Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 4)

123. Jahrgang ! Nr. 287 / Zweites Ņlatt 
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îlcnôcbucaec Cemedìatt 
Montag, den 8. Dezember 1833 
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Tagung -er Lan-e6ķyno-e. 
Am Sonnabend setzte die Landessynode die 
unterbrochene Vorberatung des Haushaltungs 
planes der Landeskirchenverwaltung fort. Nach 
Eingehender Aussprache fanden die einzelnen Aus- 
^-«»epositionen in der Form, in der sie vom 
Finanzausschuß vorgeschlagen waren, Annahme 
Bei der Beratung der Einnahmeseite des Etats 
wurde ein Antrag angenommen, die Beiträge der 
Propsteien zu der landeskirchlichen Umlage in der 
bisherigen Höhe zu belassen. Daraufhin geneh 
migte die Synode den Cesamtetat in der Vorbe 
ratung. der kommende Woche in der Schlußbera 
tung endgültig festgestellt werden wird. 
Durch einmalige Beratung wurde einem Antrag 
des Synodalen Harrsen zugestimmt, wonach die 
Kirchenregierung ersucht wird, bei dem Provinzial 
landtag zu beantragen, daß die dem Denkmalsamt 
zur Verfügung gestellten Mittel, welche von 30 000 
Rckt auf 10 000 N-.1t herabgesetzt sind, wieder in 
ihrer früheren Höhe bewilligt werden. 
Die nächste Vollsitzung der Synode wird am 
Montagnachmittag gegen 5 Uhr stattfinden. Auf 
der Tagesordnung steht unter anderem die Wahl 
der Mitglieder der Kirchenregierung. 
Die Zusammensetzung der 
Ausschüsse der 4. Landesfyuode. 
Den verschiedenen Ausschüssen der z. Zt. ta 
genden 4. Landessynode gehören folgende Syno 
dalen an: 
1. Wahlprüfungsausschuß: 
Propst Boie-Wandsbek (Vorsitzender), Rektor 
Ruhsert-Lauenburg, Rechtsanwalt Dr. Christians- 
Flensburg. 
2. Ausschuß für Eingaben: 
Propst Lucht-Meldorf (Vorsitzender), Fräulein 
Drede-Kiel, Propst Jakobsen-Glllckstadt, Ober 
studiendirektor Dr. Heine-Neumünster, Lehrer 
Johannsen-Heide. 
3. Finanzausschuß: 
Propst Wiebers-Rendsburg (Vorsitzender), 
Landmann Hanfen-Ladelund, Stellmachermeister 
Hintmann-Süderhastedt, Propst Sieveking-Altona, 
Postamtmann Meyer-Kiel, Geheimer Justizrat 
Dr. Mehliß-AItona, Gemeindevorsteher Bau- 
mann-Wohltorf, Oberregierungsrat Dr. Berndes- 
Rahlstedt, Gutsbesitzer Beckmann-Seegalendorf, 
Kirchenamtmann Eätcke-Kiel, Landmann Bllgge- 
Vitzdorf a. F., Propst Möding-Lütjenburg, Land 
mann Henningfen-Westerholz, Amtsvorsteher Stä- 
merjohann-Eichenhof, Amtsvorsteher a. D. Harr- 
fen-Osterhusum, Bauunternehmer Peters-Vors- 
fleth, Konrektor Blöcker-Neumünster, Pastor 
Schröder-Kiel, Landrat Steltzer-Rendsburg, Pa 
stor Kähler-Flensburg, Landmann Thiesen-Helfe. 
Mit beratender Stimme: Stadtinspektor Han- 
sen-Ueterfen, Pastor D. Matthiesen-Flensburg, 
Landrat a. D. Dr. Wachs-Kiel, Konststorialrat 
Propst Siemonsen-Flensburg. 
