Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 3)

Unfähige SprrrkafferrLeamLe. 
Die Zustände bei der Bordes- 
holmer GsMeindefparLaffe. 
72500 Mark ungebekte Verbindlichkeiten. 
wurde, 25 000 Mark an einer bestimmten Stelle 
zu hinterlegen. 
Zum Beweise, Laß das Geschäft in Ordnung 
sei, sollte er in einem Hamburger Blatt eine An 
zeige aufgeben, die u. a. die Worte enthalten 
sollte: „Ich komme." Die Hamburger Kriminal 
polizei hatte Schliemann nun dazu geraten, die 
Anzeige auch tatsächlich aufzugeben. Sie war vor 
gestern erschienen, Um so rätselhafter aber war es, 
daß trotzdem das Sprengstoffattentat versucht 
wurde. 
Einer Mitteilung des Polizeipräsidiums 
Altona entnehmen wir noch folgende, Einzelhei 
ten: 
Bei Tagesanbruch fand sich auf der vor dem 
Fenster angebrachten Blumenkrippe eine Halbkilo- 
Blechdose, die mit mehreren Projektilen von Jagd- 
munition sowie mit Schrotkugeln verschiedenen 
Kalibers und den dazugehörigen Pulverblättchen 
gefüllt war. Dis Dose war mit einer 4 Meter 
langen Zündschnur verbunden. Das anders Ende 
dieser Zündschnur ragte in den Garten. 
* ^ * 
Opfer des Badens in der Elbe. 
Altona, 25. Aug. Beim Baden am Oevel- 
gönner Strand ist ein Arbeiter Adolf Cz. ans 
Altona ertrunken. Cz. hatte sich offenbar zu 
weit in den Strom hinausgewagt. 
* * * 
Brandstiftung. 
Mölln, 25. Aug. In Nüsse bei Mölln 
brannte das Biehhaus auf dem Gewese vor». 
Hufemann ab. Es liegt Brandstiftung vor. 
ï * 
Er» Zunge beim Erniseinfahren 
fchwer verunglückt. 
r. Neumünster, 25. Aug. Mit schweren 
Verletzungen wurde heute nachmittag der 
9jährige Landmannssohn Hans Engeland 
aus Groß-Harrie in das hiesige Krankenhaus 
eingeliefert. Beim Einfahren der Ernte hatte 
sich der Kleine trotz des Verbots seines Stief 
vaters, des Landmanns Emil Bunte, auf die 
Deichsel zwischen den hochbeladenen Wagen 
gesetzt, war infolge des holperigen Pflasters 
der Torfstratze abgestürzt und von dem zwei 
ten Wagen -überfahren worden. Die Räder 
gingen ihm über die Brust und die Ober 
schenkel hinweg und verletzten ihn lebens 
gefährlich. 
* * * 
kt. Glückstadt, 25. Aug. In der Sitzung der 
städtischen Kollegien stand die Frage des Ankaufs 
des Strafgefängnisies und der dom Justizfiskus ge 
hörenden ehemaligen Festungsländereien erneut 
zur Verhandlung. In der letzten Sitzung war 
bereits darüber beraten worden. Dem Beschluß, 
Vertreter nach dem Justizminister zu entsenden, 
um zu versuchen, finanzielle Vorteils zu erreichen, 
ist inzwischen entsprochen worden. Der Bürger 
meister hat in Berlin im Justizministerium die 
Bedenken zur Kenntnis gebracht, wobei er die Höhe 
des Kaufpreises bemängelt u. auch darauf hinge 
wiesen habe, daß bei der Summe eine Erhöhung 
der Steuern Platz greifen müsse. Vom Vertreter 
der Justizbehörde ist ihm darauf erwidert worden, 
daß seine Behörde dom Verkauf für 100 000 Jl zu 
stimme, dagegen beständen im Finanzministerium 
Bedenken. Zur Zeit wäre deshalb die Angelegen 
heit noch einmal dem Regierungs-Präsidenten in 
Schleswig zugeleitet zwecks gutachtlicher Aeuße 
rung über dis Angemessenheit des von der Stadt 
abgegebenen Angebots. Es sei aus diesem Grunde 
aussichtslos, daß der Preis niedriger würde. Im 
Justizministerium bestehen außerdem noch Be 
denken darüber, ob das für den Bau des neuen 
Amtsgerichtsgebäudes vorgesehene Gelände auch 
als geeigneter Baugrund gelten könne. Aus die 
sem Grunde würde vielleicht noch von der Stadt 
die Hergäbe eines für den Vau des Amtsgerichts- 
gebäudes besser geeigneten Platzes verlangt wer 
den. Rach vorgenommener Aussprache wurde fol 
gender Beschluß gefaßt: Es wird beschlossen, den 
fiskalischen Besitz an der Königstraße 40-41 (ehem. 
