Full text: Newspaper volume (1931, Bd. 3)

Schleswig-Holstein. 
Straßensperrungen. 
Zur Vornahme non Jnstandsetzungsarbci- 
ten werden folgende Provinzialstraßen für den 
gesamten Fuhrwerk- und Kraftwagenverkehr 
gesperrt: 
Lensahn —Oldenburg, Km. 103,2 — 110,5; 
vom 3. bis 22. August; Umweg über Peters- 
öorf-Tesdorf-Kaköhl und für Fuhren über 
4000 Kg. über Eutin-Plön-Lütjenburg. 
Merkendorf—Grömitz, Km. 0,2—2,7; vom 
24. August bis 4. September; Umweg über 
Krummbek - Schashagen - Bliesöorf und für 
Fahrzeuge über 3000 Kg. über Lensahn-Cismar. 
Leezen-Segeberg, Km. 37,5—45,2; vom 27. 
Juli bis 17. Oktober. 
Gadeland—Neumünster, Km. 24,4 bis 25,2; 
vom 21. September bis 24. September; Um 
weg von Gadeland über die Boosteöter Chaus 
see. 
Neumünster—Plön; Km. 1 bis 1,6; 4,2 bis 
4,8; 7,6-8,3; 10,6—14,8; 15,5—16,2 und 23,6 
bis 26,3; vom 24. August bis 19. Septembers- 
Umweg über Tungenöorf, Nettelsee, Nettelau. 
Ascheberg und für Fahrzeuge über 5500 Kg. 
über Kiel. 
Den Anliegern wird außerhalb der Ar 
beitszeit der Teergeräte die Durchfahrt mit 
leichtem Fuhrwerk an der Straßenseite für 
dringliche Fuhren ermöglicht. 
* . * 
Antrage ans Fahrplananderungen. 
Flensburg, 20. Juli. Wie dis Industrie- und 
Handelskammer zu Flensburg mitteilt, ist der 
Sitzung des Fahrplanausschusses beim Deutschen 
Industrie- und Handelstag auch eine Reihe von 
Fahrplananträgen behandelt worden, dis den 
Kammerbezirk Flensburg berühren. So wurde 
ein Antrag behandelt, den Aufenthalt des Zuges 
D 44 (Frederikshavn ab 19.00 Uhr, Flensburg ab 
7.33 Uhr, Hamburg Hbf. an 10.42 Uhr) in Patt- 
burg und Flensburg abzukürzen. Der Aufenthalt 
beträgt in Pattburg 24 Minuten und in Flens 
burg 49 Minuten, zusammen also 73 Minuten. 
Für eine Verbindung, die internationale Bedeu- 
tung hat und Schlafwagen Frederikshavn—Ham 
burg führt, sei dieser Zustand als kaum haltbar 
zu bezeichnen. Beschlossen wurde, daß der Aufent 
halt verkürzt und evtl. Anschluß an D 3 Kiel- 
Hamburg—Berlin in Neumünster hergestellt wird. 
Ein weiterer Antrag betraf die Herstellung 
einer Frühverbindung vom Ruhrgebiet über 
Münster nach Hamburg (Essen ab 7.14 Uhr, Ham 
burg an 12,52 Uhr) und einer Spätverbindung 
aus der gleichen Strecke (Hamburg ab 17.58 Uhr. 
Essen an 23.42 Uhr) durch Einlegung eines neuen 
Eilzugpaares. Dieser Zug würde insbesondere 
eine neue günstige Verbindung von Westfalen 
nach den Nordseebädern der Provinz herstellen. 
Der Antrag ist jedoch mit Rücksicht auf die finan 
zielle Lage der Reichsbahn zurückgestellt worden. 
Schließlich kam dann noch ein Antrag zur 
Sprache, den im Sommerfahrplan verkehrenden 
Zug D 156 Husum—Hamburg bis 1. November 
beizubehalten, vor allem, um den Berliner, süd- 
und mitteldeutschen Viehhändlern eine schnelle 
Rückreise zu ermöglichen. Es wurde beschlossen, der 
Reichsbahn eine Prüfung dahin zu empfehlen, wie 
der Fahrplan der Marfchbahn, insbesondere mit 
Rücksicht aus den Verkehr mit Westerland und auf 
den Wettbewerb des Kraftwagens verbessert wer 
den kann. 