4. Nechtsausschuß: 
Rechtsanwalt D. Dr. Ehlers-Kiel (Vorsitzen 
der), Pastor Hellwag-Kiel, Pastor Höber-Bol- 
dixum, Landgerichtsdirektor Stoltze-Altona-Vlan- 
keness, Pastor Matzen-Breklum, Buchdruckerei 
besitzer Vramstedt-Elmshorn, Rektor Ehmsen-Pin- 
neberg, Propst Elaßen-Sörup, Propst Meifort- 
Neumünster, Graf von Reventlow-Wittenberg, 
-Pastor Hansen-Altona, Professor D. Dr. Holstein- 
Kiel, Studiendirektor Lic. Pohlmann-Preetz, 
Oberlandesgerichts-Vizepräsident Dr. Matthießen- 
Kiel, Rechtsanwalt Dr. Christians-Flensburg, 
Konststorialrat Pastor Nielsen-Kiel, Professor D. 
Mulert-Kiel, Pastor Heesch-Weddingstedt, Pastor 
Peters-Krempe. 
5. Nedaktionsausschuß: 
Pastor Hellwag-Kiel (Vorsitzender), Propst 
Schulze-Neustadt, Oberstudiendirektor Dr. Heine- 
Neumünfter. 
» » * 
* Der sogenannte kupferne Sonntag, der 
erste der drei Sonntage vor Weihnachten, an 
dem die Ladengeschäfte geöffnet sind, ist gestern 
gewesen. Die Straßen zeigten vorweihnachtli 
chen Schmuck durch die in hellem Licht erstrah 
lenden Schaufenster der Geschäfte. Mit ihren 
vielseitigen und geschmackvollen Auslagen fes 
selten sie den Blick der Passanten, weckten das 
Interesse an so vielen schönen und praktischen 
Gegenständen, und ließen den Wunsch, dies 
oder jenes für den Weihnachtstisch zu erstehen 
wach werden. Leider werden in diesem Jahre 
in zahlreichen Familien manche Wünsche un 
erfüllt bleiben, denn noch nie hat die Not so 
vernehmlich an die Türen geklopft, wie in die 
sem Jahre. — Der gestrige Sonntag sah stark 
belebte Straßen, die Auslagen in den Schau 
fenstern wurden geprüft und die günstigsten 
Angebote bewundert, doch dürste der Umsah in 
den Geschäften, wie meist am kupfernen Sonn 
tag. nicht allzu groß gewesen sein, weil mit 
dem Käufen meist noch zurückgehalten wird. 
* Ein Fntterhänschen kür die hungernden 
Böget hat die Rendsburger Ortsgruppe des 
Rendsburg, den 8. Dezember 1930. 
Bundes für Vogelschutz im Kindergarten auf 
gestellt. Inmitten einer kleinen Tannengruppc 
finden die bei uns überwinternden gefiederten 
Freunde, für die sonst in dieser Jahreszeit nur 
spärlich Futter vorhanden ist, ihre Nahrung 
Sie benutzen die neue Einrichtung gern und 
freudig, am liebsten, wenn sie nicht beobachtet 
werden. 
* Ein Dampfer vor der Drehbrücke aufgelaufen. 
Am Sonnabendnachmittag mußte der Dampfer 
„Erika Fritzen", der aus östlicher Richtung kam, 
kurz vor der Drehbrücke, die sich eines Defektes 
wegen nicht öffnete, stoppen und Anker werfen. 
Dabei legte sich der Dampfer quer und lief auf. 
Er konnte jedoch aus eigener Kraft wieder frei 
kommen und die Fahrt fortsetzen. 
* Einbruchsdicvstahl. In der Nacht znm 
Sonntag wurde aus dem Kleinbahnhvf ein 
Einbruch ausgeführt. Die Täter sind zunächst 
nach Ausnehmen einer Fensterscheibe in den 
Güterschuppen eingestiegen. Sie haben dann 
eine verschlossene Tür, die znm Vorraum des 
Dienstzimmers führt, aufgebrochen und sind 
dann durch eine unverschlossene Tür in den 
Dienstraum gelangt. Hier haben sie zunächst 
mehrere Schränke und Schubladen aufgebro 
chen. wobei ihnen 10 RM. Wechselgeld in die 
Hände fielen. Alsdann haben sie versucht, den 
Geldschrank aufzubrechen und ihn mit einer 
ly 2 Zentimeter dicken Bohrmaschine ange 
bohrt. Der Versuch mißlang aber. Ebenfalls 
ist es ihnen mißlungen, eine kleinere Geld 
kassette, die festgeschraubt war, zu öffnen. 