Strafgefängnis) und die fiskalischen Ländereien 
Am Wall nach den im Angebot des Magistrats 
vom 25. 2. 1930 niedergelegten Bedingungen zu 
erwerben. Die Erwerbskosten werden in der 
Weise abgegolten, daß für den preußischen Fiskus 
auf einem für diesen Zweck abgetrennten Grund 
stück ein Amtsgerichtsgebäude stadtseitig erbaut 
werden wird. Ferner wird für eine vom Kreise 
zu erbauende Gemüsebauschule das erforderliche 
Gelände Am Wall in Größe von ca. 2 Hektar für 
10 000 Jl hergegeben. Der Rest der Ländereien ist 
für den Bau einer Turnhalle vorgesehen, die ge 
mäß Beschluß der städtischen Kollegien vom 10. 11. 
1927 gebaut werden soll. Der Magistrat wird be 
auftragt, den Abschluß der für die Durchführung 
dieses Beschlusses erforderlichen Verträge mit dem 
preußischen Fiskus sowie mit dem Kreisausschuß 
vorzubereiten. — Alsdann wurde über dis Auf 
bringung der Mittel verhandelt. Während ur 
sprünglich die Summe von 125 000 Jl vorgesehen 
wurde, machte der Magistrat heute eine abgeän 
derte Rechnung auf. Beschlossen wurde die Auf 
nahme einer Anleihe von 80 000 JL, die mit höch 
stens 8 Proz. zu verzinsen und mit 2 Proz. jährlich 
unter Zuwachs der ersparten Zinsen zu tilgen ist. 
Die für Ve^insung und Amortisation dieser An 
leihe erforderlich werdenden Mittel sollen aufge 
bracht werden aus dem Miet- und Pachtaufkom 
men der zu erwerbenden Gebäude und Ländereien 
und einem von der Spar- und Leihkasse bereitge 
stellten Betrag aus den lleberschüffen derselben in 
Höhe von jährlich 3500 Jl. — Es schloß sich eine 
vertrauliche Sitzung, in der über die Uebernahme 
einer Bürgschaft verhandelt werden sollte, an. 
es. Bordcsholm, 26. Aug. In anerkennens 
werter Weise verhandelte die Bordesholmer Ge 
meindevertretung am Montagabend in öffentlicher 
Sitzung, um zu dem Skandal bei der Gemeinde- 
sparkasse Stellung zu nehmen. Etwa einhundert 
Zuhörer hatten sich eingesunöen. Ills Sachver 
ständiger war Direktor Ahrendtz von der Spar- 
und Leihkasse Bordesholm-Bahnhof anwesend. 
Auch war der Vorstand der Gemeindesparkasse 
erschienen. 
Gemeindevorsteher Ahrend leitete die Ver 
handlungen. Direktor Ahrendtz wurde als Sach 
verständiger für den Sihungsabend anerkannt. 
Zur Verlesung gelangte durch den Gemeindevor 
steher der Revisionsbericht vom 14., 15. und 
16. Juli d. Js. In diesen Tagen fand eine un 
vermutete Ueberprüfung der Kasse durch den 
Verbanösrevisor statt. Die Kritik war äußerst 
interessant. 
Man sollte cs einfach nicht für möglich 
halten, mit welcher Unkenntnis die Kasse 
geführt worden ist. 
Als Leiter der Kasse wurde seitens des Revisors 
der Kassengehilfe Schröder bezeichnet, obwohl 
Nielsen im eigentlichen Sinne der Leiter der Kasse 
war, durch Krankheit jedoch lange Zeit dem Ge 
schäftsverkehr fernstand. Schröder war, dem Be 
richt zufolge, alles andere als Leiter einer Spar 
kasse. Ihm mntz jede Sachkentnis zur Führung 
eines ordnungsmäßigen Kassenbetriebes abge 
sprochen werden. Seine Unkenntnis führte schließ 
lich zur Katastrophe. Selbstverständlichkeiten wur 
den außer acht gelassen. Papierhändler Belter 
mann hatte sicherlich die schwachen Seiten Schrö 
ders beizeiten erkannt. Er wickelte ihn ein. Und 
zwar in einem solchen Maße, daß ein Entrinnen 
unmöglich war. Schröder schenkte Beltermann 
das vollste Vertrauen. 
