Full text: (Erstes Bändchen)

die Tugend, die Religion und die himmlische Hoff⸗ 
nung der Unsterblichkeit zu besingen: Man kann 
begreifen, wie angenehm es fuͤr einen Geist wie 
der seinige, der so wenig die Erde beruͤhrte, der 
sich so btennend nach Engelsfluͤgeln sehnte, gewesen 
seyn muß, auf duͤnnem Eis hin uͤber die glaͤnzende 
Eisflaͤche zu eilen, wenn die irldischen Gegenstaͤnde 
mit dem weißen Schleier des Winterhimmels be— 
deckt waren. Uebrigens war Klopstock edel, gelehrt, 
ruhig, sreundlich, und sein frommes Dichterleben 
ward nicht von vielen aͤußeren Begebenheiten ge⸗ 
stoͤrt. Wie eine Lilie sog es mit der Wurzel stille 
seinen Saft aus 72 Kun den weißen Kelch 
kuͤhn zum Himmel empor zu heben. 
Ganz verschieden von ihm war Wieland. 
In seiner Jugend versuchte dieser, aber ohne Gluͤck, 
heilige Gesaͤnge zu dichten; es war seiner Natur 
zuwider. Erst bey leichten munteren, mit Geist 
und Anmuth behandelten Gegenstaͤnden; erst leicht⸗ 
fertig, scherzend und doch selbst sittlich, in den 
Hecken des Aristophanes, Lucian, Horaz, Ariost, 
Voltaite und Sterne umherkriechend, fand dieß
	        
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