Full text: Newspaper volume (1931, Bd. 4)

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124. Jahrgang, 
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FrŞaa. ken 20. KŞmļrZx 
Betrachtung vsm englischen Standpunkt. 
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Von Sir Rennell Rodd, 
ehem. britischem Botschafter in Rom. N 
Solange die Völker die allgemeine Wehrpflicht 
beibehalten, vermag ich an wahre Fortschritte in 
der Abrüstungsfrage nicht zu glauben. Mir scheint, 
daß es für Großbritannien als Großmacht nicht 
ohne Gefahr ist, sich mit der ausgesprochenen Ab 
sicht der Rüstungsbeschränkung auf eine Ab 
rüstungskonferenz zu begeben, dabei aber zuzu 
lassen, daß ein Wehrsystem mit zwangsweiser Ein 
ziehung der nämlichen Bevölkerung zum Waffen 
dienst anderswo bestehen bleibt. Wie lange wür 
den wir noch Großmacht bleiben, wenn wir allein 
macht- und waffenlos unter den Völkern dastün 
den? Die Frage beschäftigt mich ständig. 
Ich bin stets für die Abrüstung eingetreten, 
aber für die Abrüstung aller, nicht für eine 
solche, die nur scheinbar einige Schritte auf die 
sem Wege tut, in Wahrheit aber gerade auf das 
Gegenteil abzielt. 
Man kann die Tatsache nicht übersehen, daß es 
auf dieser Welt, und insbesondere in Europa, ver 
schiedene Rassen gibt, jede mit nur ihr eigenen 
Besonderheiten. Fn Europa beispielsweise besteht 
die germanische und die romanische Staatengrup 
ps, von den Slawen ganz abgesehen. Berücksich 
tigen wir nur die beideir ersteren, unter denen in 
der Vergangenheit die ausgesprochensten Gegen 
sätze bestanden, so finden wir. daß die G e r m a - 
n e n ihrer Weltanschauung nach anderen so lange 
trauen, bis sie Grund zum Mißtrauen haben. Die 
Romanen dagegen gründen ihre ganze Lebens 
anschauung, ihre Gesetzgebung und ihre Politik 
von vornherein auf den Grundsatz des Miß 
trauens. Darin liegt m. E. der wichtigste, ent 
scheidende Unterschied zwischen beiden Rassen: ihn 
wird man beseitigen müßen, will man eine Grund 
lage für aufrichtige Zusammenarbeit erreichen. 
Diese Eigenheiten der romanischen Rasse scheinen 
mir in ihrer Haltung zur Abrllstungsfrage 
besonders deutlich zu Tage zu treten. Die Völker, 
die tatsächlich abgerüstet oder doch ihre Rüstungen 
sehr stark herabgesetzt haben, gehören dem Norden 
an, während die lateinischen Staaten, wie ich zu 
meinem Bedauern sagen muß, wohl von Ab 
rüstung roden, in Wahrheit jedoch ihre eigentliche 
Stärke zu verschleiern suchen. Sie machen viel Auf 
hebens von der Beschränkung der allgemeinen 
Wehrpflicht auf ein Jahr oder anderthalb, aber 
indem sie damit die Zeit für die unmittelbare Ein 
berufung der Reserven auf drei Jahre festsetzen, 
erleichtern sie damit nur die militärische Ausbil- 
Wis airs einer Denkschrift hervorgeht, die der 
preußische Finanzminister dem Landtag zugeleitet 
hat, stellt sich der Fehlbetrag im Staatshaushalt 
für das Rechnungsjahr 1930 auf 121,3 Millionen 
Mark. Der Haushaltsvoranschlag war ausgeglichen 
gewesen. Das Defizit ergibt sich ini wesentlichen 
®us dem Rückgang der Einnahmen der Betriebs 
verwaltungen um 39,4 Millionen gegen den Vor 
anschlag und den Rückgang bei den Steuern und 
Abgaben um 94 Millionen. Unter den außerplan- 
viäßigen Ausgaben der Hoheitsverwaltung wer 
den solche für die Mansfeld-A.-E. in Eisleben, 
Zuwendungen für Beamte usw. aus den abgetre 
tenen Gebieten, Ausgaben für Ruhrfchäden und 
300 000 Mark für den Umbau der „Reuen Wache" 
in Berlin zu einer Gedächtmsstütte für die Gefal 
lenen des Weltkrieges erwähnt. 
Das preußische Staatsministerium hat inzwischen 
den Entwurf des neuen Haushaltsplanes für 1932 
fertiggestellt, der am 7. Deyember dem Staatsrat 
übergeben werden soll. Zahlenmäßige Angaben 
darüber sind noch nicht ausgegeben, aber die „B. 