DttS öem Kresse NerröSLrrrg. 
AutomobilunglüÄ mit tödlichem 
Ausgang. 
ai. Hohenwestedt, 20. Juli. Gestern abend 
zwischen 21 und 22 Uhr kam in der Nähe von 
Barlohe ein Hamburger Auto ins Schleudern 
und überschlug sich, die beiden Insassen un 
ter sich begrabend. Der Lenker des Wagens, 
sein Hamburger Kaufmann H., trug einen 
Oberarmbruch und eine leichte Gehirner 
schütterung davon. Einer mitfahrenden jungen 
Dame wurde der Brustkorb eingedrückt. Sie 
ist bald nach der Einlieferung in das Kran 
kenhaus in Rendsburg gestorben. In der 
Nähe der Unglücksstelle sind drei junge Leute 
auf Fahrrädern gesehen worden. Diese wer 
den zur Angabe des näheren Tatbestandes ge 
beten, sich bei dem Landjägereiposten in Ho 
henwestedt zu melden, um als Zeugen dort 
vernommen zu werden. 
Bm Holftà 
Wohnhaus abgebrannt — grotze 
> Viehvsrlufts. 
Barmstedt, 20. Juli. Wohn- und Wirt 
schaftsgebäude des Lanömannes'Nebel wurden 
durch ein Feuer vernichtet. Im Viehstall kamen 
25 Schweine und an 109 Hühner in den Flam 
men um. Ferner verbrannten landwirtschaft 
liches Inventar und ein Teil der Heuernte. 
Die Entstehung des Feuers ist noch “nicĢt ge 
klärt. 
2-jähriges Kind tödlich abgestürzt. 
Itzehoe, 20. Juli. Am Sonntagmorgen 
ereignete sich am Kremper Weg ein schweres 
Unglück. Das zweijährige Töchterchen des Ar 
beiters Früchtnicht befand sich mit seinem Va 
ter in der Küche. In einem unbewachten An 
genblick kroch es auf die Fensterbank und 
lehnte sich aus dem Fenster. Als der Vater 
die gefährliche Lage des Kindes bemerkte, war 
es schon zu spät. Es war aus der im zweiten 
Stock belegenen Wohnung herabgestürzt. Der 
sofort herbeigerufene Arzt konnte nur noch 
den Tod des Kindes feststellen. 
Am die Heiķighaltung des Sonntags. 
Segeberg, 20. Juli. Die Synode der Prop- 
stei Segeberg veröffentlicht eine Kundgebung, 
die sich gegen die zunehmende Verweltlichung 
des Sonntags richtet. Wenigstens der sonn 
tägliche Gottesdienst sollte unbeeintärchtigt 
bleiben. Die Synode richtet an alle, die der 
evangelisch-lutherischen Kirche angehören, an 
die Verantwortlichen in jeder Stellung, an die 
Führer und Leiter von Verbänden und Ver 
einen in Stadt und Land, aber auch an alle 
einzelnen Mitglieder der Vereinigung die 
dringende Bitte, mit allem Ernst dahin zu 
wirken, daß Sitzungen, Tagungen und sonsti 
ge Veranstaltungen während des Gottesdien 
stes nicht abgehalten werden. 
Generalversammlung des Vordes- 
holmer Bürgerverekns. 
Bordesholm, 20. Juli. Die Tagung fand Sonn 
abendabend im Neuen Haidkrug unter Vorsitz des 
Architekten Gustav Reese statt. Der Bürgerverein 
zählt heute 129 Mitglieder; 2 sind verstorben, 6 neu 
ausgenommen. Eine weitere Neuaufnahme von 10 
Mitbürgern wurde durch die Versammlung vollzo 
gen. Die Mitgliederwerbung soll in verstärktem 
Maße aufgenommen werden. Kassenwart H. Hartz 
erstattete den Kassenbericht. Danach betragen die 
Einnahmen 808,23 RM. uud die Ausgaben 814,18 
RM., so daß ein kleiner Unterschuß von 5,95 RM. 
vorhanden ist. Die Herstellung des Fremdenfüh 
rers ist auf 1219,50 RM. zu stehen gekommen, die 
Einnahmen 841 RM. Der Fehlbetrag von 378,50 
RM. wurde durch Anleihen, Stiftungen und Samm 
lungen gedeckt. 