* Eingebrochen wurde in der Nacht znm 
Sonntag im ehem. Kammergebäude auf dem 
88er Kasernenhofe. Der Täter hat eine Leiter, 
die auf dem Kasernenhofe bei Bauarbciten ge 
braucht wird, angestellt, hat im oberen Stock 
werk ein Fenster ausgebrochen und ist dann 
eingestiegen. Er hat dann in einem dortigen 
Lagerraum die znm Kontor führende Tür ge 
waltsam geöffnet und hat aus einer ebenfalls 
gewaltsam geöffneten Kassette einen kleinen 
Geldbetrag entwendet. 
* Versucht wurde in der Nacht zum Sonn 
tag, einen an einem Verkaufspavillon berm 
Büdelsdorfer Bahnhof hängenden Verkaufs 
automaten aufzubrechen. Dieses ist dem Täter 
aber nicht gelungen, möglich ist auch, daß er 
verscheucht worden ist. 
* Das Wetter int November. Der Herbstmonat 
brachte uns noch den Beobachtungen der Meteorolo 
gischen Station an 24 Tagen Regen. Wenn trotz 
dem die Gesamtniederschlagsmenge des Monats nur 
94,8 Millimeter betrug, so hat dies seinen Grund 
darin, daß die einzelnen Niederschlagstage nur 
wenig brachten. Schwerer Regen fehlte fast ganz, 
fiel doch auch am 20. November, der die größte 
Tagcsmenge brachte, nur ein Niederschlag von 9 
Millimetern. Außer Frühnebel, der mehrfach auf 
trat, und in Regen überging, hatten wir 4 volle 
Nebeltage. Drei Tage brachten Schnee mit einer 
Schneelage von 3 Zentimetern. Die Temperatur war 
für den Monat sehr milde, nur ein paar Tage 
brachten (eichten Bodenfrost; doch sank das Queck 
silber im Thermometer nur bis auf 3 Grad unter 
Null. Aber ein windiger Geselle war der Monat, 
manchmal sogar ein rechter Stürmer. Den größ 
ten Sturm brachte auch in unserer Gegend der 20. 
November. Zeitweise steigerte er sich zum Orkan, 
und der Schaden, den er und die mit ihm zugleich 
auftretende Hochflut brachte, wird von manchem 
Anwohner der Eider nicht sobald vergessen werden. 
— Für den letzten Monat des Jahres haben sich 
an vielen Orten nachstehende Bauernregeln erhal 
ten: „Kalter Dezember und fruchtbar Jahr sind ver 
einigt immerdar. — Ist's m der heiligen Nacht hell 
und klar, so gibt's ein segensreiches Jahr. — Weih 
nachten naß. gibt leere Speicher und Faß. — Wenn 
die Kälte in der ersten Adventswoche kam. so hält 
sie volle zehn Wochen an —- Steckt die Krähe zu 
Weihnachten im Klee, sitzt sie Ostern oft im Schnee. 
— Dezember veränderlich und lind, der ganze Win 
ter ein Kind. — Grüne Weihnachten, weiße Ostern." 
* Schon jetzt an die Weihnachts-Postpakete den 
ken! Die Reichspost empfiehlt, mit der Versendung 
der Weihnachtspakete möglichst früh zu beginnen! 
Nur dann können die Pakete rechtzeitig in die 
Hände der Empfänger gelangen. Ferner wird ge 
beten, die Aufschrift haltbar anzubringen und den 
Namen des Bestimmungsortes kräftig und deutlich 
auszuschreiben. Auf dem Paket ist der M'ender 
zu verzeichnen, in das Paket ist ein Doppel der 
Adrest'e zu legen! Päckchen müssen haltbar ver 
packt und fest verschnürt ein, Hohlräume sind am 
besten mit Holzwolle oder gestopftem Papier aus 
zufüllen, damit die Sendungen beim Verland nicht 
oedrück" und beschädigt werden. Dieft Sendungen 
sind zudem deutlich als „Päckchen" oder „Brief 
päckchen" zu kennzeichnen. 
