Full text: (Erstes Bändchen)

und den Kindern der Schauspieler vor, um zu 
sehen, welche Wirkung sie auf ein unverdorbnes 
munteres Naturell, und auf einen unschuldigen 
Sinn machten. In seinem Hause ward er von 
seiner jungen Frau geplagt, und selbsi oft den 
Laͤcherlichkeiten aus gesezt, welche er auf der Buͤhne 
geisselte. Sein leztes Lustspiel: „der eingebil⸗ 
dete Kranke“, dichtete er in voller komischer Ju⸗ 
gendkraft und Munterkeit. Als er in demselben spiel⸗ 
te, fuͤgte es sich durch ein besonderes Schicksal, daß 
er ploͤtzlich, in den lezten Scenen, umringt von 
allen Schauspielern wirklich sterbenskrank ward. 
Unter Seufzern und Thraͤnen brachte man den 
Vater der Buͤhne, und den herrlichen Stifter der 
neuen Comoͤdie nach Hause, und kurz darauf gab 
er seinen unsterblichen Geist auf. 
Um dieselbe 7* lebte der vortreffliche La⸗ 
fontaine. Bis zu seinem zwey und zwanzigsten 
Jahr trieb er sich in Chateau⸗Thierry herum, 
in einer Art von Stumpfsinn, meinte man; allein 
ohne Zweifel hat er schon damals den Charakter 
der Thiere, im Walde, auf dem Felde, auf der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.