Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 4)

Svortbeilaqe der Schleswics-Solsteinischen Landeszeikuny (Rendsburyer Tageblatt) 
Dienstag, den 30. g) e ,i. igZg 
123. Jahrgang / Nr. 304 
Futzbaķlşporļ. 
Holstein-Kiel gegen Arminia-Hannover 2:4 (2:2). 
Nachdem Holstein vor kurzer Zeit die 1:3-Nied erläge 
vom Hamburger Sportverein hinnehmen muhte, durfte man 
den Kielern nicht die Siegeschancen geben wie gegen Kilia- 
Kiel. Das Spiel hatte wieder ein Publikum angelockt, das 
es nicht vertragen konnt«, ihre Lieblinge unterliegen zu 
sehen. Die Arminen wurden lächerlich gemacht, der Schieds 
richter. der in solchen Situationen natürlich doppelt schul 
dig ist. wurde angeschrien und mit einem Pfciftonzert be 
dacht und die Holsteiner — angefeuert und bei unfairem 
Spiel noch durch lautes Gröhlen unterstützt. Etwas mehr 
Objektivität darf man doch wohl von diesen „Kennern" des 
Fußballsports erwarten. — 
Arminia siegte verdient durch «in« besondere Taktik. 
Die Mannschaft legte das ganze Spiel auf Steildurchgcinge 
an, wobei sich besonders die beiden norddeutschen Vertreter 
Meyer imb Wolpers auszeichneten. War Gefahr im Ver. 
zug«, so ging die gesamt« Läuferreihe zurück, die „Fach- 
manner" nannten es „Mauern", und brachte ein« große 
Verwirrung in die Arbeit des Holsteinsturmes. Aber beim 
Angriff waren die Läufer wieder da und unterstützten er- 
falgreich. Verteidigung und Torwart waren schàliàr, 
letzterer vielleicht nicht gelenkig genug. 
In der Kieler Elf versagte die Läuferreihe Baasch— 
Mündt—Lubke. Die beiden Außen konnten ihre Stürmer 
nicht halten und zeigten auch im Zusammenspiel mit ihren 
Außenstürmern und Verteidigern groß« Schwächen. Mundt 
arbeitete fleißig mit dem Körper, der Geist schien noch 
Weihnachten zu feiern. Ohm konnte nicht an Zimmerman» 
heran. Wufi im Tor griff gut ein, wird aber Kramer nie 
mals ersetzen können. Der Sturm spielte einen müden 
Fußball. Di« Angriff« waren nur selten so flüssig, wie 
man st« sonst von dem Sturm gewohnt ist. Nachsetzen gab 
«s kau«, dafür aber wunderbare Akrobatikstücke einzelner 
Spieler, die zeitraubend waren und nicht den geringsten 
Erfolg hatten. — 
Der Schiedsrichter hatte feinen eigenen Kopf, gut wenn 
«rr solch« Kampfrichter habe», aber seine Entscheidungen 
waren leider zu oft anfechtbar. Bier Elfmeter in einem 
Freundschaftsspiel auf glattem, vereistem Boden, das ist 
reichlich hart! — 
Das Spiel wurde auf einem glatten, nassen Platz aus- 
getragen, der bald einer schmutzigen, verschrammten Eis- 
fläch« eines kleinen Sees glich. Arminia hat zunächst eine 
leicht« Feldüberlegenheit. Wulf muß oft eingreifen. Dann 
wird Holsteins Sturm lebendig Im Rauin will aber nichts 
gelingen, obgleich einmal das leere Tor nur noch vor einem 
Stürmer steht. Die Hannoveraner sind daun wieder mlten. 
Das^ Holsteintor befindet sich in größter Bedrängnis. Wulfs 
Pfosten retten. Ein Handelfmeter der Gäste, der aber un 
genau geschossen mck> gehalten wird, bringt den ersten 
Stillstand vorm Holsteintor. Dann kommt Holstein nnver- 
dient durch Zusammenspiel von Widmayer und Ludwig zum 
ersten Tor, dem kurz darauf ein zweites durch Ludwig folgt, 
obgleich Arminia im Felde bestimmend ist. Der Lohn folgt 
denn bald durch Wolpers, der einen kurz abgewehrten Ball 
einsenden kann, und durch den Rechtsaußen Pawlicki, der trotz 
des Abfeitspfiffes des Schiedsrichters, der jedoch nicht be 
rechtigt erscheint, den Ball scharf ins Netz schießt. Der 
Schiedsrichter ignoriert den ersten Pfiff und gibt Tor. 
