Full text: (Erstes Bändchen)

ters sitehen. Obgleich er dieses Werk, mit ziemlich 
großer Schmeicheley, dem Herzog Hippolit widme⸗ 
te, nahm dieser es doch mit Kaͤlte auf und sagte 
dem Dichter, als er es gelesen: „sage mir, mein 
lieber Meister Ludwig: wo du alle diese Tollhet⸗ 
ten her hast?“ Zulezt konnte Ariost doch nicht laͤn⸗ 
ger die Demuͤthigung ertragen, einem Mann fuͤr 
sein Brod zu danken, der so wenig seinen ausge⸗ 
zeichneten Werth schaͤzte. Er reiste zum Herzog 
Alphons von Ferrara, und ward von ihm mit 
offenen Armen aufgenommen. Man sagt, daß 
Ariost vom Herzog einst nach der Gegend Garfag⸗ 
na gesandt wurde, um die dort hausenden Raͤuber 
zur Ordnung zu uͤberreden; da er nun uͤberall in 
Italien und also auch bey den Raͤubern in großem 
Ansehn stand, richtete er seinen Auftrag, wie einst 
Sophokles in Samos, mit Gluͤck aus. Er starb 
in seinem neunund sechszigsten Jahre, 
Tasso verband den tiefen Ernst der Seele 
und ein starkes moralisches Gefuͤhl mit Petrarchs 
romantischer Schwaͤrmerey; darum sagte man, 
er sey verdrießlich, und da er weder huͤbsch noch
	        
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