Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 3)

Als erste Book krieS „Cätek" (Firjayn, 
SSL) gegen 15 Uhr durchs Ziel. Noch immer 
herrschte eine Flaute, so daß das zweite Boot, 
die „Ilse 3" (Grewe, KSV.j, erst nach gerau 
mer Zeit das Ziel passierte. Doch daun fuhr 
eine leichte Brise auf, die sich spater zu einem 
kräftigen Wind entwickelte. Infolgedessen ka 
men die Boote jetzt schneller heran. Gegen 
17.30 Uhr erreichte das letzte Boot das Ziel. 
Am Abend fand im „Staüttheater" die 
Preisverteilung statt. 
Aus Ilms Husum 
Fata Morgana überm Wattenmeer. 
Husum, 14. Juli. Eine zauberhaft schöne 
Fata Morgana konnte am Freitag früh ein mit 
dem ersten Hamburger Autobus südwärts fah 
render Husumer auf der Fahrt durch Süder- 
öithmarschen genießen. Im Nordwesten tauchte 
dort plötzlich überm Deiche an der Kimmung 
die Luftspiegelung einer Stadt- und Dünen 
landschaft hoch empor, die sich, als bei näherer 
Betrachtung eine Reihe von Einzelheiten deut 
lich erkennbar wurden, als Westerland auf 
Sylt erwies. Hell schimmernten im Süden der 
Stadt die langen Höhenzüge der Hörnumer 
Dünen, und ostwärts setzte sich gerade ein Zug 
nach dem Hindenburgdamm zu in Bewegung, 
eine dunkle Rauchwolke zum Morgenhimmel 
empor sendend. 
Aus HoedfciesUutd 
Bon der Blausandmaschine überfahren 
und beide Beine gebrochen. 
Nordstrand, 14. Juli. Als die Blausandma 
schine auf die Ländereien eines hiesigen Be 
sitzers geschafft werden sollte, geriet der dane 
ben hergehende etwa 20 Jahre alte Beifahrer 
Willi Peters ans St. Annen bei Lunden mit 
dem Unterkörper unter die schwere Maschine 
und brach beide Beine. Wie das Unglück ge 
schehen konnte, ist, da der Koloß ganz langsam 
fuhr, ebenso rätselhaft für den Unglücklichen 
selbst wie für seinen Arbeitskameraden, der als 
Fahrer tätig war. Der so schwer verunglückte 
junge Mann mußte in das Nordstrander Kran-' 
kenhaus überführt werden. 
Rîsum, 14. Juki. Neuer GemekndevorsteHer. 
Im Zusammenhang mit dem neuen Gemein 
deverfassungsgesetz ist der Bauer und Gast 
wirt Sönke Johannsen als Dorfschulze er 
nannt worden. Er hat sein Amt bereits fett 
einigen Tagen übernommen. 
Aus StapdLsUn 
Cchmcs KeckhrsmM 
bei MriWt. 
Der Führer als Ehrenpate. 
Goldebek, 14. Juli. Adolf Hitler übernahm 
die Ehrenpatenschaft für das 9. Kind des Ar 
beiters Christoph Matthiesen und bedachte es 
mit einem Patengeschenk von 50 JUl. 
Unglücksfall mit tödlichem Ausgang, 
kr. Niebüll, 16. Juli. Heute vormittag ist der 
Treckerführer Ernst Kroll aus Krakebüll in 
Ausübung seines Berufes tödlich verunglückt. 
Kroll, welcher auf dem Felde in der Nähe von 
Freesmark pflügte, wurde tot unter dem Trek 
ker aufgefunden. Der Verstorbene mutz wäh 
rend der Arbeit heruntergefallen und unter 
die Maschine gekommen sein. Näheres konnte 
nicht festgestellt werden. 
