Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 3)

S>uv Rnter Haltung 
Ķuf mermmschâumtem Felftneilan-. 
Beilage der Schleswig-Holsteinischen Laadeszeituag (Reridsburger Tageblatt) 
Dienstag, den 7. August 1934 
steil ins Meer abfallenden Plattform. Links 
und rechts schieben sich zerrissene, rote Felseü- 
massen vor. Die untergehende Sonne zaubert 
Don Fritz Löwe. 
einen blitzenden Steg von der Insel zum 
Ņlz Hamburg. 
" Deck tzx^ben^St. Pauli-Landungsbrücken 
S stieg . » 
ìndeg' èer Wind die über Hamburg 
^bel auseinander. Die 
oett à Fahrt nach Helgoland bereit 
, Opfers der Hamburg-Amerika- 
nearer* “w»cumuuei. Lue Sonne 
ôûa àî^'ch und vergoldete mit ihren 
Wie 
»^ttheer^ ./änderbare Hafenbilö. 
ul» Sort?, trömten Scharen von Arbeitern 
Ikâ Mitten r>i ^ņgsbrûcken. Bald befinden wir 
'„Ms w-, .^s öem Strome, passieren die Rie- 
^ ^ïopms eit Ģerippen von Helligen. Aus 
iy S Uttft steigen Hamburgs schlanke 
!kn?trc>nke1^ngsvoll grüßt das sich stolz 
tz^îNļn,l" ^Ņ'smarck-Denkmal. Im Ha- 
ikrì^°oteu Herden von Ewern, Jollen, 
lin^eutscļîp^ Şcherboote gleiten vorbei. Von 
tohņe" ?^1t dringt lautes Hämmern 
ļk Kaiser ^Brunsbüttel unt der Einfahrt 
ilu^ewF'lhelm-Kanal wird passiert. 
»>I° sind wst./ìne angenehme Brise. Gegen 
«u! ^hrm ^^^eits in Cuxhaven. Nach we- 
I°ie eņ geht eg Volldampf hinaus 
Äe£ tt 5 e Nordsee. 
Ifh ’^«e Q* ^înkosen die grünen Wogen 
à'.ttbersà^ff. Wenn sie am Buge zerschel- 
d ^ Ey.. în sie ihn mit Millionen glän- 
tg^^öde und Edelsteine. Auf den 
tzs^lle ^ die Elbfeuerschiffe. Dumpfe 
«iist kitgg , See zeigen die Ankunft in die 
tch-^itstn ^ r Dampfer an. Noch grüßt 
<^°n?befin^uchtturm der Insel Neu- 
!^sT 
^vn 
lter! tt » f>? e ^Ucht wie ein lichter Frühlings- 
î ti'?ş lenseste Helgoland empor. Um- 
i^Euen Wogen, die roten Felsen, 
tiiÄ, jîļ strahlenden Sonnenlicht, ein 
ņ E Anker rasseln in die Tiefe. Schon 
Voltten ru Ien Motorbooten die wetter- 
tşi KÜr ^şàtten der Helgoländer Schif- 
^ütli^arauf sitze ich am Fenster mei- 
°!>n\î>et blitzsauberen Zimmers am 
iHNtfft r Rande des Felsens hinlaufen- 
^-'.^^b^öes Oberlandes. Ueber die 
'êe ^Ņhäuschen des Unterlandes und 
. ^une überblicke ich die schäumenden, 
einander überstürzenden Wogen der Nordsee. 
Gewitterstimmung lag über der Insel, als 
ich die Wanderung um das Felsenplateau be 
gann. Der Seewind jagt spielend weiße Wol 
ken wie Riesenballons vor sich her, ballt sie 
zu dräuenden Gewölken, zu phantastischen 
Gebilden. Tiefer Frieden ringsum. Kein 
Mensch weit und breit. Auf grünenWiesenwei- 
den große Schafe. Aus der Ferne klingt die 
Glocke des Kirchleins, vereinigt sich mit dem 
Murmeln der See und dem Brausen des See 
windes zu einer friedvollen Meeressymphonie. 