Beltermann genoß ein solches Vertrauen, 
daß er zum Teil den Verkehr mit der 
Girozentrale von Schröder übertragen 
bekommen hatte. 
Als Beltermann eines Tages 1200 RM. von der 
Gemeindesparkasse an die Girozentrale abliefern 
sollte, behielt er davon 606 RM. für seine eigenen 
Bedürfnisse zurück. Ein anderes Mal sollten 
1006 RM. zur Ablieferung gelangen, die Velter- 
mann für sich natürlich besser verwenden konnte. 
— Der Revisionsbericht besaßt sich mit vielen 
Sparkassenkonten, die mehr oder weniger einer 
Berichtigung bedürfen. Es wurden nicht die Na 
men der Kontoinhaber, vielmehr nur die Num 
mern der Konten verlesen. Da ist so manches 
Konto dabei, dem als Grundbedingung die nötige 
Sicherheit fehlt. So manches Konto ist über 
zogen, ohne daß der Vorstand «m Genehmigung 
befragt worden ist. 
Alles in allem: seitens der Leiter eine 
Lotterwirtschaft, wie sie größer nicht sein konnte. 
Noch interessanter war der Revisionsbericht 
vom März 1929, der dem Vorstand nicht unter 
breitet worden ist. Wäre dieser Bericht dem Vor 
stand vorgelegt worden, hätten die eingerissenen 
Uebelstände nicht auftreten können. Der Bericht 
ist einfach unterschlagen worden. Alle vorhande 
nen Wechsel waren nicht verstempelt. Eine zu 
hohe Kreditgewährung wird schon damals er- 
ivähnt. Der Revisor verlangte den Abtrag aller 
Bankschulden, eine Weitergewährung von Kredi 
ten und fordert den Vorstand auf, dip gerügten 
Mißstänüe schleunigst zu beseitigen. Eine Per 
sonaländerung in der Leitung wurde vorgeschla 
gen. 
Dem Bericht nach war die Gemeindssparkasse 
schon im März 1929 nicht mehr existenzfähig. Sie 
mußte aber existenzfähig bleiben, weil Nielsen und 
Schröder sonst ihre Brotstelle hätten verlieren 
können. Es wurde weiter gewurstelt, immer in 
der Hoffnung, daß schließlich doch der Tag kommt, 
an den^ şlles zum Guten gewendet wird. 
Gemeindevorsteher Ahrend gab nun einen 
Ueberblick über die gesamte Angelegenheit. Aus 
diesem ist zu entnehmen, daß die Gemeindespar 
kasse im vergangenen Jahre einen Reingewinn 
von 3606 RM. zu verzeichnen hatte. .Wenn eine 
Sparkasse einen Reingewinn abwirft, dann muß 
ja schließlich auch alles in Ordnung sein. Auf 
diese Weise hatte auch der Vorstand nichts Böses 
geahnt. Zu Beginn der Julirevision war Schrö 
der ln Urlaub. Vom Vorstand wurde er zurück 
berufen. Nachher nahm er seinen Urlaub weiter. 
In einer Sitzung vom 6. August gab der Vor 
stand bekannt, daß ihm von einer Kreditgewährung 
an Veltermann in diesem Ausmaße nicht das Ge 
ringste bekannt sei. Schröder bestritt entschieden, 
daß Veltermann eine derartige Schuldenlast von 
65 660 RM., wie sie zu dem Zeitpunkt bekannt 
war, haben könne. Der Revisor müsse sich geirrt 
haben! Schröder schlug dem Vorstand vor, Velter 
mann weiterhin mit der Kasse arbeiten zu lassen! 
Es käme alles.wieder in Ordnung! Nun war der 
Vorstand bestrebt, von Beltermanu soviel als 
möglich Sicherheiten zu erlangen. Beltermann 
wollte für 25 666 RM. Sicherheiten beschaffen, was 
ihm nicht gelang. Es ist einwandfrei festgestellt, 
daß Schröder in ganz gewissenloser Weise gear 
beitet hat. — Der Landrat erließ eine Verfügung, 
wonach der Gemeindevorsteher angewiesen wurde, 
in dieser Sache streng öurchzugreifen. Dies ist 
auch geschehen. — Schröder hatte ein eigenes 
Sparguthaben von 2700 RM., das beschlagnahmt 
wurde. 
