Full text: Newspaper volume (1932, Bd. 4)

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Schlsswîg-kolsteînischs 
LanSsszSîLung 
125. Jahrgang. 
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ŞsŅàà ton 24. 
Das Evangelium von Christo, die frohe 
Botschaft von dem Retter aus aller Not, sie 
hat auch in der Gegenwart noch ihre volle 
Gültigkeit, gilt insonderheit denen, die inner 
lich oder äußerlich, innerlich u n d äußerlich 
in großer Not sind. Im Glauben angenom 
men, wird die Botschaft von diesem ein 
zigen, wahren Retter zum F r je 
de n s g r u ß, zum H o f s n u n g s st e r n. der 
über Leid, Trübsal und Grab wegweisend zmn 
ewigen Ziele leuchtet. 
Gott ist im Fleische, 
Wer kann dies Geheimnis verstehen? 
Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu 
sehen. 
Tretet herzu, sucht bei dem ^'nde die Ruh', 
Tie Ihr zum Vater wollt gehen.. , 
Die Aöventszeit hat ihren Abschluß gefun 
den. Weihnacht steht vor der Tür. 
Haben sie dem heutigen Geschlecht der Ge 
schäftigkeit, der Hastigkeit, der Zerrissenheit 
noch etwas zu sagen? Gleichen diese Festes 
zeiten nicht vielmehr nach ihrem religiö 
sen Gehalt Lichtgestalten, die fast unbe 
merkt durch unser in Not und Schwierigkeiten 
aller Art in Stadt und Land vergrämtes Ge 
schlecht kommen und gehen? 
Noch mehr: Können sie einem Geschlechte 
etwas sein, das in dem Kampf um das gol 
dene Kalb materialistisch und, im Vernunft 
glauben verstrickt, dem Aberglauben in die 
Arme gelaufen ist, die Zukunft erleuchtet zu 
sehen wünscht und dabei zu Hellsehern und 
Sterndeutern ihre Zuflucht nimmt, weil es 
das Vertrauen zu einem lebendigen Gott und 
zu einem Vater der Liebe verloren hat? 
und Entfaltung Seines Willens. Ein Stall 
wurde der erste Schauplatz einer unergründ 
lichen Liebestat Gottes, des Vaters. So und 
nicht anders wird es auch sein, wenn Er die 
zweite Erfüllung der Verheißung in Seiner 
Wiederkunft bringen wird. Wohl nicht wie 
damals im Stall und in der Krippe, nicht wie 
damals in der Hülle des in der Sünde schmach 
tenden Fleisches, wohl aber abseits der Ge 
schäftigkeit der Welt wird Er nach klarem 
göttlichen Zeugnis der Schrift zunächst wie ein 
Dieb in der Nacht denen begegnen, die Er zu 
Mittrügern der Weiterentfaltnng des Rat 
schlusses Gottes zur ewigen Vollendung 
machen wird, wie einst Maria, Elisabeth und 
Joseph. 
den. Wohl denen, die im Gesetz des Herrn 
wandeln, in deren Herzen sind für den, der 
kommen soll, gebahnte Wege. 
Gott ist geoffenbart im F l ei sch. Das ist 
das anbetungswürdigste Geheimnis der Liebe 
Gottes: „Das Wort ward Fleisch und wohnte 
unter uns." Woher kam dies Wort? Von 
Gott, denn es mar im Ansang bei Gott, es 
war und ist Gott und wird es ewiglich bleiben. 
Das der Vernunft unerklärliche Geheimnis 
ist Wahrheit geworden: Wahrhaftiger 
Gott und wahrhaftiger Mensch 
in Ewigkeit. In diesem Geheimnis 
gipfelt die frohe Botschaft von der Erlösung 
und der Wiedergeburt der Menschheit zu 
ihrem ewigen Glück. Dies Geheimnis anbe 
tend im Glauben zu ergreifen und auch in 
der tiefen Nacht der Todesschatten und der 
Leiden zu bewahren, ist der Anker, der allein 
ewig hält. Durch die Menschwerdung 
des Sohnes Gottes ist die neue Schöpfung 
vorbereitet, in Seiner A user st e h n n g Hai 
sie ihren Anfana genommen, verkündigt noch 
viel mehr die Ehre Gottes als alles bisher 
Geschaffene, das endlich ist. In Seiner 
Wiederkunft zum andern Male wird er 
das Geheimnis von Betb^yem voll osien- 
baren, den Ratschluß der Weihnachtsliebe des 
Vaters vollenden. 
rişiÄdļMk NŞâŞķeiîilîWiind 
o» der Grm kkņro-Zrsņl. 