Friedrichstadt, 14. Juli. Heute nachmittag 
gegen 4 Uhr verunglückte unweit Friedrichstadt 
der Verkehrsomnibus der Firma Reimers aus 
Marne. Das Unglück entstand durch Platzen 
des linken Vorderreifens. Der Fahrer verlor 
dadurch die Gewalt über das Fahrzeug. Der 
Wage» geriet ins Schleudern, überschlug sich 
und landete mit den Rädern nach oben in 
einem tiefen, mit Wasser gefüllten Graben. 
Drei Aerzte leisteten die erste Hilfe. Der 
Wagen war mit 34 Personen besetzt, von 
denen 18, zum Teil schwer, verletzt wurden. 
Das 28jährige Fräulein Hansen aus Elms 
horn ist ihren Verletzungen erlegen. Die 
Mitfahrenden stammen zum Teil aus Altona, 
Rahlstedt und Elmshorn. Die Verletzten sind 
zum größten Teil aus den Krankenhäusern 
in Friedrichstadt und Husum in ihre Wohnun 
gen gebracht worden. Am Sonntag war die 
Unfallstelle ständig von einer großen Zu 
schauermenge umlagert. Ter Omnibus liegt 
noch in dem drei Meter tiefen Graben, mit 
den Rädern nach oben. Er hat bei dem Sturz 
zwei Chausseebäume umgerissen und einen 
dritten beschädigt. 
Aus DiUtmacsdtstt 
Getreidefelder in Gefahr. 
Niebüll, 15. Juli. Im benachbarten Gottes 
kooge entstanden als Folge der großen Dürre 
verschiedene Brände, wodurch eine Reihe von 
Getreidefelder bedroht waren. Tie Nicbüller 
Feuerwehr mußte dreimal ausrücken, um das 
Feuer einzudämmen. Wo es nicht gelang, 
den Brand mit Wasser zu löschen, mußten 
kleine Gräben gezogen werden, an denen die 
Feuerlinie zum Stillstand kam. 
Eine Werft schließt die Psorten. 
Brunsbüttel, 14. Juli. Die frühere Doose- 
sche Werft am Alten Hafen ist von ihrem letz 
ten Besitzer verlassen worden,- der Betrieb ist 
nun wieder stillgelegt. Tie Werft hat in den 
letzten Jahren mehrfach den Besitzer gewech 
selt, eine Rentabilität ließ sich jedoch kaum 
erreichen. Wohl lagen zeitweilig Reparatu 
ren an Fischerfahrzeugcn aus Neufelö, Frieö- 
richskvog, Büsum usw. vor, doch waren Neu 
bauten nicht herbeizubringen. Im letzten 
Winter hatte man noch Hoffnung, die alte 
Brnnbütteler Werft erhalten zu können, la 
gen doch zeitweilig mehr als ein Dutzend 
Fahrzeuge auf den Helligen, bei denen mehr 
Verschlungene Wege zum Glüch. 
44) 
Roman von Hans Schulze. 
Eine stille Stunde schlich so in tiefen Ge 
danken dahin, Gedanken, die keine Worte hat 
ten und sie doch quälten, weil sie mit Ahnen 
nicht zum Schluß kommen konnte. 
Die kleine Zofe, die im Ankleidezimmer 
nebenan noch immer zwischen den Koffern 
kramte, kam zuweilen herüber und fragte 
leise, ob sie ihr nicht irgendwie zu Diensten 
sein könne. 
Doch Sibylle schüttelte immer wieder ver 
neinend den Kopf und strich ihr liebevoll über 
den blonden Scheitel,' die treue Anhänglich 
keit des blonden Mädchens, dessen große und 
runde Kinderaugen schon den ganzen Tag 
voll heimlicher Tränen standen, rührte tief an 
ihrem Herzen. 
Dann saß sie lange am Schreibtisch ihres 
blauen Salons und schichtete den Inhalt 
der Schubfächer und Züge vor sich auf der 
Platte auf. 
Eine rasche Arbeit der Vernichtung be 
gann, ganze Berge von Briefen und Karten 
verschwanden in den Kaminofen. 
