Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 4)

Vas Mmverbol. 
Davauf kamen die 
LLndervertreLer 
ļ-u Wort. Für Sachsen sprach Ministerialrat Patsch. 
Bereits das Buch Remargues enthalte peinliche Ein- 
> feitigkeiten, die im Film noch viel schärfer hervor- 
! treten. Der Vertreter Sachsens schloß sich vollinhalt- 
ļ;ch dem Standpunkt des ReichMehrministeriums und 
^es Reichsinnenministeriums an. Den gleichen Stand 
punkt nahm für Thüringen Oberregierungsrat Peipel- 
mann ein. Auch der Vertreter für Braunschweig schloß 
; sich an. Temperamentvoll gestalteten sich die Ausfüh 
rungen des Vertreters Bayerns, von Imhoff, der von 
dem Film auch eine entsittlichende, ja sogar verrohende 
Wirkung auf das Volk und auf die Jugend befürch 
tete. Die wirklich erhebenden Momente des Opfer 
mutes und des mutigen Ausharrens kämen in dem 
Film überhaupt nicht zum Ausdruck. Für Württem 
berg sprach Ministerialdirektor Wiedmann gleichfalls 
von der entsittlichenden Wirkung des Filmes und wies 
besonders auf die Einseitigkeit der Darstellung des 
deutschen Sergeanten Himmelstotz als Typ des Unter 
offiziers hin. 
Nach einer Pause sprach für die amerikanische 
Filmfirma, di« Universal Pictures Corporation, 
Rechtsanwalt Dr. Frankfurter 
in einem mehrstündigen Plädoyer. Die inzwischen ein 
getroffen« Mitteilung, daß die amerikanische Firma 
den Film für Deutschland zurückgezogen habe, begrün 
dete er damit, daß di« Herstellerfirma das Moment 
der gestörten Ordnung aus der möglichen anschließen 
den Entscheidung des unabhängigen Gerichtes völlig 
ausscheiden wolle. 
Eine entsittlichende bezw. verrohende Wirkung des 
Films sucht Frankfurter zu bestreiten. Es handelt sich 
um Weltanschauungen, Die Gefährdung der öffent 
lichen Ruhe und Ordnung komme nicht mehr in Frage, 
nachdem der Film zurückgezogen sei. Das Ansehen 
Deutschlands gegenüber dem Auslande sei, so meinte 
der Interessenvertreter der amerikanischen Firma, nicht 
geschädigt, im Gegenteil, dieser Film sei geeignet, das 
deutsche Volk, so wie es gelitten und gerungen habe, 
in den Fahren der Not wahrhaft und für das deutsche 
Volk ehrend zu schildern. Der Verteidiger verlas ein 
Telegramm des Präsidenten der Universal Pictures 
Eorporation, des alten Laemmle, der ein großer Wohl 
täter seiner württemüergischen Heimat sei. Laemmle 
ist — so gibt er wenigstens an — der Auffassung, das 
Buch Remarques habe so sehr für seine alte deutsche 
Heimat in den Vereinigten Staaten gewirkt, .daß er 
gerade deswegen und aus dem Geiste der Verständi 
gung der Völker heraus für diesen Film die Ausnah 
men gemacht habe. 
Nack den etwa sechsstündigen Verhandlungen 
zogen sich die zur Entscheidung Berufenen zurück, 
um das eingangs mitaeteilts Urteil abzugeben. 
Als Beisitzer des Vorsitzenden, Ministerialrats 
Dr. Sesger. fungierten Chefredakteur Baecker von 
her „Deutschen Tageszeitung", Theologie-Professor 
D. Hinderer, die Oberreallehrerin Fräulein Rein 
hard aus Tübingen und der Filmvorführer 
Schubert. 
A«h§ vsr Öen MZMWZn. 
Auf Grund des Urteils der Filmoberprüfftelle 
ist der Film „Im Westen nichts Neues" bereits 
gestern vom Spielplan der Mozart-Lichtspiele ab 
gesetzt worden. Die Mozart-Lichtspiele waren in 
folgedessen geschlossen. 