Eine längere Aussprache verursachten alsdann 
die Verkehrs- und Perschönerungsangelegenheiten 
des Ortes Bovdesholm. Die Fremdenwerbung durch 
Anzeigen in den Tageszeitungen soll nicht vernach 
lässigt werden. 
Wandsbek, 20. Juli. Antrag auf Errich 
tung einer Zwangsinnung. Von Gewerbetrei 
benden des Elektrikerhandwerks in Wandsbek 
ist Antrag auf Errichtung einer Zwangsin 
nung für Wandsbek und Kreis Stormarn mit 
öem Sitz in Wandsbek gestellt worden. 
Uetersen, 20. Juli. Sitzung der Städtischen 
Kollegien. Die Sitzung, die unter dem Zeichen der 
außergewöhnlich ernsten Zeit stand, war nur 
schwach besucht. Aus der reichhaltigen Tagesord 
nung sei hervorgehoben: die Forderungen der 
Erwerbslosen u. a. auf Wiedereröffnung der 
Volksküche, Zahlung von Mietzuschlägen usw., 
die in Erwägung gezogen sei. Es ist beim Kreis 
ausschuß dringend beantragt, »me 70prozentige 
Beihilfe zu gewähren. Di- anteiligen Kosten der 
Stadt stehen mit 30 Prozent zur Verfügung. Der 
Austritt ans der Arbeitsgemeinschaft der kleinen 
Städte in Schleswig-Holstein wurde aus Erspar 
nisrücksichten beschlossen. Für die Förderung des 
SLohnungsbaues stehen noch 8000 RM. aus Haus 
zinssteuern zur Verfügung; den Verteilungsvor- 
schlägen des Magistrats wurde zugestimmt. Der 
weitere Ausbau des Spott, und Spielplatzes er 
fordert 3125 RM. Die Beschaffung eines Kranes 
für den Stichhafen erforderte eine eingehende 
Aussprache. Ein Kran ist für 9700 RM. käuflich. 
Die Anschaffung wurde beschlossen. Abnabm? von 
Abrechnungen. Der Krankenhaus-Erweiterungs 
bau erforderte 277 583 RM.; der Ausbau der 
Schanzenstraße 2300 NM.; die Neudeckung des 
alteir Rathauses 4631 RM.; Erwerb und Umbau 
des Arbeitsamtes 14100 RM. Die Abrechnungen 
wurden alle genehmigt. 
Burg a. Fehm., 20. Juli. Das Fehmarner 
Urteil. Am Sonnabend wurde in öem in Burg 
verhandelten Prozeß des Kieler Schöffenge 
richts bctr. die Fehmarner Psingstunruhen 
das Urteil gesprochen. Gegen den Angeklagten 
Kleingarn-Bisdorf erkannte das Gericht wegen 
gefährlicher Körperverletzung auf 5 Monate 
Gefängnis; die übrigen Angeklagten wurden 
freigesprochen. 
Bad Oldesloe, 20. Juli. Abgesagtes Kreis 
turnier. Der Kreispferdezuchtverein des nord- 
schleswigschen Kaltblutpferdes in Stormarn 
hat beschlossen, wegen der wirtschaftlichen Not 
lage von der Abhaltung eines Kreisturniers 
Abstand zu nehmen. Kleinere Gruppentur 
niere sollen evtl, stattfinden. Mit dem Grup 
penturnier in Rümpel am 26. Juli wird auch 
eine Stuten- und Fohlenschau verbunden sein. 
Hägen, 20. Juli. Blitzschläge. Bei dem 
letzten über unsere Ortschaft gehenden schwe 
ren Gewitter gingen hier verschiedene soge 
nannte kalte Schläge nieder, ohne jedoch grö 
ßeren Schaden anzurichten. Ein solcher Schlag 
schlug in das Transformatorenhaus ein, wo 
die Sicherung durchbrannte, so daß Hägen und 
Norderheistedt den ganzen Tag ohne Strom 
war. Auf der Ziegelei von Seck schlug es in 
den Ziegeleischornstein. Ein anderer Schlag 
fuhr in die Telephonleitung und riß den Ap 
parat von der Wand, der Besitzer wurde durch 
diesen Schlag betäubt. Auch an anderen Stel 
len gingen solche Schläge nieder. Das Gewit 
ter wurde von einem wolkenbruchartigen 
Regen begleitet. 