6o geht es 2:2 in die Halbzeit. Nach dem Wechsel liegt 
Holstein gut vorm Arminia-Tor. Die Verteidigung rückte 
aber zu weit auf und läßt die Steildurchgänge der Han 
noveraner immer noch recht gefährlich werden/ Im Raum 
macht ein Verteidiger Hand. Arminia verwandelt den Elf 
meter und führt mit 2:3 Toren. Holstein kann daun vor 
lauter Beinen keine Tore mehr erzielen. Die Möglichkeit, 
auszugleichen und den Vorsprung zu sichern, zwei gegeben« 
Elfmeter zu verwandeln, wird von Ritter verschenkt." Die 
Gäste setzen zum Endkampf an und krönen ihren Erfolg 
durch ein viertes Tor. — 
Fußballspiele im N. S. V. 
Die Punktspiele wurden in der Bezirksliga wieder auf 
genommen. Brunswik spielte gegenFrista-Husum 6:1 (1:l). 
Das Spiel war äußerst hart "und hatte zur Folge, daß 
vier (!) Spieler des Feldes verwiesen werden mußten. 
Die Polizei holte sich ihren ersten Sieg durch ein 2:0- 
Ergebnis über Schleswig 06. Schleswigs Elf war langsam 
und unentschlossen, während die Polizisten mit großem Eifer 
spielten. 
Der DfB.-Kiel schlug die Sportfrcunde-Neumünster 7:1, 
nachdem das Treffen in der ersten Spielhälste sehr inter- 
essant durchgeführt worden war. 
KMTD. verlor gegen Preußen-Itzehoe 1:3 (1:2). 'Die 
Preußen waren im Sturm besser und zeigten eine qeschlos- 
sene Mannschaftsleistung. 
Fortuna-Glückstadt konnt« einen 1:0-Sieg über Eintracht- 
Kiel feiern, obgleich Eintracht mehr vom Spiel und weitmls 
bessere Tormöglichkeiten hatte. 
Rasensport-Schleswig siegt« 3:2 über Eckernförde. Di« 
Schleswiger spielten besonnener und führten zunächst mit 
2:0, dann lief Eckernförd« zu besserer Form auf und glich 
ans. Erst ein Elfmeter entschied das Treffen. 
Husum 1918 hatte den GBB. für ein Gesellschaftsspiel 
verpflichtet, das 1:1 endete. Das Ergebnis wird den beider 
seitigen Leistungen gerecht. 
Hamburger Ligaergebnisse: 
DL.rmöDSB. an der Jahreswende 
Eimsbüttel siegt über AI- 
trma 93 3:1; Victoria gegen St. Georg 3:1; Union gegen St. 
Pauli Sport 3:1; Polizei gegen Uwitas 6:0. 
Ergebnisse aus dem Reiche: Bayern-München gegen 
Tennis-Borussia 3:0; Hertha BSE. gegen Hungaria-Budapest 
0:7; Dresdener SE. gegen 1. FE. Nürnberg 0:1; Sp.-Vg. 
Fürth gegen FE. Bologna 1:3. 
Ausländische Ergebnisse: Arsenal-England gegen Black- 
pool 7:1; Sparta-Prag gegen Olympiqe-Marseille 4:0; Sla- 
via-Pcag gegen FL. Turin 3:0; Basel gegen Luzern 2:2. 
Fußballspiele der RBV.-Jugend. 
Die Jüngsten des RBV. trugen an den Meihnachtstagen 
trnd am Sonntag zwischen den Festen einig« Gesellschafts, 
spiele aus. 
RBV. 1. Knaben gegen Schleswig »6 1. Knaben 3:1, 
RBV. 1. Schüler gegen Schleswig 06 1. Schüler 16:0. 
Alle vier Mannschaften stehen an der Tabellenspitze ihrer 
Klassen. Der Südkreis besitzr. wie auch aus diesen Ergeb- 
Nissen zu ersehen ist, die spielstarkeren Mannschaften. 
RBV. 1. Jugend gegen Holstein 1. Jugend 1:5 (1:2). 
Das Spiel war in der ersten Halbzeit ausgeglichen. 