Die Kommandantur Berlin hatte den Neichs- 
rvehrangehörigen den Besuch der Mozart-Licht 
spiele und das Betreten des Nollendorfplatzes wäh 
rend der Kundgebungen verboten. 
Severing scheint nicht überzeugt. 
Berliner Blätter geben eine Korrespondenz- 
meldung wieder, nach der Donnerstagvormittag 
im Mozartsaal eine Vorführung der amerikanischen 
Fassung des Films „Im Westen nichts Neues" 
vor dem preußischen Innenminister Severing, dem 
Ministerpräsident, dem Kultusminister Grimme, 
dem Polizeipräsidenten, dem Kommandeur der 
Berliner Schutzpolizei, Heimannsberg, sowie ver 
schiedenen anderen höheren Beamten Preußens 
stattgefunden habe. Wie die Korrespondenz hört, 
hat man im preußischen Innenministerium durch 
die Vorführung die Auffassung gewonnen, daß 
auch die amerikanische Darstellung des Filmes 
-keine Hetze darstellt. 
Pnrlnņ enlMesier. 
TU. Berlin, 11. Dez. Zu Beginn öer Don 
nerstagsitzung des Reichstages erklärte der 
Abgeordnete Stöhr (Notsoz.s außerhalb der 
Tagesordnung, die marxistischen Parteien hät 
ten es darauf abgesehen unter bewußtem Ver 
zicht auf geistige Auseinandersetzungen die na 
tionalsozialistischen Abgeordneten herauszu 
fordern und sie dann vor der Oeffentlichkeit 
als Skandalmacher hinzustellen. Unter dem 
Beifall der Nationalsozialisten erklärte Stöhr, 
daß seine Fraktion daher in Zukunft die Red 
ner der marxistischen Parteien nicht mehr an 
hören und geschlossen den Saal verlassen wer 
den. Während der Verlesung dieser Erklärung 
waren die Sozialdemokraten außerhalb des 
Saales geblieben. Als dann ein kommunisti 
scher Abgeordneter das Wort erhielt, verließen 
die Nationalsozialisten den Saal, während die 
Sozialdemokraten langsam einmarschierten. 
Und das nennt man Volksvertretung! 
SîsàM auf der ZnhM-Ksnsetenz. 
Wis Reuter erfährt, nimmt Macdonald an 
den Arbeiten der Indien-Konferenz aktiv in der 
Rolle eines Vermittlers teil, um die Streitigkei 
ten zwischen Hindus und Mohammedanern beizu- 
lqzen, die gegenwärtig die Konferenz störe». 
Auf dem Wege der Sanierung? 
Sir ts W« te Finge 
des Millses in Sold und Widen. 
TU. London, 12. Dcz. (Eig. Funkmelög.) 
Maßgebende amerikanische Ftnanzstellen ha 
ben, wie der diplomatische Mitarbeiter des 
„Daily Telegraph" meldet, wissen lassen, daß 
Amerika in der Frage der Goldreserven bereit 
sei, etwaigen Plänen für eine Zusammenar 
beit mit Europa ernste Aufmerksamkeit zu 
schenken, vorausgesetzt, daß zunächst eine Eini 
gung zwischen England und Frankreich erzielt 
würde. Das Goldproblem mache ganz beson 
ders Ser englischen Regierung erhebliche 
Sorgen. Es fange an, seine» Einfluß ans die 
internationale Politik deutlich fühlbar zu ma 
chen. Das treffe in erster Linie für die Frage 
der Kriegsschulden und der Reparationszah- 
lnttge» zu. Die englische Regierung habe keine 
Gelegenheit vorübergehen lassen, um den an 
deren Staaten die Notwendigkeit einer ge 
meinsamen Aktion durch die Zentralbanken 
vorzuhalten. Aber Frankreich sei teils aus 
alter Gewohnheit, teils aus politischen Grün 
den nicht geneigt, feine bisherige Politik auf 
zugeben und seine großen Goldreserven flüssig 
zu machen. England sei der Ansicht, daß das 
Goldproblem zuerst geregelt werden müsse. 