Lange sitze ich auf der Bank am Rande einer 
dunkelnden Horizont. Eine erfrischende Brise 
weht vom Meere. Schmeichelnd umarmen die 
grünen Wogen das rote Eiland. Ihr leises 
Plätschern klingt zu mir hinauf. Ringsum 
stürzen die vom Meere zerfressenen Felsen 
jäh ab. Ihre roten Trümmer umspielt die 
See. 
So gelange ich zum Lummenfelsen. Schwarz- 
weiße Lummen, eine Art von Taucherenten, 
umflattern ihn krächzend, nisten brütend in 
den steilen Felsen. Ihre Flügel blitzen in der 
Sonne. Ihr wildes Gekreisch mischt sich mit 
der Brandung der See. Am Horizont dämmert 
ein zarter, rosa Schimmer. Die blau-grüne 
Fläche der Nordsee leuchtet weit hin. Eine 
blutrote Scheibe neigt sich die Sonne dem 
Meere entgegen. Einen Augenblick ist es wind 
still. Dann bricht der Sturm mit neuer Ge 
walt los. Schäumend schlägt die weiße Gischt 
an die rotglühenden Felsen. Ringsum rau 
schen die Wogen der Nordsee. Das Meer leuch 
tet jetzt blau, ins tiefgrüne spielend. Die Son 
ne ist in blutroten Wogen verschwunden. 
Allerlei am all« Writ. 
î>en wir uns mitten auf der 
onne wirft ihre Feuer auf die 
tztr^"' Zaubert auf sie eine schim- 
ņe, auf der unser Schiff still dahin 
ì^gen. 
Hans im Glück — oder die Geschichte eines 
Haupttreffers. 
Eine aufsehenerregende Haupttreffergeschich 
te wurde dieser Tage nach einem langwierigen 
Prozeß zum Abschluß gebracht. Es handelte 
sich um das Glück eines armen Knechtes, der 
durch ein Baulos den Haupttreffer von 100 000 
Schilling gewann. Hans Schaup lebte als ar 
mer landwirtschaftlicher Arbeiter in Anzen 
dorf im Burgenland. Sein einziger Traum 
war ein kleines Anwesen zu kaufen und er 
legte sich sorglich jeden Groschen zurück, den er 
sauer genug verdient hatte. Doch mußte er 
bald einsehen, daß alles Sparen ihm nicht die 
Erfüllung seines Wunsches bringen könnte. 
So entschloß er sich, von dem ersparten Gelde 
ein sogenanntes Baulos zu kaufen. Knapp vor 
der Ziehung kam ein Losagent zu ihm, der 
ihn zum Umtausch des Loses überredete. Der 
Knecht willigte ein, behielt sich aber das Recht 
vor, daß sein altes Los wenigstens noch bei 
der nächsten Ziehung mitspielen sollte, was 
ihm zugestanden wurde. Bei der bald darauf 
stattgefundenen Ziehung wurde nun tatsäch 
lich das Los, das er bei dem Umtausch zurück 
gegeben hatte, mit dem Haupttreffer von 
100 000 Schillingen gezogen. Trotz ihrer Zu 
sicherung weigerte sich nun die Losvertriebs 
stelle, von der das Los stammte, den Haupt 
treffer auszubezahlen. Es kam zu einem Pro 
zeß, der schließlich mit einem Vergleich endete. 
Der Knecht bekam 45 000 S. ausbezahlt, im 
merhin noch eine sehr stattliche Summe, die ge 
nügt, um den Traum seines Lebens in die 
Wirklichkeit umzusetzen. 
Geschichte des Strandkorbs. 
