchenhagen bei Kitzeberg ein Schulungslager 
des „Reichsbundes Volkstum und Heimat", 
Landschaftsführung Schleswig-Holstein, unter 
Leitung von Privatdozent Dr. Peter Paulsen, 
statt. Die Mitarbeiter der Abteilung I, 
Heimatforschung, der Landschaftsführung 
haben sich hier für eine Woche zu einer engen 
Lebens- und Arbeitsgemeinschaft zusammen 
geschlossen, die der einheitlichen, fruchtbaren 
Zusammenarbeit für die großen Aufgaben gilt, 
Schweres Autounglück. 
Elmshorn, 25. August. Auf der Chaussee 
Elmshorn-Pinneberg geriet ein mit Reit 
schülern der Reit- und Fahrschule besetztes 
Auto gegen einen Baum, überschlug sich und 
stürzte in den Chausseegraben. Die Insassen 
erlitten schwere Verletzungen und wurden 
dem städtischen Krankenhaus zugeführt. Bei 
einem der Verletzten trat der Tod alsbald ein. 
Der Personenwagen wurde total demoliert 
und mußte abgeschleppt werden. 
Saarländers 
30. August letzter Termin Eurer Meldung 
Aiu dm* QedcUtssaai 
Aschenbrödel im Silberkleiöe. 
Eigenartige Brautwerbung. 
Kiel, 24. Aug. Eine eigenartige Anschauung 
von der Brautwerbung hatte der Angeklagte 
H. A>, der wegen Erpressung von dem hiesigen 
Schöffengericht zu einem Jahr Gefängnis ver 
urteilt wurde. Die von ihm eingelegte Re 
vision wurde verworfen. Tie Verurteilung 
erfolgte auf Grund folgenden Sachverhalts: 
A. machte dem Vater einer ihm bekannten 
Dame den Antrag, ihm die Tochter zur Frau 
zu geben, wahrscheinlich, um sich in den Besitz 
der recht ansehnlichen Mitgift zu setzen. Als 
sein Antrag abschlägig beschieden wurde, 
schrieb er einige Briefe, in denen er mit der 
Veröffentlichung kompromittierender Schrei 
ben drohte, und um ein Darlehen von 200 Mk. 
bat, da angeblich seine Sparkassenbücher nicht 
verfügbar seien. Diese Forderung wurde vom 
Gericht als Erpressung angesehen. 
>St5> to 
/stlle die schönen Toiletten mitge- 
^ du mir geschenkt hast, Grotz- 
è'^'ben stillst"^ ôĢist, daß du 
Epach^ich hast tut nicht zu viel Schmuck 
»Ş ņnt den Sachen." 
und ich bin auf Reisen im- 
tiStfc sind sehr wertvolle Stücke im 
ÌnZĢnuck 
K-h M'ch 
Satte: 
I.îchhŗôsstem Aerger stürzte sich der 
5» t ş"şà mit ihr in den Strudel 
ņscheu Vergnügen. Die Reise hatte 
àiges mir", log Vera, die 
n^.^Ģgung stehenden Juwelen 
angestrengt. Grottkau, der den 
."er Bahn erwartete, war erschrok- 
è krsüi/rankes Aussehen. 
m^denö in dem großen, eleganten 
st ,ê//Ņera ein Erlebnis. Sie nahm 
l Io 1 eitfiptr 3e ïïn und Herrn von Grottkau 
ì ìm Speisesaal ein. 
st? vtit ?en verschlang das Leben um sich 
% e 0 kààtzen Augen und berührte die 
tSn 1 sT Freiherr von Falke war über 
list' Öen - Ctt beinahe krankhaften Lebens- 
n'tÄttitftMädchen ausstrahlte. Seine 
sişîihex Ķ stber seine Enkelin wurde im- 
' str fühlte sich am nächsten Tag so 
Bett bleiben mußte., 
Nh/./c,ß'sMßer sich. 