Tief zuunterst im Mittelschub lag halbver 
blichen und vergessen eine Photographie ihres 
Gatten. 
Die nahm sie jetzt zur Hand und betrachtete 
sie lange. 
Sieben Jahre ihres Lebens, sieben un 
wiederbringliche Jahre hatten diesem Manne 
gehört, der ihr fast zwei Menschenalter vor 
aus gewesen war. 
In Schmerz und reueloser Erbitterung 
reckte Sibylle den schlanken Körper. 
Jetzt aber fühlte sie in tiefster Seele, was 
ihr verstorbener Mann ihr angetan, als er sich 
ihre knospende Jugend mit seinem Reichtum 
erkauft hatte. 
Und ihres Herzens Sehnen schwoll noch 
einmal wie ein Strom im Frühlingswehen. 
Mit einem jähen Ruck ritz sie das Bild mit 
ten durch und warf es zu den Briefen in den 
schwelenden Kamin. 
Dann klingelte sie Lisbeth und befahl ihr, 
Lore zu einer kurzen Unterredung herüberzu 
bitten. 
Auf einmal hatte der Sturm ihres über 
reizten Empfindens jeden hemmenden Wider 
stand der Vernunft in ihr weggefegt und die 
ganze fiebernde Spannung der letzten Tage 
in ein einziges loderndes Gefühl von Eifer 
sucht zusammengeschweißt, das ihr plötzlich 
wie ein entfesseltes Feuer durch alle Glieder 
schlug und für Augenblicke fast die klare Be 
sinnung raubte. 
In zitternder Erwartung lehnte sie an der 
offenen Terrassentür und schaute in die son- 
nenglühenöe Himmelshelle hinaus, deren 
Atem gleichsam zu ersticken schien in einem 
ungeheuren Weltenbrande. 
„Tante Sibylle, du hast mich zu sprechen ge 
wünscht!" 
Lore war eingetreten und stand hoch und 
schlank in ihrer ganzen sieghaften blonden 
Jugend in der dunklen Umrahmung der 
schweren Eichentäfelung. 
Sibylle neigte leise den Kopf. 
„Ich verreise heute abend für längere Zeit", 
sagte sie, „und hätte mit dir vorher gern noch 
einige persönliche Angelegenheiten ausge 
tragen!" 
„Bitte, ich stehe zu deiner Verfügung." 
Ruhig und fest sah Lore in das drohende 
gespannte Gesicht ihrer Gegnerin. 
Sibylle antwortete lange nicht. 
oder minver größere Reparaturen unter Bei 
hilfe der Staatsmittel ausgeführt wurden. 
stem Ergebnis geführt, daß der städUsĢ - ^ 
lais 
Blitzschlag setzt ein Gewese in Brand. 
kr. Niebüll, 16. Juli. Die neuen Niebüller 
Gemeindeältesten. Auf Grund des neuen Ge 
meindeverfassungsgesetzes wurden für die Ge 
meinde Niebüll nachfolgende Gemeinücältcsten 
berufen: Gärtnereibesitzer Otto Gmelin, 
Sturmhauptführer Lorenz Lorenzen, Maler 
meister Emil Feddersen, Bauer Peter Mom- 
sen-Langstoft, Bauer Nis Richard Nissen- 
Langstoft und Studienrat Kurt Stoldt. Als 
Schöffen (Vertreter des Gemeindeschulzen) 
wurde Gärtnereibesitzer Otto Gmelin als 1. 
und Sturmhauptftthrer Lorenz Lorenzen als 
2. Schöffe bestimmt. Die Einführung der Ge 
meindeältesten und Schöffen erfolgt im Laufe 
der Woche. 
mm. Döllstedt, 16. Juli. (Eig. Drahtbericht.) 
Ein heftiges Gewitter zog gestern in den 
Abendstunden über Dellstedt. Die weichgedeck 
ten Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Land- 
mannes Johann Dreescn wurden von einem 
Blitzschlag getroffen und völlig eingeäschert. 