1882 wurde der erste Stranökorb von dem 
Warnemünder Korbmacher W. Bartelmann 
aus Rostock hergestellt. Die Anregung gab 
eine gichtkranke Dame, die einen Stuhl mit 
Windschutz für den Strand bestellte. Bartel 
mann flocht einen Stuhl aus Weide, der mit 
grauem Leinen bespannt wurde. Da jedoch die 
Leinwand allein nicht dauerhaft genug war, 
wurde bei späteren Anfertigungen der Korb 
stuhl höher geflochten und über den Kopf zu 
sammengezogen. Wiederum später kam die 
kleine Markise gegen die Sonne, dann der 
Seitenschutz, die ausziehbare Fußstütze und 
der kleine Tisch, bis endlich der kipp- und sogar 
verschließbare Liegestuhl geschaffen war. 
Dunkle Gewitterwolken fliegen über das Ei 
land. Als ich die ersten Häuschen erreiche, zuk- 
ken aus dem Gewölk vereinzelte Blitze. Aus 
dem nahen Lokal „Nordseeluft" klingt lustige 
Musik. Die Jugend ergötzt sich an dem Helgo 
länder Nationaltanz, dessen Worte lauten: 
„Slim mien moöerken, slim mien moderken, 
Is mien moderken noch so stimm . . . 
(Schlimm ist mein Mütterchen, schlimm ist 
mein Mütterchen, 
Ist mein Mütterchen noch so schlimm, geh ich 
doch zum Tanze hin." 
Dicht dabei haben sich auf dem kleinen Fried 
hof all' die Helgoländer Geschlechter zur letzten 
Ruhe begeben, die sich einst zu denselben Klän 
gen im Tanze geschwungen. 
Ergriffen stehe ich vor dem Häuschen, in 
dem der Dichter Hoffmann von Fallersleben 
am 26. August 1841 das Gedicht „Deutschland, 
Deutschland, über alles" niederschrieb. 
Schrifttum. 
Wolken, Wind und Wellen im Lichtbild behandelt ein Auf 
satz im Augustheft der Zeitschrift „Die Linse" (Berlin- 
Lankwitz). Das hübsch ausgestattete Heft, das zahlreiche 
Bilder bringt, berichtet weiter über „Lehrmeister Film", 
Gruppenaufnahmen im Freien, Was photographieren wir im 
August? Das panchromatische Aufnahmematerial. Entwickeln 
bei Tageslicht. Wie entstehen Mißerfolge? — Wußten Sie 
schon? — Und nun das Neueste! Fritz Hansen behandelt im 
„Photo-Recht" in unterhaltender Weise „die Kegelklub- 
photographic". Den Beschluß bilden die Rubriken „Neue 
Drucksachen" — „Neue Bücher" und Vercinsecho. Als Be 
sonderheit bringt das Heft zwei Beilagen „Pioniere der 
Photographie" und eine Tafel mit zwei farbigen Bildern 
nach dem neuen Agkacolor-Verfahren. 
Tiefes Dunkel liegt über der Nordsee, als 
ich von der Falm Ausblick halte. Aus schwar 
zer Nacht leuchtet das rote Licht der Hafenboje. 
Vor der Düne warnen helle Lichter. Gleich 
Glühwürmchen leuchten die Schiffslaternen 
im Hafen. In der Ferne erglühen die Feuer 
zeichen der Elbfeuerschiffe. Im Süden blinkt 
das Leuchtfeuer von Wangeroog. Weiterhin 
das feste weiße Feuer des Rotensanö-Leucht- 
turms. Ueber der Nordspitze der Düne er 
blickt man das weiße Feuer des Eiderfeuer 
schiffes. Bei klarem Wetter kann man sogar 
das 32 Seemeilen entfernte Feuer von Am 
rum und das Leuchtfeuer von Hörnum sehen. 
Die Lichtwogen des Helgoländer-Leuchtturmes 
huschen über die dunkle See, erhellen sekunden 
lang die weiße Düne. 