Festgestellt wurde, daß Briefe von der 
Girozentrale, die einen energischen Wort 
laut hatten, von Schröder vernichtet wor 
den sind. 
Durch das energische Eingreifen des Gemeinde 
vorstehers wollte Beltermann diesen für alles 
verantwortlich machen, da es ihm, Beltermann, 
nicht gelungen sei, nunmehr Sicherheiten zu be 
schaffen. — Zur Verlesung gelangte ein Bericht 
des Sparkassenangestellten Lammers, wonach die 
sem in einigen Fällen die Handlungsweise Schrö 
ders nicht geheuer vorkam. — Beltermann hatte 
dem Vorstand den Vorschlag unterbreitet, 
wöchentlich 150 RM. von der Schuldsumme zum 
Abtrag zu bringen. — Da weder von Beltermann 
noch von Schröder Sicherheiten herbeigeschafft 
werden konnten, erfolgte Strafantrag gegen 
Schröder wegen schwerer Untreue, gegen Nielsen 
wegen Fahrlässigkeit und gegen Beltermann we 
gen Anstiftung zum Kreditbetrug. Schröder ist 
fristlos entlasse«. Nach dem, was inzwischen be 
kanntgeworden ist, wird eine Weiterbelassung 
Nielsens im Amte sich kaum aufrecht erhalten las 
sen. Eine Vermögensbeschlagnahme von Nielsen 
und Schröder ist bis zur Stunde noch nicht erfolgt, 
da bei den Genannten ein Fluchtverdacht nicht 
vorliegt. — Am 20. August hatte sich Beltermann 
nach Kiel abgemeldet. Hier versuchte er, einen 
Auslandspaß zu erhalten, was ihm nicht gelang. 
Dann wandte er sich an das Lanöratsamt in Bor 
desholm. Inzwischen setzte er sich telephonisch mit 
Neumünster in Verbindung. Auch von hier konnte 
er keinen Paß erlangen. Da der offensichtliche 
Fluchtverdacht vorlag, wurde er verhaftet und dem 
Amtsgerichtsgefängnis Kiel zugeführt. 
Mit Spannung wurde die Verlesung der 
Strafanzeige verfolgt. Daraus ging hervor, daß 
der Wechselkrcdit, den die Gemeindespar 
kaffe Beltermann gewährt hatte, die Höhe 
von 98 000 Reichsmark hat. 
Diesem Betrag stehen an Sicherheiten etwa 
25 660 Reichsmark gegenüber, so daß 
an nngedeckten Verbindlichkeiten 72 800 RM. 
verbleiben. Die Haussuchung bei Veltermann 
förderte «. a. ein Päckchen mit Scheckauweisnngen 
zutage, die schon mit den Unterschriften von 
Schröder versehen waren. Kaufmann Hansen ist 
um beinahe 860 RM. betrogen worden. Dies ge 
schah dadurch, daß von einem Wechsel über 641 RM. 
von Veltermann zwei Abträge von je 100 RM. 
geleistet wurden, der abgetragene Wechsel über 
441 RM. durch geschickte Täuschung nicht vernichtet 
wurde, sondern weiterlief. 
Die Gemeinde Boröesholm hat als Ge- 
wührsverband für den entstandenen Scha 
den in Höhe von 72 500 RM. auszukommen. 
Es besteht leider noch die Möglichkeit, daß noch 
mehrere Wechsel in der Welt herumschwimmen. 
Zur Stunde sind 27 Wechsel zu Protest 
gegangen mit einem Gesamtwert von 
32 000 RM . 
Davon tragen drei Wechsel die Unterschrift von 
Nielsen und Schröder, die anderen die Unter 
schrift von Schröder und dem jungen Angestellten 
Lammers. 
