Full text: Helgoland einst und jetzt

„Die nunmehr sehr kleine | aber doch berühmte | Insul Hilge- 
and oder Hillig Land | (so .auff der Carte von der Häuptstadt 
Schleswich | mit auffgeleget worden*) dem regierenden Hertzogen 
zu Schleswich Holstein zustendig | ist mitten im Meere belegen | 
schier wie La Bermuda in Mar del Nort: wird von den Friesen 
Helgeland oder Helgerland geheissen | welcher Nam ihr entweder 
Jaher entstanden | dass vorzeiten daselbst | als in einem entlegenen 
Orte | gewisse Abgötter veneriret | also dieses Land für ein heiligs 
von den Heiden geachtet worden | oder welches gläublicher | wie 
Halligland | das ist ein Meer oder Seeland | weil es in der See 
belegen | denn solcher massen werden annoch heute bey uns 
Halligen genennet | diejenige Wasserländer so unbedeichet liegen | 
und von dem Meere bespület werden | vnd dahero hat auch 
Hilgenhafen in Holstein den Namen | ein Meerhafen bedeutend 
, Diese Karte des Mathematikers Mejer aus Husum haben wir in 
zetreuer Reproduction dem Abdruck hier beigefügt, da die früheren Wieder- 
zaben derseiben in mehrfacher Hinsicht ungenau und nur Nachzeichnungen 
waren. Ins Besondere wurden auch die eigenartigen für die Karten aus 
früheren Jahrhunderten so characteristischen Embleme sonst fortgelassen. 
[ch mache auf das höchst interessante Costümbild der damaligen Helgo- 
ländischen Tracht, wohl die einzige existirende Darstellung, besonders auf- 
merksam. Der Zierrath auf der Brust der Frau ist der (in angeblich nur 
4 oder 5 Exemplaren erhaltene) silberne grosse Schmuck, welchen der Bräutigam 
seiner Braut mit Jahrzahl zu schenken pflegte; er besteht aus einem kleinen 
Herz, 2 Fischen, dem Lootsenzeichen, Münzen etc., alles in schwerem Silber 
hübsch ausgearbeitet. Die Tracht war in jener Zeit eine aussergewöhnlich 
schöne: seidene Stoffe, mit Brüsseler Spitzen geziert; leider ist nur wenig 
lavon erhalten.
	        
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