Full text: (Erstes Bändchen)

linken Hand uͤber die Wellen haltend, ruderte er 
sich mit der rechten schwimmend ans Land. In 
Goa litt er schuldlos darauf wieder neue Ber—⸗ 
folgungen. Endlich glückte es ihm, durch Huͤlfe 
seiner Fteunde nach Portugal zuruͤckzukehren; hier 
ras'te die Pest, und Niemand kuͤmmerte sich um 
ihn, oder dachte an Poesie. Der junge Koͤnig 
Sebastian schüzte zwar den Dichter, allein er 
gab ihm nichts. Da sagte man, daß ein treuer 
Sklave Nachts soviel zusammen bettelte, als sein 
Hert bedurfte, um am Tage anstaͤndig zu leben. 
Der ungluͤckliche Krieg gegen die Mauren schlug 
Camoens, welcher sein Vaterland immer hoch 
liebte, gaͤnzlich nieder, und in diesem Zustand 
starb er kurz nachher, in einem Armenhospital in 
seinem fuͤnfundfunfzigsten Jahre. 
So verfolgt oft ein strenges Schicksal die 
unschuldigen Menschen! Doch war er nicht immer 
ungluͤcklich, zuweilen sogar außerordentlich gluͤck⸗ 
lich. Das entzwey gesprungene Kanonenstuͤck 
raubte ihm nur das Auge, nicht das Leben; von 
vier Schiffen versank nur dasjenige nicht in den 
Abgrund, auf welchem er war; in der dritten Le⸗ 
bensgefahr brachte er selbst sein Werk trocken und
	        
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