* Weihnachisbitte. In schwerer Notzeit bit 
tet der Landesverein für Innere Mission in Schles 
wig-Holstein für leine Schutzbefohlenen. Im Kna 
benheim Thetmarshof m Ricklina und im Frauen 
heim Jnnien haben sehr viele Knaben und junge 
Mädchen niemals erfahren dürfen, was Elternliebe. 
Heimat und echte Freude ist. Und in den beiden 
Altersheimen in Neumünster gibt es so manche alte 
Frau und so manchen alten Mann. in deren Ein 
samkeit zu Weihnachten das Licht christlicher Barm 
herzigkeit dringen möge. Wie warten alle diese 
Schutzbefohlenen des Landesvereins darauf, daß sie 
erfahren dürfen: Unsere Mitmenschen haben ein 
Herz für uns, wir sind Weihnachten nicht allein! 
Darum ergeht auch in diesem Jahr die Bitte um 
Weihnachtsgaben an alle warmherzigen Menschen im 
Lande. Wer hilft? Einzahlungen werden erbeten 
auf Postscheckkonto: Landesverein für Innere Mis 
sion in Schleswig-Holstein. Kiel. Herzog-Friedrich- 
Straße 16. Kontonummer: Hamburg 3510. 
* Professor Mensing spielt noch einmal 
in Rendsburg am Sonntag, 14. 12., in dem 
lustigen Stück von Paul Schurek „Gack, de 
Mann de keen Tied hett". Schurek ist der Ver 
käster von „Peter Pink" und „Stratenmusik" 
In „Gack" spielen Heinz Burmeister und Otto 
Mensing die Hauptrollen. 
Büdelsdorf, 7. Dez. Adventsseier. Am 
Mittwoch, dem 10. Dez., abends 8 Uhr veran 
staltet der Vaterländische Frauenverein, 
Zweigverein Büdelsdorf, im Gemeindehaus 
für seine Mitglieder und Freunde des Vereins 
eine Adventsfeier. Frau Dir. Ahlmann wird 
einige Lieder singen, von der Jugendgruppe 
wird ein Krippenspiel aufgeführt. In der 
Pause wird Tee gereicht, wozu Gebäck mitzu 
bringen ist. Zur Deckung der Unkosten sind 
0,30 RM. zu entrichten. Um regen Besuch wird 
gebeten. 
"Beltse an die SdiclfMeltung 
Die Schriftleitung stellt die Benutzung dieser Rubrik, soweit es der Raum 
zuläßt, den Lesern zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen öffent« 
lichen Interesses zur Verfügung, verwahrt sich aber ausdrücklich dagegen, 
mit dem Inhalt identifiziert zu werden und übernimmt daiür keinerlei Der« 
antwortung. Sie behält sich vor bei Einsendungen, die nach ihrer Ansicht 
Ltz-er das Maß des Sachlichen hinausgehen. Korrekturen vorzunehmen. 
Liegt die Einichränkung von Vergnügungen wirklich 
im Interesse der Allgemeinheit? 
Von gewisser Seite ist auch in Rendsburg versucht 
worben, auf die Oeffentlichkeit in der Richtung hinzu 
wirken. daß eine Einschränkung der Vergnügungen in 
diesem Winter eintritt. Ganz abgesehen davon, daß 
infolge der ungünstigen Wirtschaftslage automatisch 
ein« Verminderung derartiger Veranstaltungen ein 
tritt. so glauben wir nicht, daß mit derartigen Be 
strebungen der Allgemeinheit ein Dienst erwiesen wird. 