Die Bewohner konnten nur das nackte Leben 
retten, da das ganze Haus sofort in hellen 
Flammen stand. Auf der Weide wurden zwei 
Pferde vom Blitz erschlagen. Ein niedergehen 
der Platzregen überschwemmte Straßen und 
Plätze. 
wirtschaftliche Betrieb „Sophienhof" stU j £)1( 
Dauer von 20 Jahren an die Landesbai 
schaft als Landarbeiter-Lehrschule verşş^ 
wird. Flensburg erhält auf diese Weist st 
wichtige landwirtschaftliche Lehranstalt. 0 
zeitig soll der Sophienhof auch ein 
gut der Landesbauernschaft werden 
der Betrieb Anfang August oder Sepie „ 
übernommen wird, werden an den Gebaut 
noch verschiedene bauliche BeränôcrĢ 
vorgenommen. 
1# M'lz 
A$t-Uôed$Memi@ 
Nordschleswrgsche Bauern in Ange^» 
.und Schwansen. ^ 
Nordschkeswig, 16. Juli. Am Donna 
Moorbrand bei Christianshütte. 
mm. Wrohm, 14. Juli. Ein gewaltiger 
Moorbrand wütet seit Freitagabend zwischen 
Christianshütte und Hinrichshörn. Das lange 
Heidekraut und zahlreiche Torfdiemen bieten 
dem Feuer reichliche Nahrung. Aus den um 
liegenden Ortschaften sind die Besitzer herbei 
geeilt, um ihren Torf zu retten. Doch ist 
leider ein großer Teil ein Opfer der Flam 
men geworden. Auch die anliegenden Korn 
felder sind gefährdet. In Offenbüttel wurde 
die Feuerwehr alarmiert und auch aus Ostcr- 
rade und Christianshütte eilten Mannschaften 
zur Hilfeleistung herbei. Doch wird es schwer 
sein, Herr des Feuers zu werden, zumal das 
selbe sich wegen der großen Dürre stellenweise 
über einen halben Meter in den trockenen 
Moorgrund hineingefressen hat. 
-i- * * 
sp. Heide, 15. Juli. Ein großes Schadenfeuer 
entstand am Sonnabendvormittag im Gut 
templer-Heim, Große Westerstraße. Infolge 
der großen Hitze entstand durch Selbstentzün 
dung im Dachstuhl des Guttempler-Heims ein 
Feuer. Durch hilfsbereite Nachbarn und der 
herbeigerufenen Heider Motorspritze gelang 
es, einen größeren Schaden zu verhüten. 
Trotzdem brannte der ganze Dachboden aus, 
wobei einem im Hause wohnenden Banda 
gisten der ganze Vorrat künstlicher Gliedmaßen 
verbrannte. Der Schaden ist erheblich. 
veranstaltete der deutsche Landwirts 
Hauptverein in Nordschleswig eine Beşi^ 
gungsfahrt nach Angeln und Schwansen. „ 
Beteiligung war eine außerordentlich 
cz. Hemmingstedt, 16. Juli. Drei Tage vor 
der Diamantenen Hochzeit gestorben. Im 87. 
Lebensjahre verstarb der frühere Bauer Jo 
hann Wolter in Braaken in der Pension Todt 
am Hemmingstedter Bahnhof. Am 17. Juli 
hätte er mit seiner 93 Jahre alten Frau The 
rese, geb. Meyer, das seltene Fest der Dia 
mantenen Hochzeit begehen können. Frau Wol 
ter ist fast ganz erblindet, aber geistig noch sehr 
rege. ■ Ihre Tochter muß ihr jeden Tag die 
Zeitung vorlesen. 
Im ganzen nahmen 850 Bauern an der 
teil, und als die lange Autokolonne sk m 
Morgen an der Grenze bei Krusau f»» 1 ^ 
bot sich ein Bild, das man bei früheren 8% 
ten des Landwirtschaftlichen Vereins ' 
erlebt hatte. a 
Nach Besichtigung des Söruper Ehrenst. 
