Full text: (Erstes Bändchen)

die Helden des Meeres zu besingen; er studirte 
in seiner Jugend; spaͤter ward er eines Liebesver⸗ 
haͤltnisses wegen, in welchem er mit einer Hof⸗ 
dame, Katharine von Alrayde, stand, aus Lissa⸗ 
bon ve wiesen. Als Freywilliger ging er darauf 
in Kriegsdienste, kaͤmpfte kuhn in einer Seeschlacht 
gegen die Mauren, wo er ein Auge verlor. Da 
seine Tapferkeit unbelohnt blieb, rief er, wie einst 
Scipio, aufgebtacht aus: daß das undankbare Va⸗ 
terland seine Gebeine nicht besitzen sollte. Er reiste 
nach Indien mit einer Flotte von vier Schiffen von 
denen drey unte giengen, und nur das eine, wel⸗ 
ches ihn tiug, gerettet wurde. In Goa erzuͤrnte 
er sich mit dem Vizekoͤnig, und ward nach Macao 
verwiesen, wo er, waͤhrend er das traurige Amt 
hatte, Verwalter vom Nachlaß der Verstorbenen 
zu seyn, das treffliche Gedicht Luisiaden, Vas⸗ 
eo de Gama, deren Zug und Thaten er mit 
praͤchtigen Beschreibungen von Ostindien und des— 
sen Eingebornen verband, und das Ganze ver⸗ 
herrlichte, indem er es auf naive und kühne Weise 
mit roͤmischer Mythologie vermischte. Als seine 
Verbannung aufgehoben war, litt er Schiffbruch 
und fiel ins Wasser; sein Gedicht aber mit der
	        
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