Gemeindevertreter Sievcrs nahm zu den ver 
schiedenen Punkten mehrere Male das Wort. Er 
machte u. a. dem Gemeinöesparkassenvorstand 
zum Vorwurf, daß er nicht dafür Sorge getragen 
habe, den Revisionsbericht vom März 1929 in die 
Hände zu bekommen. Ferner erhob er zum Vor 
wurf, daß man Leute von solcher Unfähigkeit im 
Amte belassen habe. Sievers forderte vollkom 
mene Aufklärung in aller Oeffentlichkeit. — Ge- 
meindevertrcter Mordhorst schiebt dem Vorstand 
eine moralische Schuld zu, von der er nicht freizu 
sprechen sei. 
Mit der Krcissparkasse sind in den ersten Ta 
gen der Aufdeckung Verhandlungen gepflogen wor 
den zwecks Uebernahme der Gemeindesparkasse, 
Diese haben bisher zu keinem Ziel geführt. Wenn 
die Kreissparkasse die Sanierung vornimmt, stellt 
sie zur Bedingung, daß die Gemeindesparkasse als 
solche aufgelöst wird und die bisher von der Ge 
meindesparkasse innegehabten Räumlichkeiten ver 
schwinden. 
Direktor Ahrendtz von der Spar- und Leih 
kasse Boröesholm-Vahnhof hatte einen Vorschlag 
ausgearbeitet, wonach die Gemeindesparkasse be 
stehen bleibt, daß jedoch die laufenden Konten von 
der Spar- und Leihkasse übernommen werden. Die 
Abwicklung und Ueberleitung würde mit der größ 
ten Schonung vorgenommen. Von der Gemeinde 
müßte eine Liquidationsanleihe aufgenommen 
werden. Das gebrachte Zahlenmaterial läßt eine 
praktische Lösung zu, ohne daß die Steuerzahler 
irgendwie herangezogen werden brauchen, voraus 
gesetzt, daß die Wechselverbinülichkeiten die Summe 
von 98 006 RM. nicht überschreiten. — Als Ver 
treter der Kreissparkaffe sprach Gemetndevertreter 
Schlotfeldt. — Das Gebiet der Sanierung der 
Gemeindesparkasse ist so kompliziert, daß die Ge 
meindevertretung einen Beschluß nicht fassen 
konnte und nach dieser Richtung erst in der näch 
sten Sitzung entscheidend beraten wird. Es ist an 
zunehmen, daß die Kreissparkasse, nachdem sie 
jetzt einen klaren Ueberblick gewonnen hat, mit 
anderen Bedingungen aufwartet. Als Sachver 
ständiger soll anch weiterhin Direktor Ahrendtz 
fungieren, mit der Maßgabe, den Verhandlungen 
mit der Kreissparkasse nicht beizuwohnen. 
Bas Qeiieiinls Iss Erfolges 
liegt nicht zuletzt im richtigen Ansetzest 
der Werbemittel. Gute Werbemittel 
herauszusuchen, das muß die erste 
Aufgabe sein. 
Versprechen läßt sich alles, 
DlsZeifungsanzeige 
* braucht keine großen Beteuerungen 
zu geben, sie hat sich in allen Zeiten 
els lie tee MüaiMirin las ririp 
ÜWMW«S misse» 
Wandsbek, 26. Aug. Rücktritt von Stadt- 
rat Hartmann. Stadtrat Hartmann hat um 
seine Entlassung aus dem Amt des Stadtrats 
gebeten. Das Gesuch wird damit begründet, 
daß H. seinen demokratischen Freunden beim 
Uebertritt in die Staatspartei nicht folgen 
könne. 
x. Neumünster, 26. Aug. Feuer entstand 
in letzter Nacht in der Tuchfabrik von I. I. 
Bartram Söhne am Kleinflecken. Passanten 
der Straße Am Teich bemerkten plötzlich einen 
Feuerschein in der Fabrik und setzten einen 
Melder in Betrieb. Die Berufsfeuerwehr 
griff den Brand, der in einer Krempel 
maschine zum Ausbruch gekommen war, mit 
zwei Strahlrohren an und hatte nach reichlich 
halbstündiger Löscharbeit die Gefahr beseitigt. 