In der Ferne, zwischen Elbe- und Weser- 
mündung zuckt Blitz auf Blitz. An der Küste 
geht ein schweres Wetter nieder. Bald steht 
die schwarze Wand in hellem Feuer. Dann 
wieder wird die Nacht von im Zick-Zack herab- 
fahrenöen Blitzen grell beleuchtet. Seewind 
und plätschernde Wogen singen mir das 
Schlummerlied. 
(Schluß folgt.) 
Erhard, -er Ģrlrrer» 
Ģeno Ohlischläger. 
: t , v «U]Y’r u etlteê Abends von der Arbeit 
ì. i>er las er auf einem kleinen 
Garten mit Wasseranschluß 
Sr zu vermieten. Näheres 
r mm ‘ 
M -V ö e e { kleiner Garten, — das war 
is 
Ü& 1 ver^Ģartner spielen, das Men 
geistigen Arbeit des Ta- 
«^gte^Eend und beglückend. Zu Hau- 
ex şich die Sache ganz genau, 
? iekr us Ichvn int Traum als Garten- 
'A j” schon . deinen Garten war natür- 
Au, öem v tlt riesiges Treibhaus gewor- 
Äch 1 Unter l ~ seltsamsten Blumen und 
^à?vur sp, îeiner Obhut wucherten), am 
l n erster Gang in die Eisdiele, 
^ erfahren. 
Hfseyz^Zte Eberhard der „Wasseran- 
1 ■ - ï lag der Garten an einem 
S;>' 
gar^Eeicht bot er dadurch gleich 
i„ ^ngelgelegenheit. 
_ .. ?er allerdings eine Enttäu- 
ş^h?lbsi btzer der Eisdiele, dem der 
iņ^"ì'le, klärte ihn auf, daß der 
' 1 è Nähe liege, und hier in der 
§emei«ņe Gemäss er; mit Wasseran- 
VAnu? A . ut, daß eine regelrechte Was- 
V e ften n e 4 1 Zarten führte, und nicht 
^ôļfeŗ °>u«e darin stand, in der sich 
ê lib ^^8 oder wenigstens fangen 
on 
V? ÔeÄ’Gen à war der Garten, den sie 
' sîMtfit f iÄ en ' ganz so, wie Eberhard 
S ïn - Str^- eine dichte Hecke schloß 
St)/ 11 .. e ab) er war keineswegs 
Sis 1 h' 1 şià / tt Stückchen wilder Natur, 
tz, î. ^tt Häuschen, das man mit 
''îng eine Laube nennen 
U>ar f es; 
j. l 8 und schloß den Vertrag 
fw/1/ nn Eberhard bei seinem 
hätte, wäre ihm sicher 
Ņ^al js/EIrnehr, da Fachleute so 
"Erjonlich übel nehmen, die 
ķî- 
Wut gekommen. Eberhard legte nämlich nicht 
den geringsten Wert auf sachgemäße Bearbei 
tung seines Stückchen Land. Mein Gott, was 
hatte man nicht alles bei richtiger Pflege aus 
diesem Gärtchen herausholen können. Aber 
Eberhard wollte hier ganz willkürlich drauf 
los wirtschaften. Bor allem kam es ihm darauf 
an, hier zu arbeiten, sich körperliche Bewegung 
nach der Gehirnarbeit des Tages zu verschaf 
fen. Aus Ferientagen an der Ostsee her wußte 
er, daß Graben und Schippen eine gesunde, für 
verrostete Großstadtknochen erst gar nicht so 
leichte Arbeit ist: wie hatte er damals diese 
Vorarbeit zu seiner „Burg" im Ostseebad ge 
liebt, weil sie seine Muskeln anstrerigte und 
ihm hinterher das Gefühl gab, etwas geleistet 
zu haben! Daher stand es bei ihm fest, daß der 
Garten zuerst einmal gründlich umgegraben 
werden müsse) er schaffte sich zunächst eine 
mächtige Schaufel an und machte sich mit Eifer 
an die Arbeit. Da der Garten nicht groß war, 
hatte er alle Teile, die überhaupt hierfür in 
Frage kamen, eher umgeschaufelt als ihm lieb 
war. Ziemlich wahllos pflanzte er dann Blu 
men und Gemüse an. Was ihm nicht schnell 
genug wuchs, verwarf er bald als schlecht) das 
gab ihm die willkommene Gelegenheit, seine 
Schaufel wieder in Tätigkeit zu setzen. 
