Full text: Helgoland einst und jetzt

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zu zeigen. Dieser Wicbertus der Eyfrigste unter den andern ı 
nachdem er gesehen | dass sie mit ihrem lehren und ermahnen 
nichtes aussrichteten | so lange die Heidnische Tempel und Götzen 
im Bestande blieben | hat er seinen Collegen den Raht und An- 
schlag gegeben | sie solten neben ihm die abgöttische Tempel | 
30 | wie man hielte | des Jovis und der Göttinnen Vestae waren | 
niederreissen und zerstören | wie sie aber dieses also werckstellig 
gemachet | ist König Radbod dermassen darüber ergrimmet | dass 
er den Erheber und Vorgänger dieser Taht | den heiligen Wic- 
bertum, tödten lassen | die andere Prediger aber seine Collegen | 
hat er aus dem Lande verjaget. Weil demnach Vesta die Römische 
Abgöttin allhie ihren Tempel gehabt | achte ich sie ebendieselbe 
zeyn | so von andern Fosta oder Foseta genennt wird | worvon 
lie Insul weiland den Namen Fostelandt geführet | und kan seyn 
dass die Friesen |so von den Römern ihren Nachbaren in Gallia 
viel erlernet | diese Göttin Vestam, wordurch die Erde verstanden 
wird | göttlich geehret und sie demütig gebeten haben | dass sie 
diess Land | so von Jahren zu Jahren abnam | wieder den Neptunum 
erhalten | oder von dem Meere nicht wolte wegspülen lassen. Ein 
Zeitlang hernach soll der heilige Ludgerus die Einwohner dieser 
Insul zu dem Christlichen Glauben bekehret | und diesen Abgott 
Fosetam, Fostam, oder Vestam gäntzlich zerstöret haben. Es 
haben aber die Einwohner nachgehends ihre alte Abgötterey 
wiederumb angenommen | massen dann Eilbertus der Bischoff 
in Fünen | diese Insul nicht zwar | wie Adamus meynet | zuerst er- 
funden | und bevolcket | sondern vielmehr die darauff wohnende 
Friesen | so er Seeräuber nennet | bekehret hat, Und weil Adamus 
die Insul daneben kurtz und artig beschreibet | wie sie zu seiner 
Zeit gewesen | wollen wir den Bericht hieher setzen: „Archiepis- 
copus Hamburgensis Albertus Magnus de suis Clericis ordinavit 
in Finne (Fünen) Eilbertum, quem tradunt captum a piratis, Farriam 
[nsulam, quae in ostio fluminis Albiae longo recessu latet, in 
Dceano primum reperisse, constructoq; ibi monasterio fecisse ha- 
bitabilem, Est enim feracissima frugum, ditissima voluerum et
	        
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