x Neumünster, 20. Juli. Feueralarm bei 
Selbstmord. Gestern abend bemerkten Bewoh 
ner des Hauses Färberstraße 33, wie aus der 
Wohnung des Lokomotivführers Blum starker 
Gasgeruch drang. In der Ausregung alar 
mierte jemand die Feuerwehr, die bald mit 
dem ganzen Löschzug zur Stelle war, ohne zu 
nächst etwas ausrichten zu können. Die dann 
später an der Lebensmüden, der 64jährigen 
Frau B., vorgenommenen Wiederbelebungs 
versuche mit dem Pulmotor blieben erfolg 
los. Der Beweggrund der Tat ist nicht be 
kannt. — Durch Einatmen von Gas versuchte 
heute nachmittag der im Haart wohnende Zei 
tungsverkäufer Vanselow seinem Leben ein 
Ende zu machen. Nachbarn benachrichtigten 
die Unfallstation, durch die der Lebensmüde 
dem Krankenhaus zugeführt wurde. 
es. Bordesholm, 19. Juli. Den Freitod 
suchte und fand Frau G. aus dem benachbar 
ten Wattenbek. Der Grund der Tat war 
Schwermut. Wiederbelebungsversuche waren 
ohne Erfolg. 
Mrrs DrLhmarscherr. 
Wer waren Lie Lei Süderoog 
verunglückten Paddler? 
St. Peter, 20. Juli. Wolffs „Norddeutschen 
Provinz-Dienst" wird durch Erkundigungen in 
St. Peter und auf Süderoog bestätigt, daß es 
sich bei den auf der Fahrt nach Sylt verunglück 
ten Dresdener Paddlern wahrscheinlich um 
den Sohn des Bildhauers Prof. Schilling und 
seine Frau gehandelt hat. In St. Peter wurde 
leider die Eintragung ins Fremdenbuch ver 
säumt, doch will der Spediteur, der die Gepäck 
beförderung nach Westerland übernahm, sich 
auf den Namen Schilling besinnen können. 
Das Paar ist mit öem Motorboot, wie er 
wähnt, nach Süderoog gefahren; unweit dieser 
Hallig wurde später das kieloben treibende 
Boot geborgen. — Die Möglichkeit, daß sich 
die Verunglückten etwa mit Schwimmwesten 
über Wasser halten konnten und von einem 
Dampfer aufgenommen wurden, ist gering, 
da sicher inzwischen Nachrichten über ' ihren 
Aufenthalt eingegangen wären. 
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Druckerei der Landeszeitung. Rendsburg, Fernruf 2551 
land bei der Kaserne fast sämtliche Früh- und 
Saatkartoffeln gestohlen. 
Meldorf, 28. Juli. Sitzung der Stadtvertre- 
tung. Unter dem Vorsitz des Ratmanns Kröger 
traten dis Stadtverordneten zu einer dringenden 
Stadtvertreter-Sitzung zusammen, um über die 
sofortige Einstellung des Abbruchs des der Stadt 
sparkasse gehörigen Hauses zu beschließen. Rach 
einer eingehenden Beratung wurde der Beschluß 
gefaßt, die Abbruchsarbeiten des Hauses vorläu 
fig einzustellen. 
àKfchĢ Şôerftà 
YY. Tönning, 20. Juli. Schwimmfest in Tön 
ning. Am verflossenen Sonntag fand im Nordsee- 
bade Tönning das alljährliche Schwimmfest statt, 
das tausende von Besuchern angelockt hatte. Für 
die einzelnen Schwimmroettkämpfe lagen über 90 
Kampsmeldungen vor. Von Itzehoe, Husum und 
zahlreichen anderen Orten Schleswig-Holsteins 
waren Schwimmer herbeigeeilt. Die Sieger er 
hielten neben Ehrenurkunden und Plaketten 
wertvolle von Tönnrnger Geschäftsleuten gestif 
tete Preise. Leider gingen die meisten Preise nach 
außerhalb, trotzdem die Tönninger Sportler ver 
schiedene Hauptpreise für sich buchen konnten. 