Eine solche Regelung würde die Lasten ihrer 
Schuldnerstaaten erleichtern und dann würde 
es vielleicht für das Deutsche Reich nicht not 
wendig sein, ein Moratorium zu beantragen. 
Zn derselben Frage bemerkt der „Daily 
Herald": „Sollte im Frühjahr sich die Krisis 
nicht gebessert haben, so ist es außerordentlich 
zweifelhaft, ob Deutschland in der Lage sein 
wird, weiterhin seine Zahlungen zu leisten." 
Die ganze Frage der Reparationen und 
Kriegsschulden müsse zweifellos erneut erwo 
gen werde». Andernfalls würden sich die 
Schwierigkeiten sowohl für Europa als auch 
für Amerika wesentlich verstärken. Die „News 
Chronicle" tritt für baldige Einberufung einer 
Finanzkonferenz ein, wie sie von Titulescu 
beantragt wurde. Sie werde sicherlich die Un 
terstützung Deutschlands und hofsenlich auch 
Englands finden. Alle Sachverständigen ein 
schließlich Lord d' Abernoon und Mac Kenna 
seien sich darüber einig, daß die eigentliche 
Ursache der gegenwärtigen Wirtschaftslage im 
finanzielle» Problem zu suchen fei. Hier könne 
der Völkerbund wirklich einmal etivas Gutes 
leisten. 
Selbstverständlich ist die Regelung des 
Verhältnisses des Geldes zu den Schulden der 
Völker gegeneinander nur der Anfang der Sa 
nierung. Ihr müßte in gleichen Relationen die 
Ordnung des Geldes zu den Privatschulöen 
innerhalb der Völker folgen. Geschieht das, so 
ist damit der erste große Schritt zu den Frie- 
denspreisverhältnissen getan. Den Weg dahin 
über eine Zwangswirtschaft suchen zu wollen 
ist abwegig, die natürliche Voraussetzung ist 
vielmehr die vernünftige Ordnung des Ver 
hältnisses des Kapitals zur Arbeit. Nur sie 
kann eine für Europa und Amerika gleich 
katastrophale revolutionäre Entwicklung ge 
genüber einer sonst evolutionären aufhalten. 
So ernst liegen die Verhältnisse. -HE) 
Die Warnung eines Finanzministers. 
flsfsgûisft ttîti Deckung. 
Ter sächsische Finanzminister Tr. Hedrich 
brachte den sächsischen Etat für 1930 im Land 
tag ein und übte herbe Kritik an den Parla 
menten. Früher hätte, so führte er aus, das 
Parlament seine Aufgabe darin gesehen, die 
Ausgabenwünsche der Regierung scharf nach 
zuprüfen und die Finanzkraft der Wirtschaft 
vor übermäßiger Inanspruchnahme zu schüt 
zen. Heute wären die Rollen-häufig vertauscht. 
Das Parlament bewillige und frage nicht da 
nach, woher die Mittel kämen, Tie Regierung 
wäre jetzt das Organ, das sich gegen den Ve- 
wllligungssturm wehren müsse, aber sie fände 
in der Verfassung keine ausreichende Stütze. 