Z." berichtet, daß dieser Etat mit einem beträcht 
lichen Defizit, angeblich von rund Milliarde 
Mark, abschließen soll, da sich der Rückgang in den 
Steuerüberweisungen des Reiches an dis Länder 
in der letzten Zeit außerordentlich fühlbar gemacht 
hat. 
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Zusätzliche Vmierhilse? 
Die Deckungsfrage ungelöst. 
In der gestrigen Sitzung öes Hausyalts- 
ausschusses öes Reichstages waren, wie bis 
her, die Nationalsozialisten nicht vertreten, 
während für die Deutschnationalen Laverrenz 
und Dr. Quaatz erschienen waren. Die Sozi 
aldemokraten legten eine Entschließung vor, 
die den Vorsitzenden ersucht, nach Rücksprache 
mit der Regierung die Frage der Versorgung 
der minderbemittelten Bevölkerung durch 
eine zusätzliche Winterhilfe in einer der näch 
sten Sitzungen zu beraten. Die Kommunisten 
meinten, daß die Sozialdemokraten anschei 
nend beabsichtigten, den Ausschuß als Ersatz 
für den Reichstag selbst aufzuziehen. Das sei 
natürlich nicht angängig. Man müsse dann 
auch schon den Mut haben, den Reichstag selbst 
Keine Verhandlungen im Gange. 
Hauptmann Goring als politischer Beauftragter 
der NSDAP, in Berlin ermächtigt die Telegra- 
phen-Union, Meldungen von Verhandlungen 
zwischen der NSDAP, und Zentrum über eine Re 
gierungsbildung in Hessen und über Besprechun 
gen betreffend eine eventuelle Umbildung der 
Rerchsregrerung als falsch zu bezeiuchen. Es wür 
den weder Verhandlungen geführt, noch bestehe 
irgendeine Fühlungnahme der NSDAP, mit dem 
Zentrum oder der Reichsregierung. 
Altonaer Akademie schließt. 
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geschlossen. 
TU. Berlin, 19. November. Da die allgemeine 
Finanzlage ebenso wie die Notlage der Junglehrer 
Nach der Schlacht an der mandschurischen Bahn 
Sapan wünscht von Sswietrußland eine ausdrückliche Neutralitätserklärung. 
Amerika hätt sich noch immer zurück. 
Nische Außenminister übermittelte der .. . den. Die japanische Heeresverwaltung hat angeb- 
hen Botschaft i» Tokio eine Note, in ® w m,tCrcr Gütlicher 1°pangcher Wink {id) ble Kassenbestände Tschanghsueliangs und an- 
t, daß die Gerüchte über eins Unter- besteht darin, daß dis japanische Regierung den derer Führer der ehemaligen Mukdener Regie- 
Truppen des Generals Ma durch den Sowjetbotschafter ersucht hat, bei dem russischen rung beschlagnahmt und den japanischen Banken 
hen Eeneralstab nicht von amtlicher Außenminister Litwinow „in freundschaftlicher zur Verfügung gestellt. 
Seite, sondern von der Regierung Weise" auf die Gefahr ernster Entwicklungen auf- . s *, m r«.* 
cn verbreitet worden seien. Die Re- merksam zu machen, die eintreffen könnten, sobald Ķ5 MWkkMê WKMîMW. 