Außerdem steckte natürlich auch in Eberhard 
wir in jedem Manne, das Kind, das spielen 
will. Das herrlichste Spielzeug im Garten ist 
ein Schlauch. Ein Schlauch war daher seine 
zweite Anschaffung, ein Schlauch mit allen 
Schikanen, d. h. einem Vorsatzstück, aus dem 
man das Wasser auf die verschiedenste Art her 
ausspritzen lassen konnte: als breiten, oder gar 
als schmalen, heftigen Strahl, in Fächerform 
oder als Brause. 
So emsig Eberhard zuerst seinen Garten um 
gegraben hatte, so reichlich begoß er ihn jetzt. 
Wieder war ihm nicht der Zweck die Haupt 
sache, sondern das Spritzen selbst machte ihm 
unbändige Freude. Er gab sich das natürlich 
nicht selbst zu, sondern redete sich vor, daß diese 
Besprengung nötig sei, während die Wasser 
mengen für einen Garten von vierfacher 
Größe gereicht hätten. 
Eines Sonnabendsnachmittags war Eberhard 
auch wieder im Garten tätig. Er hatte die 
Freude gehabt, zu entdecken, daß die Erde um 
den großen Apfelbaum viel zu hart sei, und 
er war eben damit fertig geworden, sie nach 
Herzenslust im Schweiße seines Angesichts 
(die Zeitungen meldeten heute 30 Grad Hitze 
im Schatten) umzugraben, wobei ihm die 
Wurzeln noch besonders angenehme Schwie 
rigkeiten gemacht hatten. 
Nun wollte er sprengen. 
Er schraubte den Schlauch an den Hahn und 
drehte mit dem großen Schlüssel auf dem 
Boden das Wasser auf. Schnell wollte er den 
Schlauchkopf packen) aber er hatte so heftig auf 
gedreht, daß das Wasser durch den Schlauch 
jagte und ihn wie eine Schlange hin und her 
durch den Garten trieb. 
Eberhard lief ihm nach wie ein Jäger einer 
kostbaren Beute. Aber gerade als er sich bük- 
ken wollte, um die Spritze zu haschen, stieß 
diese gegen die Gartenbank, und der Schlauch 
bäumte sich hoch auf. In gewaltigem Strahl 
schoß das Wasser hoch über die Hecke auf die 
Straße. 
Von draußen ertönte ein Schrei. 
^Erschrocken und empört rief eine weibliche 
Stimme um Hilfe und nach der in solchen 
Fällen stets angerufenen Mama. 
Eberhard selbst war nicht weniger erschrok- 
ken) das hatte die heilsame Folge, daß er end«- 
lich auf den richtigen Gedanken kam, wie er 
des rasenden Schlauches Herr werden konnte) 
statt sich mit ihm herumzuschlagen, brauchte er 
ja nur das Wasser wieder abzudrehen. 
_ Nun lag der Schlauch artig da) Eberhard 
stürzte zur Gartentür und auf die Straße. Da 
stand, von der plötzlichen Dusche durchnäßt, ein 
hübsches junges Mädel. 
„Was fällt ihnen denn ein, Sie frecher 
Mensch!" schimpfte sie, den Tränen nahe, auf 
ihn ein. „Sich auf die Lauer zu legen und vor 
beikommende Damen zu belästigen! Das ist ja 
unglaublich!" 
