Full text: Newspaper volume (1932, Bd. 2)

Sddeswi^-Sbtskiu 
Zur Siedlungsfrage in 
Schleswig-Holstein. 
Die Bedenken, die hinsichtlich der Besiedlung 
des Gutes Börstel mit katholischen Siedlern in 
evangelischen Kreisen laut geworden sind, kön 
nen glücklicherweise als unbegründet gelten. 
Wie von den für Siedlungsfragen in unserer 
engeren Heimat zuständigen Stellen auf das 
Bestimmteste versichert wird, gilt dort der 
Grundsatz, in der evangelischen Provinz 
Schleswig-Holstein auch evangelische Siedler 
anzusetzen gemäß den Bestimmuagen des 
Reichssieölungsgesetzes. Nach diesem Grund 
satz hat man bisher in Schleswig-Holstein ver 
fahren und nach ihm wird auch in Zukunft 
bei der Ansetzung von Siedlern in der Pro 
vinz verfahren werden. Die zuständigen Stel 
len würden jedenfalls ihre Zustimmung zu 
einer den gesetzlichen Bestimmungen nicht ent 
sprechenden Siedlung keinesfalls erteilen. 
Kcüs Heudstueq- 
Nübbel, 29. Juni. Kühe ausgevrolken. In 
letzter Zeit wurden in der Abendzeit in der 
hiesigen Gemarkung verschiedentlich Kühe 
ausgemolken. Es ist jetzt gelungen, zwei 
Täter zu ermitteln. Die Sache wird noch ein 
gerichtliches Nachspiel haben. 
ai. Hohenwestedt, 29. Juni. Die Wach- und 
Schlietzgesellschast, Hamburg, hat hier seit 
etwa Monatsfrist zwei Beamte stationiert, die 
mit dem hiesigen Nachtwächter den nächtlichen 
Wachdienst übernommen haben.-In der Nacht 
von Montag auf Dienstag konnte einer der 
Beamten drei Personen beim Diebstahl in 
der Holstenmühle überraschen. Während 
zwei die Flucht ergriffen, konnte ein junges 
Mädchen mit der Beute ergriffen und festge 
nommen werden. Dadurch war es möglich, 
auch die übrigen beiden Beteiligten, Ange 
hörige von dem jungen Mädchen, festzustel 
len. Gestohlen war Grütze und Mehl. 
ai. Hohenwestedt, 29. Juni. Vogelschießen, 
das große Fest der Kinder, wurde heute von 
den hiesigen Schulen gefeiert. Schon früh 
weckten die Trommler und Pfeifer die klei 
nen Festteilnehmer aus dem Schlaf. Um 7,30 
Uhr setzte sich der große, wiederum schön aus 
gestattete Festzug von der Schule aus in Be 
wegung. Von drei Kapellen begleitet, zog 
die kleine Garde zu Fuß, zu Pferde, auf dem 
Fahrrad oder als Insassen der wieder hübsch 
geschmückten Festwagen durch den Ort hinaus 
zum Park Wilhelmshöhe, wo auf dem Sport 
platz die Mädchen, ihr Glück beim Topfschla 
gen versuchten, die großen Knaben auf den 
Schießständen in Ludwigslust beim Klein 
kaliberschießen, die kleinen beim Vogel 
stechen um die Königswürde rangen. Bei den 
großen Knaben wurde Walter Dieckjobst, bei 
den kleinen Uwe Wesselmann König. Kö 
niginnen wurden Olga Homfeldt und Magda 
lene Kasch. Anfänglich sollte das Kinderver 
gnügen mit Rücksicht aus die allgemeine 
schlechte Wirtschaftslage in diesem Jahre aus 
fallen, doch entschloß man sich später dazu, den 
Kindern ihr schönstes Fest nicht zu nehmen. 
ff. Nienborstel, 29. Juni. Schwere Un 
fälle. Während der Arbeiter W. Sievers bei 
der Firma H. Rohweder in Hütten zwischen 
Lastkraftwagen und Anhänger geriet und sich 
dabei außerordentlich schwere Handquetschun 
gen zuzog, stürzte der Dienstknecht W. Schaar 
bei W. Rohweder in Dörpstedt derart un 
glücklich vom Pferd, daß er sich einen Becken 
bruch zuzog. Beide Verletzte mußten dem 
Rcndsburger Krankenhaus zugeführt wer 
den. 