Hofs ging es zu dem Besitz des Herrn ? £ { , ( 
sen auf Frauenhof. In Kappeln wurde i“ 
Mittagsrast gehalten. J 
Am Nachmittag wurde auf Charlotte' 
die schwarzbunte Kuhherde, und auf dein 
Staun die Remontezucht in Augenschein 
nommen. Längerer Aufenthalt wurde 
Saxtorf gemacht, der wieder durch Bel^ 
gungen ausgefüllt war. 
Ueber Eckernförde wurde gegen ^ 
Schleswig erreicht, wo das,Schloß GottorP 
sucht wurde. Einige Stunden geselligen 
sammenscins beschlossen den Tag, der 
Nordschleswigern so manches Lehrreichst 
boten und andererseits den reichsdeuti^ 
Landsleuten gezeigt hatte, wie großes 1 ■ 
teresse die Nordschleswiger der den 
Landwirtschaft entgegenbringen. , 
Die Fahrt war organisiert von dem 
sitzenden des Landwirtschaftlichen 
Vereins, C. Tieöerichsen, und Dipl.-Laşş ’ 
P. Rasmussen-Apenraöe. 
Aus tìtAshm 
„Tag der deutschen Rose" in Kiel. 
Kiel, 15. Juli. Der „Tag der den- 
ose" im Rahmen des Hilfswerks 
...rd Kind" wurde in Kiel eingeleitet 
einem Rosenfest, veranstaltet von der L 
abteilung II des Reichsnährstandes. iM t 
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Hohes Alter. Der Altenteiler Hans Mumm 
in Süderrade konnte bei körperlicher und 
geistiger Rüstigkeit seinen 92. Geburtstag 
feiern. Kinder und Kindeskinder waren her 
beigeeilt, um ihrem Opa persönlich die Glück 
wünsche zu überbringen, (mm.) 
Wm “MUetmtkeu 
Ter Sophienhof wird Landarbeiter-Lehrschule. 
Flensburg, 14. Juli. Längere Verhandlun 
gen zwischen der Stadt Flensburg und der 
Landesbauernschaft haben durch Vermittlung 
des Verkehrs- und Verschönerungsvereins zu 
abteilung II des Reichsnährstandes, im 
der Arbeit". Zur Vorführung gelangte» 
Rosentänze und -Neigen sowie Rosestlstst 
Eine „Rosenpolonaise" sorgte dafür, daß 
der zahlreich erschienenen Teilnehmer ^ 
dem Symbol des Tages geschmückt wurde. « 
Donntag fand dann der große Festzug[ S 
der sich um 10 Uhr vormittags vom 23uS 
platz aus in Bewegung setzte. Unter 
tritt der Musikkapelle des FAD. marsB 
der Festzug durch die Straßen der S 
Kinder, mit Blumen geschmiickt und ^ 
Nosenbügeln, die mit dem Gartenbau ^ 
St 
v 
S'i 
kNu: 
bundenen Berufstätigen mit ihren mit - ^ 
umwundenen Werkzeugen und die FestS,- 
vereinigten sich zu einem Bild von i»» 1 / 
hübscher Harmonie. Die Wagen wäre». 
Ihre Finger tasteten nervös über die 
Platte des mächtigen Mitteltisches, der sich 
wie ein trennendes Bollwerk zwischen den 
beiden Frauen erhob. 
Sie suchte nach einem Wort, einer Wen 
dung, mit der sie die verhaßte Rivalin bis ins 
Blut treffen, ins Herz überwinden konnte. 
„Du hast schon vor längerer Zeit die Absicht 
geäußert, aus Neudietersdorf fortzuziehen!" 
begann sie endlich langsam, fast zögernd. „Ich 
warte noch immer darauf, daß du diese Absicht 
iu die Tat umsetzest!" 
