Full text: (Erstes Bändchen)

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mit seinem Honig genaͤhtt haͤtte, und daß Pan 
spaͤter seine Lieder lernte. Pindar war sich seiner 
Vorzuͤge bewusst, und pflegte sich daher mit dem 
Himmel anstrebenden Adler zu vergleichen; klein⸗ 
liche Dichter nannten ihn einen niedrig flatternden 
heiseten Raben. 
Im schoͤnsten Vaterland der Hirten, Sici⸗ 
lien lernte Theokrit seine Idyllen schreiben; 
Anakreon sang von Amor und Bachus, vor 
den zaͤrtlichen Joniern; in seinem Leben wie in sei⸗ 
nen Gedichten, war er ein munterer Geselle, ein 
verliebter Hirt, aber dabey frisch und gesund, und 
also ordentlich. Noch als Greis ging er wie ein 
Juͤngling mit Rosen in den Silberlocken. 
Athmen nicht die kleinen Stuͤcke, die wir noch 
von der Sappho haben, im vollen Maße die 
schmachtende Leidenschaft, von der sie verzehrt wurde? 
Auch das Leben der griechischen Schauspiel⸗ 
dichter werden wir vollkommen uͤbereinstimmend 
mit ihren Werken finden. 
Erhaben strenge, zuweilen wild und heftig 
war Aeschylus der Elnusier, in seinen Hand⸗ 
lungen, wie in seinen Tragoͤdien; in den Schlach⸗
	        
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