Das Rendsburger Gastwirtsgewerb« hat unter der 
Ungunst der Zeitverhältnisse sowie insbesondere unter 
der Notlage der Landwirtschaft und der sonstigen Ge- 
werbezweige außerordentlich schwer zu leiden. Auf der 
anderen Seit« werden aber dem Gewerbe nunmehr 
erneut schwere Sonderlosten aufgebürdet wie z. V. di« 
Erhöhung der Biersteuer und di« Gemeinde-Gettänke- 
steuer. Wenn nunmehr über den normalen Rückgang 
des Geschäfts hinaus ein« weitere Einschränkung der 
Vergnügungen angestrebt wird, so muß dies für das 
Gastwirtsgewerbe sich geradezu katastrophal auswirken. 
Die Folgen wären weitere. Entlassungen von Arbeit 
nehmern und für die Stadt ein erheblicher Steueraus 
fall, der von den anderen Steuerzahlern gedeckt werden 
müßte. 
Dies dürfte aber keinesfalls rm Interesse der All 
gemeinheit liegen. 
Schleswig-Holstein. 
Die Dauern- und Landvolkpartei 
Schleorvift-Holstein. 
hielt am 4. ö. M. in Kiel einen Parteitag ab. 
Der Reichsparteiführer, Staatsrat Höfer aus 
Thüringen, referierte über öie allgemeine po 
litische Lage läd begründete besonders die Ein 
stellung der Partei zur Notverordnung der 
Reichsregiernng. An Minister Schiele wurde 
folgendes Telegramm geschickt: „Die Vauern- 
und Landvolkpartei Schleswig-Holstein dankt 
ihrem Spitzenkandidaten für die aufopfernde 
und unendlich schwierige Arbeit für den land 
wirtschaftlichen Berufsstand. Die Zukunft des 
deutschen Nährstandes wird wesentlich davon 
abhängen, ob Ihnen die Möglichkeit gegeben 
wird, frei von den bisherigen belastenden und 
hemmenden politischen Einflüssen Ihre 
Agrarpolitik durchzusetzen. Wir halten in 
Treue zu Ihnen." 
In der Versammlung wurde dem Partei 
führer der Dank dafür Ausgesprochen, daß er 
bei aller Wahrung der berufsständischen Be 
lange die großen nationalpolitischen Probleme 
stets mit in den Vordergrund gestellt und stets 
unterschieden hat zwischen der derzeitigen Re- 
gierung und dem in der Regierung als Fach 
minister tätigen Reichsminister Dr. h. c. 
Schiele. 
Krss ösm âŗeife Nsràbrrsg. 
Unregelmäßigkeiten bei der Spar- 
uod Dar'ehnskaffe in Osterstedt. 
Osterstedt, 8. Dez. In einer außerordent 
lichen Mitglieder-Versammlung der Spar 
und Darlehnskasse e. G. m. b. H. in Osterstedt, 
die äußerst stark besucht war, wurde über das 
Ergebnis der am 4. und 8. November d. I. 
stattgefnndenen gesetzlichen Revision durch den 
Verbandsrevisor eingehend und ausführlich 
Bericht erstattet. Dem Bericht war zu entneh 
men, daß der Rendant im Jahre 1929 haupt 
sächlich im Frühjahr 1930 eingezahlte Spar 
gelder nicht im Journal und Hauptbuch als 
Einnahme verbucht hatte, sondern diese Gelder 
in Höhe von ca. 12 000 RM. in seine eigene 
Tasche hat fließen lassen. Durch das energische 
Zugreifen des Revisors sowie des Verwal 
tungsorgans hat die Genossenschaft genügende 
Sicherheit erlangt und ist vollauf gedeckt, so 
daß eine Inanspruchnahme der Reserven nicht 
in Frage kommt. Als netter Rendant, der eine 
ausreichende „Kaution" zu leisten hat, wurde 
mit der erforderlichen Mehrheit der Landwirt 
Peter Grewe gewählt. 
r. Nortorf, 6. Dez. Durchgegangen. Bei 
einem Transport von Tischen und Stühlen fiel 
ein Stuhl vom Wagen, wodurch die Pferde des 
Landmannes Röschmann von hier scheuten und 
durchgingen. Der Pferdelenker war nicht mehr 
imstande, die scheuen Tiere zu halten und 'diese 
rasten mit dem beladenen Wagen davon. Dabei 
ging ein Teil der herunterfallenden Stühle in 
Trümmer. Auch der Wagen wurde total demoliert. 