Das Parlament beschränkte sich auf das For 
dern und das Bewilligen und weise der Re 
gierung das undankbare Geschäft zu, für die 
Deckung zu sorgen. Das wäre eine glatte Un 
möglichkeit. Ihm wolle es scheinen, als ob 
weite Kreise unseres Volkes sich des Ernstes 
unserer Lage noch nicht voll bewußt geworden 
wären, und als ob zu diesen Kreisen leider 
auch noch mancher Beamte gehöre, der, allzu 
eng auf sein Ressort eingestellt, das große 
Ganze aus dem Auge verlöre und sich vor 
allem nicht täglich und stündlich klar mache, 
daß es kostbares Geld des schaffenden Volkes 
wäre, was er zu verwalten hätte. Wir müß 
ten wieder anfangen, auch im Kleinen zu 
sparen und den Pfennig zu Ehren zu brin 
gen. Dieses Bewußtsein müsse jeden einzel 
nen Beamten, gleichviel an welcher Stelle er 
stehe, durchdringen. Noch wäre es Zeit, un 
sere Wirtschaft wieder aufzurichten und ihre 
Gesundung herbeizuführen, wenn wir einge 
denk des Ernstes unserer Lage alle Kräfte 
regten und den Willen dazu in schnelle Tat 
umsetzten. Unsere Zukunft liege in der Ar 
beit und in eiserner Sparsamkeit. Tie Verant 
wortung dafür, daß keine Unordnung auf 
dem Gebiete des Staates eintrete, daß das 
Land nicht in eine immer tiefere Verschul 
dung hineingerate, daß der Fortbestand un 
seres staatlichen und wirtschaftlichen Lebens 
durch die Erhaltung gesunder Finanzverhält- 
nisse gewährleistet würde, trügen alle Par 
teien. 
§ür NuŞbenàschmàg 
im WchshmrZhall. 
Dio Reichstagsfraktion der Deutschen Volks- 
partoi hat Donnerstagabend beschlossen, im 
Reichstag einen Antrag einzubringen, in dem die 
Reichsregierung ersucht wird, zur Secherung ge 
gen Schwankungen des Wirtschaftslebens dem 
Reichsrat vor dem Eintritt in die Einzelberatung 
des Reichshaushalts für 1931 einen Ergänzungs 
haushalt vorzuschlagen, der die Einsparung eines 
weiteren Betrages von mindestens 300 Millionen 
Mark an den ordentlichen Ausgaben herbeiführt. 
* * * 
Zer LàrE der Gemeinden 
im Srsaîsrnļ. 
Fm Staatsrat erklärte der preußische Finanz- 
minister,^ daß die Kürzung der Veamtengehältcr 
in den nächsten Tagen durch eine Verordnung her 
beigeführt würde. Er schätzte die Mehrausgaben 
der Gemeinden gegenüber den Mehreinnahmen 
trotz der Notverordnung auf 100 Millionen,. 
Freiherr von Kayl erklärte, daß die Gemein 
den Anfang Februar etwa 600—700 Millionen 
Defizit haben würden. Die Gemeindekassen seien 
in namhaften Gemeinden zum Teil leer, und im 
Osten würde man in absehbarer Zeit vom Bar 
lohn zum Naturallohn übergehen müssen. 
Das sind die Gemeinden am Ende des Fahres 
des Heils 1930. 
* . * 
Zotzen der Wàirļschsfîskrise. 
TU. Newyoŗk, 12. Dez. (Eig. Funkmeldung.) 
Nach einer Meldung aus Rio de Janeiro hat der 
Minister für öffentliche Arbeiten wegen der schwie 
rigen Wirtschaftslage vorläufig jede Einwande 
rung nach Argentinien verboten. In Rio de Ja 
neiro allein beträgt die Zahl der Arbeitslosen 
6» 098. 
dk polnische §Mnage. 
In Breslau verurteilt. 
Der erste Strafsenat des Breslauer Oberlan- 
desgerichts verhandelte gegen die Fischer Karl 
Heyduk und Gustav Klenke, beide aus einem Dorfe 
bei Züllichau, wegen versuchten Landesverrats und 
Spionage. Die Straftaten wurden von ihnen im 
Zn- und Ausland zugunsten Polens begangen. 
Dis Zwei sind am 22. Juni festgenommen worden. 
Heyduk hat für Polen optiert, Klenke ist deutscher 
Staatsangehöriger. Heyduk wurde wegen versuch 
ten Landesverrats unter Zubilligung mildernder 
Umstände zu einem Jahr sechs Monaten Gefäng 
nis verurteilt,' sechs Monate wurden ihm auf die 
Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. Klenke 
erhielt wegen einfacher Spionage eine Gefängnis 
strafe von vier Monaten. 
* * * 
ZlMgebêêļ befĢŞsm. 