Dann machte sich die größere Spielerfahrung der Kieler gel- 
tend. Durch feines Paßspiel konnten noch drei Tore "er- 
zielt werden. Die RBV.-Iugend spielte eitrig und zeigte >m 
Vergleich mit anderen Tressen kaum Schwächen, 
Nortorfer Sport. 
Rortorf (Kreisliga) gegen Holstein-Kiel (Ligarcserve) 
1:5 (1:2). 
Am 1. Weihnachtsfeiertag war di« Ligareserve der Kieler 
Holsteiner in Rortorf. Rortorf hot aus diesem Spiel ge- 
lernt. Es wurde ein gutes Spiel von Mann zu Mann 
gezeigt. Die 1:0-Führung Rortorfs dauerte nicht lange. 
Holstein wurde immer besser und konnte bis zur Halbzeit 
eine 2:1-Führung erzwingen. Rach der Halbzeit wurde ein 
Ersatzmann eingestellt, wodurch noch mehr Zug in di« Mann- 
An der Jahreswende stehen Deutsche Turner- 
schaft und Deutsche Sportbehörde innerlich geschlos- 
len und gesund und bereit zu weiterer Arbeit am 
deutschen Volle, an dem sie bislang ihre Verpflich 
tungen in unermüdlicher Arbeit und in stetiger 
Treue erfüllt haben. Millionen und Abermillionen 
haben beide Verbände Kraft, Gesundheit uni» Ner 
venfrische für den Daseinskampf gegeben und dazu 
beigetragen, daß viele herrliche Stunden der Er 
innerung durch Turnen und Sport geschaffen wur 
den, die ihnen Lebensinhalt gegeben haben. Immer 
sianden die großen Turn- und Sportverbände im 
Vorderkampfe, wenn es galt, für deutsche Volks 
tumsideale zu ringen. Sie sind nicht müde gewor 
den, ihren Grundsätzen treu zu bleiben. 
Alle Sinne und Muskeln angespannt z-ur Ar 
beit an Volk und Vaterland! Das ist ein Wort, das 
die Arbeit der DT. überschreiben könnte. Das ab 
gelaufene Jahr 1930 war ein Jahr eifrigster Ar 
beit am inneren Ausbau der DT. Besonders er 
freulich gestaltete sich die Lehrarbeit, denn überall 
wurden Lehrgänge für die Führer auf den einzel 
nen Fachgebieten abgeholten. Die Deutsche Turner- 
schule in Berlin bildete zahlreiche Turnivarte und 
Vorturner sowie Leiterinnen und Dorturnerinnen, 
die zur Belebung und Erweiterung des turnerischen 
Betriebes in den Vereinen berufen sind. So ist 
auch die erzieherische Arbeit vorwärtsgebracht wor 
den. Ein wichtiges Ereignis war das Alterstreffen 
der DT., das in Ostpreußen als Tannenbergtreffen 
vor sich ging und eine riesenhafte Beteiligung aus 
wies. Daneben fanden 14 Kreisturnfeste statt, von 
denen Chemnitz allein 100 000 Turner und Turnerin 
nen auf den Raten brachte. Erfreulich war, daß 
auch dis Spitzenleistungen nicht nachließen, sondern, 
wie zahlreiche Bestleistungen auf allen Gebieten be 
weisen, an Stärke gewannen. Auch die Spielbewe 
gung machte erfreuliche Fortschritte, weitere Tau 
lende konnten für Turn- und Sportspiele gewonnen 
werden. — Für das neue Jahr stehen der DT. große 
Aufgaben bevor. Die Lehrarbeit muß fortgesetzt 
werden, die Werbearbeit ist auszugestalten, in'allen 
Uebungsarien müssen Fortschritte gemacht werden. 
Daneben wird die DT. erstmalig nach den Eini 
gungsverhandlungen zwischen DT. und DSV. die 
Spielreihe der Sommerspiele durchführen. — 
Die Deutsche Sportbehörde hat auch ein ar 
beitsreiches Jahr hinter sich. Leichtathletik und 
Handball konnten sich weiter im Rahmen der zahl 
reichen Sportarten entwickeln, wofür namentlich den 
Vereinsführern aufrichtiger Dank gebührt. Sie er 
brachten den Beweis, daß Vereine nicht nur lose 
Gebilde sporttreibender Leute, sondern fest verbun 
dene Kulturgemeinschafien sind, die höhere Ziele 
verfolgen. Länderkämpse und Olympische Spiele 
sind von jeher als Mittel betrachtet worden, die Be 
ziehungen zum Auslandsdeutschtum enger zu ge- 
,lallen. — Das nächste Jahr wird hauptsächlich der 
Vorbereitung der Teilnehmer für die Olympischen 
Spiele in Los Angeles gewidmet fein. 