sse sich mit der Tschanghaipen-Regie- die Sowjetunion Trupp"», »ach der nördlichen ^U. Rewyork. 20. Nov. (Eig. Funkmeld.) Das 
-rbindung setzen und sich bei ihr be- Mandschurei schicke. Gleichzeitig wird Moskau ver- unaufhaltsame Vorrücken der javanischen Truppen 
feiler wird von der Sowjetregierung sichert, daß die ostchinesische Bahn (Mandschuli— ,n der Mandschurei hat die Washingtoner Regie- 
ng gewünscht, daß sie in der Aland- Wladiwostock) nicht beschädigt sei. rung in eine außerordentlich peinliche Lage ge- 
ļral bleiben und General Ma keine Rußland ist bekanntlich an dieser Bahn betei- bracht, um so mehr, als die Welt ein amcrikani- 
ig leisten wolle. Die chinesische. Ost- ligt sechs Eingreifen zu erwarten scheint. Die amtlichen 
Truppen des Generals Ma befördert Ïjm $ Warfen TfîfStfffl’ amerikanischen Kreise lehnen es ab, aus ihrer strik- 
' den japanisch-chinesischen Streit stark ^ «« lîìt ŞMr. tcB Zurückhaltung herauszutreten, und dementre- 
Zum Schluß wird nochmals die Hoff- Nach einer amtlichen russischen Meldung aus ren sozusagen alles, was die Presse über die Ab- 
eutralität Sowjetrußlands betont. Tsitsikar haben am Donnerstag dis Japaner die sichten der Regierung zu wissen glaubt. Es besteht 
änliche Rote hat in Moskau großes chinesische Polizei in Tsitsikar entwaffnet. Ueber der Eindruck, daß die Regierung der Vereinigten 
regt Rach sowjetrussischer Auffassung Tsitsikar wurde vorläufig der Belagerungszustand Staaten noch immer hofft, den Streit im Fernen 
halt eine gewisse Herausforderung der verhängt. Die Japaner haben ihr Hauptquartier Osten durch einen moralischen Druck ans beide 
it dar Man erklärt daß die Sowjet- in den Räumen der mandschurischen Eisenbahnver- Parteien beilegen zu können. Jedenfalls wird gel- 
ei Tschanahaipen keinen Einspruch er- Haltung in Tsitsikar aufgeschlagen. Ein japanischer tend gemacht, daß eine unverminderte Abneigung 
' b a sie zu ihm keine diplomatischen Pauzerzug ist in -rsiisirar eingetroffen. Die chine- gegen jede Beteiligung an „drastischen Zwangs- 
t unterhalte. Die So wj et reg ie rung ßfche Polizei ist bei der Aufrechterhaltung der maßnahmen' bestehe» 
rvaniicken Boiickrailer in Alaskan be- Ordnung behilflich. 
al erklärt, daß sie in der Mandschurei Mitteilungen des japanischen Kriegsministe- Tschiangkaischek begibt sich nach der Mandschurei. 
Pen und 'General Ma nicht unter- riums zufolge soll die Besetzung von Tsitsikar etwa Tschiangkaischek, der Chef der chinesischen Ran- 
>e. Moskau beschwert sich besonders drei Wochen dauern. Eine längere Besetzung, so kingregierung, teilte mit, daß er sich selbst sofort 
r, daß die japanische Regierung die verlautet, würde zu Streitigkeiten mit Sowjet- nach der Mandschurei begeben werde. Dies bedeu- 
entlicht hat, ehe sie der Sowsetregie- ŗuhland führen. tet, wie ein Reutertelegramm besagt, daß die chi- 
icht wurde. Die russische Regierung ttßnff AmlKonon nesische Regierung einen ernsthafteren Widerstand 
n Laufe dieser Woche eine scharse Ant- c r/i .rill »-til.Lk. als bisher gegen Japan organisieren will, 
darreichen. Eine weitere Verschlechte- Rach Meldungen aus Tokio beabsichtigt der ja 
panisch-russischen Beziehungen erscheint panische Generalstab. eine weitere Division japa- 
ch. I irischer Truppen nach der Mandschurei zu entsen- 
£inen Augenblick 
Es gibt große und kleine Schmerzen. Zu 
welchen von beiden Ordensschmerzen 
gehören, darüber wird die Auslegung wohl 
verschieden sein, je nachdem 
man persönlich 
Ordenssorgen hat oder nicht. 
Der Abgeordnete Dr. Schreiber vom Zen 
trum wies gestern im Hanshaltsausschuß des 
Reichstages auf Knopflochschmerzen der sog. 
Wahlkonsnl n hin, die vor dem Kriege 
durch Orden hätten befriedigt werden können, 
während es in neuerer Zeit bestenfalls ein 
schönes Handschreiben gebe. 
Allerdings bleibt ein solches Schreiben in 
der Schublade des Schreibtisches liegen, oder 
wird allenfalls in der Brieftasche mitgesührt, 
während ein Oröensstern stolz und freudig in 
die Augen der Mitwelt blinken kann. 
Der genannte Abgeordnete, der halb und 
halb für ein Pflästerchen auf Ordenswunden 
plädiert zu haben scheint, führte eine pos 
sierliche Begebenheit aus der Zeit 
Stresemanns an. Damals habe der Wahlkon 
sul eines freilich exotischen Staates zum Dank 
für seine Tätigkeit ein Tintenfaß ans der 
preußischen Porzellanmanufaktnr erhalten. 
Bei einem Staatsfest nun sei der so Ausge 
zeichnete mit einer großen goldenen Halskette 
erschienen, an der das vom Deutschen Reich 
geschenkte Tintenfaß baumelte. 
Ja ja, die Ordensschmerzen! Es ist doch al 
les relativ. 
sFortsctzung siehe nächste Seite.) 
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