99- Tönning, 20. Juli. Ein kommunisti 
scher Stadtverordneter erhält eine Woche Ge 
fängnis.^ Ein gerichtliches Nachspiel fand ein 
in der Hamburger Volkszeitnng veröffentlich 
ter Artikel, der sich gegen den Leiter der 
Wohlfahrtskommission, den sozialdemokrati 
schen Stadtrat P. Dölz, hier, sowie weiteren 
Mitgliedern derselben, richtete und sich mit 
anrüchigen Maßnahmen der Kommission be 
schäftigte. Der Verfasser des Artikels, der kom 
munistische Stadtverordnete O. Hansen hier 
war nicht imstande, den Wahrheitsbeweis für 
seine Behauptungen zu erbringen. Das Ge 
richt ließ deshalb auch keine Milde walten und 
verurteilte H. zu einer Gefängnisstrafe von 
einer Woche und Tragung der Kosten. 
MoMrreàà 
Krempe, 20. Juli. Rotes Sportfest verbo 
ten. Der Kremper Turn- und Sportverein 
— Mitglied der K. G. — beabsichtigte, am 
Sonntag hier ein „Rotes Sportfest" zu veran 
stalten. Tie bereits erteilte Genehmigung 
wurde am Sonnabend auf Anordnung wider 
rufen. Um am Sonntag die öffentliche Ruhe 
und Ordnung aufrecht zu erhalten, wurde 
eine Abteilung Landjägereibeamte und Schutz 
polizei hierher kommandiert. Zu Zwischen 
fällen kam es jedoch nicht. 
Brunsbüttelkoog, 20. Juli. Schiffsunfall 
in der Schleuse. Der Dampfer „Frielinghans", 
der sich mit einer Ladung Koks und hoher 
Deckslast auf der Reise von Rotterdam durch 
den Kaiser-Wilhelm-Kanal nach Stockholm 
befindet, stieß am Sonntag beim Einlaufen 
in die hiesige Schleuse mit der Uferdeckmauer 
zusammen. Das Schiff erlitt Ueber-Wasserscha- 
dcn am Bug, konnte aber seine Fahrt durch 
den Kanal fortsetzen. Nach der Dnrchschleu- 
sung in Holtenau ging der Dampfer, der kein 
Seefähigkeitsattest erhielt, zur Beseitigung der 
Schäden an die Germania-Werft in Kiel. 
Neuenbrook, 20. Juli. Vrehdiebstahl. In 
der Nacht zum Sonnabend wurde auf der 
Weide dem Gemeinöevorsteber Johann Hahn 
ein Schaf abgeschlachtet. 
Unverantwortlich:! Leichtsinn der Paddler. 
Zu dem Paddelbootunglück bei Sylt schreibt 
der bekannte Dauerschwimmer Otto Kemmerich: 
„Auf dem Motorboot „Seeadler", welches mich 
am letzten Sonntag von St. Peter nach Süderoog 
brachte, befand sich u. a. Gästen auch das verun 
glückte Ehepaar mit feinem Paddelboot. Beide 
stammten aus Dresden und hatten dort eine Wette 
abgeschlossen, ihre Hochzeitsreise im Paddelboot 
nach Westerland zu machen. Der Herr mochte etwa 
40, die Dame 18—20 Jahre alt sein. An Hand 
meiner Seekarte gab ich dem Herrn genaue In 
formationen über die Strömungen und ermahnte 
wiederholt zu größter Vorsicht, zumal ich die Fest 
stellung machte, daß beide nur mangelhaft über 
die Gezeiten und Meeresströmungen usw. orien 
tiert waren. — Man hatte die Absicht, von Süder 
oog nach Hooge und von dort direkt nach Am 
rum zu paddeln. Auf die Gefährlichkeit und Un 
möglichkeit der letzten Strecke wies ich ganz beson 
ders hin und empfahl den etwas längeren, aber 
weit ungefährlicheren Weg: Hooge—Langeneß— 
Föhr—Amrum. Meines Erachtens sind dis Ver 
unglückten in den Ebbstrom der Süderau geraten 
und in dis Richtung Seesand—Ruyter Tief bzw. 
