Full text: Newspaper volume (1931, Bd. 4)

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SontwfieniL à-n 24. AķĶksx 
Eine führende Zeitung, die sich m-u der Zahl der 
Techniker in der U. R. S. S. be t, stellt fest, 
daß diese im Vergleich zu den wagi.en.oen Bedürf 
nissen unzureichend sei und bekennt: „Ohne Zweifel 
macht die Zahl der technischen Studenten auf den 
ersten Blick einen guten Eindruck. Aber der Durch 
schnitt, der seine Studien zu Ende führt, ist unge 
wöhnlich klein: in einigen Instituten sind es 7 Pro 
zent und weniger und die io heil Entkommenen ver 
längern ihre Studien auf 6, 7 und 8 Jahre. Schließ 
lich entspricht die soziale Zusammensetzung dieser 
restlichen Minderheit nicht im Entferntesten den An 
forderungen eines „Arbeiterregims". 
Gleichfalls auf wirtschaftliche Ursachen ist der 
elende Zustand der Einrichtungen und Mangel an 
Lehrmitteln zurückzuführen. Die Ausrüstung der 
Laboratorien ist seit zehn Jahren im Rückstand. Sie 
enthalten vielfach Apparate von rein historischem 
Wert. Durch das Fehlen fremder Werke und Zeit 
schriften sowie der Verbindung mit Universitäten 
anderer Länder wird ein großer Teil von Instituten 
von Ueberlieferungen beherrscht, die anderswo schon 
lange tot sind. Demgegenüber sind einige spezielle 
Zweige des Hochschulunterichtes durch geldliche Un 
terstützungen der daran interessierten Industrie 
durchaus auf der Höhe der technischen Jlnforderun- 
gen. So in Moskau die Bergakademie, die in neun 
Jahren 300 Ingenieure ausgebildet hat, sowie die 
Ingenieurschule für das Verkehrswesen u. a. Den 
noch ist die Anzahl ausgebildeter Ingenieure gegen 
über dem Bedürfnis der Industrie beschränkt, die 
am Ende des Fünffahrcsplanes 20 000 neuer In 
genieure und 11 400 neuer Techniker haben soll. 
Diese Unfähigkeit der proletarischen Revolution 
bildet das traurigste Kapitel des Bolschewismus. 
Er hat wohl jeden stofflichen Reichtum monopolisie 
ren, die kleinen Einkommen regeln können, aber 
vergeblich rennt er gegen die nicht zu beschlagnah 
mende Domäne des Geistes an und es gelingt ihm 
nicht, sich eines unentbehrlichen Kapitals wie es das 
Buch darstellt, zu bemächtigen. Geistige Veranla 
gungen der Klaffe, materielle Unfähigkeit der Fa 
milien, die heute ärmer als früher sind, die Kna- 
bey bis zum 18. Lebensjahr auf der Schule zu hal 
ten, .moralische und finanzielle Ohnmacht des Staa 
tes haben trotz aller anerkennenswerten Bemühun 
gen der Sowjets und einzelner Volkskommissare 
wie z. B. Lunatscharski den russischen Arbeiter dazu 
geführt, die Hochschulausbildung und die Kultur im 
allgemeinen als ein unerreichbares Traumland, an 
zusehen." (Fortsetzung folgt). 
ähnlichen sonst unbewohnten Gebäuden an der 
Periphierie von Moskau. Ich habe eine solche 
Wohnstätte aufgesucht. Der Zugang ist schwierig. 
Am äußersten Rande eines elenden Stadtviertels, 
zwilchen Schlamm und Kehricht, liegt eine alte nicht 
mehr benutzte Werkstätte ohne Wasser und Äana- 
liwtion. Zum Molchen und Trinken benutzen die 
Studenten Waller, das der Regen oder ein be 
nachbarter Buch liefert. 
Dennoch gibt es in Moskau 34 500 Studenten, 
von denen 17 650 Stipendien erhalten. Fast die 
Hälfte lebt in Gebäuden der beschriebenen Art. Es 
sind fast alles Proletarierlöhne. Diele nehmen nach 
den amtlichen Angaben 65 Prozent der technischen 
Fakultäten und 60 Prozent der anderen Wissen 
schaften ein, und nur sie können Stipendien er 
halten. 
Roch größeren Schwierigkeiten stehen die Studen 
ten gegenüber, die aus den Fabriken hervorgehen, 
in den Arbeiterfakultäten ansaebildet werden lol- 
len und mit ungenügenden Mitteln (die Ingenieur- 
anwärter der Akademie für Bergbau erhalten 
25 Rubel im Monat) für die sie besonders harte Stu 
dien treiben müssen, ohne daß sie ihre volle Ar 
beitskraft dafür einsetzen können. Ein. russischer Zei 
tungsartikel erkennt an, daß die unzulänglichen 
Mittel diele Studenten zwingen, sich Arbeit zu 
suchen, um sich die unentbehrlichsten technischen Bü 
cher beschaffen zu können. 