Bolivien und Paraguay haben sich infolge Er 
suchens des Papstes bereit erklärt, zu Weihnachten 
einen 24stündigen Waffenstillstand an der Kran 
Chaco-Frsnt einzuhalten. Das Feuer wird heute 
abend 22 Uhr auf beiden Seiten eingestellt. 
Während der Weihnachtstage erhalten die An 
gehörigen des Freiwilligen Arbeits 
dienstes drei Tage Urlaub, ohne daß ihre An 
sprüche gegenüber der Neichsanstalt bzw. dem Frei 
willigen Arbeitsdienst davon berührt werden. 
SelbstoffenLarnng ist der ewige Ratschluß 
Gottes. Gott ist geoffenbart in dreifacher 
Weise, erstens in der Schöpfung: „Die 
Himmel erzählen die Ehre Gottes, die Feste 
verkündigt Seiner Hände Werk, ein Tag sagt's 
dem andern und eine Nacht verkündigt's der 
andern; es ist keine Sprache noch Rede, da 
man nicht diese ihre Stimme höre." 
Gott ist geoffenbart im Gesetz, wie heilig 
und gerecht ist Gott! Ohne Gesetz war keine 
Erkenntnis des Abweichens, die Sünde, die 
Feindschaft wider Gott war unerkannt, sie 
mußte aber erkannt sein, um getilgt zu wer- 
Jn diese Lage hinein tönt die Engelsbot- 
schaft der Weihnacht: „Siehe, ich ver 
kündige euch große Freude!" Es ist 
die frohe Botschaft von der Menschwerdung 
Gottes in Christo, von der Erlösung aus der 
Knechtschaft des Todes mit einem Blick in das 
ewige Reich der Freude und des Friedens, 
bas nicht von dieser Welt ist. Erst sie, die zu 
künftige Welt, wird auch die Wege Gottes in 
Leiden und Trübsal rechtfertigen im 
Lichte einer Erziehung für dieses Reich der 
Ewigkeit. Ihm gegenüber gesehen ist es 
gleichgültig, ob ein Erdenwallen mit 20 oder 
80, mit 2 oder 70 Jahren abschließt, ob es in 
Armut oder Reichtum endet. Dafür ist wesent 
lich und bedeutsam nur: Wie hat man in die 
sem Leben den Taten Gottes gegenüber sich 
eingestellt, hat man sie, zu unserem ewigen 
Heil uns angeboten, angenommen oder ver 
worfen? 
Wo Aäm Kße Omrrölätze 
des LorkögememSeprogramms 1 
Eine scharfe Entschließung der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft gegen die Lrühersche DeflotionspolitiL 
Am Freitagabend sprach der 
Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung 
Dr. Gereke 
im Rundfunk. Er wies einleitend auf das Sinken der 
Einnahmen der öffentlichen Körperschaften und das 
Steigen der zwangsläufigen sozialen Ausgaben hin. 
Von 1929 bis 1932 habe sich der Gesamtbetrag der öf 
fentlichen Haushalte von 29.8 Milliarden auf 14.8 
Milliarden vermindert. Von dem Unterschied entfalle 
aber mehr als die Hälfte auf die Sachausgaben der 
öffentlichen Hand, was bedeute, daß auch die Privat 
wirtschaft entsprechend weniger Aufträge von der öf 
fentlichen Hand bekommen habe. Gereke sagte dann, 
der Kanzler habe das volkstümliche Bild vom „Schä 
ferhund" gebraucht. Wohlmeinende Kritiker hätten 
daraufhin erklärt, es war vielleicht bester, wenn der 
Schäferhund etwas an die Leine genommen würde 
und sogar einen Beißkorb erhielte, damit er sich nicht 
allzusehr tummeln könne. Er, Gereke, sei gerade der 
Meinung, daß er im Interesse der Bekämpfung der 
Arbeitslosigkeit sich recht tummeln müsse, um alle 
Schwierigkeiten zu überwinden. 
Es wird eine der vordringlichsten Aufgaben fein, daß 
die bisher geplanten und eingeleiteten Arbeiten be 
schleunigt durchgeführt werden. Das sind zunächst die 
Arbeiten mit einem Aufwand von 342 Millionen, die 
in der Hauptsache für Land- und Wasserstraßen, land 
wirtschaftliche Meliorationen und für einige andere 
Zwecke dienen. Nebenher laufen die öffentlichen Not- 
ftandsarbeiten sowie die Sonderprogramme der Reichs 
bahn in Höhe von 280 Millionen und der Reichspost 
in Höhe von 69 Millionen. Außerdem wird der frei 
willige Arbeitsdienst, der Anfang Dezember 288 090 
Dienstwillige beschäftigte, auch in den Wintermonaten 
weitergeführt werden. Für vorstädtische Kleinsiedlun 
gen und die Schaffung von Kleingärten sind in diesem 
Jahre 73 Millionen bereitgestellt und damit über 
26 009 Siedlerstellen und 74 000 Kleingärten geschaffen 
worden. Weitere 10 Millionen gelangen zur Vertei 
lung. Ziel ist, übersetzte Industriezentren aufzulockern. 