Heute zieht, wie aus Saarbrücke!: berichtet wird, 
die letzte französisch-belgische Abteilung des Saar 
bahnschutzes in Stärke von 250 Mann ab. Damit 
ist das Saorgebiet nach zwölf Jahren endlich be- 
satzungsftei. In Unruhefällen ist freilich fremdes 
Militär zu erwarten laut Dölkerbundratsbeschluß. 
* * * 
AusWhM und Muitg 
auch das Schmerzenskind in Rußland. 
Der Vorsitzende des Obersten Volkswirtschafts 
rates der Sowjetunion hat einen alarmierenden 
Aufruf erlassen, in dem eindeutig auf die kata 
strophale Finanzlage hingewiesen und unbedingte 
Einhaltung der in dem Wirtschaftsprogramm für 
das Sondervierteljahr vorgesehenen Ausgaben- 
grcnze gefordert wird. Für die Wirtschaftsunter 
nehmungen wird die Notwendigkeit einer Verbes 
serung der Qualität der Erzeugnisse unterstrichen 
und gefordert, daß alle Mittel zur Heranziehung 
der Spargelder zum Aufbau der Wirtschaft ergrif 
fen werden. Zu einem bedeutenden Teil müsse die 
Durchführung der Industrialisierung auch weiter 
auf Kosten der Volksmittel gehen. Die nachläs 
sige Durchführung, in vielen Fällen sogar die di 
rekte Sabotierung der Beschlüsse der Regierung 
und der Partei hinsichtlich der Finanzierung des 
Aufbaues habe eine schlimme Lage geschaffen. 
Zahlreiche Behörden und wirtschaftliche Organi 
sationen machten gegenüber dom Programm we 
sentlich vermehrte Ausgaben, ohne sich über die 
Deckungsmöglichkeit Kopfschmerzen zu bereiten. 
Eine derartige Mißwirtschaft müsse aber zu einem 
Zusammenbruch des ganzen Planes führen. Des 
halb sei die Finanzdisziplin zu halten. 
* . * 
Deutscher Reichstag. 
Der Reichstag nimmt das Weihnachtsladenschluß' 
gesetz an. 
17 Uhr Schluß, Blumengeschäfte und Gastwirt 
schaften 1 bezw. 2 Stunden länger. 
WTB. Berlin, 11. Dez. Im Reichstag wur 
den am Donnerstag die Anträge zu der Hochwasser- 
Katastrophe in der Ausschußfassung angenommen. 
Die Hochwassevhilfe soll sich insbesondere auf Ober 
und Niederschlesien sowie auf das Gebiet des Rheins 
und seiner Nebenflüsse und auf die sächsische Ober 
lausitz erstrecken. 
Außerdem wurde der Ausschußanirag über den 
Ladenschluß am Weihnachtsheiligabend angenom 
men. Danach dürfen offene Verkaufsstellen nur 
bis 17 Ahr, Blumengeschäfte bis 18 Uhr und Gast 
wirtschaften bis 19 Uhr geöffnet fein. 
Ecgle dMlWMiiSteil. 
Sie Biet-, Bürget- und Geltîmkeşļeuet 
in Tönning abgelehnt. 
yy. Tönning, 12. Der. (Drahtbericht unseres 
Vertr.) In der gestrige.. Sitzung der städtischen 
Kollegien gelangte nach kleineren Vorlagen auch 
die Einführung der Steuernotverordnung zur Aus 
sprache. Die Kollegien beschlossen, die Biersteuer, 
dis Eetränkestöuer und die Bürgersteuer abzu 
lehnen. 
