Full text: (Erstes Bändchen)

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die afrikanischen Seeraͤuber. In der großen See— 
schlacht bey Lepateæ verlor er den linken Arm, 
und schmachtete acht Jahre als Sclave in Algier, 
In dieser Schule des Mißgeschicks und der Bege— 
benheiten bildete sich seine Seele zu der, fuͤr jene 
und alle Zeit ungewoͤhnlichen Weisheit und beson⸗ 
nenen Billigkeit. Er hatte mehrere Theaterstuͤcke 
geschrieben, allein dieß war nicht sein Fach; selbst 
in der schoͤneren Galathea bewundert man noch 
nicht den eigentlichen Cervantes, der spaͤter in 
den vortrefflichen Novellen und vorzuͤglich in 
seinem Don Quixote so wunderbar herrlich 
die Natur und die Charaktere der Menschen dar⸗ 
gestellt hat. Es ist klar, daß der weise Cervantes, 
obgleich selbst Held, jene damals gewoͤhnliche thoͤ⸗ 
richte Hochmuthsempfindlichkeit, die an Krampf 
und Grausamkeit graͤnzte, nicht leiden konnte. 
Sie nannte sich Ehrgefuͤhl, und war doch ein 
Vorurtheilsuͤberrest der Barbarey, der mit Scla⸗ 
venfurcht'vor den herrschenden Vorurtheilen Groß⸗ 
muth und Freymuͤthigkeit unterdruͤckte, und bey 
der geringsten Gelegenheit alles aufs Spiel sezte. 
Als nach Philipps II. Tode die Geistesfreyheit 
wieder etwas aus ihtem Schlummer zu erwachen 
he⸗
	        
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