Aber was die Teilnehmer an den Arbeitcrboch- 
lchulkurscn «m meisten entmutigt, ist, daß mit ihrer 
Beförderung vom Arbeiter zum Techniker ke'ne 
moralische und materielle Steigerung ihres Lebens 
niveaus Hand in Hand geht In vielen Fällen stellt 
der neue Zustand eine Verschlechterung dar. und 
die früheren Genossen nennen den Ingenieur, der 
ehemals ein Arbeiter wie sie war und das Unrecht 
begangen hat, klüger geworden zu fein, höhnisch: 
Bourgeois. Welch eine Beleidigung! 
. Der allgemeine Verfall der Studien ist groß. 
Wenn die technischen Fakultäten daniederliegen, so 
leeren sich die rein wissenschaftlichen. Die fünf In 
stitute für Physik und Mathematik (Moskau, Lenin 
grad, Kasan, Woronesch und Kursk) verfügen über 
Einrichtungen, die für zwei Mal so viel Studenten 
ausreichen, als die jetzige Zahl beträgt. Einige 
Zweige wie Botanik zählen gar keine Hörer mehr, 
in andern wie Zoologie, vergleichende Anatomie, 
Histologie, Authroptologie, Geografie, zählt man 
einen bis vier Hörer. Aufhebung wäre angebracht. 
Sowjet-Rußland im Spiegel italienischer Beobachtung. 
Oeöankm M UMMchichls. 
Von Dr. Herbert Markowski. 
ihm die rechte Straße weist Me Bildung höherer 
menschlicher Typen, von Individuen, die für geistige 
Anstrengungen und Tätigkeiten tauglich sind, ist 
nicht auf einen H'eb möglich: sie ist das Werk von 
Geschlechtern, langer Auswahl und reift in. Jahr 
hunderten. nicht in wenigen Jahren. Mit dem 
Genie ist es etwas anderes. Es ist eine Ausnahme 
erscheinung und als solche unterliegt es eben nicht 
der Allgemeingültigkeit der Gesetze, es bricht aus 
wie ein Vulkan. 
Normalerweise gibt es eine gewisse fortlaufende 
Entwicklung von Anlagen, die sich vererben und ver- 
vollkomuinen, wenn sie nicht gerade ausarten, und 
mit denen das eine Kind — zur gleichen Zeit am 
selben Ort und in der gleichen Schule — ganz an 
ders begabt ist als ein zweites. Und schließlich bringt 
auch die Laune der Natur köstliche und reizvolle 
Abweichungen und Mannigfaltigkeiten hervor. 
Da ist nun die Unmenge von Schülern, die sich 
aus den Söhnen erstklassiger Revolutionäre, der 
Blüte des Proletariats, zusammensetzen. Die Väter 
dachten, daß ihre Söhne, wenn nur der Schulbesuch 
kostenlos und allgemein wäre, auf^der Stelle In 
genieure, Aerzte, Journalisten, Redner, Schrift 
steller werden wurden. Und nun kostete der Schul 
besuch nichts und wurde jedermann zugänglich, aber 
ihren Söhnen gelang es nicht, den vererbten Eke! 
gegen die Bücher, die angeborene Abneigung gegen 
regelmäßiges Lernen, die unüberwindliche Trägheit 
gegen geistige Anstrengungen zu unterdrücken. 
Aber es sprechen auch noch andere Gründe für 
diese Niederlage auf dem Schlachtfelde des Geistes 
mit, und diese sind, so seltsam es für eine wirtschaft 
liche Revolution klingen mag, wirtschaftlicher 
Natur. 
Weder der Staatshaushalt, der von den Lasten 
der Industriealisierung bedrückt wird, noch das ge 
genwärtig, so zusammengeschrumpfte Durchschnitts 
einkommen des Arbeiters und Landmannes erlau 
ben es, die jungen Studenten während einiger 
Jahre auf der Schule zu unterhalten. Die Stipen 
dien sind so mager, daß sie nur eine elende Le 
benshaltung gestatten. Gewöhnlich wohnen diejeni 
gen, welche Stipendien beziehen, in Kasernen oder 
(Fortsetzung bereits erschienener Abhandlungen) 
Was das westliche Abendland mit der französischen 
Revolution in mehr als hundertjähriger Entwick 
lung erreicht hat, nämlich einmal die wissenschaft 
liche Erforschung der Natur und zum andern die 
Einsetzung dieser theoretischen Erkenntnisse und 
Entdeckungen in die Praxis und damit die Beherr 
schung der Naturkräfte und die Umformung der von 
Natur gegebenen Stoffe in veredelte Gegen 
wände für den menschlichen Gebrauch, das versucht 
moderne Rußland in einem Zehntel der Zeit 
liurch eine systematische Technisierung durchzuführen. 