Aus ļhistsû* 
Pinneberger Kreishaushalt mit ca. 
1 Millionen Mark Fehlbetrag 
verabschiedet. 
Der Pinneberger Kreistag genehmigte in seiner 
Sitzung am Dienstag dis Voranschläge für den 
Haushalt des Kreiskrankenhauses, der Kreis-Jr- 
renpflegeanstalt, des Kreiskinderheims und des 
Echülerheims der Ausbauschule. Der Landrat er 
klärte, daß sich die Finanzlage in den ersten drei 
Monaten des Jahres nicht gebessert, sondern nur 
mach verschlechtert habe. Dem Kreis würden aus 
Her Reichshilfe rund RM. 50 000 zufließen. 
Die Voranschläge schließen mit einem Fehl von 
etwa einer Million ab. Die Stadt Altona hat bis 
lang ihre laut reichsgerichtlicher Entscheidung zu 
zahlende Entschädigung von 230 OOO RM. noch 
nicht an die Kreiskasse abgeführt. 
Die NaĢewilligung von 1432 289,02 RM. 
wurde einstimmig beschlossen. 
Falschgeldvertreiber in Elmshorn 
erwischt. 
Elmshorn, 29. Juni. Durch die Aufmerksamkeit 
dines Händlers in Nordende gelang in Elmshorn 
am Dienstag die Verhaftung von drei feit Jahren 
steckbrieflich gesuchten Falschgeldvertreibern. Das 
Trio, zwei Berliner und ein Hamburger, reiste 
unter falschen Namen im Auto vor allem durch 
kleine Städte und setzte Falschgeld ab. Dem Händ 
ler war der Betrug sofort aufgefallen, er folgte 
>em Auto mit dem Fahrrad und veranlaßte die 
Verhaftung. Im Auto fanden sich noch sieben 
gefälschte Fünsmarkstücke. Ob die Festgenommenen 
auch Hersteller sind, muß die Untersuchung ergeben. 
Feuer bei Preetz. 
Preetz, 29. Juni. In Bredeneek wurde die Hu 
fenstelle des Gemeindevorstehers Japp von einem 
Feuer betroffen. Die Gebäude brannten völlig 
nieder. Wahrscheinlich liegt Selbstentzündung des 
Heues vor. 
Anti-Versailles-Kundgebung in Kiel. 
Kiel, 29. Juni. Im „Schloßhof" fand am 
Dienstag eine Antiversailles-Kundgebung der 
Kieler Freien Studentenschaft statt, die von 
zahlreichen Teilnehmern besucht war. Der na 
tionalsozialistische Landtagsabgeordnete Haupt 
hielt eine Ansprache, in der er sich scharf gegen 
den Schanüfrieden von Versailles wandte. Nach 
der Rede formierte sich ein Demonstrationszug 
nach der Krusekoppel. Dann wurde folgende 
Entschließung verlesen, der zugestimmt wurde: 
„Die Studentenschaft Kiels und mit ihr zu 
sammen die nationale Bevölkerung Kiels for 
dern die Aufhebung des Versailler Schand- 
diktates, das aufgebaut ist auf der ungeheuren 
Lüge der deutschen Kriegsschuld. In Anbetracht 
des Versagens des Völkerbundes und der bis 
herigen Konferenzen erwarten wir von der 
neuen deutschen Regierung, daß sie endlich den 
Weg sinnloser Konferenzen verläßt, um den 
Weg tatkräftigen Handelns zu beschreitcn." 