Wester-Brandung getrieben, wo das leichte Fahr 
zeug voll Wasser schlug. In dem Boot befand sich 
übrigens eine Ausrüstung im Gewicht von zwei 
Zentnern. An eins Rettung war natürlich nicht 
zu denken. Auf feden Fall war es ein unverant 
wortlicher Leichtsinn, ohne eingehende Kenntnis 
der Strömungen eine derart gefahrvolle Reife in 
einem Paddelboot zu unternehmen." 
* * * 
Heide, 20. Juli. Gemeiner Diebstahl. Dem 
bedürftigen Rentner H. Hannfen, Norderstr., 
wurden von seinem kleinen Stückchen Garten- 
bn. Nieblum auf Föhr, 19. Juli. Missions, 
fest. Unser Kirchdorf war am Sonntag das 
Ziel zahlreicher Ausflügler. Galt es doch, das 
alljährlich stattfindende Insel - Missionsfest 
zu begehen. Nicht nur Bewohner unserer In 
sel, sondern auch zahlreiche Gäste fanden sich 
in unserer alten, ehrwürdigen St. Johannis 
kirche zusammen. Pastor Höber, St. Nikolai, 
verstand es, die andächtigen Zuhörer von der 
Notwendigkeit und der Berechtigung der Be 
tätigung in der Heidenmission zu überzeugen. 
Der zweite Redner, Missionsinspektor Pa 
stor Feldhusen konnte in seinen Ausführun 
gen, den Beweis erbringen, daß die Missions 
arbeit wieder im Aufstiege sei und erfreuliche 
Erfolge zeitige. 
Westerland, 20. Juli. Beinahe ertrun 
ken. Sonntagnachmittag hätte die Nordsee 
beinahe wieder ein Menschenleben gefordert. 
Ein Kurgast schwamm im Freibade am Süd 
strand hinter den Brandungswellen und ge 
riet in einen sogenannten „Zieher". Ein muti 
ger Kurgast schwamm an der Leine hinaus. 
Es gelang ihm, den Hilfsbedürftigen an Land 
zu ziehen. Ein gleichartiger Vorgang ereig 
nete sich vormittags am Strande vorm Hanse 
Miromar. Dort konnte sich ein älterer Kur 
gast ebenfalls nicht mehr gegen die Strömung 
halten und stieß Hilferufe aus. Dadurch, daß 
er sich auf dem Rücken treiben ließ, konnte 
er sich über Wasser halten, bis zwei Gäste mit 
einer Rettungsleine hinausgingen und ihn 
an Land bringen konnten. 
mo. Westerland, 20. Juli. Die Bildung 
eines eigene« Steuerausschusses für die Insel 
Sylt, wie sie das Landesfinanzamt durchge 
führt hat, wird eine gerechtere Besteuerung 
der fast ausnahmslos auf Fremdenindustri? 
angewiesenen Bevölkerung ermöglichen. 
às ö§m Kreis ķàrrĢà. 
Eckernförde, 20. Juli. Sitzung der Gemeinde 
vertretung Dorüy. Die Ge nt ei nd evert rein ng trat 
zu einer Sitzung mit kleiner Tagesordnung zu 
sammen. Zunächst übergab der Gemeindevorsteher 
der Vertretung Abschriften von den Verhand- 
lungsunterlagon bezw. Vorschlägen und Veschlüs- 
en des Kreisausschusses in der Borbyer Etats 
angelegenheit. Der Etat wind demnächst erneut in 
der Gemeindevertretung zur Beratung kommen. 
Die Steuerzuschläge sind in bet von der Ge 
meindeverwaltung festgelegten Form vom Krens 
ausschuß vorweg genehmigt. Sodann folgte die 
Bekanntgabe» des Revisionsberichts über die Ee- 
msindekasse. Die Kassenführung hat zu keiner Be 
anstandung Veranlassung gegeben. Der Kreis- 
ausschuß hatte die Vesoldungsvorschnften für die 
Beamten, Wartegeldempfänger, Ruhestandsbeam 
ten und Beamtenhinterbliebenen der Landge 
meinde Borby mit einer Maßgabe genehmigt, die 
ich auf die lebenslänglche Anstellung bezog. Die 
Gemeindevertretung trat dieser Maßgabe einstim 
mig bei. Mit demselben Stimmverhältnis wurde 
odann dis Anstellung des Gemeindesekretärs 
Günther aus Lebenszeit beschloßes
	        
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