Ģewih sind die Bedingungen für Rußland dadurch 
günstiger, daß die theoretische Hauptarbeit von den 
Forschern und Erfindern des Westens bereits ge 
leistet ist. so daß in erster Linie Organisationsfragen 
5>t lösen sind. Aber der Kopf ist nun einmal der 
wichtigste Körperteil. Zugegeben auch, daß das mo 
derne Rußland reich an führenden Köpfen ist. Aber 
Rich die Köpfe der Geführten mün'en ein Mindest 
maß geistigen Rüstzeugs haben, um diesen Sprung 
0om ausgeprägtesten Agrarland zum modernen In 
dustriestaat in kürzester Zeit ohne Schaden machen 
êu können. Im kernen Osten, in Japan, wurde vor 
einem Halbjohrhundert auch io ein Sprung ge 
wogt. Er war aber gefahrloser und leichter, weil in 
Fupan ein Volk mit alter, hochentwickelter, wenn 
Mch anders gearteter geistiger und lehr vielseitiger 
Ķultur vorbanden war, wohingegen dem Durch 
schnittsmenschen jede geistige Ueberlieferung und 
damit Beweglichkeit und Umstellungsmöglichkeit feit 
bher gekehlt hat. 
Aus diesem vielleicht größten Kampf der Sowset- 
llüachthaber gegen die geistige Schwere, im wahrsten 
Şinne Massenträgheit des russischen Volkes gibt 
Wario Sertoli folgende interessante Einzelheiten: 
„Lernn hat getagt, daß das proletarische Volk eine 
ş^ļch vollständiae politische Erziehung erhalten 
Müne. daß eine Köchin von einem zum andern Tage 
ņîcht nur die Nachprüfung sondern auch die Füh- 
M>ng der öffentlichen Angelegenheiten übernehmen 
lönnty. (Vielleicht ist deshalb hier die Küche so 
schlecht!) 
, Der Grundsatz, jedes einzelne Mitglied der Sow- 
Mì-llnion fähig zu machen, am öffentlichen Leben 
milzunebmen bat die Verptlichtuna ankerleat auch 
Me versteinertsten und widerspenstiasten Gebirne 
zu machen, und in diesem Wahn, auch die 
àtellîgenz zu normalisieren und zu typisieren hat 
May die Schulkraee im allanmeinen lösin wollen. 
Dhne Zweifel hat die Revolution m Rußland, 
“ Q s in der An-ahl der Analvbabeten führend war, 
Et nicht zu lencmender Tatkraft für die Derbrei- 
des Unterrichts gesorgt. Diele Schulen sind 
^sinet worden und der Zugang des Volkes zu 
Een Graden des Unterrichts ist weitgehend erleich- 
mrt worden. 
Aber auch in diesem Feld der Wirklichkeit zeigte 
JJ- daß die Praxis schwerer ist. als die Tb"orie. 
Einheitsschule nimmt den Knaben mit sieben 
^wren auf und entläßt ihn mit achtzehn Jahren. 
hpUnvch gelingt es nur wenig Proletarierkindern, 
m Schule bis zu Ende durchzumachen. Untersnchun- 
in verschiedenen Vierteln von Großstädten, im 
sonderen non Moskau, .haben eraeben, daß in dem 
wie sich die Güte und die Dauer des Unter- 
ş'Ģs heben, sich die gesellschaftliche Zusammen 
hang der Schulen umformt. Rach und nach wird 
hş proletarische Mehrheit durch Söhne von Beam 
ten- Parteifunktionären, der sogenannten In- 
1,1 menz ersetzt. also von allen ienen Schuhten, die 
5 ueu sich bildende Bourgeoisie des Sowjet-Re- 
1 J* ausmachen. 
i n *.m wohl möglich jedem einzelnen die Koveken 
Trnche zu zählen, rechtlich und wirtschaftlich 
tcki Ņenkchen oleichrnmachen. die sozialen Unter- 
èu zerstören; ober es gelinat nicht, die biolo- 
t»r^ņ Ģesttze der Vererbung aufzuheben, die Na- 
ich- unterdrücken, die manniakaltig, reich, uner- 
şitfi ^ Abwandlunaen und Geaensiitzen ist und 
ņicht auf eins reduzieren läßt. Ein stumpfes Ge- 
odex "s^iüt stumpf trotz aller Einspritzungen reiner 
Uie ^ņ^mandter Wissenschaft, ebenso wie das Ge- 
äjijj . Cn ' e bleibt auch ohne Schule weil es in sich 
lernen Veranlagungen den Kompaß findet, der 
de, den Reichskanzler wieder zu sehen. Er 
freue sich ferner, mit den übrigen Reichsmini- 
stern zusammenzutreffen. Eine große Ehre 
sei es für ihn, dem Reichspräsidenten, Feld 
marschall von Hindenburg, vorgestellt zu wer 
den. 