* * * 
es. Bordesholm, 29. Juli. Auf Dienstentlassung 
lautete der Urteilsspruch, den die Diszipkinar-Straf- 
kammer Schlswig in der Strafsache des früheren 
Gemeindesekretärs Carsten-Bordesholm fällte. 
Aus diiUtnmscken 
Feuer durch spielende Kinder. 
rg. Jarrenwisch, 30. Juni. In der Scheune des 
Pächters Drews spielten kleine Kinder mit Zünd 
hölzern. Dadurch geriet das am Tage vorher ein 
gefahrene Heu in Brand. Das weichgedeckts Haus 
wurde vollkommen vernichtet. 
2. Kreisappell des Norderdithmarscher 
Stahlhelms. 
as. Wrohm, 29. Juni. Die Stahlhelmleute aus 
den Ortsgruppen in Heide, Lunden, Wesselburen, 
Hennstedt, Hemmingstedt, Wöhrden, Bistum und 
Wrohm waren gestern, am 13. Jahrestage von 
Versailles und 18. Jahrestage von Serajewo, hier 
her zum Appell befohlen. Mit Lastautos, Om 
nibussen und Autos trafen etwa 200 Kameraden 
gegen 8 Uhr hier ein. Trotz des Regens begaben 
sich alle zum befohlenen Uebungsplatz, der von 
Landmann E. Dohrwardt zur Verfügung gestell 
ten Koppel an der Straße nach Lexfähre. Die 
wehrsportlichen Uebungen fielen jedoch dem immer 
stärker werdenden Regen zum Opfer. Es schloß sich 
deshalb ein kurzer Vorbeimarsch vor dem Gausüh- 
rer an, wozu die hiesige Kapelle der Freiw. Feuer 
wehr spielte. Danach begann in dem mit Kornblu 
men, schwarz-weiß-roten Fahnen und der Reichs 
kriegsflagge festlich geschmückten Saale der Bahn 
hofswirtschaft (Eggers) der dienstliche Teil des 
Appells, den Krvisführer Roß mit kurzen Worten 
auf die hoppelte Bedeutung des Tages und auf den 
äußeren Anlaß des Appells, den Vorabend des 50. 
Geburtstages unseres Ersten Bundesführers, 
Kam. Franz Seldte, hinweisend, einleitete. Der 
feierliche Einmarsch der Fahnen folgte, und dann 
nahm der stellvertr. Landesführer, Röpke-Rends 
burg, das Wort, um das Werk unseres Ersten Bun- 
desführers, das dieser selbst kurz vorher durch 
Rundfunk dem deutschen Volke nahegebracht hatte, 
als eine Tat, die nur Seldtes starke Persönlichkeit 
einleiten und durchführen konnte, darzustellen. 
Kreisführer Kam. Roß wies mit besonderer Deut 
lichkeit darauf hin, daß alle Stahlhelmer ihren bei 
den Bundessührern von Herzen dankbar seien, daß 
sie den Bund von der Parteipolitik lösten und ihn 
frei und unabhängig von jeder Partei, unbescha 
det des gemeinsamen Arbeitens bei gleichem Ziel, 
machten. Dann sprach der Schießwart des L.V. 
Nordmark, Kam. Venecke-Jtzehoe, über das Klein 
kaliberschießen und seine Pflege innerhalb der dem 
K.K.-Schießgau Nordmark angeschlossenen Klein 
kaliberschützenvereine. Der Eaugeschäftsführer 
Kam. Moll-Brunsbüttelkoog berichtete über die 
Unterbringung von rd. 90 erwerbslosen Kamera 
den des Stahlhelms und der Stahlhelmselbsthilfe 
in Form von 6 Arbeitskolonnen in Dellstedt, Wol- 
mersdorf, Wöhrdener Hafen, Edendors-Friedrichs- 
koog 3, Franzofensand und Neufeld. 