Der Schaden ist erheblich. 1 
Kiel, 25. Aug. Ein Steinblock als Schiff 
fahrtshindernis vor der Einfahrt des Nordostsee 
kanals. Bei der Einfahrt des Kaifer-Wilhelm- 
Kanals, etwa 70 Meter östlich vom Kabelturm 
beim Kilometerstein 96,09, hat man in etwa sieben 
Meter Waffertiefe einen riesigen erratischen Stein 
block in der Größe von fast 25 Kubikmeter ent 
deckt, der ein großes Hindernis für die Schiffahrt 
darstellt Der Findling ist bereits von Tauchern 
darauf untersucht worden, ob eine Hebung mög 
lich ist. Diese soll nunmehr in kürzester Frist durch 
den großen Schwimmkran des Reichskanalamtss 
vorgenommen werden. Wahrscheinlich wird der 
Block erst durch Sprengung verkleinert werden 
müssen. Die Stelle ist durch eine Leuchtboje 
gekennzeichnet. 
Bm LMhmKbschm. 
ob. Burg (Dithm.), 25.. Aug. Die Kirchspiels 
vertretung hat in ihrer letzten Sitzung die von 
der Elektrizitätskommission und der Betriebslei 
tung ausgearbeiteten Stromlieserungsbedingun- 
gen, die nach der letzmaligen Feststellung 1922 einer 
Reform bedurften, sowie die neun Stromliefe 
rungspreise genehmigt. Ebenfalls sind Sperrzei 
ten eingeführt, nach denen sich die Betriebsleitung 
der Ueberlandzentrale es sich vorbehält, den Strom 
an gewissen Stunden wochentags und Sonntags 
abzustellen zur Vornahme von Revisions- und Re 
paraturarbeiten. 
sg. Süderhastedt, 26. August. Einer selten 
schönen Feier konnte die Süderhastedter Gemeinde 
in ihrer Kirche beiwohnen. Mitglieder der Ge 
meinde Lockstedter Lager waren mit ihrem Geist 
lichen und ihrem Posaunenchor gekommen, um 
des Todestages ihres früheren Geistlichen, Pastor 
Schlüter, der auf unserm Friedhof seine letzte 
Ruhestatt gefunden hat, in würdiger Weise zu 
gedenken. Bor dem Gottesdienste spielte der Po 
saunenchor vor der Kirche einige Choräle. In 
der Kirche begleitete er den Gemeindegesang, und 
ein gemischter Chor trug einige Lieder sehr hübsch 
vor. Rach dem Gottesdienst versammelten sich 
alle um das Grab von Pastor Schlüter, um hier 
seiner zu gedenken. Die Gemeinde legte einen 
Kranz und einen Blumenstrauß auf dem Grabe 
nieder, und der junge Geistliche, Pastor Schlüters 
Nachfolger, gedachte seiner in einer kurzen An 
sprache. Eingerahmt war die Feier wieder durch 
Darbietungen des Posaunenchors. Alle, die der 
Feier beiwohnten, haben wohl den Eindruck mit 
genommen, daß sie eine so erhebende Feier auf 
unserem Friedhof selten erlebt haben. 
fg. Nordhastedt, 24. Aug. Von der Spar 
und Darlehnskasse. Eine außerordentliche 
Generalversammlung der Spar- und Dar 
lehnskasse, G. m. u. H., fand hier in den 
Abendstunden am Freitag, dem 22. d. Mts., 
in Hargens Gasthof statt. Nach der Teilneh 
merliste besuchten 149 Genossen die Versamm 
lung, ein Zeichen, welch reges Interesse sei 
tens der Mitglieder der Tagesordnung ent 
gegengebracht wurde. Infolge Ablebens des 
Rendanten Franßen war Neuwahl eines Ge 
schäftsführers für die Spar- und Darlehns 
kasse erforderlich. Unter den Bewerbern 
wurde nach außerordentlich reger Debatte 
Bordewick aus Heide gewählt. Ein ausführ 
licher Nevisionsbericht wurde der Versamm 
lung von den Beamten des Revisionsverban- 
öes aus Kiel erstattet, an den sich gleichfalls 
eine lebhafte Debatte anschloß. Die an dem 
Bericht gemachten Vorschläge wurden jedoch 
von der Versammlung angenommen. Eine 
Reihe von Mitgliedern, die ihren Wohnsitz 
aus dem hiesigen Bezirk verlegt hatten und 
teilweise in ihrem jetzigen Aufenthaltsort 
nicht zu ermitteln waren, mußten nach der 
Satzung von der Generalversammlung aus 
geschlossen werden. 
nx. Nordseebad Büsum, 24. Aug. Sturm 
flut. Nach mehreren schönen Tagen brachte der 
Sonntag wieder Süöweststurm, so daß Körbe
	        
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