Auch in den anseren großen deutschen Verbän- 
den. Deutscher Fußballverein, Deutscher Arbeiter 
sportverband, Schwimmverbond. Reit- und Fahr 
verband, konnte man ttotz der wirtschaftlichen Not 
lage eine Aufwärtsentwicklung feststellen. 
Doch durch die wirtschaftliche Not in gleicher 
Weile betroffen wie das ganze deutsche Voll steht 
der deutsche Sport an der Jahreswende. Härtester 
Prüfung muß er standhalten und alles, was nicht 
wahr und echt ist an ihm, verfällt der Ausscheidung. 
Man muß sorgenvoll in die Zukunft blicken, wenn 
man bedenkt, daß es in Deutschland 400 000 Iugend- 
liche zwischen 17 und 21 Jahren gibt, die erwerbs 
los sind; das bedeutet einen gewaltigen Ausfall an 
Mitteln zur Aufrechterhaltung des Turn- und 
Sportbetriebes. Die Vereine halten auch die er 
sssick. Dazu gehörten 2-.; Millionen Golfschiâgŗr. Wert- 
mäßig folgt dann die Produktion für den Tenntsspor, men- 
genmäßig dagegen die Produktion für das Baseballs/«!. 
Die gering« Beliebtheit unseres Fußballspieles kommt i« 
^--hältmsmäßig sehr kleinen Zahl der angefertigten 
Fußball« — 285 000 Stück — zum Ausdruck. Auch tn 
Deutichland hat sich Sportindustrie und Spoctartikelqeschäst 
rm letzten Jahrzehnt erfreulich entwickelt. Leider fehlt uns 
bis heute eine ähnliche Statistik, wie sie in den Vereinigten 
Staaten durchgeführt wird. Immerhin dürste sich der jähr- 
iche Produktionswert der deutschen Sportindustri« aus 
heblich mehr als 100 Millionen RM belaufen. ' 
Befreiung der Jugendherberge» vom Polizei 
meldewesen. 
preußische Minister des Innern hat in Ueberein- 
stimmung mit dem Preußischen Minister für Bolkswohifahrt 
durch Erlaß vom 16. Oktober entschieden, daß die Jugend 
herbergen nicht der Vorschrift des Paragraphen 8 der Po. 
i.zelvcrordnung über das Meldemesen vom 4. April 1930 
(Ministerialblatt für die inner« Verwaltung Nr. t7 vom 
23^ April 1930, Sp. 353) unterliegen, da dieser Paragraph 
stch au- die Inhaber von Einrichtungen, die der gewerbs 
mäßigen Beherbergung dienen, beschränkt. Auch finden die 
Bestimmungen des Paragraphen 7 a . 0., betreffend Melde- 
ŞĢ bei vorübergehendem Aufenthalt, aus di« Jugend- 
Herbergen keine Anwendung, da sie u, Stesem Paragraphen 
nicht ausdrücklich genannt sind. 
Zwischen bm Seilen. 
Pistulla schlägt Hofmann knockout! 
,® eï . Hamburger Pumching bracht« an feinem letzten 
diesjährigen Kampftag neben einem großen Rahmenprogramm 
das Treffen des Halbfchwergewichff-meisters Pistulla gegen 
den Holländer Hofmann, dessen Ringrichter der Altmeister 
Samson-Körner war. Hofinann war während des ganzen 
Treffens eine reine Abwehrpartie. Leider war der Holltn- 
werbslosen Mitqlieder, die keinen Beitraa "feX I b " der 5. Rund« an durch seine alt« Augenveriei,„ng 
len umd entsņlton Kiev „„„„ 5 \ erheblich gehandicapt, so daß er nicht mehr zur Sntfaltumj 
r ŗ/ ' /! r 7 Cr dhŗe schönste, wenn auch I feines ganzen Könnens kam. Daß aber àotzdem der Meister 
lajtendjte Ehrenpflicht. I di« Knockout-Gelegenheit erkannte und nach einem Kinntrcffer 
Aber trotz der Schwierigkeiten lebt der deutsche einem tödlichen eisenharten Magenhak«» den über 20 
Sport. Er wird auch das Tal überwinden in das Ņfund schwereren Holländer herunterholte, war eine Mrisier- 
er jetzt widerstrebend hinabgleitet und wird wieder S' We ß “ 8citen eines * ccnäci aBi Ņ-àstà 
Zur Höhe anklimmen. Die beispielslose Unterneh- * . a ^ , 
mungslust und innere Kraft der deutschen Turn- back Johnson gehl »nt 53 Jahre» 
und Sportbewegung, die die Bewunderung des TO . mcMr in den Ring! 