Großfeuer in Bennewohld. 
Einige Schweine verbrannt, 
zt. Heide, 30. Juni. (Drahtber. uns. Vertr.) Am 
Mittwochabend um 9.46 Uhr brach in dem weich- 
gedeckten Gebäude des ca. 32 Hektar großen Hofes 
von Gemeindevorsteher Hans Martens Feuer aus. 
das sich mit rasender Geschwindigkeit ausdehnte. 
Schon nach wenigen Minuten war an eine Ret 
tung der Gebäude nicht mehr zu denken. Von dem 
Mobiliar konnte nur wenig gerettet werden, eben 
falls sind einige Schweine mitverbrannt. Der Scha 
den beläuft sich auf über 20 000 RM. Die Vrand- 
ursache ist noch völlig ungeklärt. 
rg. Wesselburen, 29. Juni. Freispruch. Der 
Ratmann unö stellvertretende Polizeiverwal 
ter Karl Herwig, gegen den wegen Angehö 
rigkeit zur NSDAP, und Betätigung für 
diese Partei ein Dienstverfahren eingeleitet 
worden war, wurde von der Dienststrafkam 
mer freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte 
einen Verweis beantragt. 
mz. Vrunsbüttelkoog, 29. Juni. Vom Pferd 
geschlagen. In der Hafenstraße wurde der 
Fuhrunternehmer Aug. Claußen von einem 
Pferd stark in den Rücken geschlagen. El. 
mußte in eine nahe Wirtschaft getragen wer 
den, von wo er später in seine Wohnung 
transportiert wurde. Man befürchtet, daß er 
stärkere innere Verletzungen erlitten hat. 
mz. Brunsbüttel, 29. Juni. Unfall. Der 
Buchdruckereibesitzer I. Abrahamsen wurde 
auf der Deichschlippe, die von der Hafenstraße 
auf den Deich führt, bewußtlos aufgefunden. 
Er hatte eine stark blutende Kopfverletzung, 
ferner war das linke Schlüsselbein gebrochen. 
Es wird vermutet, daß A., um sich den Weg 
abzukürzen, den Deich gerade abwärts gegan 
gen und dabei zu Fall gekommen ist. A. 
wurde auf ärztliche Anordnung mit dem Sa 
nitätsauto in seine Wohnung gebracht. 
Aus iia^dk&iin 
Um die Entwässerungsschäden in der 
Treeneniederung. 
Trotz Betspielsurteil 
noch keine Auszahlung der Entschädigung. 
Dem Preußischen Landtag ist, wie uns unsere 
Berliner Schriftleitung mitteilt, vor dem Abgeordn. 
Logemann eine Darlegung über die Geschädigten 
der nicht ordnungsmäßig vor sich gegangenen Ent 
wässerung der Treene-Niederung zugegangen. In 
dieser Vorlage wird die Notlage der Geschädigten 
durch die Verzögerung der Auszahlung der Entschä 
digung besonders hervorgehoben. Die Anfrage hat 
folgenden JiĢlt: 
Im Winter 1923-24 mußte die Schiffahrtsschleuse 
in Friedrichstadt wegen Vornahme von Arbeiten 
neun Monate geschlossen werden. Dies hatte zur 
Folge, daß die Entwässerung der Treene-Niederung 
nicht ordnungsmäßig vor sich gehen konnte, das 
Wasser sich staute und die Wiesen in den Gemeinden 
Snderstapel, Bcrgenhusen, Wohlde und Dörpstedt- 
Bünge auf Jahre hinaus ruiniert wurden. Die 
geschädigten Anlieger schlossen sich seinerzeit zu 
sammen und reichten eine Beispielsklage ein auf 
angemessene Entschädigung, die in allen Instanzen 
bis friwrt Obeànbgericht zugunsten bet Geschädigten 
entschieden wurde. 