„Die Schuld liegt nicht an mir, Tante Ste 
fanie war bisher nicht reisefähig!" 
„Ich kann auf den Zustand der Gräfin 
keine Rücksicht mehr nehmen!" fiel ihr Sibylle 
heftig ins Wort. „Um es kurz zu machen, ich 
habe dich rufen lassen, um dir mitzuteilen, 
daß du noch heute abend das Schloß zu ver 
lassen hast, ehe ich selbst reise!" 
Erstaunt trat Lore einen Schritt zurück,- in 
ihren Augen blitzte es kampfbereit auf. 
„Du hast keine Gewalt mehr über mich, 
Tante Sibylle! Ich bin frei neben dir. Und 
ich lasse mich nicht wie einen unbotsmäßigen 
Knecht auf die Straße jagen!" 
Sibylle senkte den Kopf. In ihren Schläfen 
rieselte das Blut,' sie fühlte unwillkürlich, 
daß ihr nicht mehr ein hilfloses Mädchen, 
ein halbes Kind gegenüberstand, sondern ein 
selbstsicheres junges Weib, das sich seiner 
Kraft und seines Schutzes wohl bewußt war. 
„Ich verbitte mir diesen herausfordernden 
Ton!" gab sie in steigender Erregung zurück. 
„Jedenfalls dulde ich es nicht, daß du in mei 
ner Abwesenheit hier im Schloß deine Liebe 
lei mit meinem Sekretär fortsetzest!" 
Eine Blutwelle schoß über das feine Mäd 
chengesicht. 
„Ich ersuche dich dringend, deine Ausdrücke 
etwas vorsichtiger zu wählen. Niemand auf 
der Welt hat mir etwas vorzuwerfen. Von 
einer Liebelei ist keine Rede. Dr. Hausse ist 
mein Verlobter." 
Wie von einem Peitschenhieb getroste»'^ 
Sibylle bei den letzten Worten zusanşş 
zuckt. ,, ft 
Eine Siedehitze übergoß und oerbraķ 
„Lore, hüte dich!" , st. 
Und plötzlich stand sie, leichenblaß, ^ 
fliegendem Atem ganz dicht vor Lore, ^ 
ihre festen weißen Hände schlossen şiy< 
schmerzhaftem Druck um die Arme des ' 
chens. 
„Auf der Stelle verläßt du mein ŗJ 
Lange genug habe ich dein Gesicht erU 
Jetzt ist es zu Ende!" Ä 
:C»V 
Ihre Stimme brach, aus ihren verou 
ten Augen sprühte ein Haß, eine na»S,< 
p 
Erbitterung, die in den ganzen letzte» 
ten der Verzweiflung in ihrem Heir»^ 
gewesen war. , / 
Unwillkürlich war Lore vor der Rai 
bis zur Tür zurückgewichen. 
# 
Sie suchte einen Halt für ihre Knie, , 
ganzen Leib in herzlähmender Angst. 
Jetzt waren die furchtbaren Hättest 
ihren Schultern, tasteten nach ihrem & al \A 
Ta schrie sie verzweifelt auf, eineu 
1» 
Namen, daß es wie ein Hilferuf 
not durch den weiten Saal hallte. * 
In diesem Augenblick flog die Tür »“y 
Eine schützende Hand löste sie aus 
klammerung. < 
Klaus stand neben ihr. 
Minutenlang herrschte tödliches lfj 
■A 
Sibylle war zum Tisch zurückgetau»G'.ft 
krallte sich mit beiden Händen kraMpG 
die Platte 
Wie durch einen Schleier sah sie, daß< $ Î, 
das an allen Gliedern zitternde 
einem Stuhle geleitete und mit fre»»^ ^ 
Zuspruch zu beruhigen suchte. 11 
Dann stand er vor ihr nd verneigte ' 
kalter Gelassenheit. 
(Fortsetzung folgt.) 
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