Dem Ziele, möglichst viel Dauerexistenzen zu schaffen, 
muß auch die verstärkte bäuerliche Siedlung dienen. 
Es ist für mich selbstverständlich, daß gerade auch im 
Interesse der Siedler alles getan werden muß, um die 
Rentabilität unserer Landwirtschaft wiederherzustellen. 
Dieser Aufgabe glatiLe ich am besten damit zu dienen, 
daß ich bemüht bin. möglichst viele Erwerbslose wieder 
Wie steht her Mensch nun den Taten Gottes 
gegenüber? Gar sehr verschieden. Die einen 
stehen erschrocken, andere bewundernd, über 
legen, forschend, wieder andere zweifelnd oder 
nörgelnd, wenn sie mit ihrer Vernunft nicht 
hinanreichen, nur wenige beugen anbetend 
ihre Knie iw kindlichen Glauben. Das gilt 
vor allem auch dem tiefen Geheimnis der 
Weihnacht gegenüber: Gott ist Mensch 
geworden. 
Als die heilige Nacht nahte, war nach außen 
hin nichts Ausfallendes eingetreten, das ein 
so außergewöhnliches Ereignis verkündigte. 
Die Welt lief geschäftig in ihren Bahnen, ar 
beitete an ihren großen und kleinen Zielen. 
Nur e i n Mensch unter den vielen Millionen 
wußte damals, daß etwas ganz Außerordent 
liches geschah, die arme I u n g f r a n 
Maria aus dem verachteten Nazareth. Sie 
allein hatte die wunderbare Verkündigung des 
Engels vernommen und widerspruchslos 
im Glauben angenommen. „Ich bin des Herrn 
Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast." 
»Ahnend standen diesem Geheimnis noch we 
nige andere aeaenüber, Elisabeth, die ihre 
wunderbare Erkabruna bei ibrer Reoeanung 
mit Maria gehabt hatte, Joseph, der an 
Marias Seite stand, die Weisen aus Indien, 
die einen Stern gesehen, und sene armen Hirten 
von den Feldern um Bethlehem, denen in 
mitten ihres Dunkels das helle Licht geleuch 
tet hatte, eine Himmelsbotschast — allen nach 
folgenden Geschlechtern durch die Evangelien 
vermittelt — geschenkt worden war. 
eingetreten bin. Gelingt es nicht, die öffentlichen Ai 
beiten wenigstens teilweise wieder durchzuführen, dann 
werden wesentliche Teile der Privatwirtschaft ohne 
Aufträge bleiben. Gerade die Privatwirtschaft muß 
das größte Interesse haben, wie früher von dem größ 
ten Auftraggeber der öffentlichen Hand wieder Auf 
träge zu erhalten. 
Auf diesen Grundsatz baut sich mein Programm auf. 
In diesem Augenblick kommt es darauf an, alle vor 
handenen Möglichkeiten für den Augenblick auszu 
schöpfen. Meine weiteren Ausführungen bitte ich nur 
unter dem Gesichtspunkt des Sofortprogramms zu be 
trachten, das zunächst einmal mit größter Beschleuni 
gung durchgeführt werden müßte. 
Nach diesem Sofortprogramm erhalten Träger öf 
fentlicher Arbeiten zunächst bis 800 Millionen Dar 
lehen. Die Reichsbank hat die vorgeschlagene Finan 
zierung gebilligt. Die Sicherheit der Währung ist auch 
für mich selbstverständliche Voraussetzung jeder Ar- 
Es wird nie anders sein, die größten Taten 
Gottes beginnen abseits der Heerstraße der 
geschäftigen Menschlichkeit, treten fast unhör 
bar in die Erscheinung, um dann in einer 
langen Periode von Generationen ihre 
Wirksamkeit und Frucht zu offen 
baren. 4000 Jahre hatte Gott verstreichen 
lassen, ehe er die Berheik-ung Adams in sei 
ner ersten Erfüllung, nämlich in der Offen- 
barnng Seines Sohnes in der Hülle unseres 
Fleisches in erdenklich ärmlichen Umständen, 
vollzog. 4000 Jahre dienten der Vvrbereituna 
ŞĢŞWÄKW 
Mi ' ' V, ' „* V . 
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