Trotz dieser grundlegenden Stellungnahme der 
Gerichte läßt der Fiskus diese Urteile nicht allge 
mein gegen sich gelten und zwingt die Geschädigten, 
die infolge ihrer wirtschaftlichen Notlage das Ar 
menrecht für sich in Anspruch nehmen müssen, er 
neut zu klagen. Hierdurch tritt eine Verzögerung 
ein, die für manchen der Geschädigten den wirt 
schaftlichen Ruin bedeuten kann, der durch eine so 
fortige Auskehlung eines Entschädigungsbetrages 
noch gerettet werden könnte. Außerdem entstehen 
dem Fiskus durch diese 192 im Armenrecht zu 
führenden Prozesse erhebliche Unkosten. 
Das Staatsminlsterium wird in dieser Anfrage 
ersucht, das ergangene Beispielsurteil gegenüber 
sämtlichen Geschädigten als verbindlich anzuerken 
nen und alsbald die Entschädigungen zur Auszah- 
lung bringen zu lassen. 
lAw» Wüelcücii€*t 
Bürgermeister Erlenhorst vor der 
Dienststrafkammer in Schleswig. 
Schleswig, 29. Juni. Der 1926 zum Bür 
germeister von Bad Bramstedt und seit Mai 
1931 vom Amt suspendierte Bürgermeister 
Erlenhorst stand jetzt vor der Dienststrafkam 
mer der Regierung in Schleswig, um sich 
wegen verschiedener gegen ihn erhobener Be 
schuldigungen wegen dienstlicher Verfehlun 
gen zu verantworten. 
Der Vorwurf, daß E. bei seiner Bewer. 
bung falsche Angaben gemacht hatte, erwies 
sich als richtig, doch ist diese Angelegenheit 
bereits verjährt. 
Im Fall Haack erkannte man auf RM. 150 
Geldbuße und Tragung der Kosten des Ver 
fahrens. E. hat in dieser Sache bei einem 
Gutachten die notwendige Objektivität fehlen 
lassen. 
* * * 
tr. Tetenhusen, 27. Juni. Volksliederabcnd. Der 
Kropper Posaunenchor veranstaltete am Sonntag, 
um an seinem Teil zur Wiedererweckung des schö 
nen deutschen Volksliedes beizutragen, in Göttsch's 
Gafthof in Tetenhusen einen Dolksliederabcitd, der 
gut besucht war. Um dos nötige Verständnis auch 
für die unbekannteren Liedweisen zu ermöglichen, 
wurden die Texte durch Lehrer Petersen jedesmal 
vorher mitgeteilt. Die Vortrage des Chors, der un 
ter der altbewährten Leitung des Landesposaunen- 
warts Direktor Dr. Fliedner-Kropp, stand, wurden 
sehr beifällig aufgenommen. Besonders zu Herzen 
sprach die herrliche Sopranstimme von Frau Anni 
Fliedner-Bonsels, die sich wiederum mit mehreren 
Gesangsolis in den Dienst. der Sache stellte. Dr. 
Fliedner gab in seiner Schlußansprache der Hoff- 
Augengläser 
kauft bei 
Brillen- 
Drude 
NeumQnsfer 
Groß fl ecken 2 a = 
nung Ausdruck, daß der früher in Tetenhusen mit 
großem Erfolg wirksame Posaunenchor bald zu 
neuem Leben erwachen möge. 
Lûtodstkûft A&i§€£h 
rat. Sörup, 30. Juni. Das 800jährige Be 
stehen der Sörnper Kirche soll zum Herbst 
festlich begangen werden. Im Jahre 1132 
wurde unter dem Bischof Albert von Schles- 
!vig der Grundstein zu der Kirche gelegt, aus 
dem nach und nach der jetzige stattliche Bau 
entstanden ist. 
Aus dem Ģeächtssaai 
Der Kieler Hitler-Prozeß. 
