Full text: (Erstes Bändchen)

fertigkeit, vom Gruͤbeln zur Entzuͤckung, von Sanft⸗ 
muth zur Heftigkeit, von Schmeichelei zu Spott, 
vom Geiz zur Verschwendung, und von der Be— 
scheidenheit des Weisen zum Hochmuth des Hoff⸗ 
manns uͤber. Da nun alle Gemuͤthsbewegungen 
diesen Mann beherrschten, Sist es kein Wunder, 
daß wir oft in seinen Schriften Beweise.vom 
Guten, Edlen, Schoͤnen und Billigen finden. 
Ein einzelnes Werk von ihm beweist nichts von 
seinem ganzen Charakter, da man mit seinen Wer⸗ 
ken beweisen kann, was man will. Erst in der 
ganzen Reihe seiner Werke offenbart sich die 
Denk,- und Vorstellungsweise dieses seltsamen 
Schriftstellers. So beweisen, um ein Beyspiel 
aufzufuͤhren, sein Trauerspiel Alzire und sein 
episches Gedicht la Pucelle, obgleich beide von 
Seiten der Kunst betrachtet Produkte des Ge⸗ 
nies, die verschiedenartigsten entgegengesezten Ge⸗ 
fühle, von denen er zu verschiedenen Zeiten hin⸗ 
gerissen war. Daß die uͤbermaͤßige Huld, mit 
welcher ihn der Koͤnig von Preußen eine Zeit⸗ 
lang beehrte, und die schwarze Galle der Klerisei, 
viel dazu beygetragen haben, seinem Wesen den ho⸗ 
hen Schwung zu geben, versteht sich von selbst. Ob⸗
	        
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