„Entschuldigen Sie tausendmal!" rief Eber 
hard. „Ich bin ganz unschuldig! Ich hatte doch 
nicht die Absicht, ich lag doch gar nicht auf dem 
Schlauch, ich meine, ich lag doch gar nicht auf 
der Lauer, der Schlauch ist Schuld, er ist mir 
öavongesprungen, oh, verzeihen Sie viel 
mahls." 
„Verzeihen, entschuldigen, was nützt mir das 
alles? Selbst wenn es nur eine Ungeschicklich 
keit von Ihnen war, wird mein Kleid davon 
nicht wieder trocken, daß Sie sich entschuldigen! 
Sehen Sie doch, wie naß ich bin!" 
Eberhard sah) er sah, daß Hut und Kleid und 
Schuhe durch den überraschenden Guß in 
einem Zustand waren, daß sie keinen Schritt 
in diesem Aufzug weitergehen konnte. 
»FurKtbavl" sagte er kleinlaut. «Me MKv ■ 
Sie trocknen. So können Sie wirklich nicht..." 
„Abkühlung ist einem ja heute erwünscht," 
sagte sie, schon etwas freundlicher. „Aber solch 
eine Dusche, na, ich danke! Aber da wird mir 
wohl wirklich nichts anderes übrig bleiben 
als mich bei Ihnen zu trocknen, Herr.... 
Herr?" 
„Raschke ist mein Name, Eberhard Raschke. 
Und darf ich auch wissen, wie Sie heißen?" 
„Eigentlich tut das nichts zur Sache. Ich 
heiße Ilse Diehl," antwortete sie. Er führte 
sie in den Garten und zeigte ihr den Uebel 
täter. 
Mit dem Hut war es am einfachsten: der 
kam an einm Baum zu hängen) dann gab er 
ihr ein paar seiner Sandalen, während sie 
ihre Schuhe zum Trocknen in die Sonne stellte, 
und es fiel ihm ein, daß er in der Laube noch 
einen Trainingsanzug hatte, für den er bis 
her keine Venwenöung gehabt hatte. Sie zog 
sich in der Laube um, und das Kleid breitete 
sie auf der Gartenbank aus. 
Einige Wochen später hatte der Garten ein 
ganz anderes Gesicht bekommen. Ein Teil war 
eine Art „Sportplatz" geworden) da stand ein 
Reck, da lag eine Sanöfläche zum Springen, da 
waren Hanteln und Kugeln. Eberhard konnte 
hier seine Körperkräfte nach Herzenslust aus 
toben lassen. Eine andere Partie war als Nutz 
garten ausgelegt und versprach, mal etwas 
abzuwerfen. Die Ecke aber um die Laube 
herum war der Ziergarten) doch wuchsen hier 
die Blumen nicht in langweiliger Regelmäßig 
keit, sondern wild und lustig durcheinander) 
hier konnte man träumen und ein Stück un 
verfälschter Natur erleben. 
Daran, daß hier alles gedieh, merkte man die 
Hand einer Frau, die jetzt hier waltete. Nur 
ein Stück des Gartens sah ein bißchen küm 
merlich aus) das war das sogenannte „Alpi 
num". Eberhard hatte es angelegt und sich in 
den Kopf gesetzt, es selbst zu pflegen. 
Eines Tages sah er doch ein, daß es nichts 
Rechtes würde. 
„Ich gebe es auf, Ilse! Uebernimm du es, 
und mach daraus, was du willst!" sagte er 
lachend. 
„Du wirst eben doch nie ein geschickter Gärt 
ner werden!" stimmte Ilse in sein Lachen ein. 
„Darüber solltest du dich nicht beklagen," 
scherzte Eberhard. „Wenn ich damals schon ein 
geschickter Gärtner gewesen wäre, hätte ich dich 
à àiNŞ gelernt mrd Mr FŞ bànMuşş
	        
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