Hauptmann Röhm als Zeuge geladen. 
Kiel, 29. Juni. Bor der 5. Zivilkammer 
des Landgerichts Kiel fand am Mittwochmit- 
tag eine mündliche Verhandlung in dem Pro 
zeß Hitlers gegen den sozialdemokratischen 
Schriftleiter Wnrbs statt. 
Der Vorsitzende teilte dann mit, daß durch 
Umfrage bei den Büros im Reichstag, im 
Preußischen Landtag und im Bayerischen 
Landtag festgestellt worden sei, daß Straffer 
als Vorsitzender des Ausschusses zur Wah 
rung der Rechte der Volksvertretung und 
Goehring als Mitglied des Auswärtigen 
Ausschusses des Reichstages noch Abgeord 
nete seien,' Hauptmann a. D. Röhm dagegen 
gehöre keinem der drei Parlamente an. 
Nach kurzer Beratung verkündete das Ge 
richt den Beschluß, Hauptmann a. D. Röhm 
auf Antrag des Klägers als Zeuge zu laden 
und setzte Termin auf Fortsetzung der Be 
weisaufnahme für Sonnabend, den 9. Juli, 
11 Uhr, an. 
TUwriwzthcotoiU 
Am 1. Juli können Taubstummenlehrer Gaiser 
und Frau in Schleswig das Fest der goldenen Hoch 
zeit feiern. Der Jubilar hat während der ganzen 
Amtstätigkeit seine Kräfte mit Geschick und großem 
Erfolg in den Dienst der taubstummen Zöglinge ge 
stellt. Noch heute hängen seine Schüler mit beson- 
derer Liebe an ihrem ehemaligen Lehrer. Seit Jah 
ren ist er Ehrenvorsitzender des Vereins des Ju- 
gendbundes für Entschiedenes Ehristentum. 
Ihren 80. Geburtstag feiert am 1. Juli die 
Witwe Maria Gotthardt in Tappendorf. Tie 
Jubilarin erfreut sich seltener Rüstigkeit unö 
Frische. Mit regem Interesse liest sie täglich 
ihre Schleswig-Holsteinische Landeszeitung. 
Beim Ringreiten der NSDAP, in Neuenkirchen 
errang der Landmann Reimer Wiktmaack aus Blan- 
kenmoor die KönigswLvde. (ek.) 
Jļ&stêeziefiec dec £cmdes<ieUiuig. 
ffîofimuiestedtec Zeitung. 
Sädecêcacupec JxiqeUatt 
die es versäumt haben, ihr Abonnement für 
Monat Juli rechtzeitig zu erneuern, bitten 
wir, sofort ihre Bestellung an den Verlag 
in Rendsburg zu geben. Die Zeitung wird 
dann für Juli überwiesen und damit jede 
Unterbrechung im Postbezug vermieden. Schrei 
ben Sie also noch heute eine Karte an den 
Vertag der Landeszeitung in Rendsburg, damit 
Sie Ihr Blatt pünktlich am 1. Juli vorliegen 
liegen haben. 
Schleswig-Holsteinische Landeszeitung. 
Hohenwestedter Zeitung. 
Süderbraruper Tageblatt. 
Verlag u. Druck: Heinrich Möller Söhne 
Rendsburg. ^ 
Eheiredaktiou u. Verlagsleitung: F e r d. Möller. 
Verantwortlich für Leitartikel: F e r d. Möller. 
Politik: Adolf Gregori. für den allgemei 
nen Teil und Feuilleton: Heribert Puhl 
mann. für den wirtschaftlichen -r.eil: Dr. I o h. 
Gosch, für den provinziellen und örtlichen Teil: 
Karl Müller alle in Rendsburg. — Ber 
liner Schriftleitung: Verlin-Eharlotten- 
b u r g 9, Gotha-Allee 19. Fernsprecher I k 
Heerstraße 0330.
	        
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