Auslandes immer wieder neu hervorruft, ist die beste A?" berichteten, gingen in Amerika di« ältesten 
Gemöfti- hjvfiir try;. k* • L-n s. I -àussbox«- ant oem Gedanken um. heute, bei der schlechte« 
ĢŞģhr dafür. Die llrbett, die sich IN Hülle und Kasse der amerikanischen Schwergewichtler, wieder zwischen 
Fülle bietet, die auch 1931 freudig geleistet werden den Seilen zu wirken. Es klingt wie ein schlechter Witz, 
wird, nicht um Lohn und Dank, wird lediglich für “P' 11 mön . nuw erfährt, daß selbst der alt« Reger Johnson 
das Volk getan. Denn Dienst an ihm ist das böckite ņà tätig fern will. Er hatte lange Jahre dev Welt. 
und en-östt- sr-k doe JLr-I/ 0 ?:■ mmsterschaftstrtsl Ņ«, mußte sich dann aber eines Sittlich, 
no größte 8-eI der lpor..reibenden Verbände; frei I keitsdeliktes wegen einige Jahre nach Si>ng°Sing schicke« 
von parteipolitischen und anderen Bindungen, stolz lassen und war erledigt. Lang« Zeit ernährte er sich dann 
»nd stark stehen sie vor uns, gewappnet, ihre Arbeit 
im neuen Jahr zum Segen des deutschen Volkstums 
aufzunehmen. Glück auf! 
* . * 
schaft kam. Mit dem Resultat 5:1 war Holstein verdienter l 
und sicherer Sieger. Rortorf spielte mit 2 Ersatzleuten und 
war dadurch geschwächt; es fehlten der Mittelstürmer und 
der Rechtsaußen. Holstein hatte eine auf allen Posten gut 
besetzte Maunschaft ins Feld gestellt. Hervorzuheben sei der 
rechte Verteidiger, der Mittelläufer Fischer und der schon 
in der Oberliga erprobte Löffler. Der Torwart hatte wenig 
einzugreifen, bei seinen gezeigten Leistungen erkannt« man 
Talent, aber keinen sportlichen Ernst; er nahm das Spiel zu 
leicht. Bei Rortorf sei hervorzuheben der Stürmer Kohn, 
der sich immer mehr der 1. Mannschaft anpaßt. Der Torwart 
Sauerberg hielt was er halten konnte. Di« Verteidigung 
war nicht auf gewohnter Höhe. 
Erst Geschäft, dann Wohltätigkeit! 
Wir berichteten vor einiger Zeit, daß der Berliner Fuß 
ballspieler Haseloft von Südstern infolge innerer Derblu- 
tung kurz nach einem Fußballwcttspiel starb. Um der Witwe 
des Slldsternmannes eine Unterstützung zukommen zu lasten, 
vereinbarten Hcrtha-BSC. und Südstern ein Wohltätigkeits- 
treffen, wozu sich etwa 6000 Zuschauer eingestellt hatten. 
Rach dem Spiel zeigte der Deutsche Fußballmeister, der allen 
Grund hat, sich moralisch zu rehabilitieren imè als wirklicher 
Fußballmeister zu wirke«, ein eigenartiges GeschSfisgcbahren, 
Hertha bestritt zunächst die reinen Unkosten, strich von dem 
restlichen Gelde 50 Prozent ein und überließ Südstern die 
andere Hälft«. Auf Protest Südsterns führte der Deutsche 
Fußballmeister dann „einhirndert" Mark (!) fiir di« schwer- 
betroffene Witwe ab, während Südstern seinen gesamten 
Anteil der Frau zur Verfügung stellte. „Deutscher Fußball- 
meister"!... 
Sport ans de« Weihnachtstagen. 
