Full text: (Erstes Bändchen)

stelle beym Prinzen von Conti vor. Er durchzog 
ganz Frankteich und naͤhrte seine Laune, indem er 
die verschiedenen Staͤnde der Menschen beobachtete, 
den Plautus studirte, und indem er Stuͤcke vom 
Italienischen Theater spielte und umarbeitete. 
Darauf dichtete er lustige Farcen, und sinnreiche 
Lustspiele, mitunter schrieb er auch, auf Boileaus 
und der Großen Wunsch, einige satyrische Lehrge⸗ 
dichte in dialogischer Form, welche, obgleich von 
einer untergeordneten Dichtungsart, doch von ih⸗ 
nen am meisten geschaͤzt, und die hoͤhere Co— 
moͤdie genannt wurde, weil sie nicht aus ko⸗ 
mischen Sitnationen, lustigen Karrikaturen und 
stark gezeichneten Charakteren, sondern aus hoͤflich 
redenden Standespersonen bestanden, welche sich 
auf feine Weise einander zum Besten hatten, und 
mehr oder weniger alle einander glichen. So 
hatte die sogenannte gute Gesellschaft das Ver⸗ 
gnügen, sich selbst wieder zu finden, und das, was 
man den guten Ton nannte, zu hoͤren. Moliere 
war ein vortrefflicher Schauspieler, ein sanfter 
Mann, ein edelmuͤthiger Freund, ein gesunder Le⸗ 
bensphilosoph und ein Wohlthaͤter der Armen. 
Seine poetischen Stuͤcke las er oft seiner Magd
	        
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