ÎSÏ nô usssìer im Hotel, ebenso gelang 
à/istg iattg wie auf der Falksburg! Am 
ÄvA bvd lsie aus gewesen, hatte Läden 
Einkäufe gemacht. Auch ins 
Ä / ei n ‘ te (. war sie gegangen, um ihrer 
dla/ überraschenden Besuch zu ma- 
à s?Eschental und seine Gattin 
sttz Bera war so wütend über 
jst/ung, daß sie nicht einmal einen 
V" bm,' Cutter zurückließ, 
îst sie durch die 
st"u Restaurant 
Roman von Maria von Sawersky. 
stück ein, weidete sich an den Blicken der Män 
ner, die ihr folgten und kehrte schließlich in 
ihr Hotel zurück. 
Vielleicht ging es dem Freiherrn besser und 
man konnte abends ausgehen. 
Sie erkundigte sich bei Kraus, aber die Aus 
kunft war betrüblich. 
„Der gnädige Herr befindet sich gar nicht 
wohl, er hat ein Schlafmittel eingeirommen." 
Verdrossen ging Vera in ihr Zimmer, wo 
Betty sie mit der überraschenden Mitteilung 
empfing, daß ein Herr nach ihr gefragt habe. 
„Was für ein Herr?" erkundigte sich Vera 
verblüfft. 
„Herr Harry Kronheim", lautete die ver 
schmitzte Antwort. „Er sitzt unten im Musik 
salon und wartet auf das gnädige Fräulein." 
Vera begab sich in den Musiksalon hinab, der 
abseits von den anderen Gesellschaftsräumen 
des Hotels lag und fast nie benutzt wurde. 
Sie hatte in der Langeweile der Falksburg 
mit Harry geflirtet und den Jüngling regel 
recht verliebt in sich gemacht. Auf ihren ge 
meinsamen Ritten hatten sie Küsse getauscht, 
und heimliche Briefchen waren durch die Betty 
befördert worden. Aber der Junge war doch 
einfach verrückt, ihr nach Berlin zu folgen! 
Wenn Grottkau das erfuhr, warf er ihn glatt 
hinaus und sie selbst kam in eine unange 
nehme Situation. Na, dem Jungen wollte sie 
mal ordentlich den Kopf waschen! In der rich 
tigen Stimmung war sie dazu! 
Im Musiksalon tippte Harry den neuesten 
Tonfilmschlager auf dem verstimmten Instru 
ment. Als Vera eintrat, lief er mit einem 
Freudenschrei auf sie zu, aber sie wehrte ihren 
Verehrer ärgerlich ab. 
„Sie sind wohl ganz und gar übergeschnappt, 
Harry", zankte sie. „Was wollen Sie hier? 
Und woher nehmen Sie den Mut, hier im 
Hotel aufzutauchen, wo auch Herr von Grott 
kau wohnt und Sie erwischen kann?" 
„Keine Angst, teure Anne! Der Harry ist 
Straßen, nahm 
ein Gabelfrüh- 
nicht so dämlich, wie er sich manchmal stellt 
Ich habe mich beim Portier erkundigt. Mein 
hoher Chef ist ausgegangen. Wahrscheinlich, 
um sich mit seinem geliebten Sohn zu treffen. 
Ich bin hergekommen, um Sie zu sehen!" 
„Machen Sie schleunigst, daß Sie wieder 
nach Grottkau zurückfahren." 
_ „Geht nicht. Dort habe ich erzählt, daß mich 
Herr von Grottkau dringend nach Berlin be 
ordert hat. Und da bin ich. Ich habe es näm 
lich vor Sehnsucht nach Ihnen nicht ausgehal 
ten, Anne!" 
„Mit Ihrer Sehnsucht bringen Sie mich in 
eine scheußliche Situation, Harry. Ich kann 
Ihnen hier doch keine heimlichen Stelldicheins 
geben wie auf der Falksburg!" 
„Hören Sie mich an, Zlnne. Ich liebe Sie!" 