Im Bezirk 1 (Schieswig-Holstein) fanden an den Deih- 
»achtstagen einig« Wettspiele statt, di« zum Teil über- 
rwscheà Ergebnisse zeitigten. 
So unterlag Kilia-Kiel im Punktspiel gegen Holstein- 
Kiel 1:4 (0:2). Das Spiel war bis kurz vor Schluß offen, 
dann wurde Kilia merklich zurückgedrängt. Holsteins Spiel 
war im ganzen fineffenreicher und systemvoller. Kilias Elf 
spielt« bis zum Schluß eifrig, konnte aber nur trotz sehr 
guter Tormöglichkeiten das Ehrentor erringen. Holstein-Kiel 
ist nach diesem Sieg wieder schleswig-holsteinischer Herbst- 
Meister. Kilias Stellung in der Tabelle steht noch nicht fest, 
da das Verbandsgericht immer noch nicht den Protest Kilia- 
UT. gegen den RBV. entschieden hat. — 
Borussia spielte gegen Union-Teutonia 3:2 (2:0). Beide 
Mannschaften traten mit Ersatz an und zeigten nicht die 
bisher von ihnen gezeigten schneidigen Angriffe. Wenn 
etwas besinnlicher und überlegter gearbeitet worden wäre, 
hätten mehr Erfolge erzielt werden können. UT, kam erst 
nach dem Wechsel ans, konnt« das Unentschieden für kurze 
Zeit halten und überließ dann Borussia kurz vor Schluß den 
Sieg. — 
Eintracht-Flensburg hatte am vorigen Sonntag gegen 
VfL. Rordmark eine derbe Niederlage erlitten und mußte sich 
nun von einem weiteren Vertreter der Bezirksliga, Husum 
1918, 1:3 (1:3) geschlagen bekennen, Husum zeigte in der 
ersten Halbzeit eine klare Feldüberlcgenheft durch technisch 
besseres Spiel. Eintrachts Angriffe waren schwach und un 
produktiv. Das Ehrentor fiel durch Elfmeter, — Man darf 
gespannt sein, wie das Trefien RBV, gegen Eintracht am 
kommenden Sonntag endet — 
Olympia-RcumLnstcr siegte mit 2:1 (1:0) 1st einem Ge- 
fellschafisspîeļ gegen Rasensport-Reumiinstcr. — SD. Eller 
bek fertigte den Eaardcncr Ballspiclverein 3:0 (2:0) ab. — 
Internationale Ergebnisse: Hungaria-Budapest gegen 
Dresdener SE, 5:2; SvBg Fürth gegen Juventus-Turin 
3:1, Rückspiel 0:2; Hungaria-Budapest gegen 1. FE. Rürn- 
bcrg 2:0; Sparta-Prag gegen München I860 3:0. — 
Die indischen Studenten wurden im Hockey von Berlin 
92 0:4 und vom Berliner SC. 1:7 geschlagen. — 
Handball. 
Handballspiele wurden in Schleswig-Holstein im den 
letzten Tagen nicht in großer Anzahl ausgetragen, da die 
Plätze zum Teil ganz spielunsähig waren. Reger Betrieb 
herrschte nur in Flensburg. Hier kämpfte einmal Kilia-Kiel 
gegen den Polizcisportvcrein Nordmark. Kilia siegte 7:5 
(4:3), obgleich die Flensburger während der ganzen Spiel- 
zeit ein kleines Plus aufzuweisen hatten. — Dann traten 
als Kabarcttclown. Heut« ist er aus finanziellen Gründen 
gezwungen, wieder dem Berufsboxsport zu betreibe». — Er 
(ïot Starterlaubnis erhalten und befindet sich bereits im 
Training. 
Donaglio gegen Rîsļo. 
Der frühere Europameister im Halbschwergewicht, Michele 
Bonoglia (Italien), der sich seit einiger Zeit in Amerika be 
findet, wird sein Dedrŗt in USA. irimmehc am 15. Januar 
in Cleveland geben, wo er mit dem alten Haudegen Johnny 
Risk- in de» Ring steigen soll. Dieser ist immer noch stark 
genug, daß sich Bonaglia schon in großer Form befinde» 
muß, wenn er Risko àwambfrei schlagen will. 
Earnera in Kopenhagen. 