Legationsrat Thomsen begab sich nach Kuf 
stein, um im Auftrage der Reichsregierung 
und des Auswärtigen Amtes den italienischen 
Außenminister an der dentschcn Grenze zu be 
grüßen. 
Reichsregierung die Ueberzeugung verbreitet 
sei, daß man zur Sicherung des innere» Frie 
dens und zur Vermeidung von größeren Zwi 
schenfällen um eine derartige Maßnahme nicht 
herumkomme. 
Die „Bossische Zeitung" weist darauf hin, 
daß das Tragen von S. Ä.- und Rotfrvnt-Uni- 
şormen in Preußen, Bayern und anderen 
Ländern untersagt, in Braunschweig, Sachsen 
und Mecklenburg aber erlaubt sei. Ein gene 
relles Uniform-Verbot würde nicht nur für 
alle Länder gelten, sondern auch alle Verbände 
ohne Ausnahme treffen. 
§Ş mMmchl KîlUWMS ïïmķm- 
verbol. 
Berliner Blätter verzeichnen die Absicht der 
Reichsregierung, ein allgemeines Verbot öf 
fentlicher Kundgebungen für die Dauer des 
ganzen Winters, d. h. bis zum 31. März, für 
das ganze Reich zu erlassen. Möglicherweise 
werde zu diesem Verbot, das künftig alle Auf 
märsche, Fahnenweihen usw. unmöglich ma 
chen würde, auch ein allgemeines Verbot des 
Tragens von Uniformen aller Art hinzukom 
men. Dieses letzte Verbot würde allerdings 
eine neue Notverordnung des Reichspräsiden 
ten erforderlich machen, während ein Anf- 
marschverbot nur durch eine Erweiterung be 
reits geltender Bestimmungen zu erreichen 
wäre. Diese Erweiterung würde in der Rich 
tung vorzunehmen sein, daß künftig den Län- 
dcrregierungen unmöglich gemacht würde, von 
sich aus zu bestimmen, ob- sie eine Versamm 
lung gestatten wollen oder nicht. Versamm 
lungen in geschlossenen Räumen würden von 
dem Verbot unberührt bleiben. 
Es dürfte, so heißt es erläuternd von zu 
ständiger Stelle, zu erwarten sein, daß die 
Reichsregierung zu gegebener Zeit sich mit der 
Frage eines Verbotes befasse. Vorbereitende 
Besprechungen in diesem Sinne hätten bereits 
zurzeit des Reichsministers Wirth stattge 
funden, so daß es nur eines Anlasses für den 
Erlaß des Demonstrationsverbotes bedürfe, 
umsomehr, als in maßgebenden Kreisen der 
hrmUm MMchŞMWenl. 
Dis bremische Bürgerschaft wählte anstelle des 
von seinem Posten zurückgetretenen sozialdemokra 
tischen Präsidenten Osterloh in der Stichwahl den 
nationalsozialistischen bisherigen Vizepräsidenten 
Dr. Backhaus zum Präsidenten der Bürgerschaft. 
Er erhielt 57 Stimmen, während für den sozialde 
mokratischen Kandidaten Jahn 41 Stimmen abge 
geben wurden. 18 Stimmen von insgesamt 116 
waren ungültig. Die Kommunisten hatten das 
Bürgerschaftsmitglied Raschen vorgeschlagen. 
WchZlMZKr ZÄàg, 
der sich einige Tage zur Erholung in einem 
Kurort im Siebengebirge am Rhein ausgehal 
ten hatte, ist wieder tu Berlin eingetroffen. 
Während seines kurzen Urlaubs hate er Be 
sprechungen u. a. mit Vertretern der Wirt 
schaft und Finanz. So weilten der westdeutsche 
Industrielle Springorum und der Amsterda 
mer Bankier Dr. Broel sowie der Leiter der 
Reichsbankfiliale Köln bei dem Kanzler. Auch 
hatte der Oberpräsident der Rheinprovinz mit 
ihm eine Aussprache. 
Die Beschwerde gegen das von dem Ober 
präsidenten in Kiel für die Zeit vom 30. 9. bis 
20. 10. 1931 erlassene Verbot der kommunisti 
schen „Hamburger Volkszeitung" ist vom 
Reichsgericht als unbegründet verworfen wor 
den. 
ŞrMi fwnî sich mi 
Der italienische Außenminister Grand! emp 
fing am Freitag deutsche Pressevertreter in 
Rom. In zwangloser Unterhaltung erklärte 
er, daß es ihm eine Freude und Ehre sein wer-
	        
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