„Das haben^ Sie mir schon tausendmal ge 
sagt, Harry, aber es ist eine aussichtslose 
Sache. Ein bißchen Flirt aus der langweiligen 
Falksburg war ja für itns beide sehr erhei 
ternd, aber — —" 
„Es gibt kein „Aber"! Ich habe einen Brief 
von meinem Vater bekommen. Er freut sich, 
daß ich es so lange auf Grottkau ausgehalten 
habe. Er scheint sich auch bei Herrn von Grott 
kau über mich erkundigt zu haben. Offenbar 
hat dieser in einer vorweihnachtlichen Freu- 
denstimmung meinem alten Herrn über mich 
einen blendend schönen Bericht gesandt. Na, 
mit einem Wort, es ist mit Papa wieder alles 
in Butter. Ich darf nach Hause zurückkom 
men, man wird mir das übliche Begrüßungs 
kalb schlachten. Meine Mama schwimmt schon 
in Freuöentränen." 
„Gratuliere! Aber was habe ich mit all dem 
zu tun?" 
Harry Kronheim sah Vera mit großen Au- 
gen an. Er fand sie wunderschön utit ihrem 
blassen Gesicht, dem Kraushaar und den flak- 
kernden, heißen Augen. Er war bis über die 
Ohren in sie verliebt. 
„Welch eine Frage, Anne? Nun können Sie 
meine Frau werden. Ich bin hergekommen, 
um bet Ihrem Großvater um Ihre Hand zu 
bitten." 
Vera war starr. 
Niemals hatte sie bei ihrem Flirt daran ge- ^ 
dacht, daß der junge Mann ernsthafte Absich 
ten haben könnte. Sie überlegte blitzschnell 
init dem berechnenden Temperament, das sie 
von ihrer Mutter geerbt hatte. 
Harry Kronheims Frau! Ter Junge ent 
stammte einer schwerreichen Familie, war der 
einzige Sohn und hatte bei seinem Vater os- 
fenbar wieder einen dicken Stein im Brette 
Man durfte die Sache nicht von der Hand 
weisen. Sie galt als Enkelin des Freiherrn, 
aber sie wurde ein unsicheres Gefühl bei der 
Geschichte nicht los. Sie kam mit ihrem „Groß 
vater" nicht voran. Irgendwo fühlte sie Wi-^ 
derstand. Wenn der alte Mann sie eines 
Tages fortschickte? Wenn der ganze Schwindel 
überhaupt herauskam? Sie schauderte. 
Henry Kronheim deutete das Schweigen des 
Mädchens falsch. 
„Natürlich weiß ich, daß ich lange nicht gut 
genug für Sie bin, Anne. Sie entstammen 
einer alten Adelsfamilie. Als meine Frau 
würden Sie nur einfach Anne Kronheim 
heißen." 
Beinahe hätte Vera ihm ins Gesicht gelacht. 
„Aber ich bin sehr reich", fuhr Kronheim 
fort, „und mein Vater wünscht seit langem, 
daß ich mich verheirate und seßhaft werde. Ich 
kann Ihnen alles bieten, waģ Sie wünschen 
und will Ihnen die Hände unter die Füße 
legen. Darf ich mit dem Freiherrn sprechen?" 
„Gut, ich nehme Ihren Antrag an, Harry", 
entschied sich Vera.. „Mit meinem Großvater 
können Sie aber vorläufig nicht sprechen. Er 
ist krank, und ich möchte ihn erst langsam vor 
bereiten." 
„Ach, Anne, Sie wollen mich wirklich hei-. 
raten?" 
„Ja!" Lachend ließ sich das Mädchen die 
stürmische Umarmung gefallen. „Und nun 
müssen Sie nach Grottkau zurückkehren." 
„Ich denke nicht daran. Jetzt, wo ich Ihr 
Jawort habe, trenne ich mich nicht mehr von 
dir, Anne. Ich bleibe über Weihnachten in 
Berlin, und wir werden uns köstlich amü- ' 
sieren!" 
Amüsieren! 
(Fortsetzung folgt.) 
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