Der italienische Ueberschwergewichtsboxer Primo Ear 
ners gab am Sonntag vor 5000 Zuschauern in Kopenhagen 
der 1. Kieler Sandballclub und Kameradschaft-Flensburg im einen Echautampf' mit dem Deutschen Bischoff (Dortmund) 
Punktspiel gegeneinander an. Das Spiel endet« 2:0 für zum Besten und erhielt reichen Beiiall. Km Rabm.-no>-n„,„«„, 
. , ,. _ Spiel endet« 2:0 für j zum Besten und erhielt reichen Beifall. Im RahmenpHgUmm 
de» 1. Kieler und wurde auf dem nassen Platz des Stadions , bestritt der Berliner Bantamgewichtler Kurt Aust ein Treffe« 
gegen den Dänen Aners Petersen. Dieser war stets besser 
und siegt« klar nach Punkten. 
ausgetragen, der eine einwandfteie Spieldurchführung kaum 
gestattete. Kameradschaft hatte die meisten Chancen, das 
Spiel zu gewinnen, doch war die Zusammenarbeit im Sturm 
so mangelhaft, daß keine Tore gelingen wollten. Di« Flens 
burger müssen sich vaichalten, wenn sie vor dem Abstieg be _ ^ ^ __ m t 
ivm^ti werden wollen. — Der Flensburger MTV. fertigte,! troffen, um Schmelings Angelegenheiten zu vertreten. „Neu- 
Amerika über Echmàg. , 
Schmelings Manager Jo« Jacobs ist in Neuyork einge 
ben Reichsbahnsportverein 5:2 (5:0) in einem Gesellschafts 
spiel, das zwei grundverschiedene Halbzeiten aufwies, ab, 
RBV. Liga gegen KSV. 1 9:2 (5:1). 
Das Spiel brachte die ersehnte Begegnung, die die eigent, 
liche Spielstarke des KSV. zeigen sollte. Wenn das Ergeb 
nis auch für den KSV. etwas ungünstig ausfiel, so zeigte 
das Treffen, daß der Kronwerker Sportverein gut au sich 
gearbeitet hat und zu den besten Hoffnungen berechtigt. Die 
Mannschaft lieferte in den ersten 20 Minuten ein eifriges 
Spiel und konnt« den Spielstand längere Zeit auf 1:1 halten, 
da namentlich die Hintermannschaft ein vorzügliches Abwehr, 
spiel bot. Zu schwach und systemlos spielte der Sturm, der 
sich durch zu enges Spielen rmmer wieder festlief. In der 
RBB.-Elf bewährte sich der Sturm dee Ligarcserve, Er war 
schußfreudig und arbeitete iw einzelnen uneigennützig. — 
Das Spiel selbst war während der ganzen Zeit spannend, da 
der KSV. auch bei größerem Torvorsprung des RBV. nicht 
nachließ. 
Die Damen beider Vereine traten mit nicht vollbesetzten 
Mannschaften an, so daß das Spielergebnis kaum das rich- 
tige Stärkeverhältnis der Gegner angibt. Das Spiel endete 
1:2 für den KSV. und beweist, daß auch die KSB.-Damen 
aus den vielen Gesellschaftsspielen gelernt haben. 
Ruderverein 1 gegen Glück-Auf 1 5:1. 
Beide Mannschaften waren nicht vollzählig erschienen 
und spielten bei der Glätte des Bodens recht unsicher. Das 
Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. 
Rudervcrein 2 gegen Glück-Aus 2 3:3. 
Allerlei. 
Amerikanische Sportindustrie. 