Der Besitzer des Fuhrwerks kam bei dem Halten 
der Pferde zu Fall und zog sich eine erhebliche Bein 
verletzung zu. 
zz. Nortorf, 8. Dez. Einbruchsdiebstahl. In 
der ttergangenen Nacht wurde in der Nortorfer 
Eisengießerei ein Einbruchsdiebstahl verübt. Durch 
Zertrümmerung einer Fensterscheibe des Kontor 
raumes verschaffte sich der Täter Eingang. Im Kon 
tor wurde alles durchwühlt. Gestohlen wurden 
200 elektrische Taschenlampenbatterien, elektrische 
Bügeleisen und andere Sachen von geringerem 
Wert. Durch gewaltsames Entfernen eines Vor 
hängeschlosses verschaffte sich der Dieb von einer 
anderen Seite des Gebäudes Eingang in die 
Gießerei. Hier entwendete der Täter einen kleinen 
Geldbetrag und einen ledernen Koffer. Bon dem 
Täter fehlt bis jetzt jede Spur. — Als gefunden 
wurde auf dem Polizeibüro abgeliefert ein Auto- 
scheinwerfer, den verniutlich ein Kraftwagen auf der 
Durchfahrt verloren hat. 
Schwere Explosion in Holtenau. 
/ 6 Mann oerîetzt. 
Kiel, 7. Dez. Am Sonntagnachmittag gegen 
2.30 Uhr traf nach der Fahrt durch den Kaiser- 
Wilhelm-Kanal, von Hamburg kommend, das 
1929 gebaute Doppelschrauben-Tankmotorschiff 
„Max Albrecht" (5824 Bruttoregistertonnen) 
der Mineralölwerke Albrecht & Co. G. nt. b. H, 
beladen mit 9000 Fässern Schweröl und Massut, 
im Binnenhafen Holtenau ein. Kurz vor dem 
Einlaufen in die klargestellte Holtenauer 
Schleuse erfolgte an Bord in der Backbordma 
schine eine heftige Explosion. Der Unfall er 
folgte bei einem Maschinenmanöver auf Rück 
wärtsgang. 
Hierbei schlug eine Zündung in die ge 
schlossene Kurbelwanne, die explodierte. 
Gleichzeitig flogen zwölf schwere Kurbcl- 
wannendeckel herons und richteten in der 
Maschine Sachschaden an. 
amtliche Bedienungsmannschaften waren zur 
Zeit des Unşalls in der Maschine auf Station 
Durch eine Stichflamme 
wurden sechs Mann verletzt, 
am schwersten der Jngenieurassistent Hermann 
Hahne aus Altenbruch (Elbe). Die Stichflam 
me setzte die Kleiüuilg des Mannes in Brand 
Durch den Schmerz getrieben rannte er in die 
Zugluft, wodurch das Unglück noch verschlirw 
mert wurde. Er wird dem Leben wohl erhalten 
bleiben. 
Ferner erlitten minder schwere Verletzun 
gen: der 1. Ingenieur Julius Milkens aus 
Hamburg, der 2. Ingenieur Wilhelm Träger 
der 4. Ingenieur Karl Marx, der Ingenieure 
assistent Theodor Hamcke und der 1. Elektrike 
August Bürtenop von Krempe lElbe).. 
Das Schiff ankerte jetzt sofort und würd« 
durch den Kanaldampfer „Berlin" an die Süd, 
mauer des Binnenhafens geschoben. Die erste 
Hilfeleistung gab der an der Kaimauer liegen 
de englische Dampfer „Horden" durch seine 
Fenerlöschpumpe. Die Kieler Hauptfeuerwache 
und die Feuerwache Nord trafen an der 
Brandstelle ein und löschten den Maschinen- 
brand mit einem Schlauch in kurzer Zeit. Ein 
Arzt von Holtenau legte den Verletzten d>e 
ersten Notverbände an und veranlaßte die 
Ueberführung von drei Verletzten nach der 
Kieler Klinik.
	        
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