Altona, den 12 Dezember 1930 
de'm Grünen °3äaer 18 
SchmememiikWttW 
(Ohne Gewähr) 
(’s wurde ge-astlt für 50 k£ Lebendaenöckit: 
a) Beste Tetttchiveine . . . . Über 306 Bid. 61—62 M 
bl Mittelschwere Ware . - ca. 240-(00 330). 61—62 . 
c) Gute leichte Ware . . . ca. 200-246 Bid. 5i—60 . 
d) Geringere Ware. . . . ca. 160-200 Pfd. 48—53 , 
e) Sauen 46—52 
Austrieb 3421 
Handel: mittelmäßig , 
* . * 
Hamburg, den 12 Dezember 1030 
(Ohne Gewährt Diehhoi Siernlchame 
CchrsLènLMKrLL 
Bericht der Hamburaer Notierungskommission- 
' (Amtlicher Berichts 
Es wurde gezahlt für 50 kg Lebendgewicht: 
3) Beste Fettichweine über 300 Bid. 62—63 JUt 
d) MittesichwereWare.. .ca.240-300 Md. 61—62 , 
cl Gute leichte Ware...ca.200-240 Md. 58-60 
ck) Geringere Ware ca. 160-200 Pfd. 45 52 , 
Lj Sauen 47—52 „ 
Austrieb: 3421 
Handel: gut 
Berlin, den 12. Dezember 1930 
MMW Win Miner SlWWlelmnrll 
(Frühnotiz) (Ohne Gewähr! 
Mitgeteilt von der Ponimerschen Biehverwertungs- 
Gesellschaft Berlin-Zentralviehhof. 
Es wurde gezahlt für 50 kg Lebendgewicht: 
Preise: Auftrieb: Verlaust 
Binder 20-59 2170 ruhig 
Kälber 40—76 1590 ruhig 
Schafe 33-60 3710 
Schafe direkt zugeführt 140 
Schweine 8853 ziemlich glatt 
Schweine zum Schlachlhos direkt 1302 
Auslandsschweine 1172 
Klasse A 59 Klasse C 57-60 Klasse E 53-54 
, B 58-60 , D 55—57 „ F — 
Sauen 52 
* . * 
Berliner SeèreidesrûhmarkL 
vom 12. Dezember 1838 
Tendenz: rubia. - 
Weizen ....242.00-243.Ut I Ha er 138.60-143.00 
Roggen.... 156.00-158.00 Wevenkleie.101.50-104 00 
Gerste 190.00—194.00 I Rogaenkleie..90.00-95.00 
Für 1(00 ktr 
* * * 
LeW Dotierungen nņ Sreltag- Haràt 
Hamburg, den 12. Dezember 1930 
Getreide (Preise in R^t per 1000 Kg.s 
Weizen franko Hamburg 75/76 Ka-neue 252 00—256-00 
Weizen ab inland. Station 242:00—246.00 
Roggen franko Hainburg 7(171 Ks neue 168.00—17'3 0 
Roggen ab inland. Station neue Ernte >58.00—162.00 
Wintergerste ab inland. Station-neue >94-00—198-00 
'ommeraerste ab inland. Station 200.00—2 6-00 
Donauaerste.wgfr Hamburg.loko unoerz 81 00— 83.00 
iäaier franko Hamburg 156.00—162.00 
Hafer ab inland. Station 146.00—152-00 
F utkermittei (Prelle in R « per 50 Kg. „rot 
Meizenkleie.inld. * 
Weizenkl.. int. nm- 
'voggenkleie, in». •* 
^rai.-o.LgPlatak' * 
Rraķ-o.i>aP|.Pļ 
^bîle-Kleie * 
Ehile-Polinrds 
5.40 
6 00 
4.50 
6.50 
6.00 
Valmk. Sarb.-Wilhh 
stwküskurb. ., 
Ravsku-b. „ 
Erbnustkuch... 
"einkmben 
Reisiu.-Mehl 24/28°/° 
ona-Schrot 
5.00 
6 65 
4 >0 
6 40 
7.90 
4.00 
6.90 
Mehl (Preise in R« per 100 Kal 
Auszugmebl biei. Mühlen 46.50 
Bäckermehl biei. MLblen 41.00 
6 n % Rogaenmebl biei. Mühlen 31.75 
Roggengrobmebl diel. Mühlen 22.75 
Tend«"- ^e«r-!»>. stetig. ruhig, Mehl ruhig. 
*) verzollt. transits. ..
	        
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