Man ist leicht geneigt, die rein wirtschaftlichen Aus 
wirkungen der modernen Turn- und Sportbewegung zu un- 
kerschätzen. Die Leibesübungen sind aber in Wirklichkeit 
heute eine Quelle unmittelbar und mittelbar von ihnen 
abhängiger wirtschaftlicher Tätigkeit. Die Spvrkindustrie 
und das Sportartikelgeschäft hat im Wirtschaftsleben der 
größeren Sportnationen ein auch vollswirtschaftlich nicht 
mehr zu übersehendes Ausmaß angenommen. An der Spitze 
steht natürlich in dieser Beziehung Nordamerika und die 
Bereinigten Staaten. Zn USA. wurden nach amtüchen Fest 
stellungen im Jahre 1929 Sportartikel und Sportausrüstungs- 
gegenständc im Werte von 49 Millionen Dollar erzeugt. Ge- 
genüber 1927 ist der Produktionswert um mehr als 9 Mil 
lionen Dollar (23,7 Proz.) gestiegen. Diese Zahlen enthalten 
nicht den Produkttonswert für Jagd- und Sportwaffen und 
die dazugehörige Munition, Es gibt in den Staaten 210 
selbständige Unternehmungen der Sportindustrie, also eine 
verhältnismäßig geringe Zahl. Weitaus an der Spitze, so 
wohl mengenmäßig, wie wertmäßig, steht das Golfspiel und 
seine Geräte. Im Jahve 1929 wurden fast 1,7 Millionen 
Dutzend Golfbälle fabriziert, das sind rund 20 Millionen 
Yorker Staatszeitung und Herold" macht daraufhin über 
Schmeling Glossen, in denen es u. a. heißt: 
Joe Jacobs, , des deutsche« Schwergewichts-Weltmeister» 
Max Schmeling jetzt unbestrittener Manager, kehrt« auf der 
„iüeuyork" von langen Konferenzen mit seinem Vertrag und 
einem vollgerüttelten „Sack voll Rosinen" zurück. Die größte 
der 31osinen ist fiir Herrn Jacobs, daß er nrmmehr eine« 
fünfjährigen Kontrakt m der Tasche hat, der seine Rechte 
an „Maxe" unbestreitbar mrd unanfechtbar macht. Schmeling 
kommt wahrscheinlich Mitte Januar wieder nach Auwrika und 
geht zuerst nach Hollywood ,um in einem neuen Film zu 
mimeu. Dann folgt eiue Box°Tournèe durch die Vereinigten 
Staaten zu Schauzwecken bis Ende Aprll und nach zwei 
Wochen Ruhe wird der deutsche Weltmeister bis Mitte Juni 
sein scharfes Training aufnehmen, um für alle kommenden 
Gegner gerüstet zu sein. Ende Juni wird Schmeling für 
den Rfilchfonds in die Arena steigen, aber wer sein Gegner 
sein wird, kann heute noch nicht gesagt werden. Sharkey, der 
Mann der im ausschlaggebenden Moment zu tiesen Faust, 
wayrscheinlich nicht. Vielleicht Dempsey. 
Fest steht vorläufig nur, daß „Maxe" sich mit den er. 
wordenen amerikanischen Dollars seines Lebens freut. Ei 
hat seiner Mutter in Schmargendorf ein Haus gekauft, was 
immerhin ein beredtes Zeugnis dafür äegt, daß er nicht nm 
eine Größe des Faustkampfis, sondern auch ein guter Sohn 
ist. Für sich selbst hat er in der Nähe von Berlin ein* 
Villa erworben, wo er den nicht mehr ganz neuen Beweis 
erbringt, daß zu einer frisch.fröhlichen Zugend außer Ge, 
sundheit und kräftiger Konstitution ein gefüllter Geldbeutel 
gar nicht ju verachten ist. 
Têķà 
Dänen und Franzosen im Januar in Hamburg. 
Das neue Jahr bringt der Hamburger Hallenreu nis. 
Saison Höhepunkte, die nicht übertrossen werden können. 
Kopenhagen spielt am 4. Januar das Rückspiel. Der erst« 
Sonntag im neuen Jahre bring, die zweite Degegnmig zwi. 
scheu Kopenhagen und Hamburg, das bekanntlich das erst« 
Spiel in Kopenhagen mit 5:2 Punkten für sich zu mtscheide» 
vermochte. Ob es den Dänen gelingen wird, das Rückst'^ 
erfolgreicher zu gestalte,:, wird mau abwarten müssen. 
einen Sieg der Gäste glauben wir nicht, wohl àr an 
ausgeglichen« Kämpfe, wurden doch auch die Erfolg st, 
Dänemarks Hauptstadt erst in heißen Kämpfen erfochten. 
Borotra, Voufsus, Brugnon und Sentien 
kommen am 12. und 13. Januar. 
Begleitet von den Damen Mlle. Adauwff und Mll«. Ren- 
feld kommen die Franzosen zu ihrem zweiten Gastspiel nach 
Hamburg. Da sie am Sonnabend und Sonntag vorher m 
Berlin spielen werden, sind der Montag- und Dienstagabe»t> 
für die Hamburger Begegnungen vocgeseyen. Hj^x uncb man 
auf einen Erfolg der Hamburger nicht rechn«» können, wen« 
man sich des Könnens der Franzosen nicht irur im Freien, 
sondern auch in der Halle evuutert.
	        
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